By 15. April 2015 Read More →

DAX, Euro, Öl – kleiner Schwarzer Schwan in Sicht?

So richtig passt das alles nicht zusammen: Normalerweise geht eine steigende Volatilität mit fallenden Aktienkursen einher. Vergleicht man aber den Verlauf von VDAX New und DAX seit Sommer 2014, steigen beide Barometer. Könnte es sein, dass einige Akteure offenbar größere Schwankungen erwarten? Und wenn ja, warum?

Es sind schon verrückte Zeiten an den Märkten. Während das Angstbarometer, der VDAX New seit Sommer vergangenen Jahres eine Serie steigender Tiefpunkte zeigt und in dieser Woche bestätigte, kletterte der DAX in der gleichen Zeitperiode auf immer neue Bestmarken. Der heftige Absturz beim Ölpreis und die Euro-Abwertung wurden gerade beim DAX wie eine zusätzliche Liquiditätsspritze der EZB gefeiert, während die US-Indizes kaum vom Fleck kommen. Doch diese Triebfeder kann auch für viele überraschend schnell die Richtung ändern. Sowohl der Ölmarkt als auch EUR/USD stehen unmittelbar vor einer Richtungsentscheidung. Mit weitrechenden Konsequenzen.

Die Dauer ist entscheidend

Die Aussichten für die laufende Berichtssaison in den USA sind alles andere als gut. Konzerne wie Johnson&Johnson am Dienstag enttäuschten aufgrund der ungünstigen Währungsentwicklung, zahlreiche ähnliche Töne werden wir in den kommenden Wochen auch von anderen Dickschiffen hören. Behalten die Auguren Recht, sinken die Umsätze um rund drei Prozent – dies wäre das erste Minus seit der Finanzkrise. Gleiches gilt für den operativen Gewinn. Dollarstärke und Ölpreisschwäche hinterlassen bereits jetzt deutliche Spuren. Nach Meinung vieler Experten dürfte sich daran auch so schnell nichts ändern. Entsprechend gering sind auch die Erwartungen an die folgenden Quartale. Sollten die Ergebnisse allerdings drei Semester in Folge negativ ausfallen, könnte es sehr ungemütlich werden. In den vergangenen acht Jahrzehnten folgte auf ähnliche Entwicklungen in 80 Prozent der Fälle ein Bärenmarkt.

Richtig ist aber auch, dass die drastisch nach unten angepassten Prognosen bereits von den großen Jungs eingepreist sind. Dennoch behauptet der S&P 500 sein erhöhtes Niveau, lediglich der konjunktursensible Dow Jones Transport-Index mahnt zur Vorsicht. Allerdings könnten sich die Vorzeichen hier sehr schnell ändern, wenn der Euro eine Aufwertung startet und der Ölpreis stark zulegt. In den Charts sind entsprechende Signale bereits zu erkennen. Sollte es dazu kommen – was für viele Strategen schon fast wie ein Schwarzer Schwan wäre – wird dem DAX viel Treibstoff entzogen. Denn anders als viele europäische Indizes setzt sich das heimische Barometer überdurchschnittlich stark aus zyklischen Werten zusammen, dies erklärt auch die Outperformance seit Jahresbeginn. Gerade die Autowerte waren hier eine zentrale Säule. Aber wie lange noch?

Im Chart-Webinar haben wir versucht, einen spekulativen Blick in die Zukunft zu verwerfen. Dabei darf auch  die zweite Reihe nicht fehlen, die Charts von Salzgitter, Metro, SMA Solar, Cancom und Morphosys bieten viel Luft. Um die Aufzeichnung zu sehen, einfach auf das Bild klicken:

Webinar_1404

Kurz vor der Invest, auf der Sie uns auch live erleben können, gibt`s heute um 18 Uhr noch eine Runde “Gib ihm SauRiß” – viel Spaß.

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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