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By 31. Oktober 2013 Read More →

DAX-Chartanalyse: Sternschnuppe als Trendwende?

Lange mussten wir auf ein erstes Schwächesignal warten, gestern gelang den Bären der erste kleine Sieg. Mehr nicht, bereits heute könnte sich das Blatt erneut wenden. Die DAX-Chartanalyse für den 31. Oktober 2013.

Zur Wochenmitte kam wieder etwas mehr Schwung in den Markt. Gleich zur Eröffnung startete der DAX auf einem neuen Hoch und kletterte bis auf 9070. Im Anschluss setzten kontinuierliche Gewinnmitnahmen ein, die den Index sogar leicht in die Verlustzone drückten. Nur mit Mühe wurde die runde Schwelle von 9000 verteidigt, der DAX schloss 0,13 Prozent tiefer bei 9010,27. 17 der 30 DAX-Aktien beenden den Handel fester, allerdings tummelten sich unter den Verlierern recht viele Indexschwergewichte wie SAP, BASF, Siemens, Daimler und die Telekom.

Mein Kursziel und damit die obere Begrenzung des Rechtecks bei 9080 verfehlte der DAX gestern um rund zehn Zähler. Ein erster Test der kritischen Schwelle scheiterte somit, wobei ein direkter Durchmarsch nach der Rally von gut 500 Punkten ohne Konsolidierung auch nicht zu erwarten wäre. Dennoch sollten sich die Käufer nun nicht ausruhen, ansonsten droht ein oberes Umkehrsignal. Vergleichbar ist die aktuelle Ausgangslage mit der von Mitte Juni, als der DAX nach einer  beeindruckenden Aufwärtsbewegung ebenfalls exakt an der Grenze eines Rechtecks wieder nach unten drehte (s. Tageschart).

Im Tageschart zeigt sich ein weiteres wichtiges Detail: Zur Wochenmitte bildete sich ein Shooting Star – eine Sternschnuppe aus. Im Volksmund ist der Begriff positiv belegt, dies gilt leider nicht für die japanische Candlestick-Analyse. Denn der Markt zeigte gestern ein komplettes Reversal, höhe Notierungen wurden sofort abgewiesen. Isoliert betrachtet sollten Sternschnuppen nicht überbewertet werden, der deutliche Anstieg beim Umsatzvolumen als auch die auf gleicher Höhe liegende Grenze des Rechtecks hinterlassen aber ein klares Warnzeichen.

Heute könnte daher bereits eine kleine Weichenstellung erfolgen. Ziehen die Notierungen über das gestrige Hoch an und schließt der DAX fester, muss der negative Eindruck natürlich revidiert werden. Zielbereiche auf der Oberseite liegen weiterhin bei 9080, 9100 und 9160.

Vorbörslich ist der Blick aber abwärts gerichtet, der DAX wird bei 8980 erwartet und damit unterhalb der ersten schwachen Haltezone um 9000. Können sich die Käufer nicht mehr durchsetzen, ist mit weiteren Verlusten bis an die ebenfalls schwache Unterstützung um 8950 zu rechnen. Kursverluste darüber hinaus würden nicht nur das negative Signal des Shooting Stars bestätigen, sondern auch auf eine erhöhte Dynamik hinweisen. Denn die durchschnittliche Handelsspanne der vergangenen fünf Tage liegt bei rund 65 Punkten. Weitere Ziele für die Bären lassen sich bei 8900 und um 8860 ausmachen.

Heute findet um 18.30 Uhr wieder ein kostenloses Webinar statt. Wie sind die Aussichten für DAX, Daimler, Dow & Co? Anmelden können Sie sich HIER.

 
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Kennzahlen:

 

DAX-Pivot-Punkte für den 31. Oktober:

DAXPivot

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

 

 

 

Zielbereich rückt näher

Rund 500 Punkte ist der DAX ausgehend vom letzten Bewegungstief gestiegen, ohne das es bisher zu einer Konsolidierung kam. Der weitere Anstieg dürfte nun nicht mehr ganz so dynamisch verlaufen, dennoch bleibt die Tendenz positiv, bis sich eindeutige Schwächesignale zeigen.

Auf Basis der Anfang Oktober nach oben aufgelösten Flagge lässt sich ein theoretisches Kursziel von rund 9160 ableiten. Flaggen zählen zu den Fortsetzungsformationen, die für gewöhnlich in der Mitte einer dynamischen Trendbewegung auftreten. Ähnlich wie bei einem Wimpel können mit Hilfe dieser Kursmuster sehr gut Kursziele bestimmt werden. Dazu misst man zunächst den Abstand der vorangegangenen Bewegung bis zur Unterkante der Flagge. Diese vertikale Differenz wird schließlich an den Ausbruchspunkt der Flagge gesetzt und in Trendrichtung projiziert.  Statistiken zufolge liegt die Fehlerquote von Flaggen in einem übergeordneten Aufwärtstrend bei nur 13 Prozent, ein sehr niedriger Wert. Allerdings enttäuscht die Zielerreichungsquote von 63 Prozent.

Ernsthafte Widerstände, zumindest auf horizontaler Ebene, gibt es noch nicht. Lediglich eine Aufwärtstrendlinie, die im Bereich 9000 verläuft, könnten den DAX ausbremsen. Überwindet der Aktienmarkt die Marken und zeigt somit wie bereits im Mai eine Trendbeschleunigung, dürfte zügig das Kursziel von 9160 erreicht werden.

Nach unten ist der DAX nach wie vor gut abgesichert. Die untere Begrenzung des aktuellen Rechtecks, in dem sich der DAX befindet, wurde beim Retest Anfang Oktober exakt bestätigt. Erst wenn der Index unter 8440 zurückfallen sollte, müsste das mittelfristig bullische Szenario revidiert werden. Weitere gute Unterstützungen vor allem um 8100 / 8150 (Aufwärtstrendlinie und 200-Tage-Durchschnitt) begrenzen das Risiko.

 

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Gut abgesichert aufwärts

Auf Wochenbasis zeigt der DAX bereits seit Monaten eine Rally mit einer Serie von steigenden Tiefpunkten und Bewegungshochpunkten. Als sehr zuverlässige Unterstützung gilt die Kombination aus 200-Tage-Linie und einer unteren Aufwärtstrendlinie, die in diesem Jahr bereits dreimal vergeblich von den Bären attackiert wurde und rückblickend ein sehr gutes Einstiegsniveau darstellte.

Rein charttechnisch ist der Blick klar noch oben gerichtet. Zuletzt bestätigte der Deutsche Aktienmarkt auch auf Wochenbasis das jüngst erzielte neue Verlaufshoch. Unmittelbare Widerstände lassen sich im Wochenchart nicht mehr ausmachen. Die Mittellinie (entspricht der oberen Aufwärtstrendlinie im Tageschart) des seit Herbst 2011 bestehenden Trendkanals kann als Orientierungsziel verwendet werden und verläuft nach dem letzten Test im Mai aktuell bei rund 9500. Ob der DAX die Mittellinie noch erreichen wird, ist aber sehr fraglich. Wie im Tageschart beschrieben ist bereits im Bereich der 9000/9100er-Marke mit einer erhöhten Konsolidierungsgefahr zu rechnen.

Etwas nachdenklich stimmt die leicht nachlassende Trenddynamik. Seit Anfang August befindet sich der DSS Bressert auf dem Rückzug und rutschte kürzlich sogar in die neutrale Zone. Für gewöhnlich ist dies ein deutliches Signal für eine Konsolidierung. Allerdings liefert der Chart bisher noch keine Bestätigung.

 

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Der Ausbruch wird erfolgen, die Frage ist nur wann

Seit rund 13 Jahren scheitert der DAX an der 8000er-Marke. Während der derzeit noch laufenden dritten Aufwärtswelle markierte der Deutsche Leitindex zwar neue Bewegungshochs mit Kursen von bis zu 8557 Punkten. Im sehr langfristigen Kursverlauf kann aber noch nicht von einem nachhaltigen Ausbruch auf der Oberseite gesprochen werden, da der Index inzwischen nur noch knapp über der runden Schwelle notiert.

Aus rein charttechnischer Sicht ist dies nicht überraschend, denn an der 8000er-Marke steht viel auf dem Spiel. Ähnlich wie im amerikanischen Leitindex S&P 500 ist bei anhaltender Kaufbereitschaft mit einer längerfristigen und sehr nachhaltigen Aufwärtsbewegung zu rechnen, die den DAX deutlich in dreistellige Kursregionen oberhalb von 10.000 Punkten führen sollte. Eine solche Entwicklung werden die Bären aber nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen.

Dennoch  ist die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch auf der Oberseite zumindest auf längerfristige Sicht klar zu favorisieren. Zwar kann es durchaus noch einmal zu einen erneuten Test der unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 5360 Punkten kommen. Die steigenden Bewegungshochpunkte seit 2003 stimmen aber positiv. Kursrückschläge wurden immer früher zum Einstieg genutzt und verstärken den Druck auf der Oberseite eines möglichen aufsteigenden Dreiecks.

Die Indikatoren weisen in der sehr langfristigen Betrachtung bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

 

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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