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DAX-Chartanalyse: Kritische Zone wird bald erreicht

Der Schlagabtausch zwischen Bullen und Bären geht in eine neue Woche. Sollten die Verluste anhalten, droht der langfristige Aufwärtskanal zu brechen. Die DAX-Chartanalyse für den 14. April 2014. 

Stundenanalyse:

Die Bilanz für die vergangenen fünf Handelstage fällt eindeutig aus. Mit einem Abschlag von 3,9 Prozent verzeichnete der DAX den größten Wochenverlust seit Juni 2013. Nach drei Wochen mit Kursgewinnen behielten erstmals wieder die Bären die Oberhand. Unter dem Strich korrigierte der Markt bisher rund 50 Prozent der März-Aufwärtsbewegung. Anders formuliert: Der bullische Impuls ist schwer angeschlagen, sollte aber noch nicht als beendet eingestuft werden. Von den 30 DAX-Aktien schafften nur die Papiere von VW mit 1,4 Prozent eine positive Wochenperformance. Kursverluste von mehr als sieben Prozent verzeichneten hingegen Daimler und Commerzbank, zugleich die schwächsten Aktien der vergangenen fünf Tage.

Zu Beginn der neuen Woche dürfte der DAX an die negative Entwicklung der Vorwoche anknüpfen. Schwache Vorgaben von der Wall Street (s. Chart des S&P 500) lassen den Index rund 0,9 Prozent tiefer bei 9230 erwarten. Mit dem neuen Verlaufstief trüben sich die kurzfristigen Aussichten weiter ein. Im hochaufgelösten Stundenchart sind die nächsten, eher als schwach einzuschätzenden Unterstützungen bei 9180 und um 9150 auszumachen. Hier verläuft auch die Unterkante des noch intakten Aufwärtskanals (s. Tagesanalyse). Spätestens wenn der DAX unter 9100 fallen sollte, dürfte eine neue Abwärtswelle mit Ziel Jahrestief um 8950 / 9000 starten.

Eine technische Erholung ist zwar jederzeit möglich, derzeit aber nicht zu erkennen. Erst wenn der DAX die ehemalige Unterstützung um 9370 bis 9400 wieder zurückerobert, bessern sich die Aussichten. Aber selbst eine Erholung bis 9600 ändert noch nichts an der kurzfristig bearischen Stimmung. Für neue Long-Engagements ist es somit noch  zu früh.

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DAXST1

 

Tagesanalyse:

Woche der Entscheidung

Die volatile Seitwärtsbewegung des DAX seit November vergangenen Jahres geht allmählich in ihre entscheidende Phase. Nachdem die Kurse zu Jahresbeginn noch die Oberkante des maßgeblichen Aufwärtskanals anliefen, steht seit einigen Wochen verstärkt die Südseite unter Druck. Während der Korrektur im März wurde die Gerade intraday bereits durchbrochen. Inzwischen ist die Unterkante weiter angestiegen und verläuft aktuell im Bereich um 9210. Die Marke ist wie alle charttechnischen Signalgeber nicht punktgenau zu beachten, sondern eher als eine Art Zone einzuordnen.

Aber selbst wenn der DAX den Kanal nach unten verlassen sollte, steht mit der in den vergangenen Monaten mehrfach bestätigten horizontalen Haltezone um 8950 / 9000 eine massive Bastion bereit, die den Abwärtsimpuls aufhalten sollte. Neben der 200-Tage-Linie verläuft hier auch das 38,2 Prozent Niveau der Aufwärtsbewegung seit Sommer vergangenen Jahres. Insgesamt handelt es sich somit um eine mittelfristige überaus relevante Zone, die unbedingt halten sollte.

Bestätigt der DAX in dieser Woche hingegen erneut die untere Kanalgrenze, ist mit einer erneuten Erholung bis 9700 / 9720 zu rechnen. Von den Indikatoren kommen noch  keine klaren Einstiegssignale. Der sensiblere DSS Brressert zeigte die laufende Korrektur erneut sehr frühzeitig an und notiert inzwischen im überverkauften Bereich. Hingegen wechselte im trendfolgenden MACD erst vor wenigen Tagen die Börsenampel auf Rot.

DAXT

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Wochenanalyse:

DAX-Kursziel 8150

Im langfristigen Wochenchart zeigt sich ebenfalls bereits deutlich die seit rund fünf Monaten anhaltende Konsolidierungsbewegung. Nachdem der DAX zu Jahresbeginn eine seit Anfang 2012 bestehende obere Aufwärtstrendlinie (dunkelgrün) vergeblich anlief, kam es zuletzt aufgrund der Seitwärtsbewegung zu mehreren Test der südlichen Begrenzung (hellgrün). Bisher nutzten Schnäppchenjäger die Rücksetzer zum Einstieg und bestätigten somit den übergeordneten Aufwärtsimpuls. Je geringer allerdings die anschließenden Erholungen ausfallen und je öfter der DAX die untere Aufwärtstrendlinie testet, desto höher die Wahrscheinlichkeit für einen Trendbruch. Zu einem bestimmten Zeitpunkt werden nicht mehr genügend Käufer an der Seitenlinie stehen und für eine Stabilisierung sorgen. Zugleich geben die bereits investierten Anleger irgendwann auf und veräußern wieder ihre Positionen, wenn sich das bullische Szenario nicht einstellt.

Sollte es zu einem Trendbruch kommen, stellt die 200-Tage-Linie zusammen mit der horizontalen Unterstützung um 9000 eine letzte wichtige Bastion dar. Erst wenn diese Zone nachhaltig unterschritten wird, trüben sich die Aussichten deutlich ein. Die Kursbewegungen des DAX in den vergangenen fünf Monaten oberhalb von 9000 wären dann als eine Top-Formation einzustufen, deren Höhe auf ein Korrekturpotential bis rund 8150 deuten würde. Exakt auf diesem Niveau liegen auch die Umkehrbewegungen aus 2000 und 2007 (s. auch Monatsanalyse).

Noch besteht aber die Chance auf eine Fortsetzung des Hausseimpulses. Für ein klares mittelfristiges Kaufsignal sollte der DAX aber mindestens über das Rekordhoch von 9800 ansteigen. Im positiven Fall lässt die dunkelgrüne Trendlinie Platz bis rund 10.220.

Chart

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Monatsanalyse:

Zwei Szenarien für die Zukunft

Im abgebildeten Monatschart seit 1960 wird vor allem die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000 deutlich. Nach dem Ausbruch aus einer rund 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung im Jahr 1983 zeigte der DAX bis zur Jahrtausendwende eine ausgeprägte Rally-Bewegung. Mit dem Platzen der Spekulationsblase wurde diese Aufwärtsbewegung in den vergangenen 13 Jahren konsolidiert. In dieser Zeit bildete der Deutsche Aktienindex deutlich steigende Bewegungstiefpunkte aus, was auf einen allmählich steigenden Kaufdruck deutet. Der Sprung über die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007 bei 8200 war somit nur eine Frage der Zeit. Der DAX löste ein sehr bullish aufsteigendes Dreieck nach oben hin auf, aus dem theoretisch Notierungen deutlich jenseits der 10.000er-Marke abgeleitet werden können.

Nach dem nun erfolgten Ausbruch sind zwei grundsätzliche Szenarien denkbar. Aufgrund der Bedeutung der Zone um 8200 wäre eine Rückkehrbewegung und somit ein Retest des Ausbruchsniveau nicht überraschend. Ein möglicher Wendepunkt könnte an der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 liegen. Ausgehend von einem kurzen Test der fünfstelligen Kursmarke wäre mit einer Korrektur bis in den Bereich von 8200 / 8500 zu rechnen, von dem aus dann eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erfolgen würde. Zugleich eröffnet sich Anlegern, die den Einstieg bisher verpassten, auf langfristige Sicht noch einmal eine gute Einstiegsgelegenheit.

In einem zweiten Szenario bleibt ein Test der Zone um 8200 von oben aus. Stattdessen läuft der Markt nach einer recht wahrscheinlichen Konsolidierung bei rund 10.000 weiter aufwärts. Neue Widerstände müssten sich erst noch herausbilden. Unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Rücksetzer unter das Ausbruchsniveau von 8200.

Auf Basis der Indikatoren wäre noch ein wenig Luft nach oben vorhanden. Beachten Sie vor allem den trendfolgenden MACD, der in den vergangenen 13 Jahren eigentlich recht zuverlässig die Wendepunkte beim DAX antizipierte. Allmählich erreicht der Signalgeber die Niveaus aus dem Jahr 2000 und 2007 (rote Linie).

DAXM

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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