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By 26. September 2013 Read More →

DAX-Chartanalyse: Nur eine Frage der Zeit

Zur Wochenmitte präsentierte sich der DAX ein wenig volatiler. Wichtige Chartmarken wurden aber nicht erreicht. Lange dürfte die Lethargie aber nicht mehr anhalten. Die DAX-Chartanalyse für den 25. September 2013.

Inzwischen muss man beim DAX schon mit vergleichsweise kleinen Bewegungen zufrieden sein. Am Dienstag sahen wir eine Handelsspanne von 35 Punkten, gestern lag die Differenz zwischen Tageshoch und Tagestief immerhin bei gut 60 Punkten. Die Entwicklung weist somit in die richtige Richtung. Aber die Langeweile im DAX hat noch einen weiteren Vorteil: Nach wie vor befindet sich der Deutsche Aktienindex im kurzfristigen Zeithorizont in einer überkauften Lage. Die Indikatoren im Tageschart bewegen sich in den oberen Extrembereichen, wobei vor allem der geglättete Stochastik-Indikator DSS Bressert aktuell genau zu verfolgen ist, denn der Signalgeber ist nur noch einen Wimpernschlag von einem Verkaufssignal entfernt. Sollte es dazu kommen, müssen Sie dennoch nicht sofort auf die Short-Seite wechseln, sondern nur etwas vorsichtiger agieren.

Blicken wir auf den hochaufgelösten Stundenchart. Seit Montag bildet der DAX eine sehr enge Range von rund  80 Punkten aus. Die Unterseite beginnt bei 8600, während Verkäufe ab 8670 dominieren. Die Chartmarken sind aber nur grobe Orientierungspunkte und sollten nicht punktgenau verfolgt werden. Aktuell ist das Risiko von Fehlausbrüchen auf der Ober- und Unterseite nicht zu unterschätzen. Steigt der Index aber über 8700, verdichten sich die Anzeichen für ein Ende der Korrektur – auch wenn die Indikatoren noch kein grünes Licht geben. Noch unzuverlässiger ist die Südseite, denn die Unterstützung beginnend bei 8600 reicht bis an die Gapoberkante bei 8575. Fazit: Solange der Markt nicht klare Handelssignal liefert, sollten Sie lieber von der Seitenlinie zusehen und auf bessere Zeiten hoffen. Erfahrungsgemäß folgen auf ruhige Börsenzeiten sehr impulsive Bewegungen. Und das sollte uns zuversichtlich stimmen.

 

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Kennzahlen:

 

DAX-Pivot-Punkte für den 26. September:

DAXPivot

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

DAXMarken

 

 

Innere Aufwärtstrendlinie bremst den DAX

Durchweg positiv präsentiert sich derzeit der Tageschart. Alle kurz- bis mittelfristigen gleitenden Durchschnitte, Trendlinien und der übergeordnete Wochenchart sowie die Indikatoren  weisen derzeit Richtung Norden und stützen den jüngsten Ausbruch auf das Rekordniveau. Auch das erhöhte Handelsvolumen der vergangenen Tage spricht für eine nachhaltige Bewegung.

Grundsätzlich eröffnet sich dem DAX auf Basis der Rechteck-Methode aber weiteres Potenzial bis 9080 Zähler. Dieses Niveau dürfte der DAX aber nicht ohne eine vorherige Konsolidierung erreichen. Zuletzt scheiterte das Aktienbarometer an einer eher schwachen, inneren Aufwärtstrendlinie, die vor allem in der ersten Jahreshälfte im Vordergrund stand und aktuell bei rund 8800 verläuft.

Zur Beurteilung der weiteren Aussichten stellen Indikatoren eine wertvolle Hilfe dar. Allerdings lassen sich mit den Signalen keine exakten Wendepunkte bestimmen, sie dienen lediglich als Warnung vor überhitzten Marktphasen. Aktuell hat der DAX eher wenig Luft nach oben. Der DSS Bressert notiert bereits seit mehreren Tagen in der nördlichen Zone, ein Verkaufssignal liegt aber noch nicht vor. Der Abstand des DAX zur 21-Tage-Linie (untere rote Linie) befindet sich derzeit auf einem erhöhten Niveau, ab dem es in der Vergangenheit mehrfach zu einer Konsolidierung im DAX kam. Fraglich ist derzeit noch, ob die Kurse den überhitzten Zustand über eine Seitwärtsbewegung oder eine Kurskorrektur abbauen werden.

Sollten die Kurse zur Schwäche neigen, ist der Index auf der Unterseite gut abgesichert. Neben dem alten Rekordniveau um 8550 vermittelt vor allem der Bereich zwischen der steigenden 200-Tage-Linie bei derzeit 7980 bis zur erwähnten Aufwärtstrendlinie bei aktuell 8100 einen sehr zuverlässigen Eindruck und begrenzt das Risiko für mittelfristig ausgerichtete Long-Engagements. Erst wenn der deutsche Aktienindex tiefer zurückfallen sollte, kippt der Trend. Anzeichen dafür sind aktuell aber nicht vorhanden.

 

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Neues Bewegungshoch in Sicht

Auch der dritte Anlauf in diesem Jahr an die seit Herbst 2011 bestehende Aufwärtstrendlinie verlief für die Verkäufer ohne Erfolg. Ein Durchbruch auf der Unterseite wäre sehr negativ gewesen und hätte weiteren Korrekturpotenzial bis mindestens an die wichtige horizontale Unterstützung bei 7400 (April-Tief) geführt.

Stattdessen ist der Blick nun klar noch oben gerichtet, wobei der DAX nun zwingend und auch nachhaltig ein neues Bewegungshoch erreichen sollte, um die Aufwärtsbewegung zu bestätigen. Unmittelbare Widerstände lassen sich im Wochenchart nicht mehr ausmachen. Die Mittellinie (entspricht der oberen Aufwärtstrendlinie im Tageschart) des seit Herbst 2011 bestehenden Trendkanals kann als Orientierungsziel verwendet werden und verläuft nach dem letzten Test im Mai aktuell bei rund 9150 Punkten.

 

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Richtungsweisende Entwicklung

Seit rund 13 Jahren scheitert der DAX an der 8000er-Marke. Während der derzeit noch laufenden dritten Aufwärtswelle markierte der Deutsche Leitindex zwar neue Bewegungshochs mit Kursen von bis zu 8557 Punkten. Im sehr langfristigen Kursverlauf kann aber noch nicht von einem nachhaltigen Ausbruch auf der Oberseite gesprochen werden, da der Index inzwischen nur noch knapp über der runden Schwelle notiert.

Aus rein charttechnischer Sicht ist dies nicht überraschend, denn an der 8000er-Marke steht viel auf dem Spiel. Ähnlich wie im amerikanischen Leitindex S&P 500 ist bei anhaltender Kaufbereitschaft mit einer längerfristigen und sehr nachhaltigen Aufwärtsbewegung zu rechnen, die den DAX deutlich in dreistellige Kursregionen oberhalb von 10.000 Punkten führen sollte. Eine solche Entwicklung werden die Bären aber nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen.

Dennoch  ist die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch auf der Oberseite als leicht erhöht einzuschätzen. Zwar kann es durchaus noch einmal zu einen erneuten Test der unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 5360 Punkten kommen. Die steigenden Bewegungshochpunkte seit 2003 stimmen aber positiv. Kursrückschläge wurden immer früher zum Einstieg genutzt und verstärken den Druck auf der Oberseite eines möglichen aufsteigenden Dreiecks.

Die Indikatoren weisen in der sehr langfristigen Betrachtung bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

 

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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