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DAX-Chartanalyse: Rückschlag in Sicht

Zu Wochenbeginn erreichte der DAX um wenige Nachkommastellen erneut ein höheres Hoch. Kauflaune kam aber nicht auf, eher im Gegenteil. Die Lethargie der vergangenen Tage könnte auf kräftigere Bewegungen hindeuten. Mehr in der DAX-Chartanalyse für den 3. Dezember 2013.

Stundenanalyse:

Erneut pendelte der DAX am Montag in einer sehr engen Spanne, zwischen Tageshoch und Tagestief lagen nur rund 35 Punkte. Ein ähnliches Kursverhalten zeigte der Markt bereits vor einer Woche, ehe die angestaute Energie in einem kurzen und knackigen Aufwärtsimpuls freigesetzt wurde. Wiederholt sich auch in dieser Woche die Geschichte?

Mit den zahlreichen anstehenden Konjunkturdaten sowie der EZB-Sitzung gibt es jedenfalls ausreichend Einflussfaktoren, die eine größere Bewegung auslösen könnten  (LINK). Die entscheidende Frage lautet, wie viele Marktakteure nach der jüngsten Rally ihre Buchgewinne realisieren wollen und bereit sind, Positionen zu verkaufen. Inzwischen dürfte jedem Anleger klar sein, dass die Aktienmärkte auf der Oberseite übertrieben haben und eine Korrektur nur eine Frage der Zeit ist. Solange die Musik noch spielt, sind alle dabei. Klar ist aber auch, dass es sehr stürmisch werden kann, wenn zu viele Investoren Gewinne realisieren wollen. Bisher fielen die Konsolidierungen immer recht harmlos aus und wurden von Schnäppchenjägern zum Einstieg genutzt. Sollte der mögliche Rücksetzer aber kräftiger ausfallen, könnten auch die unterinvestierten Akteure mit einem Einstieg warten. Die Abwärtsbewegung dürfte dann noch stärker ausfallen.

Bisher sind dies aber nur bearische Hoffnungen, mehr nicht. Denn die Charts liefern weder auf Stunden-, noch auf Tages- oder Wochenbasis klare Signale für eine Trendwende. Nach wie vor wäre es daher falsch, aktiv und aggressiv auf die Short-Seite zu wechseln. Wer aber Long investiert ist, sollte die Stopps nun eng nachziehen oder gestaffelt platzieren.

Vorbörslich zeichnet sich ein Rücksetzer bis 9390 ab. Sollten die Indikationen zutreffen, bleibt die erste schwache Unterstützung um 9375 weiterhin gültig. Erst wenn auch diese Marke fallen sollte, wäre mit einer etwas deutlicheren Bewegung zu rechnen. Denn zwischen 9300 bis 9375 wurden in den vergangenen fünf Handelstagen nur sehr wenige Transaktionen abgewickelt, entsprechend dünn ist die Markttiefe, wie das Preis-Volumen-Profil am rechts Rand zeigt. Ein möglicher Zielbereich unter 9375 ist 9285 bis 9320. Hier verläuft auch die ehemalige Aufwärtstrendlinie, an der die Bullen im November mehrfach scheiterten. Ob die Gerade aber einen Rollentausch hin zu einer Unterstützung vollzogen hat, ist derzeit noch offen.

Stabilisiert sich der DAX heute oberhalb von 9375, ist jederzeit mit einem erneuen Anlauf an die schwache Widerstandszone um das Rekordhoch bei 9425 zu rechnen. Bricht der DAX nach oben aus, liegen die nächsten Orientierungsmarken bei 9450 und 9500.

DAXST1 

 

 

 Tagesanalyse:

Wie weit reicht die Kraft der Käufer?

Gut 900 Punkte ist der DAX ausgehend vom letzten Bewegungstief gestiegen, ohne das es bisher zu einer ausgeprägten Konsolidierung kam. In den vergangenen Wochen nahm die Aufwärtsdynamik spürbar zu, denn der Index kletterte über einige langfristige Aufwärtstrendlinien, die bisher das durchschnittliche Anstiegstempo des Marktes in den vergangenen Monaten widerspiegelten. Anders formuliert: Der DAX befindet sich sehr wahrscheinlich bereits in einer Übertreibungsphase. Kurzfristig kann es durchaus zu einer weiteren Beschleunigung kommen, aber auch mit einer entgegengesetzten dynamischen Reaktion muss nun jederzeit gerechnet werden. Prozyklische neue Engagements sind daher mit sehr viel Risiko behaftet und sollten eher zurückgestellt werden.

DAXT

 

 

 

 

 Wochenanalyse:

Gut abgesichert aufwärts

Auf Wochenbasis zeigt der DAX bereits seit Monaten eine Rally mit einer Serie von steigenden Tiefpunkten und Bewegungshochpunkten. Als sehr zuverlässige Unterstützung gilt die Kombination aus 200-Tage-Linie und einer unteren Aufwärtstrendlinie, die in diesem Jahr bereits dreimal vergeblich von den Bären attackiert wurde und rückblickend ein sehr gutes Einstiegsniveau darstellte.

Rein charttechnisch ist der Blick klar noch oben gerichtet. In den vergangenen neun Wochen legte der Index acht Mal zu, wobei sich die Aufwärtsdynamik zuletzt noch verstärkte. Die Mittellinie (entspricht der oberen Aufwärtstrendlinie im Tageschart) des seit Herbst 2011 bestehenden Trendkanals kann als Orientierungsziel verwendet werden und verläuft nach dem letzten Test im Mai aktuell bei rund 9700. Ob der DAX die Marke noch erreichen wird, ist aber sehr fraglich.

DAXW

 

 

 

 Monatsanalyse:

Ausbruch erfolgt?

Der Monatschart zeigt deutlich die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000. Ähnlich wie im amerikanischen Leitindex S&P 500 ist bei anhaltender Kaufbereitschaft mit einer längerfristigen und sehr nachhaltigen Aufwärtsbewegung zu rechnen, die den DAX deutlich in dreistellige Kursregionen oberhalb von 10.000 Punkten führen sollte. Eine solche Entwicklung werden die Bären aber nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen. Ein Pullback ausgehend von 9000 / 9500 an die 8000er-Region ist auf jeden Fall einzuplanen und eröffnet noch einmal eine gute Nachkaufchance.

Die Wahrscheinlichkeit für einen nachhaltigen Ausbruch auf der Oberseite ist zumindest auf längerfristige Sicht klar zu favorisieren. Zwar kann es durchaus noch einmal zu einen erneuten Test der unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 5360 Punkten kommen. Die steigenden Bewegungshochpunkte seit 2003 stimmen aber positiv. Kursrückschläge wurden immer früher zum Einstieg genutzt und verstärken den Druck auf der Oberseite eines möglichen aufsteigenden Dreiecks.

Die Indikatoren weisen in der sehr langfristigen Betrachtung bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

DAXM

 

 

Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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