DAX-Chartanalyse: Überraschungspotenzial am Wochenende

Auf der anderen Seite des Atlantiks sind die Charts derzeit wesentlich spannender. Zwar scheiterte der Dow Jones gestern knapp an einem neuen Allzeithoch. Es gibt aber gute Gründe, kurzfristig optimistisch zu sein. Die (DAX)-Chartanalyse für den 1. März.

 

49 Punkte trennten den Dow Jones gestern noch von einem frischen Rekordhoch. Kurz vor Schluss ging den Käufern aber doch der Mut verloren. Grund waren wieder einmal Molltöne aus der Politik. Der Senat gab die unmissverständliche Parole aus, die Vorschläge zur Schuldenobergrenze abzulehnen. Da zugleich nur noch bis zum heutigen Tag Zeit bleibt, um die automatischen Ausgabenkürzungen zu verhindern, reagierten die Aktienmärkte in der letzten Handelsstunde mit Abgaben. Vor dem Hintergrund der Risiken in Europa, wichtiger US-Konjunkturdaten am heutigen Tag und dem US-Haushaltsstreit wäre ein Allzeithoch im Dow auch sehr zweifelhaft.

 

Somit stellt sich die Frage, ob in den kommenden Tagen nicht doch noch eine Lösung auf den Tisch kommt. Die Analysten von Jefferies halten die Budgetkürzungen nur für ein temporäres Schreckgespent, ähnlich wie die Wahl in Italien. Vor allem der Druck von Seiten der Öffentlichkeit könnte schneller als erwartet zu einer Einigung führen. Denn von den Maßnahmen sind nicht nur Staatsanwälte und Gefängnisanwärter betroffen, sondern auch der Katastrophenschutz, die Fluglotsen und Sicherheitsbeamten an den Flughäfen (eine gute Übersicht finden Sie HIER). Da eine Lösung bisher noch nicht eingepreist ist, könnten die Bären schnell auf dem falschen Fuß erwischt werden. Denn für geschlossene Nationalparks, turbulente Zustände in den Gefängnissen oder auf den Flughäfen möchte sicherlich kein Politiker verantwortlich sein. Bisher kam es immer zu einem Kompromiss, daran dürfte sich auch aktuell nichts ändern.

 

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

Zum Wochenschluss liegt der DAX in der Mitte der vorherrschenden Trading-Range. Aktuell ist die Wahrscheinlichkeit für einen erneuten Anlauf bis an die Obergrenze der Spanne als mindestens genauso wahrscheinlich einzustufen wie Kursverluste. Für die optimistische Sichtweise spricht der nach wie vor intakte übergeordnete Aufwärtstrend auf mittelfristiger Ebene. Bisher wurde die stark überkaufte Lage nach der Herbst-Rally überwiegend über die Zeitebene in einer Rechteckbewegung abgebaut. Zusammen mit der nach wie vor anziehenden 55- und 100-Tage-Linie sowie einer Serie von steigenden Hochpunkten in den vergangenen vier Wochen sind die Chancen für einen erneuten Test des Jahreshochs bei 7872 Punkten eigentlich recht gut. Ein klareres Signal liegt aber erst mit der Ausbildung eines frischen Jahreshochs vor.

Derzeit ist der DAX von der Obergrenze aber noch ein gutes Stück entfernt. Entsprechend dürfen die Abwärtsrisiken nicht unterschätzt werden. Während die nördliche Begrenzung mit den Widerständen bei 7780/7800 und 7872 Puntken nur etwas vage definiert werden kann, lässt sich auf der Unterseite mit der Unterstützungszone zwischen 7537 bis 7565 eine scharfe Grenze einzeichnen. Rücksetzer unter das Jahrestief könnten zu einer dynamischen Abwärtsbewegung bis mindestens 7440/7480 Punkten führen. Interessant erscheint auch der Kursbereich um 7680 Zähler. Im Preis-Volumen-Diagramm fällt die Zone durch eine auffallend geringe Umsatzentwicklung auf. Solche Lücken im Marktprofil lassen auf eine wenig effiziente Zone schließen. Anders formuliert: Der DAX verharrt jeweils nur sehr kurz bei 7680 Punkten und bewegt sich sehr zügig zu den Haupteffizienzleveln, die kurzfristig bei 7650 und 7740 Punkten liegen.

 

 
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Kennzahlen:

DAX-Pivot-Punkte für den 1. März:

 

 

 

 

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

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Mittelfristiger Aufwärtstrend noch nicht in Gefahr

Die nervenzehrende  Seitwärtsentwicklung der vergangenen Wochen blieb bisher ohne Konsequenzen für die übergeordnete Zeitebene auf Tagesbasis. Denn die Konsolidierung in der Schiebezone zwischen 7550 bis 7800 Punkten spielte sich oberhalb des richtungsweisenden Unterstützungsbereichs zwischen 7440 bis 7480 Zählern ab. Der ehemalige Widerstand aus der zweiten Jahreshälfte 2012 muss seine Bedeutung als Nachfragebereich aber erst noch unter Beweis stellen. Solange der DAX über diesem Areal notiert, bleiben die mittelfristigen Aussichten gut. Vorgelagert befindet sich auch eine mögliche, primäre Aufwärtstrendlinie, die ihren Ursprung im Juni 2012 hat. Allerdings weist die Gerade aktuell erst drei Auflagepunkte auf und ist noch nicht als sehr zuverlässig einzustufen.

Sollte die Konsolidierung mit einem Rücksetzer unter 7400 Punkte etwas deutlich ausfallen, stellt die nach wie vor steigende 200-Tage-Linie bei rund 7100 Punkten die nächste Orientierungsmarke dar. Die bei vielen Investoren stark beachtete Glättungslinie notiert aktuell noch rund acht Prozent unter dem DAX-Niveau. Im Januar war die Differenz zeitweise auf mehr als 13 Prozent angewachsen und damit auf ein kritisches Niveau. Die Seitwärtsbewgung im DAX sorgte somit für eine gewisse Marktberuhigung.

 

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Keine klare Trendbewegung im Frühjahr

Auf den ersten Blick vermittelt der Wochenchart eigentlich ein positives Bild, denn bis an das im Sommer 2007 erreichte Allzeithoch bei rund 8151 Zählern finden sich keine nennenswerten Widerstände. Ob allerdings die psychologisch wichtige Marke überhaupt noch erreicht wird, erscheint eher fraglich. Nachdem der DAX Ende 2012 über die letzte Hürde bei 7500 Punkten nach oben hin ausbrach, stoppte die Aufwärtsbewegung bereits deutlich unter 8000 Zählern. Aktuell läuft eine Rückkehrbewegung, die bei einem erfolgreichen Test der 7500 trendbestätigend und damit positiv zu werten wäre.

Solange der DAX nicht die Range 7500 / 8100 Zähler signifikant verletzt, kann das Kursmuster ab der zweiten Jahreshälfte aus 2007 als Blaupause genutzt werden. Demnach wäre in den kommenden Wochen mit einer Fluktuation innerhalb der Spanne zu rechnen. Ganz allmählich kommt zumindest von Seiten der Indikatoren wieder etwas Rückenwind. Nach der Winter-Rally wurde der deutlich überhitzte Marktzustand über die Zeitebene abgebaut. Der DSS Bresser notiert im leicht überverkauften Terrain. Ein prozyklisches Kaufsignal ist aber noch nicht in Sicht.

 

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Fünfstellige DAX-Kurse sind möglich, wenn…

Der Monatschart zeigt deutlich, welches Potenzial an den Aktienmärkten aus charttechnischer Sicht schlummert. Mit der Auflösung des symmetrischen Dreiecks liegt ein rechnerisches Kursziel in Reichweite, welches den Abschluss des im Monatskursverlauf eingezeichneten übergeordneten aufsteigenden Dreiecks zur Folge hätte. Fünfstellige DAX-Kurse sind somit auch charttechnischer Sicht durchaus möglich. Zwingende Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der DAX auch neue Rekordstände markiert.

Ob dies bereits während der laufenden Aufwärtsbewegung erfolgt oder erst nach einem Rücksetzer, lässt sich aktuell nicht vorhersagen. Immerhin spielt die zeitliche Komponente den Bullen in die Karten. Seit dem Jahr 2000 verkürzen sich die Hausse- und Baissephasen. So dauerte die erste Abschwungphase beginnend Anfang 2000 rund drei Jahre. Der scharfe Rücksetzer ab Anfang 2008 stoppte rund 15 Monate später, in 2011 kapitulierten die Bären nach 5 Monaten. Ähnlich verhält es sich auch mit den Aufwärtsbewegungen.

Auch von Seiten der Indikatoren ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Der trendfolgende MACD notiert aktuell noch deutlich unter den Extremwerten in 1998, 2000 und 2007, ab denen jeweils die Baissephasen einsetzten.

 

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

2 Comments on "DAX-Chartanalyse: Überraschungspotenzial am Wochenende"

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  1. … „Im Preis-Volumen-Diagramm fällt die Zone durch eine auffallend geringe Umsatzentwicklung auf. Solche Lücken im Marktprofil lassen auf eine wenig effiziente Zone schließen.“ …
    Sehr gut herauskristallisiert. Hat mir heute sehr gut geholfen. Bin genau in dieser Zone long rein, und liege jetzt ansehnlich im Plus.

    • Franz-Georg Wenner sagt:

      Guten Tag der Hörmannsdorfer, vielen Dank für das positive Feedback. Dann hoffe ich, dass Sie den Buchgewinn auch realisieren werden. Viel Erfolg. Franz-Georg Wenner

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