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DAX-Chartanalyse: Zähneklappern vor der Fed

Mit der US-Notenbankentscheidung steht heute der Höhepunkt des Winters 2013 auf der Agenda. Weder die DAX-Bullen noch die Bären können sich in Sicherheit wiegen. Die DAX-Chartanalyse für den 18. Dezember 2013.

 

Stundenanalyse:

Am Dienstag hielt sich der Deutsche Aktienindex recht gut an das aufgezeigte Szenario einer Seitwärtsbewegung. Nach einer schwächeren Eröffnung kam es bis zum Mittag zu einer leichten Erholung, die Gewinnzone blieb aber außer Reichweite. Mit Eröffnung der Wall Street drehte der DAX dann deutlicher in die Minuszone und beendete den Handel um 0,86 Prozent schwächer auf dem Tagestief von 9085.  Ein Großteil der positiven Entwicklung vom Wochenauftakt ist bereits wieder verflogen, auch unter der Oberfläche. Denn mit Allianz, BASF, SAP und Siemens verzeichneten nahezu alle Indexschwergewichte deutlichere Kursverluste als der DAX. Das Handelsvolumen sank auf 2,5 Mrd. Euro, allerdings gilt es hier auch den Sondereffekt der heutigen Fed-Entscheidung zu berücksichtigen. Denn kaum ein Anleger möchte die vielleicht gute Jahresperformance in den letzten Tagen des Jahres aufs Spiel setzen und dürfte daher das Sitzungsergebnis eher von der Seitenlinie aus verfolgen. Nur wer wirklich gerne zockt, sollte am Abend aktiv sein. Je nach Entscheidung sind Kursbewegungen von mehreren hundert Punkten innerhalb von Sekunden oder Minuten möglich. Stoppkurse werden überlaufen und die Ausführung kann zu einem sehr viel ungünstigeren Niveau erfolgen. Entsprechend schlecht ist daher auch das Chance-Risiko-Verhältnis.

Nach dem gestrigen Rücksetzer spitzt sich zudem die charttechnische Ausgangslage wider ein wenig zu. Vorbörsliche Indikationen deuten auf eine Markteröffnung bei 9117. Erstes Ziel bleibt das gestrige Tageshoch auf Stundenschlusskursbasis bei 9150. Hier liegt auch die erste relevante Fibonacci-Marke, dass 38,2 Prozent-Niveau der Abwärtsbewegung. Ab Kursen oberhalb von 9150 dürfte das Montags-Hoch bei 9180 ins Visier rücken. Entscheidend ist aber erst der Bereich um 9200 bis 9225. Neben der 21-Tage-Linie, an der vor gut einer Woche die technische Erholung stoppte, verläuft hier auch ein horizontaler Widerstand. Zudem liegt in dem Bereich das 50 Prozent-Retracement. Vor der Fed-Entscheidung dürfte der DAX diesen Clusterwiderstand nicht überwinden, erst nachbörslich ist ein entsprechender Impuls denkbar.

Richtung Süden erscheint die Zone um 9070 als sehr unzuverlässig, bereits zwei Mal spielte der Bereich keine Rolle. Zuverlässiger ist daher erst das Vorwochen-Tief um 8990 bis 9000. Vorgelagert ist bereits an der steigenden 55-Tage-Linie auf Höhe der Umsatzhäufung bei 9035 ist eine Umkehrbewegung denkbar. Auch dieser Bereich  könnte allerdings einer deutlichen nachbörslichen Bewegung zum Opfer fallen.

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Tagesanalyse:

Bodenbildung möglich

Die entscheidende Frage lautet, ob die ungeduldigen Schnäppchenjäger wie in der Vergangenheit den etwas deutlicheren Rücksetzer seit Anfang Dezember als günstige Einstiegsgelegenheit bewerten oder vorerst von  neuen Engagements Abstand nehmen. Die bis in den Januar hinein saisonal günstige Phase spricht für das Lager der Bullen. Erstes Ziel auf der Oberseite bleibt das Rekordhoch, darüber lässt das Rechteck Platz bis rund 9680.

Derzeit haben aber eher die Verkäufer das Heft in der Hand, auch wenn wichtige charttechnische Unterstützungen bisher noch nicht verletzt wurden. Auf dem aktuellen Niveau um rund 9000 sind die Chancen für eine Stabilisierung aber recht gut, denn auf diesem Niveau verlaufen einige viel beachtete Haltemarken. Neben der eher unzuverlässigen 55-Tage-Linie ruhen die Hoffnungen der Käufer vor allem auf der horizontalen Unterstützung um 8940 / 8960 sowie dem 23,6 Prozent Fibonacci-Niveau der übergeordneten Aufwärtsbewegung. Dieser Prozentsatz stellt häufig ein Mindestkorrekturniveau dar, von dem aus wieder der ursprüngliche Trend aufgenommen wird. Wegen der Häufung der verschiedenen Signale knapp unterhalb von 9000 Punkten dürften spätestens auf diesem Niveau wieder verstärkt Neueinsteiger, die bisher die Rally verpasst haben, einsteigen und für eine (temporäre) Gegenbewegung sorgen. Sollte der DAX hingegen auch hier keinen Halt finden, wäre dies ein um so bearischeres Zeichen und würde auf einen kurz- bis mittelfristigen Trendwechsel deuten. Das nächste Zielgebiet wäre die Region um das September-Hoch / 38,2 Prozent Fibonacci-Niveau um 8710.

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Wochenanalyse:

In luftiger Höhe

Nach einer Gewinnserie in den vergangenen beiden Monaten gönnten sich die Käufer Anfang Dezember eine Verschnaufpause auf hohem Niveau. Ob die überfällige Konsolidierung nur der Auftakt ist zu einer mehrwöchigen Korrektur mit möglicher Trendumkehr oder der nach wie vor intakte Aufwärtstrend zügig erneut aufgenommen wird, muss sich erst noch zeigen. Charttechnisch relevante Widerstände sind nicht mehr vorhanden.

Orientierung bietet ein seit 2011 bestehender Aufwärtskanal, wobei derzeit vor allem dessen Mittellinie bei rund 9750 ein mögliches Zielgebiet auf der Nordseite darstellt. Zuletzt wurde die Linie vom Markt im Mai vergeblich attackiert. Allerdings bleibt auch festzustellen, dass sich der Index inzwischen recht weit von der unteren Kanalgrenze sowie der 200-Tage-Linie entfernt hat. Entsprechend groß ist auch das Korrekturpotential. Die genannten Unterstützungen verlaufen im Bereich um 8390 bis 8570.

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 Monatsanalyse:

Fünfstellige Regionen durchaus möglich

Der Monatschart zeigt deutlich die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000. Ähnlich wie im amerikanischen Leitindex S&P 500 ist bei anhaltender Kaufbereitschaft mit einer längerfristigen und sehr nachhaltigen Aufwärtsbewegung zu rechnen, die den DAX deutlich in dreistellige Kursregionen oberhalb von 10.000 Punkten führen sollte. Eine solche Entwicklung werden die Bären aber nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen. Ein Pullback ausgehend von 9000 / 9500 an die 8000er-Region ist auf jeden Fall einzuplanen und eröffnet noch einmal eine gute Nachkaufchance.

Die Wahrscheinlichkeit für einen nachhaltigen Ausbruch auf der Oberseite ist zumindest auf längerfristige Sicht klar zu favorisieren. Zwar kann es in einem möglichen Extremszenario noch einmal zu einen erneuten Test der unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 5510 Punkten kommen. Die steigenden Bewegungshochpunkte seit 2003 stimmen aber positiv. Kursrückschläge wurden immer früher zum Einstieg genutzt und verstärken den Druck auf der Oberseite eines möglichen aufsteigenden Dreiecks.

Die Indikatoren weisen in der sehr langfristigen Betrachtung bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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