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DAX-Chartanalyse: Was nicht passieren darf

Noch  ist nicht viel passiert. Aber die DAX-Bullen dürfen sich nun keinen weiteren Schwächeanfall mehr leiten. Ansonsten könnte die Stimmung deutlich kippen. Die DAX-Chartanalyse für den 11. Dezember 2013.

Stundenanalyse:

Mit dem Rücksetzer vom Dienstag hat sich die kurzfristige Lage für die DAX-Bullen erneut etwas eingetrübt. Noch besteht aber durchaus die Hoffnung auf eine Seitwärtsbewegung. Allerdings hat der DAX nicht mehr viel Luft nach unten, ein drohendes Verkaufssignal liegt in der Luft.

Zunächst schauen wir uns aber noch einmal den gestrigen Handelstag genauer an, denn unter der Oberfläche gilt es wichtige Tendenzen abzulesen. Wie bereits befürchtet erwies sich die 21-Tage-Linie zusammen mit dem schwachen Widerstand um 9225 als zu hohe Hürde für die Käufer. Der DAX schaffte es somit noch nicht einmal, 50 Prozent des vorherigen Rücksetzers aufzuholen, ein deutliches Schwächesignal. Statt weiterer Kursgewinne fiel der Markt sogar zurück und beendete den Tag um 0,88 Prozent schwächer bei 9114. Hier wird vor allem ein deutlicher Stimmungsumschwung sichtbar. Bis Ende November nutzten Schnäppchenjäger und Investoren, die bisher die Rally verpasst haben oder unterinvestiert waren, jeden noch so kleinen Rücksetzer, um in den Markt einzusteigen. Mit dem Rücksetzer in der Vorwoche hat sich aber offenbar das Risikobewusstsein verändert. Statt neue Positionen auf ermäßigten Niveau aufzubauen, warten die Akteure ab und rechnen offenbar damit, in naher Zukunft günstigere Kurse zu erhalten. Eine wichtige Erkenntnis im Hinblick auf die Psychologie der Anleger.

Und damit zu den charttechnischen Aussichten. Die Vorgaben für die Käufer sind klar: Sollte der DAX über 9225 steigen, hellen sich die Aussichten ein wenig auf. Wichtig ist aber erst das Niveau um 9250, ab Kursen oberhalb des 61.8 Prozent Fibonacci-Niveaus (zugleich einer horizontalen Barriere) bei 9290 dreht der kurzfristige Trend von seitwärts auf aufwärts. Kursbewegungen innerhalb der Range von 9070 (Vorwochentief) bis 9225 sind rein willkürlich und haben kaum Aussagekraft. Interessant wird es hingegen, wenn der DAX unter 9070 zurückfallen sollte. In diesem Fall könnte eine abc-Bewegung einsetzen, die auf weitere Verluste bis rund 8870 deuten würde (rote Markierungen). Allerdings sprechen derzeit noch zwei Argumente gegen eine solche Entwicklung. Zunächst muss der DAX möglichst dynamisch unter 9070 zurückfallen. Zweitens stellt die Kursregion um 8940 / 8960 einen sehr robusten Haltebereich dar. Hier verlaufen neben einer horizontalen Unterstützung (gebildet aus mehreren Umkehrpunkten Ende Oktober / Anfang November) auch die 55-Tage-Linie sowie das 23,6 Prozent Fibonacci-Niveau der Aufwärtsbewegung seit Ende Juni. Derzeit erscheint es eher unwahrscheinlich, dass der Markt die Kursregion zügig durchbrechen sollte. Allerdings könnte ein wichtiges Ereignis wie zum Beispiel die Ankündigung der Fed in der kommenden Woche, mit einer Rückführung der Anleihekäufe zu beginnen, eine solche Entwicklung deutlich begünstigen. Vorweihnachtliche Ruhe sieht wirklich anders aus.

DAXST1

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 Tagesanalyse:

Trendlinie erneut bestätigt

Gut 900 Punkte ist der DAX ausgehend vom letzten Bewegungstief Anfang Oktober in der Spitze gestiegen, eine Korrektur war nur eine Frage der Zeit. Mehrfach hatte ich darauf hingewiesen, dass der Rücksetzer um so dynamischer ausfallen dürfte, je weiter der Markt auf der Oberseite übertreibt. Die jüngsten Kursverluste in der Spitze von rund 340 Punkten oder 3,7 Prozent erscheinen angesichts der vorherigen Rally nur wie in Tropfen auf den heißen Stein. Dennoch könnte der DAX bereits früher als erwartet den intakten Aufwärtstrend wieder aufnehmen. In der Vorwoche stabilisierte sich der Markt exakt an der Kombination aus unterer Grenze des aktuellen Rechtecks sowie einer hellgrün eingezeichneten inneren Aufwärtstrendlinie. Bereits bei der Konsolidierung Ende Oktober / Anfang November bot die Gerade Halt. Die entscheidende Frage lautet, ob die ungeduldigen Schnäppchenjäger den etwas deutlicheren Rücksetzer in der Vorwoche als günstige Einstiegsgelegenheit bewerten oder vorerst von  neuen Engagements Abstand nehmen. Die bis in den Januar hinein saisonal günstige Phase spricht für das Lager der Bullen. Erstes Ziel auf der Oberseite bleibt das Rekordhoch, darüber lässt das Rechteck Platz bis rund 9680.

Erfolgt ein weiterer Rücksetzer, gilt die Aufmerksamkeit der Zone um 8940 / 8960. Neben einer horizontalen Unterstützung verläuft in dem Bereich auch der 55-Tage-Durchschnitt sowie das 23,6 Prozent Fibonacci-Niveau der übergeordneten Aufwärtsbewegung. Dieser Prozentsatz stellt häufig ein Mindestkorrekturniveau dar, von dem aus wieder der ursprüngliche Trend aufgenommen wird. Wegen der Häufung der verschiedenen Signale knapp unterhalb von 9000 Punkten dürften spätestens auf diesem Niveau wieder verstärkt Neueinsteiger, die bisher die Rally verpasst haben, einsteigen und für eine (temporäre) Gegenbewegung sorgen. Sollte der DAX hingegen auch hier keinen Halt finden, wäre dies ein um so bearischeres Zeichen und würde auf einen kurz- bis mittelfristigen Trendwechsel deuten.

DAXT

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 Wochenanalyse:

In luftiger Höhe

Nach einer Gewinnserie in den vergangenen beiden Monaten gönnten sich die Käufer Anfang Dezember eine Verschnaufpause auf hohem Niveau. Ob die überfällige Konsolidierung nur der Auftakt ist zu einer mehrwöchigen Korrektur mit möglicher Trendumkehr oder der nach wie vor intakte Aufwärtstrend zügig erneut aufgenommen wird, muss sich erst noch zeigen. Charttechnisch relevante Widerstände sind nicht mehr vorhanden.

Orientierung bietet ein seit 2011 bestehender Aufwärtskanal, wobei derzeit vor allem dessen Mittellinie bei rund 9740 ein mögliches Zielgebiet auf der Nordseite darstellt. Zuletzt wurde die Linie vom Markt im Mai vergeblich attackiert. Allerdings bleibt auch festzustellen, dass sich der Index inzwischen recht weit von der unteren Kanalgrenze sowie der 200-Tage-Linie entfernt hat. Entsprechend groß ist auch das Korrekturpotential. Die genannten Unterstützungen verlaufen im Bereich um 8370 bis 8470.

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 Monatsanalyse:

Fünfstellige Regionen durchaus möglich

Der Monatschart zeigt deutlich die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000. Ähnlich wie im amerikanischen Leitindex S&P 500 ist bei anhaltender Kaufbereitschaft mit einer längerfristigen und sehr nachhaltigen Aufwärtsbewegung zu rechnen, die den DAX deutlich in dreistellige Kursregionen oberhalb von 10.000 Punkten führen sollte. Eine solche Entwicklung werden die Bären aber nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen. Ein Pullback ausgehend von 9000 / 9500 an die 8000er-Region ist auf jeden Fall einzuplanen und eröffnet noch einmal eine gute Nachkaufchance.

Die Wahrscheinlichkeit für einen nachhaltigen Ausbruch auf der Oberseite ist zumindest auf längerfristige Sicht klar zu favorisieren. Zwar kann es durchaus noch einmal zu einen erneuten Test der unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 5360 Punkten kommen. Die steigenden Bewegungshochpunkte seit 2003 stimmen aber positiv. Kursrückschläge wurden immer früher zum Einstieg genutzt und verstärken den Druck auf der Oberseite eines möglichen aufsteigenden Dreiecks.

Die Indikatoren weisen in der sehr langfristigen Betrachtung bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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