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DAX-Chartanalyse: Trügerische Ruhe

Der DAX bewegte sich am Mittwoch in einer sehr engen Handelsspanne und setzte somit die Konsolidierung über die Zeitachse fort. Noch, denn ein dynamischer Impuls wird immer wahrscheinlicher. Die Chartanalyse für den 24. Januar 2013.

 

 

Es scheint fast so, also ob die Kälte in Deutschland auch den DAX einfriert. Nach der überraschend volatilen Sitzung am Dienstag lag der Abstand zwischen Tageshoch und –tief am Mittwoch bei nur noch 42 Punkten. Anders ausgedrückt: Noch nicht einmal die nächsten beiden Pivot Punkte, S1 bei 7638 und R1 bei 7750 Punkten wurden auf den Prüfstand gestellt. Immerhin blieb der Umsatz mit 2,8 Mrd. Euro auf einem ordentlichen Niveau und entspricht dem Durchschnitt der vergangenen sechs Monate.

Auch heute wird sich zur Eröffnung daran wenig ändern, der DAX wird unverändert bei 7707 Punkten taxiert. Der erhoffte Kursschub durch Apple bleibt somit aus.  Der iPhone-Hersteller enttäuschte mit seinen Zahlen auf ganzer Linie und sorgte auch für lange Gesichter beim Ausblick für das kommende Quartal. Nachbörslich ging es für die Aktie um 10% abwärts, rund 50 Mrd. $ an Börsenwert wurden vernichtet. Auf dem heimischen Kurszettel lohnt es sich daher, auf Zulieferer wie Dialog oder Süss Microtec zu achten. Von der Konjunkturseite bleiben die Impulse weiter mau, um 14:30 Uhr könnten lediglich die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA für etwas Bewegung sorgen, um 16 Uhr folgen die Frühindikatoren. Etwas mehr Spannung verspricht die US-Berichtssaison mit Microsoft (nachbörslich) sowie Nokia. Die Finnen werden am Mittag ihre Bilanz melden.

 

Charttechnisch bildete sich gestern eine Kerze mit einem kleinen Körper und oberen sowie unteren Schatten – fast ein Doji. Besser lässt sich die Unsicherheit über die weitere Entwicklung nicht belegen. Die obere und untere Begrenzung der aktuellen Tradingrange bei 7636 bis 7790 Punkte wurde noch nicht einmal ansatzweise getestet. Positiv bleibt immerhin festzuhalten, dass der überhitzte Marktzustand nach der Rally im November und Dezember über die Zeitachse und nicht über eine Preiskorrektur abgebaut wird – zumindest bisher. Es bleibt somit sehr spannend, denn für gewöhnlich folgen auf enge Schiebezonen dynamische Ausbruchbewegungen.

Richtung Süden bietet weitere eine schwache horizontale Unterstützung bei 7680 Punkten auf Stundenschlusskursbasis eine erste Orientierung. Geht es tiefer, liefert die obere Begrenzung der restlichen Kurslücke zwischen 7611 bis 7636 Zählern etwas Halt. Darunter könnte es im kurzfristigen Bereich ungemütlicher für die Bullen werden, weil der DAX dann die Range Richtung Süden verlassen würde mit Ziel 7600 und 7550 Punkte. Beim Blick Richtung Norden steht zunächst ein Test der sehr kurzfristigen Abwärtstrendlinie bei 7735 Zählern auf der Agenda. Ein erster Hinweis, dass die Käufer die Kontrolle übernehmen, wäre ein Anstieg über die jüngsten Tageshochs bei 7750 und 7762 Zählern. Klare Kaufsignale gibt es aber erst ab Kursen über 7790 Punkten.

 

 

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Kennzahlen:

DAX-Pivot-Punkte für den 24. Januar:

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

DAXMarken2401

 

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Viel Luft zur 200-Tage-Linie

Im mittelfristigen Zeithorizont steht die Börsenampel für den DAX auf den ersten Blick klar auf Grün. Mit dem Ausbruch Anfang Dezember über den hartnäckigen Widerstand bei rund 7500 Punkten lieferte das Aktienbarometer ein deutliches Kaufsignal. Seit Jahresbeginn läuft eine Konsolidierung, wobei in den vergangenen Tagen die steigende 28-Tage-Linie bei derzeit 7665 Punkten als erste Nachkaufgelegenheit genutzt wurde. Grundsätzlich wäre aber auch ein Rücksetzer bis rund 7430 Zähler durchaus noch akzeptabel, ohne dass der Aufwärtstrend in Gefahr gerät. Auf diesem Kursniveau liegt auch das 38,2 Prozent Fibonacci-Retracement der Aufwärtsbewegung von 6950 auf 7790 Punkte sowie die 55-Tage-Linie, was der Zone zusätzliche Stabilität verleiht.Warnzeichen kommen hingegen von den Indikatoren. Sowohl im DSS Bressert als auch MACD oder RSI lassen sich seit Anfang Dezember negative Divergenzen ausmachen. Die neuen Hochs im DAX werden nicht mehr bestätigt. Auch der historisch recht weite Abstand von gut zehn Prozent zur 200-Tage-Linie spricht eher für fallende Notierungen oder bestenfalls eine Seitwärtskonsolidierung mit Blick auf das erste Quartal.

 

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Blaupause 2007

 

Zur Einordnung der längerfristigen Chancen bietet sich vor allem der Wochenchart an. Ein erstes Ausrufezeichen setzten die Bullen mit dem Ausbruch aus einem großen symmetrischen Dreieich, welches zwischen Mai 2011 und September 2012 ausgebildet und schließlich nach oben hin abgeschlossen wurde. Der Ende vergangenen Jahres erfolgte Rücksetzer endete exakt auf dem ehemaligen Abwärtstrend und bestätigte somit den Ausbruch.

Mit Blick auf den Jahresauftakt geht es für den DAX vor allem um das nachhaltige Überwinden des 2011er-Jahreshochs um 7600 Zählern. Behalten die Käufer die Oberhand, finden sich bis an das im Sommer 2007 markiere Rekordhoch bei rund 8151 Zählern kein nennenswerter Widerstand mehr. Ob allerdings auch über dieser psychologisch wichtigen Marke noch genügend Anschlusskäufe für weiter steigende Notierungen erfolgen, erscheint eher fraglich. Mindestens genauso wahrscheinlich ist auch eine Seitwärtsbewegung, wobei das Kursmuster ab der zweiten Jahreshälfte aus 2007 als Blaupause genutzt werden kann. Nach einem Fehlausbruch oder Pullback um 8150 Zähler wäre eine Rückkehrbewegung bis 7500 Punkten zu erwarten, ehe der DAX unter Schwankungen den nach wie vor übergeordneten Aufwärtstrend fortsetzt und nach oben hin ausbricht.

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DAX arbeitet an dem großen Ausbruch

Der Monatschart zeigt deutlich, welches Potenzial an den Aktienmärkten aus charttechnischer Sicht schlummert. Mit der Auflösung des symmetrischen Dreiecks liegt ein rechnerisches Kursziel in Reichweite, welches den Abschluss des im Monatskursverlauf eingezeichneten übergeordneten aufsteigenden Dreiecks zur Folge hätte. Fünfstellige DAX-Kurse sind somit auch charttechnischer Sicht durchaus möglich. Zwingende Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der DAX auch neue Rekordstände markiert.

Ob dies bereits während der laufenden Aufwärtsbewegung erfolgt oder erst nach einem Rücksetzer, lässt sich aktuell nicht vorhersagen. Immerhin spielt die zeitliche Komponente den Bullen in die Karten. Seit dem Jahr 2000 verkürzen sich die Hausse- und Baissephasen. So dauerte die erste Abschwungphase beginnend Anfang 2000 rund drei Jahre. Der scharfe Rücksetzer ab Anfang 2008 stoppte rund 15 Monate später, in 2011 kapitulierten die Bären nach 5 Monaten. Ähnlich verhält es sich auch mit den Aufwärtsbewegungen.

Auch von Seiten der Indikatoren ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Der trendfolgende MACD notiert aktuell noch deutlich unter den Extremwerten in 1998, 2000 und 2007, ab denen jeweils die Baissephasen einsetzten.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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