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DAX-Chartanalyse: Rekordhoch in Schlagdistanz

Nachdem der DAX am vergangenen Freitag mit der Rückeroberung der 8250/8260er-Marke ein kleines Kaufsignal lieferte, wurde diese Tendenz gestern eindrucksvoll bestätigt. Langsam wird die Luft aber dünner. Die DAX-Chartanalyse für den 11. September 2013.

 

Es geht doch. Wie erwartet startete der DAX am Dienstag mit einer deutlichen Aufwärtslücke in den Handel und strebte dank weiterer Anschlusskäufe zügig bis an die gestern erwähnte, hartnäckige Barriere bei 8440 bis 8460. In der zweiten Tageshälfte nahm dann die Aufwärtsdynamik deutlich ab. Unter dem Strich legte der Index um gut zwei Prozent auf 8446 Punkte zu. Erfreulich stimmt auch, dass wir beim Handelsvolumen mit 3,8 Mrd. Euro auf Xetra einen der stärksten Tage in diesem Jahr gesehen haben. Die Kursgewinne basieren somit auf einem breiten Fundament, was grundsätzlich für eine eher nachhaltigere Bewegung spricht und aktuell einen Ausbruch auf der Oberseite begünstigen sollte.

Dazu passt auch die vorbörsliche Indikation von 8466 Punkten. Gleich zu Handelsbeginn könnte der DAX somit über den August-Hochs starten und ein Kaufsignal senden. Zielgebiet ist zunächst die nur psychologisch wichtige Marke von 8500 Zählern, wesentlich wichtiger aus charttechnischer Sicht ist natürlich das Rekordhoch bei 8557 Punkten. Im positiven Fall könnte die Zone um 8440 / 8460 somit einen zügigen Rollentausch von einem Widerstand hin zu einer Unterstützung erfahren.

Kann sich der DAX hingegen im Tagesverlauf von der Region 8440 / 8460 nach oben hin absetzen, ist mit einer kleineren Korrektur zu rechnen. Mit Blick auf die Markttiefe fällt um 8390 / 8400 eine deutliche Zunahme auf, hier liegt die erste potenzielle Unterstützung, von der aus ein neuer Angriff auf die Oberseite erfolgen kann. Fällt der Index hingegen weiter zurück, droht unterhalb von 8350 ein Rückfall in die bis 8275 Punkte reichende Kurslücke. Verluste bis unter die etwas robustere Bastion bei 8250 / 8260 sind für den heutigen Tag hingegen sehr unwahrscheinlich.

 

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Kennzahlen:

 

DAX-Pivot-Punkte für den 11. September:

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Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

DAXMarken

 

 

 

Patt zwischen Käufern und Verkäufern

Nach der 600 Punkte-Rally im Juli befindet sich der Aktienmarkt weiterhin in einer Seitwärtsbewegung. Während gleitende Durchschnitte wie die 55- und 200-Tage-Linie in einer Seitwärtsbewegung nur von untergeordneter Bedeutung sind, gilt es den Fokus auf die Grenzen des aktuellen Rechtecks zu richten.

Da der DAX die obere Begrenzung des aktuellen Rechtecks nicht erreichte, ist nun mit einer Rückkehrbewegung bis an die untere Zone bei rund 8000 Punkten zu rechnen. An der runden Schwelle verläuft auch die Untergrenze eines Aufwärtskanals (s. Wochenchart) – die Relevanz der Kursregionen ist somit im mittel- bis langfristigen Zeithorizont recht hoch.

Grundsätzlich bleiben mittelfristigen Aussichten gut, solange der Markt über der 200-Tage-Linie und damit der langfristigen Aufwärtstrendlinie (s. auch Wochenchart) handelt. Erst wenn der DAX diese Schlüsselunterstützungen unterbieten sollte, dreht die Tendenz von positiv auf neutral. Bearisch wird es hingegen unterhalb des Tiefpunktes der Frühjahrs-Korrektur bei 7400 Zählern. Eine solcher Rücksetzer ist derzeit aber unwahrscheinlich.

Zur Vorsicht mahnt die Tatsache, dass der DAX gegenüber dem Mai-Hoch bisher nur einen tieferen Hochpunkt ausgebildet hat. Eine intakte Aufwärtsbewegung ist hingegen durch eine Serie steigender Hochpunkte gekennzeichnet. Dies kann als Hinweis auf eine nachlassende Schwungkraft diagnostiziert werden. Beachten Sie auch den MACD. Ähnlich wie im richtungsweisenden S&P 500 drehte der trendfolgende Indikator nach den jüngsten Kursgewinnen auf „Kaufen“.

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Unterstützung erneut auf dem Prüfstand

Es wird erneut spannend. Im längerfristigen und damit übergeordneten Wochenkursverlauf liefert weiterhin ein seit Mitte 2011 bestehender Aufwärtskanal wichtige Orientierungspunkte auf der Ober- und Unterseite. Auf Höhe der südlichen Begrenzung der Range verläuft seit einigen Monaten auch die 200-Tage-Linie und wirkt zusätzlich stabilisierend.

Zuletzt wurde die untere Zone Ende Juni / Anfang Juli angelaufen und ähnlich wie im April bestätigt. Anders als im Frühjahr bildete der DAX aber keine neuen Bewegungshochpunkte aus. Dies kann als Hinweis auf nachlassenden Kaufinteresse gewertet werden und spricht aktuell gegen eine Fortsetzung der Kursgewinne bis an die Mitte des Aufwärtskanals bei rund 8900 Punkten.

Zur Vorsicht mahnt auch die Tatsache, dass der DAX bereits seit über einem Jahr nicht mehr die obere Begrenzung des Kurkorridors erreichte und sich zuletzt sogar der Druck auf die Unterseite erhöhte. Diese Entwicklung muss nun weiter genau beobachtet werden und könnte ein erstes Signal für ein Ende der seit Mitte 2011 laufenden Rally sein. Noch besteht aber kein Handlungszwang, zumal der DAX nach unten hin gut abgesichert ist. Die Unterkante des Aufwärtskanals verläuft auf Höhe der 200-Tage-Linie bei rund 7900 Punkten. Erst wenn der Markt diese wichtige Bastion sowie die horizontale Zone um 7450 per Wochenschluss unterschreitet, trübt sich die langfristige charttechnische Lage ein.

Aktuell bleibt die Prognose für den mittel- bis langfristigen Horizont somit noch positiv. Platz nach oben ist ohnehin reichlich vorhanden, denn erst bei 10.000 Punkten verläuft die Oberkante des erwähnten Trendkanals. Zuvor dürfte der DAX aber an runden Kursmarken zu einer Korrektur neigen.

 

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Richtungsweisende Entwicklung

Seit rund 13 Jahren scheitert der DAX an der 8000er-Marke. Während der derzeit noch laufenden dritten Aufwärtswelle markierte der Deutsche Leitindex zwar neue Bewegungshochs mit Kursen von bis zu 8557 Punkten. Im sehr langfristigen Kursverlauf kann aber noch nicht von einem nachhaltigen Ausbruch auf der Oberseite gesprochen werden, da der Index inzwischen nur noch knapp über der runden Schwelle notiert.

Aus rein charttechnischer Sicht ist dies nicht überraschend, denn an der 8000er-Marke steht viel auf dem Spiel. Ähnlich wie im amerikanischen Leitindex S&P 500 ist bei anhaltender Kaufbereitschaft mit einer längerfristigen und sehr nachhaltigen Aufwärtsbewegung zu rechnen, die den DAX deutlich in dreistellige Kursregionen oberhalb von 10.000 Punkten führen sollte. Eine solche Entwicklung werden die Bären aber nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen.

Dennoch  ist die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch auf der Oberseite als leicht erhöht einzuschätzen. Zwar kann es durchaus noch einmal zu einen erneuten Test der unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 5360 Punkten kommen. Die steigenden Bewegungshochpunkte seit 2003 stimmen aber positiv. Kursrückschläge wurden immer früher zum Einstieg genutzt und verstärken den Druck auf der Oberseite eines möglichen aufsteigenden Dreiecks.

Die Indikatoren weisen in der sehr langfristigen Betrachtung bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

 

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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