DAX-Chartanalyse: Psychospiele zum Wochenende

Bisher ist der DAX recht gut durch die ereignisreiche Woche gekommen. Heute wird es noch einmal spannend, denn aus den USA werden sehr wichtige Daten erwartet. Knapp unter der 8000er-Marke wird es nun besonders spannend. Die DAX-Chartanalyse für den 3. Mai 2013.  

 

Der Stundenchart zeigt es deutlich: Bis zur EZB-Zinsentscheidung sowie der anschließenden Pressekonferenz hielt sich der DAX gestern in einer sehr engen Spanne. Erst ab dem frühen Nachmittag sprang die Vola kurz an und der Index testete die 8000 sowie den 7900er-Bereich. Ein ähnliches Verhalten der Investoren ist auch am heutigen Tag zu erwarten, denn mit den Daten zum offiziellen US-Arbeitsmarktbericht um 14.30 Uhr steht einer der wichtigsten Reports auf der Agenda. Am Vormittag wird der DAX trotz der konstruktiven Vorgaben wohl noch keinen Versuch starten, die 8000er-Marke zu erklimmen. Erst nach den Zahlen wird sich entscheiden, ob der Index erstmals seit Mitte März per Wochenschluss über der runden Schwelle den Handel beenden wird.

Unter dem Strich hat sich an den Perspektiven seit gestern nichts geändert. Im kurzfristigen Bereich vermittelt die Ende April bei 7450 Punkten initiierte Rally weiterhin keine Anzeichen von Schwäche. Zwar hat die Schwungkraft in den vergangenen Tagen ein wenig nachgelassen, bisher wurden aber noch nicht einmal die nächsten Unterstützungen einer Prüfung unterzogen.

Bis zum Jahreshoch bei 8075 Punkten ist der Weg aus charttechnischer Sicht nun frei. Lediglich die psychologische Komponente könnte einige Marktteilnehmer kurzzeitig dazu veranlassen, zwischen der 8000er-Marke und dem Jahreshoch vorerst nicht einzusteigen und erst abzuwarten, ob der Markt auch darüber noch gekauft wird.

Zugleich sollte nun aber auch das Korrekturrisiko nach der Rally von 500 Punkten nicht unterschätzt werden. Während die schwachen horizontalen Unterstützungen bei 7900/7920 und 7860 Punkten wohl kaum stärkere Gewinnmitnahmen bremsen werden, stellt die Region um 7790 / 7800 eine gute Bastion dar. Neben einer deutlichen Zunahme der Markttiefe sollte vor allem die steigende 55-Tage-Linie Anleger in den Markt locken. Zuletzt bestätigte der gleitende Durchschnitt Ende April seine Funktion als Unterstützung. Sogar ein Rücksetzer und damit Retest des ehemaligen Abwärtstrends bei derzeit knapp 7700 Punkten wäre noch vertretbar.

 
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Kennzahlen:

DAX-Pivot-Punkte für den 3. Mai:

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

 

 

 



 

Abwärtstrend scheint überwunden

Mit dem jüngsten Spurt hat der DAX das erste Ziel, den kurzfristigen Abwärtstrend, bereits geknackt. Auch das Handelsvolumen zog in der abgelaufenen Börsenwoche spürbar an, was als Zeichen für eine nachhaltigere Bewegung gedeutet werden kann. Bis zum Jahreshoch steht den Käufern nur noch die ehemalige Aufwärtstrendlinie bei 8050 Punkten im Weg. Zuletzt war der DAX während der Erholung Anfang April an der Trendlinie gescheitert.

Auf Tagesbasis lohnt sich aktuell vor allem ein Blick auf die Indikatoren. Das frische Einstiegssgnal des MACD spielt aktuell den Käufern in die Karten. Zuvor drehten bereits der DSS Bressert und der RSI ausgehend vom unteren Extremniveau wieder nach oben und bestätigen somit die nun wieder deutlich konstruktivere Charttechnik.

 

 
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Wiederholt sich die Geschichte?

Das Kursverhalten des deutschen Leitindizes seit dem letzten wichtigen Kaufsignal Ende vergangenen Jahres (Rückeroberung der 7500/7550er-Marke) erinnert stark an die Situation aus 2007. Vor rund sechs Jahren lief der DAX zunächst bis an die 8000er-Marke, scheiterte aber und fiel kurzzeitig sogar unter die 7500 zurück. In den Folgemonaten pendelte das Aktienbarometer zwischen 7500 bis 8000 Zähler, ehe Anfang 2008 der Crash einsetzte.

Übertragen auf das Jahr 2013 wäre somit in den kommenden Monaten mit steigenden Kursen zu rechnen, wobei der DAX nicht nachhaltig über die 8000er-Schwelle ausbrechen würde. Im Spätsommer ist mit kurzen Gewinnmitnahmen zu rechnen, ehe eine kleine Jahresendrally zu erwarten wäre.

Dieses Szenario bleibt vorerst übergeordnet intakt, solange der DAX per Wochenschlusskurs die Ober- oder Untergrenze (7500 / 8100) nicht signifikant durchbricht.

Freundliche Signale senden auch die Indikatoren. Nach der Winter-Rally wurde der deutlich überhitzte Marktzustand über die Zeitebene abgebaut. Der DSS Bresser verläuft ausgehend vom überverkauften Niveau wieder ansteigend.

 

 
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DAX über 10.000 möglich, wenn…

Der Monatschart weckt viel Kursfantasie, denn sehr langfristig betrachtet besteht durchaus die Chance auf Auflösung eines sehr großen aufsteigenden Dreiecks. Fünfstellige DAX-Kurse sind somit auch charttechnischer Sicht durchaus in Reichweite. Zwingende Voraussetzung dafür ist aber, dass der DAX auch neue Rekordstände markiert.

Ob dies bereits während der laufenden Aufwärtsbewegung erfolgt oder erst nach einem Rücksetzer (bis maximal an die noch nicht bestätigte untere Trendlinie bei knapp 5000 Punkten), lässt sich aktuell nicht vorhersagen. Immerhin spielt die zeitliche Komponente den Bullen in die Karten. Seit dem Jahr 2000 verkürzen sich die Hausse- und Baissephasen. So dauerte die erste Abschwungphase beginnend Anfang 2000 rund drei Jahre. Der scharfe Rücksetzer ab Anfang 2008 stoppte rund 15 Monate später, in 2011 kapitulierten die Bären nach 5 Monaten. Ähnlich verhält es sich auch mit den Aufwärtsbewegungen.

Auch von Seiten der Indikatoren ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Der trendfolgende MACD notiert aktuell noch deutlich unter den Extremwerten in 1998, 2000 und 2007, ab denen jeweils die Baissephasen einsetzten.

 

 
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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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