By 14. August 2013 Read More →

DAX-Chartanalyse: Sommerpause in luftiger Höhe

Der DAX dümpelt auf der Stelle und auch das Handelsvolumen bleibt weiterhin sehr düftig. Die perfekte Zeit, um der Börse den Rücken zu kehren. Chartanalysen Online verabschiedet sich – aber nur in die Sommerferien.

 

Börse ist faszinierend, keine Frage. Jeder Tag bringt eine Flut von frischen Informationen und eröffnet Chancen, neue lukrative Anlageidee zu nutzen. Doch anders als die (Hochleistungs-) Computer an der Börse sollten wir Anleger es mit der Börsensucht nicht übertreiben. Ein paar Tage Pause, ganz ohne DAX & Co., laden die Batterie wieder auf und führen zu besseren Prognosen und erfolgreicheren Trades. Und ich bin mir sicher, dass wir in den kommenden Monaten gute Nerven brauchen werden, denn wir könnten mit Blick auf die zahlreichen Risikofaktoren durchaus vor einem stürmischen Herbst / Winter stehen. Ab Mitte September wird daher auch diese Seite in neuem Glanz erstrahlen – mit mehr Charts, konkreten Empfehlungen, und einem DAX-Handelssystem.

In den kommden zwei Wochen wird es daher auf chartanalysen-online.de keine Analysen geben. Ich melde mich am 28. August zurück, einen Tag später gibt es ein Chartanalysen-Spezial-Webinar, zu dem Sie sich bereits jetzt HIER anmelden können. Damit Sie auch während der Sommerpause einen groben Überblick haben, werfen wir noch abschließend einen Blick auf den DAX.

 

 

Grundsätzlich bleibt nach wie vor die Gefahr von Fehlsignalen hoch. Erst wenn Anfang September die Investoren aus ihrem Sommerurlaub zurück sind und das Handelsvolumen anzieht, ist erfahrungsgemäß wieder mit verlässlicheren Bewegungen zu rechnen. Seien Sie daher vorsichtig, wenn der DAX neue Bewegungshoch- oder Tiefpunkte ausbildet.

Zur Wochenmitte kämpft der Deutsche Aktienmarkt weiterhin mit der Monatshoch um 8430 Punkten. Gelingt der Sprung über den Widerstand (per Tagesschluss über mindestens 8450), stellt das bisherige Rekordhoch bei 8557 Punkten ein Orientierungskursziel dar, in dessen Umfeld wieder mit stärkeren Gewinnmitnahmen zu rechnen ist. Da zugleich in allen übergeordneten Zeitebenen die Trends aufwärts zeigen, sind die Chancen für einen Ausbruch auf der Oberseite der aktuellen Range zwischen 8220 bis 8430 Punkte recht hoch. Allerdings dürfte es wohl nur um einen finalen Kursimpuls in Richtung des Rekordhochs handeln, denn saisonal stehen wir vor den schwächsten Börsenmonaten im Jahresverlauf (s. auch Durchschnittsverlauf des Dow Jones in Nachwahljahren).

Fällt der DAX hingegen erneut zurück, dürfte die Kaufwelle seit Wochenbeginn zügig korrigiert werden. Zielbereich wäre erneut die zuletzt mehrfach bewährte Unterstützung um 8220 Zähler. Überwiegt auch hier das Angebot, dreht die kurzfristige Börsenampel von positiv auf neutral. Kritisch wird es hingegen erst, wenn der DAX auch unter die Kombination aus waagerechter Unterstützung und dem 38,2 Prozent Fiboancci-Niveau bei rund 8150 / 8130 Zählern zurückfallen sollte. Weitere Verluste bis an die Unterkante des aktuellen Rechtecks bei knapp 8000 Punkten (s. Tagesanalyse) wären zu erwarten.

DAXST10
Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.
 
Wenn Sie keinen Beitrag mehr verpassen möchten – Chartanlysen Online ist auch auf Facebook. Einfach auf „Gefällt mir“ klicken und sofort informiert werden. Wer bei Twitter ist, darf mir gerne folgen.

 

Kennzahlen:

 

DAX-Pivot-Punkte für den 14. August:

DAXPivot

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

DAXMarken

 

 

 

Zweifel an der Aufwärtsdynamik

Seit der zweiten Juli-Hälfte konsolidiert der Markt seitwärts und baut seinen überhitzten Zustand ab, nachdem zuvor ein recht dynamischer Anstieg von rund 600 Punkten erfolgte. Größere Korrekturen waren bisher nicht zu beobachten, denn bereits an der seitwärts laufenden 55-Tage-Linie griffen Investoren erneut zu. Aktuell sehen wir somit nur eine Konsolidierung über die Zeitebene und damit aus Sicht der Käufer eine recht harmlose Korrektur.

Bisher behauptet sich der DAX über wichtigen Unterstützungen wie 8215 oder 8000 Punkte. Übergeordnetes Ziel bleibt daher die Region um das Rekordhoch bei rund 8550 Zählern. Da auf diesem Niveau auch die Oberkante des aktuellen Rechtecks verläuft, sollte das Kursverhalten hier genau verfolgt werden. Im positiven Szenario wären Anschlusskäufe über der Marke sehr bullisch zu werten und könnten den DAX in das nächst höhere Rechteck hieven. Abgesehen von einer noch nicht bestätigten Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 8900 Punkten wäre der Weg bis zur tausender-Schwelle bei 9080 Zählern (Oberkante Rechteck) frei.

Dennoch muss weiterhin mit Gewinnmitnahmen gerechnet werden, die den Aufwärtsimpuls mindestens bis zur Ausbildung eines neues Rekordhochs ausbremsen. Solange der Markt aber über der 200-Tage-Linie und damit der langfristigen Aufwärtstrendlinie (s. auch Wochenchart) handelt, bleiben die mittel- bis langfristigen Perspektiven positiv. Erst wenn der DAX unter das Juni-Tief zurückfallen sollte, dreht die Tendenz von positiv auf neutral. Bearisch wird es hingegen unterhalb des Tiefpunktes der Frühjahrs-Korrektur bei 7400 Zählern. Eine solcher Rücksetzer ist derzeit aber unwahrscheinlich.

Zur Vorsicht mahnt die Tatsache, dass der DAX gegenüber dem Mai-Hoch bisher nur einen tieferen Hochpunkt ausgebildet hat. Eine intakte Aufwärtsbewegung ist hingegen durch eine Serie steigender Hochpunkte gekennzeichnet. Dies kann als Hinweis auf eine nachlassende Schwungkraft diagnostiziert werden und wird auch durch die jüngste Entwicklung im MACD bestätigt. Seit Anfang August steht der Oszillator auf „Verkaufen“ und bestätigte auch nicht mehr das letzte Hoch im DAX.

DAXT10
Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

 

 

Kanal gibt die Richtung vor

Im längerfristigen und damit übergeordneten Wochenkursverlauf liefert weiterhin ein seit Mitte 2011 bestehender Aufwärtskanal wichtige Orientierungspunkte auf der Ober- und Unterseite. Auf Höhe der südlichen Begrenzung der Range verläuft seit einigen Monaten auch die 200-Tage-Linie und wirkt zusätzlich stabilisierend.

Zuletzt wurde die untere Begrenzung Ende Juni / Anfang Juli angelaufen und ähnlich wie im April bestätigt. Wie bereits vermutet, kann die Kurserholung im Frühjahr als Blaupause für die aktuelle Projektion genutzt werden. Nach dem Test zeigte der DAX eine dynamische Erholung, die bisher aber noch nicht bis zum vorherigen Bewegungshoch reichte. Erst wenn diese Marke überwunden wird, dürfte der Markt erneut die Mitte des Kanals bei derzeit rund 8900 Zählern anlaufen.

Zur Vorsicht mahnt die Tatsache, dass der DAX bereits seit über einem Jahr nicht mehr die obere Begrenzung des Kurkorridors erreichte und sich zuletzt sogar der Druck auf die Unterseite erhöhte. Diese Entwicklung muss nun weiter genau beobachtet werden und könnte ein erstes Signal für ein Ende der seit Mitte 2011 laufenden Rally sein. Noch besteht aber kein Handlungszwang, zumal der DAX nach unten hin gut abgesichert ist. Die Unterkante des Aufwärtskanals verläuft auf Höhe der 200-Tage-Linie bei rund 7860 Punkten. Erst wenn der Markt diese wichtige Bastion sowie die horizontale Zone um 7450 per Wochenschluss unterschreitet, trübt sich die übergeordnete charttechnische Lage ein. Aktuell bleibt die Prognose für den mittel- bis langfristigen Horizont somit noch positiv. Platz nach oben ist ohnehin reichlich vorhanden, denn erst bei 10.000 Punkten verläuft die Oberkante des erwähnten Trendkanals. Zuvor dürfte der DAX aber an runden Kursmarken zu einer Korrektur neigen.

 

DAXW10
Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

 

Der nächste große Rallyschub

Im Monatschart zeigt sich sehr deutlich die Relevanz der weiteren Kursentwicklung. Sollte der DAX seine Aufwärtsbewegung auch in den Monaten fortsetzen, wird eine seit rund 13 Jahren anhaltende große Seitwärtsbewegung nach oben hin aufgelöst. Ähnlich sich auch das langfristige Chartbild im S&P 500 aus. Noch ist es aber zu früh, von einem nachhaltigen Ausbruch zu sprechen. Ein Monatsschluss unter der 8000er-Marke und damit auch unter den 2007er-Hochs würde berechtigte Zweifel aufkommen lassen.

Mittel- bis langfristig weist der Weg für den DAX aber aufwärts. Seit 2003 lässt sich eine Serie von steigenden Korrekturtiefs ausmachen. Zusammenfassend kann die Entwicklung der vergangenen 13 Jahre auch als großes aufsteigendes Dreieck gewertet werden. Der Sprung in dreistellige Kursregionen an der 10.000er-Marke wäre nur eine Zwischenstation hin zu deutlich höheren Niveaus jenseits der 15.000. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Auch in dieser sehr langfristigen Betrachtung weisen die Indikatoren bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

Dennoch kann ein erneuter Test der langjährigen Aufwärtstrendlinie nicht ausgeschlossen werden. Aktuell verläuft der kritische Bereich um 5360 Punkten.

 

DAXM10
Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.
 

 

 

Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

4 Comments on "DAX-Chartanalyse: Sommerpause in luftiger Höhe"

Trackback | Comments RSS Feed

  1. EngelbertH sagt:

    Aha, die Herren gehen in Urlaub.
    Dann wirds Zeit für ein Short-Zerti aufn Dax… 😉

  2. WolfgangKern sagt:

    Sehe die Börsen mittelfr. auch tiefer. Bis auf die US-Indizes hat kein wichtiger Leitindex sein Mai-Hoch überwunden. Divergenzen. Schönen Urlaub

  3. EngelbertH sagt:

    Ganz vergessen: Entspannten Urlaub wünsche ich natürlich auch !!
    Und auch danke für den Link – interessant !!

Werbung
Werbung banner ad
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch die weitere Nutzung der Seite www.chartanalysen-online.de stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.