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DAX-Chartanalyse: Rekordhoch bleibt eine Option

Die Chancen für eine positive Dezember-Bilanz sind deutlich gestiegen. In den umsatzschwachen bevorstehenden Handelstagen bleibt die Tendenz auf allen Zeitebenen positiv. Die DAX-Chartanalyse für den 20. Dezember 2013.

 

Stundenanalyse:

Mit dem heutigen großen Verfall an den Terminmärkten steht der letzte Höhepunkt im Börsenjahr 2013 auf der Agenda. Im Tagesverlauf laufen Optionen und Futures an der Terminbörse Eurex aus, was nicht nur zu deutlich höheren Umsätzen führt, sondern vielfach auch größeren Kursbewegungen. Gerade zum Jahresende und nach den jüngsten, stärkeren Marktimpulsen könnten einige Akteure noch versuchen, die Kurse in eine für sie richtige Richtung zu drücken. Wenn Sie heute noch handeln, ist also besondere Vorsicht angebracht.

Rein charttechnisch hielt sich der DAX gestern recht gut an den hier vorgestellten Fahrplan. Wie erwartet bildete sich eine deutliche Aufwärtslücke. Positiv stimmt vor allem, dass der Markt den bisher zähen Widerstand um 9200 bis 9250 knackte (21-Tage-Linie, 50 und 61,8 Prozent Korrekturniveau der Abwärtsbewegung sowie einige horizontale Barrieren). Mit dieser positiven Entwicklung lieferte der DAX zugleich ein Kaufsignal, aus technischer Sicht steht die Börsenampel nun wieder auf allen Zeitebenen auf Grün.

Vorbörslich bleiben die Käufer am Ball und treiben den DAX auf 9370. Bis zum Rekordhoch bei 9424 fehlt nicht mehr viel, es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, wann die Marke fällt. Behalten Sie zur Orientierung auch die Entwicklung beim S&P 500 im Blick. Neue Rekorde beim DAX sollten zwingend auch vom US-Leitindex bestätigt werden, den Chart gibt es HIER . Ziel für den DAX auf der Oberseite ist somit die Region um 9400 / 9424. Darüber wäre der Weg frei, erfahrungsgemäß neigen die Marktakteure dann auf runden Kursniveaus zu verstärkten Gewinnmitnahmen. Eine Orientierungsmarke auf Basis der Rechteckmethode (s. Tageschart) liegt unverändert bei 9680.

Sollte der DAX hingegen unter das Tagestief vom Donnerstag zurückfallen und somit in die Aufwärtslücke laufen, rückt erneut die Zone um 9200 bis 9225 auf die Tagesordnung. Noch besteht Unsicherheit, ob der ehemalige Widerstand einen Rollentausch hin zu einer Unterstützung vollzogen hat, denn bisher wurde der Bereich noch nicht von oben geprüft.

DAXST1

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Tagesanalyse:

Gut abgesichert

Die bis in den Januar hinein saisonal günstige Phase spricht für das Lager der Bullen. Erstes Ziel auf der Oberseite bleibt das Rekordhoch, darüber lässt das Rechteck Platz bis rund 9680.

Während somit Richtung Norden kaum noch relevante Chartmarken vorhanden sind, stehen dem DAX viele gute Unterstützungen zur Verfügung. Besonders die Region um 9000 ist hervorzuheben. Bereits Mitte Dezember bestätigte der Markt den Bereich und drehte erneut in Richtung der übergeordneten Trendbewegung. Neben der eher unzuverlässigen 55-Tage-Linie verlaufen an der runden Schwelle ein breiter horizontaler Unterstützungsbereich (8940 bis 8960 / 8980) sowie das 23,6 Prozent Fibonacci-Niveau der Aufwärtsbewegung.  Dieser Prozentsatz stellt häufig ein Mindestkorrekturniveau dar, von dem aus wieder der ursprüngliche Trend aufgenommen wird. Wegen der Häufung der verschiedenen Signale knapp unterhalb von 9000 Punkten sollte diese Zone nicht unterschritten werden, andernfalls wäre eine Neubewertung der mittelfristigen Perspektiven notwendig. Das nächste Zielgebiet darunter wäre die Region um das September-Hoch / 38,2 Prozent Fibonacci-Niveau um 8710.

Die Indikatoren begünstigen derzeit eine Aufwärtsbewegung. Der trendfolgende MACD steht kurz vor einem Kaufsignal, auch der DSS Bressert dreht vom überverkauften in den neutralen Bereich. Zugleich ist der Abstand des DAX zur 21-Tage-Linie mit rund 1,4 Prozent noch sehr gering. Erst ab einer Differenz von mehr als 3,8 Prozent kam es in der Vergangenheit zu einer Konsolidierung. Sie dazu auch die Rubrik Spezial-Charts.

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Wochenanalyse:

In luftiger Höhe

Nach einer Gewinnserie in den vergangenen beiden Monaten gönnten sich die Käufer Anfang Dezember eine Verschnaufpause auf hohem Niveau. Ob die überfällige Konsolidierung nur der Auftakt ist zu einer mehrwöchigen Korrektur mit möglicher Trendumkehr oder der nach wie vor intakte Aufwärtstrend zügig erneut aufgenommen wird, muss sich erst noch zeigen. Charttechnisch relevante Widerstände sind nicht mehr vorhanden.

Orientierung bietet ein seit 2011 bestehender Aufwärtskanal, wobei derzeit vor allem dessen Mittellinie bei rund 9750 ein mögliches Zielgebiet auf der Nordseite darstellt. Zuletzt wurde die Linie vom Markt im Mai vergeblich attackiert. Allerdings bleibt auch festzustellen, dass sich der Index inzwischen recht weit von der unteren Kanalgrenze sowie der 200-Tage-Linie entfernt hat. Entsprechend groß ist auch das Korrekturpotential. Die genannten Unterstützungen verlaufen im Bereich um 8420 bis 8570.

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 Monatsanalyse:

Fünfstellige Regionen durchaus möglich

Der Monatschart zeigt deutlich die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000. Ähnlich wie im amerikanischen Leitindex S&P 500 ist bei anhaltender Kaufbereitschaft mit einer längerfristigen und sehr nachhaltigen Aufwärtsbewegung zu rechnen, die den DAX deutlich in dreistellige Kursregionen oberhalb von 10.000 Punkten führen sollte. Eine solche Entwicklung werden die Bären aber nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen. Ein Pullback ausgehend von 9000 / 9500 an die 8000er-Region ist auf jeden Fall einzuplanen und eröffnet noch einmal eine gute Nachkaufchance.

Die Wahrscheinlichkeit für einen nachhaltigen Ausbruch auf der Oberseite ist zumindest auf längerfristige Sicht klar zu favorisieren. Zwar kann es in einem möglichen Extremszenario noch einmal zu einen erneuten Test der unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 5510 Punkten kommen. Die steigenden Bewegungshochpunkte seit 2003 stimmen aber positiv. Kursrückschläge wurden immer früher zum Einstieg genutzt und verstärken den Druck auf der Oberseite eines möglichen aufsteigenden Dreiecks.

Die Indikatoren weisen in der sehr langfristigen Betrachtung bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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