By 25. März 2013 Read More →

DAX-Chartanalyse: Rettung in letzter Minute

Gute Stimmung zum Wochenauftakt: Nicht nur die Staatspleite in Zypern wurde (vorerst) abgewendet, sondern auch eine SKS-Formation im DAX-Kursbild. Doch die Bullenparty findet auf dünnem Eis statt. Eine neue DAX-Analyse für den 25. März 2013.  

 

So ganz allmählich kennen wir das Spiel in Brüssel. Mal wieder wurde am Wochenende bis „tief in die Nacht“ verhandelt und – wen überrascht es noch – am Morgen auch eine Einigung erzielt. Fassen wir die Beschlüsse kurz zusammen: Zypern erhält einen Kredit über 10 Mrd. Euro von den Staaten der Eurogruppe und vom IWF und steuert selbst 5,8 Mrd. Euro bei. Wer sein Konto bei der zweitgrößten zypriotischen Bank Laiki hat und über ein Guthaben oder Anleihen jenseits von 100.000 Euro verfügt, muss mit Verlusten in derzeit noch unbekannter Höhe rechnen. Denn die Bank wird in eine Bad Bank (kommt doch irgendwie bekannt vor) überführt. Garantiere Einlagen bis 100.000 Euro werden auf das größte Geldinstitut des Landes, die Bank of Cyprus, transferiert und eingefroren. „Glück“ hat nur, wer über 99.999,99 Euro oder weniger verfügt, denn diese Einlagen bleiben im Einklang mit der EU-Garantie unangetastet. Im April müssen die Parlamente den Plänen noch zustimmen.

Kleinsparer werden nun (noch) nicht über ihre Einlagen an der Rettung beteiligt, der Deal kann somit in der Öffentlichkeit besser verkauft werden. Der DAX sprintet zwar am Morgen wieder bis an die 8000er-Marke, ob die Kursreaktion aber auch nachhaltig ist, bleibt offen. Denn die vergangenen Tage haben eines klar gezeigt: Trotz aller Beteuerungen der Politiker mit Hinweisen auf den Einlagensicherungsfonds sind die Bankeinlagen nicht mehr sicher. Vielleicht wurde der von allen gefürchtete Bank-Run in den südeuropäischen Ländern vorerst abgewendet. Aber die mittelfristigen Konsequenzen wie ein verstärkter Kapitalabzug der weltweit agierenden Investmentstrategen aus Europa lassen sich aktuell noch überhaupt nicht abschätzen.

 

 

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

Zum Ende der vergangenen Woche stand die wichtige Unterstützungszone zwischen 7900 und 7920 Punkten verstärkt auf dem Prüfstand. Kurzzeitig wurde der DAX sogar bis an das alte Ausbruchsniveau bei 7870 Zählern durchgereicht, konnte sich dank Zukäufen am Nachmittag aber wieder erholen und somit auch ein deutlich negatives Signal mit Blick auf eine mögliche Schulter-Kopf-Schulter-Trendwendeformation vermeiden. Denn im Bereich zwischen 7860 bis 7900 Punkten verlaufen nicht nur die zyklischen Tiefs der vergangenen Tage sowie die Oberkante der aufgelösten Rechtecks, sondern auch die Nackenlinie der SKS.

Somit handelt es sich bisher nur um eine Art pull-back-Bewegung an das Ausbruchsniveau, was durchaus bullisch zu werten ist und im Idealfall zu wieder anziehenden Kursen führen sollte. Zielbereich im Rahmen eines erneuten Anlaufversuchs in Richtung Rekordhoch stellt das Niveau um 8020 Punkten dar. Hier kam es seit Anfang März immer wieder zu Gewinnmitnahmen. Sollte die Nachfrage darüber anhalten, rückt das Jahreshoch auf die Agenda.

 

 
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Kennzahlen:

DAX-Pivot-Punkte für den 25. März:

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

 

 

 



 

 

 

Tanz um das Ausbruchsniveau

Nach dem dynamische Spurt Anfang März aus der Seitwärtsspanne hat der Aufwärtsdrang zuletzt spürbar nachgelassen und der DAX konsolidiert. Kurzfristig entscheidend wird das Kursverhalten im Bereich des alten Widerstandes um 7860 / 7870 Punkten. Die alte Obergrenze des Rechtecks sollte nun einen Rollentausch von einem Widerstand hin zu einer Unterstützung vollzogen haben und hielt einer ersten Prüfung am vergangenen Freitag bereits stand.

Wird das Niveau unterschritten, besteht noch kein Grund zur Sorge. Denn bei rund 7800 Punkten findet sich mit dem mittelfristigen, seit Juni 2012 bestehenden Aufwärtstrend eine veritable Unterstützung, die von der steigenden 55-Tage-Linie verstärkt wird. Erst wenn diese beiden Signalgeber als Nachkaufzonen versagen, trübt sich das Bild ein und deutet dann eher auf eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung.

Für dieses Szenario spricht aktuell der MACD. Während der DAX in diesem Jahr bereits eine Serie steigender Bewegungshochs markierte, bestätigte der trendfolgende Indikator zuletzt nicht mehr die Gipfeljagd des Aktienindex und bildete negative Divergenzen aus. Zudem verläuft seit Ende der vergangenen Woche die MACD-Linie unter der Signallinie – ein deutlicher Hinweis auf eine nachlassende Trenddynamik.

Richtung Norden steht dem DAX bis zum Rekordhoch eigentlich nur das bisherigen Jahreshoch bei 8075 Punkten im Weg. Eine eher kurzfristige Aufwärtstrendlinie, die noch zu Monatsbeginn die Avancen nach oben hin begrenzte, verläuft inzwischen deutlich über dem Rekordhoch und stellt vorerst keine Hürde mehr für den DAX dar.

 

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Das Börsenjahr 2013 – nur ein Seitwärtsmarkt?

Im übergeordneten Wochenchart lieferte der DAX Ende 2012 mit der Rückeroberung des horizontalen Widerstandes bei 7500 Punkten das letzte Kaufsignal. Charttechnische Hürden lassen sich nun bis zum Rekordhoch bei 8151 Punkten nicht mehr ausmachen. Die zentrale Frage lautet natürlich: Kommt es bereits im ersten Anlauf zum Ausbruch und damit dem besten Einstiegssignal, das die Charttechnik zu bieten hat oder prallen die Kurse nach unten ab? Eine mögliche Antwort liefert vielleicht das Kursverhalten im Frühjahr / Sommer 2007. Bereist damals war der DAX über Monate in der Spanne zwischen 7500 / 8200 Zähler gefangen. Für den mittelfristigen Zeithorizont kann daher das Kursmuster als Blaupause genutzt werden und deutet für die kommenden Monate auf ein Patt zwischen Bulle und Bär. Erst wenn der DAX per Wochenschlusskurs die Ober- oder Untergrenze deutlich hinter sich lässt, entsteht wieder ein klareres Bild über die weitere Entwicklung.

Etwas Rückenwind kommt von Seiten der Indikatoren. Nach der Winter-Rally wurde der deutlich überhitzte Marktzustand über die Zeitebene abgebaut. Der DSS Bresser verläuft ausgehend vom überverkauften Niveau wieder ansteigend.

 

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DAX über 10.000 möglich, wenn…

So ganz allmählich robbt sich der DAX an die historischen Höchststände heran. Damit verbunden ist auch die Chance auf Auflösung eines sehr großen aufsteigenden Dreiecks. Fünfstellige DAX-Kurse sind somit auch charttechnischer Sicht durchaus in Reichweite. Zwingende Voraussetzung dafür ist aber, dass der DAX auch neue Rekordstände markiert.

Ob dies bereits während der laufenden Aufwärtsbewegung erfolgt oder erst nach einem Rücksetzer (bis maximal an die noch nicht bestätigte untere Trendlinie bei knapp 5000 Punkten), lässt sich aktuell nicht vorhersagen. Immerhin spielt die zeitliche Komponente den Bullen in die Karten. Seit dem Jahr 2000 verkürzen sich die Hausse- und Baissephasen. So dauerte die erste Abschwungphase beginnend Anfang 2000 rund drei Jahre. Der scharfe Rücksetzer ab Anfang 2008 stoppte rund 15 Monate später, in 2011 kapitulierten die Bären nach 5 Monaten. Ähnlich verhält es sich auch mit den Aufwärtsbewegungen.

Auch von Seiten der Indikatoren ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Der trendfolgende MACD notiert aktuell noch deutlich unter den Extremwerten in 1998, 2000 und 2007, ab denen jeweils die Baissephasen einsetzten.

 

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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