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DAX-Chartanalyse: Zwei kleine Hürden vor dem Rekordhoch

Kurz vor dem Wochenende sind die Aussichten für den DAX gut, die Region um 9800 rückt immer näher. Aber was passiert, wenn neue Allzeithochs aufgerufen werden? Die DAX-Chartanalyse für den 14. Februar 2014.

Stundenanalyse:

Auch der gestrige Tag zeigte – wenn auch nur unter der Lupe – erneut, dass nach wie vor viele Marktteilnehmer an der Seitenlinie stehen und auf eine günstige Gelegenheit warten, um endlich einzusteigen. Im vergangenen Jahr wurde bereits jeder noch so kleine Rücksetzer zum Kauf oder Positionsaufbau genutzt, daran hat sich auch 2014 nichts geändert. Dies gilt sowohl auf Tagesbasis, wie die dynamische Erholung auf den Januar-Rücksetzer zeigte, als auch im Intraday-Bereich – siehe gestern. Bereits an der 9500er-Marke griffen mutige Anleger zu, dank der freundlichen Wall Street zog der DAX bis auf knapp 9600 an.

Wie es nun weitergeht, hängt nicht nur von rein charttechnischen Fakten ab, sondern natürlich auch von der Psychologie der Anleger. Soll man so knapp vor der 10.000 noch einsteigen oder nicht mehr? Inzwischen mehren sich die Hinweise, dass der DAX im zweiten Anlauf bis in fünfstellige Kursregionen vorrücken wird. Es gibt noch 4 Prozent zu verdienen, und dann? Nicht ganz unbegründet sind die Befürchtungen, dass der DAX nur kurz über 10.000 steigt und dann abverkauft wird. Wer jetzt noch kauft oder einsteigen muss, um nicht in Performancerückstand zu geraten, steht somit vor einer schwierigen Ausgangslage.

Das Umsatzvolumen sank am Donnerstag erstmals wieder seit vier Tagen, blieb aber noch über der 3 Mrd. Euro-Marke auf Xetra. 9 Verlierern standen 21 Gewinner gegenüber, wobei erneut die Indexschwergewichte Siemens und SAP eine unterdurchschnittliche Performance zeigten.

Vorbörslich steht der DAX mit 9610 etwas höher. Im Stundenchart wird deutlich, dass der Bereich von 9550 bis 9700 eine eher geringe Markttiefe aufweist. Dynamischere Kursbewegungen sind also durchaus wahrscheinlich. Einzige Hürden in dem Bereich liegen um 9620 und 9670. Bei 9620 hätte der DAX 76 Prozent der Korrektur wieder aufgeholt, die Bullen haben also eindeutig wieder das Zepter in der Hand. Eine Bärenmarktrally kann nach diesem Ansatz ausgeschlossen werden. Steigt der DAX auch über 9670, sind neue Rekordhochs nur eine Frage von Stunden oder Tagen. Untermauert wird dies durch den S&P 500, der ebenfalls alle relevanten Hürden genommen hat (Chart).

Diese positiven Perspektiven bleiben so lange bestehen, wie der DAX über dem Donnerstag-Tief von 9480 handelt. Erst wenn dieses Niveau per Stundenschluss unterschritten wird, drohen weitere Abgaben bis in den Bereich um 9400.

DAXST1

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Tagesanalyse:

Test verlief erfolgreich

Die erste kleinere Korrektur des Börsenjahres 2014 führte im kurz- bis mittelfristigen Chart noch nicht zu einem Bruch wichtiger Unterstützungen. Bereits oberhalb der als relevant einzuordnenden horizontalen Zone um 8950 / 9000 erfolgte in der Vorwoche eine technische Erholung (siehe dazu auch der Chartanalysen Online Trend Indikator).

Die vorgelagerten Käufe sind klar bullisch zu werten und deuten auf einen bestehenden Kaufdruck. Ein wirkliches klares Signal, dass der DAX wieder den übergeordnet intakten Aufwärtstrend aufnimmt, steht aber noch aus. Erst wenn wieder Kurse von 9550 / 9600 aufgerufen werden, übernehmen die Bullen das Zepter. Hier liegt die Grenze des nächst höheren Rechtecks (weiße Fläche). Bereits zum Jahreswechsel scheiterte der DAX bei einem ersten Aufwärtsimpuls an der Marke. Bis dahin liegt höchstens eine neutrale Ausgangslage innerhalb des übergeordneten Aufwärtstrends vor.

Kritisch wird es für den DAX hingegen erst, wenn die bisherigen Jahrestiefs unterboten werden und es zu einem Ausbruch unter den eingezeichneten unteren Aufwärtstrend bei derzeit knapp 9000 kommt. Zumindest die aktuell leicht überverkauften Indikatoren deutet eher auf das Lager der Bullen.

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Wochenanalyse:

Ober- und Unterziele sind abgesteckt

Seit dem letzten ernst zu nehmenden Crash im Sommer 2011 läuft der DAX in einer von nur kurzen Konsolidierungen gekennzeichneten Aufwärtsbewegung. Maßgeblich auf der Unterseite ist eine seit Herbst 2011 bestehende Aufwärtstrendlinie, die im Jahr 2013 mehrfach angelaufen und bestätigt wurde. Verstärkt wird die aktuell bei knapp 8990 verlaufende Gerade von der viel beachteten 200-Tage-Linie, die klar steigend im Bereich um 8720 notiert. Für den Deutschen Aktienmarkt bleiben die Aussichten auf der mittel- bis langfristigen Zeitebene  bullisch, solange der Markt über dem langfristigen Durchschnitt notiert. Ausgehend vom aktuellen Niveau könnte der DAX somit deutlich korrigieren, ohne das eine Neueinschätzung der übergeordneten langfristigen Perspektiven erforderlich wäre.

Aber auch Richtung Norden scheinen die Grenzen für die kommenden Wochen abgesteckt. Als Spielverderber für die Bullen erwies sich zuletzt eine seit Frühjahr 2012 bestehende Trendlinie, an der es seitdem mehrfach zu Gewinnmitnahmen kam. Erst wenn die Gerade überwunden ist, eröffnet sich für den DAX weiterer Spielraum. Mittelfristig ist aber ein Anstieg über 10.000 denkbar, denn die erwähnte obere Begrenzungslinie steigt bereits im März in fünfstellige Regionen.

Keine eindeutigen Signale kommen hingegen von den Indikatoren. Vor allem das Verkaufssignal im MACD spricht eigentlich gegen einen positiven Verlauf in den kommenden Monaten. Der Indikator steht zudem derzeit auf einem ähnlich erhöhten Niveau wie im Jahr 2000 und 2007, als der Markt ebenfalls ein Top ausbildete.

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Monatsanalyse:

Zwei Szenarien für die Zukunft

Im abgebildeten Monatschart seit 1960 wird vor allem die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000 deutlich. Nach dem Ausbruch aus einer rund 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung im Jahr 1983 zeigte der DAX bis zur Jahrtausendwende eine ausgeprägte Rally-Bewegung. Mit dem Platzen der Spekulationsblase wurde diese Aufwärtsbewegung in den vergangenen 13 Jahren konsolidiert. In dieser Zeit bildete der Deutsche Aktienindex deutlich steigende Bewegungstiefpunkte aus, was auf einen allmählich steigenden Kaufdruck deutet. Der Sprung über die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007 bei 8200 war somit nur eine Frage der Zeit.

Nach dem nun erfolgten Ausbruch sind zwei grundsätzliche Szenarien denkbar. Aufgrund der Bedeutung der Zone um 8200 wäre eine Rückkehrbewegung und somit ein Retest nicht überraschend. Ein möglicher Wendepunkt könnte an der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 liegen. Ausgehend von einem kurzen Test der fünfstelligen Kursmarke wäre mit einer Korrektur bis in den Bereich von 8200 / 8500 zu rechnen, von dem aus dann eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erfolgen würde. Zugleich eröffnet sich Anlegern, die den Einstieg bisher verpassten, auf langfristige Sicht noch einmal eine gute Einstiegsgelegenheit.

In einem zweiten Szenario bleibt ein Test der Zone um 8200 von oben aus. Stattdessen läuft der Markt nach einer recht wahrscheinlichen Konsolidierung bei rund 10.000 weiter aufwärts. Neue Widerstände müssten sich erst noch herausbilden. Unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Rücksetzer unter das Ausbruchsniveau von 8200.

Auf Basis der Indikatoren wäre noch ein wenig Luft nach oben vorhanden. Beachten Sie vor allem den trendfolgenden MACD, der in den vergangenen 13 Jahren eigentlich recht zuverlässig die Wendepunkte beim DAX antizipierte. Noch hat der Signalgeber nicht die Niveaus aus dem Jahr 2000 und 2007 erreicht (rote Linie).

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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