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DAX-Chartanalyse: Kursziele für ein Ende der Korrektur

Der DAX legte am Donnerstag den dritten Tag in Folge zu und kämpft um die 8000er-Marke. Viel wichtiger sind aber einige Kursniveau weiter nördlich. Die DAX-Chartanalyse für den 28. Juni 2013. 

 

Zur Abwechslung kletterte der DAX gestern nicht gleich zu Handelsbeginn Richtung Norden, sondern zeigte erst mit Eröffnung der Wall Street den erwarteten Aufwärtsimpuls. Unter dem Strich bleibt das Muster der vergangenen Tage aber gleich: Innerhalb von ein, zwei Stunden zieht der Markt spürbar an, und pendelt während der restlichen Handelszeit nur seitwärts. Immerhin fällt das Volumen seit Beginn der Erholung mit mindestens 3,3 Mrd. Euro auf Xetra recht ordentlich aus und liegt über dem Durchschnitt der vergangenen sechs Monate. Anders formuliert: Die Aufwärtsbewegung wird von einer relativ breiten Masse mitgetragen, was eher für eine nachhaltige Bewegung spricht.

Aus rein charttechnischer Sicht kann aber noch keine Entwarnung gegeben werden, wir sehen bisher nur eine Bärenmarktrally. Positiv zu verbuchen ist die Rückeroberung der seitwärts verlaufenden 100-Tage-Linie sowie der Sprung über das 23,6 Prozent Fibonacci-Niveau der Korrekturbewegung. Das nächste Pendant in Form des 38,2 Prozent Fibonacci-Levels steht heute auf dem Prüfstand und verläuft zusammen mit der oberen Begrenzung des aktuellen Rechtes (s. Tageschart) bei rund 8000 Zählern. Wie bereits gestern erwähnt fällt die Markttiefe im Bereich 8010 bis 8100 Zähler sehr gering aus und begünstigt im positiven Fall einen dynamischen Anstieg. Bei 8100 Punkten hätte der DAX die Hälfte des jüngsten Rücksetzers wieder aufgeholt (50 Prozent Retracement). Während die 55-Tage-Linie in den vergangenen Wochen kaum beachtet wurde, stellt die fallende 21-Tage-Linie bei 8120 Punkten eine ernsthafte Prüfung dar. Im laufenden Monat scheiterten bereits zwei Anläufe des Marktes am kurzfristigen gleitenden Durchschnitt. Bleiben die Käufer dominant, steigt die Wahrscheinlichkeit für ein Ende der Korrektur deutlich an. Entwarnung kann aber erst gegeben werden, wenn der DAX auch noch die Kombination aus kurzfristiger Abwärtstrendlinie und 61,8 Prozent Fibonacci-Marke bei knapp 8200 Punkten per Tagesschluss knackt.

Fazit: Auf dem Weg nach oben haben die Bullen noch viel Arbeit vor sich. Erste Erfolge sind zu erkennen, die wirklich entscheidenden charttechnischen Marken wurden bisher aber noch nicht einer Prüfung unterzogen. Wir sehen nur eine typische Bärenmarktrally innerhalb einer intakten Korrekturbewegung. Dafür spricht auch, dass der zuletzt sehr zuverlässige, auf Tagesbasis berechnete MACD noch kein Kaufsignal aktiviert hat. Richtung Süden sollte das Niveau um 7900 Punkten verteidigt werden. Fällt der DAX tiefer, dürfte sich die runde 7800er-Marke nur als Zwischenstation hin zu neuen Monatstiefs erweisen.

 

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Kennzahlen:

 

DAX-Pivot-Punkte für den 28. Juni:

DAXPivot

 

 

 

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

 

 

wichtige Chartmarken:

DAXMarken

 

 

 



 

200-Tage-Linie auf dem Prüfstand

Auf mittelfristiger Basis häufen sich nun die Schwächesignale. Mitte Mai schaffte der Markt nicht den Sprung in das höher gelegene Rechteck und bildete in den Folgewochen eine Serie fallender Bewegungshochs und -tiefs aus. Ende der vergangenen Woche beschleunigte sich unter Zunahme des Handelsvolumen die Abwärtsbewegung, wobei der DAX zum Wochenschluss sogar aus dem bisher verlässlichen Kanal nach unten hin ausbrach. Der Rücksetzer unter die 55- und 100-Tage-Linie spielt ebenfalls den Bären in die Karten.

Die nächste veritable Unterstützung findet sich an der 200-Tage-Linie bei rund 7680 Punkten. In der Region verläuft eine noch nicht bestätigte Aufwärtstrendlinie. Auch das Umsatzvolumen steigt deutlich an und begünstigt zumindest eine temporäre Stabilisierung. Auf Basis der Rechteckmethode ist kurzfristig aber mit einer Fortsetzung der Korrektur bis an das April-Tief und damit die Unterkante bei rund 7450 Punkten zu rechnen.

Kaufsignal auf Tagesbasis sind hingegen derzeit nicht zu erkennen. Gegenbewegungen bis 8000 oder die Unterkante einer Abwärtslücke bei 8085 Zählern sind durchaus möglich, ändern unter dem Strich aber nichts an der intakten Abwärtsbewegung. Erst mit einem höheren Bewegungshoch und somit Kursen oberhalb von 8300 Punkten hellt sich die Lage wieder auf. Wer hingegen risikobereit ist, kann an der 200-Tage-Linie oder um 7450 Punkten eine erste Position aufbauen. Striktes Money Management ist aber Pflicht.

Der MACD steht nach wie vor auf „Verkaufen“ und verläuft inzwischen im negativen Terrain. Hingegen sendet der DSS Bressert positive Divergenzen. Unter dem Strich würde ich wegen der Trendbewegung im DAX derzeit den Fokus auf den MACD legen, zumal der Oszillator zuletzt immer zuverlässige Signale lieferte.

 

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DAX testet die Unterkante des Kanals

Seit Mitte 2011 läuft das Aktienbarometer in einem rund 1500 Punkte breiten Aufwärtskanal. Zuletzt wurde die Untergrenze dieser Range während der Korrektur Mitte April angelaufen und bestätigt. Im Anschluss erholte sich der Markt, kletterte über die bisherigen Rekordhochs aus 2000 und 2007 und startete erneut in eine Konsolidierung. Die derzeit laufende Rückkehrbewegung ist vor allem an viel beachteten Marken wie der Region um die alten Rekordniveaus vollkommen normal und trendbestätigend zu werten – solange es nicht zu einem signifikanten Rücksetzer und damit Fehlausbruch kommt.

Allerdings mahnt die vergangene Handelswoche doch zur Vorsicht. Seit drei Wochen fällt die Bilanz für den DAX negativ aus. Besonders die lange schwarze Kerze der vergangenen Woche könnte sich als Vorbote einer Top-Bildung erweisen. Dafür spricht auch das Rebreak der alten Rekordhochs aus 2000 und 2007.

Aktuell bleibt die Prognose für den mittel- bis langfristigen Horizont noch auf neutral. Die Unterkante des Aufwärtskanals verläuft knapp unter der 200-Tage-Linie bei rund 7680 Punkten. Erst wenn der DAX diese wichtige Bastion sowie die horizontale Zone um 7450 per Wochenschluss unterschreitet, trübt sich die übergeordnete charttechnische Lage ein. Die Indikatoren deuten klar auf ein bearisches Szenario. Der DSS Bressert verläuft ausgehend vom überkauften Niveau fallend und lieferte kürzlich ein Verkaufssignal ab, das auch vom trendfolgenden MACD bestätigt wird. Die Wahrscheinlichkeit auf eine Fortsetzung der Korrektur ist unter dem Strich als erhöht einzuschätzen.

 

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Monatskerze weckt Zweifel am erfolgreichen Ausbruch

Im Monatschart hat die bisherige Korrektur ausgehend vom Rekordhoch bei 8558 Punkten noch keinen größeren Schaden angerichtet. Bleiben weitere Rücksetzer aus, sollte der DAX die seit 2000 und somit rund 13 Jahren anhaltende große Seitwärtsbewegung endlich nach oben hin auflösen und den „Deckel lüften“. Im Jahr 2007 scheiterte der Markt fast das gesamt Jahr hindurch an einem nachhaltigen Anstieg über das 2000er-Hoch, in 2011 zogen sich die Käufer bereits deutlich tiefer bei rund 7400 Punkten wieder zurück. Noch ist es aber zu früh, von einem nachhaltigen Ausbruch zu sprechen. Ein Monatsschluss unter der 8000er-Marke und damit auch unter den 2007er-Hochs würde berechtigte Zweifel aufkommen lassen.

Mittel- bis langfristig weist der Weg für den DAX aber aufwärts. Seit 2003 lässt sich eine Serie von steigenden Korrekturtiefs ausmachen. Zusammenfassend kann die Entwicklung seit der Jahrtausendwende somit auch als großes aufsteigendes Dreieck gewertet werden. Der Sprung in dreistellige Kursregionen an der 10.000er-Marke wäre nur eine Zwischenstation hin zu deutlich höheren Niveaus jenseits der 15.000. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Auch in dieser sehr langfristigen Betrachtung weisen die Indikatoren bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

 

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Posted in: Chart-Show, Indizes

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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