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DAX-Chartanalyse: Patt zwischen Bulle und Bär

Trotz der Zugewinne vom Montag hat sich an den charttechnischen Aussichten auch auf Stundenbasis kaum etwas verändert. Bisher erfolgt die Konsolidierung auf hohem Niveau weiter über die Zeitachse. Die Chartanalyse für den 22. Januar 2013.

 

 

Wer den gestrigen Start in die Handelswoche nicht für Tradingaktivitäten auf den DAX nutzte, hat eigentlich nichts verpasst. Wegen des Feiertags in den USA blieben die Umsätze auf Xetra mit 1,57 Mrd. € wie erwartet sehr mau. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Umsatz auf Sicht von einem Monat liegt aktuell bei 2,44 Mrd. €. Entsprechend müde verlief der Handel. Nachdem der DAX bereits am Freitag innerhalb der Handelsspanne des Vortages dümpelte, setzte das Aktienbarometer am Montag die Serie fort. Die Handelsspanne lag bei 30 Zählern, wobei der Tagesschluss auch nahezu das Intraday-Hoch markierte.

Auch der heutige Handelsauftakt dürfte sehr ruhig verlaufen – die Orientierungslosigkeit der Anleger bleibt somit bestehen. Vorbörslich wird der DAX unverändert bei 7744 Punkten taxiert. Während der ZEW-Index um 11 Uhr kaum für neuen Schwung sorgen dürfte, sollte die Eröffnung der Wall Street dem DAX etwas mehr Impulse geben. Wichtige US-Konjunkturdaten stehen aber nicht auf der Agenda, und kursbewegende Bilanzen von US-Unternehmen wie Google, IBM und AMD werden erst nach Börsenschluss (22 Uhr) erwartet.

Setzt sich dennoch die seit wenigen Tagen anhaltende Kaufbereitschaft fort, erscheint ab Kursen von über 7760 Punkten ein Angriff auf den robusten Widerstand bei 7786 / 7790 Zählern denkbar. Ein neues Verlaufshoch ist für den heutigen Tag eher unwahrscheinlich, wäre aber klar bullisch zu werten und würde die seit November laufende Rally von 800 Punkten bestätigen. Bleibt die Nachfrage aus, sollte der DAX weiter zwischen 7700 und 7760 Zählern dümpeln und somit auch hartgesottenen Tradern keine Freude bereiten. Unter 7700 Punkten ist wie bereits mehrfach zu Jahresbeginn mit Intraday-Rücksetzern bis 7680 Zählern zu rechnen.

 

Kennzahlen:

DAX-Pivot-Punkte für den 22. Januar:

Pivot R3 7790
Pivot R2 7770
Pivot R1 7759
Pivot-Punkt 7739
Pivot S1 7728
Pivot S2 7708
Pivot S3 7697

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

Art Wie / Was Punkte Signifikanz
Widerstand   2 Allzeithoch 8151,00 hoch
Widerstand   1 horizontal / Jahreshoch 7790,00 mittel
DAX 7723,00
Unterstützung   1 horizontal 7680,00 gering
Unterstützung   2 28-T-Linie 7673,00 gering
Kurslücke 7611 – 7636
Unterstützung   3 horizontal 7600,00 mittel
Unterstützung   4 23,6% Fibo-Retre. 7581,00 gering
Unterstützung   5 horizontal 7550 – 7565 mittel
Unterstützung   6 horizontal, 55-T-Linie, 38,2%   Fibo-Retre. 7435 – 7480 hoch

 

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Im mittelfristigen Zeithorizont steht die Börsenampel für den DAX auf den ersten Blick klar auf Grün. Mit dem Ausbruch Anfang Dezember über den hartnäckigen Widerstand bei rund 7500 Punkten lieferte das Aktienbarometer ein deutliches Kaufsignal. Seit Jahresbeginn läuft eine Konsolidierung, wobei in den vergangenen Tagen die steigende 28-Tage-Linie bei derzeit 7665 Punkten als erste Nachkaufgelegenheit genutzt wurde. Grundsätzlich wäre aber auch ein Rücksetzer bis rund 7430 Zähler durchaus noch akzeptabel, ohne dass der Aufwärtstrend in Gefahr gerät. Auf diesem Kursniveau liegt auch das 38,2 Prozent Fibonacci-Retracement der Aufwärtsbewegung von 6950 auf 7790 Punkte sowie die 55-Tage-Linie, was der Zone zusätzliche Stabilität verleiht.Warnzeichen kommen hingegen von den Indikatoren. Sowohl im DSS Bressert als auch MACD oder RSI lassen sich seit Anfang Dezember negative Divergenzen ausmachen. Die neuen Hochs im DAX werden nicht mehr bestätigt. Auch der historisch recht weite Abstand von gut zehn Prozent zur 200-Tage-Linie spricht eher für fallende Notierungen oder bestenfalls eine Seitwärtskonsolidierung mit Blick auf das erste Quartal.

 

 

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Zur Einordnung der längerfristigen Chancen bietet sich vor allem der Wochenchart an. Ein erstes Ausrufezeichen setzten die Bullen mit dem Ausbruch aus einem großen symmetrischen Dreieich, welches zwischen Mai 2011 und September 2012 ausgebildet und schließlich nach oben hin abgeschlossen wurde. Der Ende vergangenen Jahres erfolgte Rücksetzer endete exakt auf dem ehemaligen Abwärtstrend und bestätigte somit den Ausbruch.

Mit Blick auf den Jahresauftakt geht es für den DAX vor allem um das nachhaltige Überwinden des 2011er-Jahreshochs um 7600 Zählern. Behalten die Käufer die Oberhand, finden sich bis an das im Sommer 2007 markiere Rekordhoch bei rund 8151 Zählern kein nennenswerter Widerstand mehr. Ob allerdings auch über dieser psychologisch wichtigen Marke noch genügend Anschlusskäufe für weiter steigende Notierungen erfolgen, erscheint eher fraglich. Mindestens genauso wahrscheinlich ist auch eine Seitwärtsbewegung, wobei das Kursmuster ab der zweiten Jahreshälfte aus 2007 als Blaupause genutzt werden kann. Nach einem Fehlausbruch oder Pullback um 8150 Zähler wäre eine Rückkehrbewegung bis 7500 Punkten zu erwarten, ehe der DAX unter Schwankungen den nach wie vor übergeordneten Aufwärtstrend fortsetzt und nach oben hin ausbricht.

 

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Der Monatschart zeigt deutlich, welches Potenzial an den Aktienmärkten aus charttechnischer Sicht schlummert. Mit der Auflösung des symmetrischen Dreiecks liegt ein rechnerisches Kursziel in Reichweite, welches den Abschluss des im Monatskursverlauf eingezeichneten übergeordneten aufsteigenden Dreiecks zur Folge hätte. Fünfstellige DAX-Kurse sind somit auch charttechnischer Sicht durchaus möglich. Zwingende Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der DAX auch neue Rekordstände markiert.

Ob dies bereits während der laufenden Aufwärtsbewegung erfolgt oder erst nach einem Rücksetzer, lässt sich aktuell nicht vorhersagen. Immerhin spielt die zeitliche Komponente den Bullen in die Karten. Seit dem Jahr 2000 verkürzen sich die Hausse- und Baissephasen. So dauerte die erste Abschwungphase beginnend Anfang 2000 rund drei Jahre. Der scharfe Rücksetzer ab Anfang 2008 stoppte rund 15 Monate später, in 2011 kapitulierten die Bären nach 5 Monaten. Ähnlich verhält es sich auch mit den Aufwärtsbewegungen.

Auch von Seiten der Indikatoren ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Der trendfolgende MACD notiert aktuell noch deutlich unter den Extremwerten in 1998, 2000 und 2007, ab denen jeweils die Baissephasen einsetzten.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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