banner ad
banner ad
By 13. Februar 2014 Read More →

DAX-Chartanalyse: Korrektur wäre sinnvoll

Der DAX steigt mit einem atemberaubenden Tempo, kein Widerstand scheint die Käufer derzeit aufzuhalten. Allerdings sollten die Bullen nicht zu sehr übertreiben, ansonsten droht eine negative Überraschung. Die DAX-Chartanalyse für den 13. Februar 2014.

Stundenanalyse:

Die Aufwärtsdynamik beim DAX blieb auch zur Wochenmitte ungebrochen hoch. Seit dem letzten Tief vor wenigen Tagen kletterte der Index um fünf Prozent. Auch der gestrige Tag startete erneut mit einer kleinen Aufwärtslücke, ein klares Zeichen für die Macht der Käuferseite. Zwischenzeitlich notierte der Markt mit 9594 sogar deutlich über der hier ausgegebenen wichtigen horizontalen Widerstandsmarke von 9550. Erst kurz vor Schluss kam etwas Verkaufsdruck auf und es blieb nur ein Aufschlag von 0,65 Prozent auf 9540. Damit wurde die Hürde um knapp 10 Punkte verfehlt. Im Tageschart bildete sich eine Kerze mit einem längeren Docht. Nicht gerade ein bullisches Zeichen an dieser doch wichtigen Handelsmarke, zumal wir uns aktuell auch an der Schwelle zum nächst höheren Rechteck befinden (s. auch Wissen: Rechtecke).

Zumindest das Handelsvolumen bleibt weiterhin hoch. Seit drei Tagen steigen die Umsätze auf Xetra, liegen aktuell mit 3,4 Mrd. Euro deutlich über dem 3-Monatsdurchschnitt von 3 Mrd. Euro und den 6-Monatsdurchschnitt von 2,9 Mrd. Euro. 25 von 30 Aktien legten am Mittwoch zu, unter den Verlierern waren nur Werte mit einer relativ kleinen Marktkapitalisierung zu finden (Beiersdorf, K+S, Henkel, Linde, RWE). Die richtungsweisenden Indexschwergewichte entwickelten sich aber ebenfalls nur unterdurchschnittlich.

Die Schwungkraft der vergangenen Tage stimmt grundsätzlich optimistisch, dass der DAX auch bald wieder das Rekordhoch anlaufen könnte. Vorbörsliche Indikationen sehen den Markt bei 9510. Gewinnmitnahmen sind aber ebenfalls jederzeit zu erwarten und wären auch gesund, um solide Absicherungen auf der Unterseite zu schaffen. An unmittelbaren Unterstützungen mangelt es nämlich derzeit. Sollte der Kurs unter 9500 und somit in die obere Aufwärtslücke zurückfallen, müssten weitere Verluste von rund 100 Punkten eingeplant werden. Um 9400 steigt die Markttiefe wieder deutlich an, zudem hätte der DAX hier 38 Prozent der Aufwärtsbewegung wieder korrigiert. Auch von der 21- und 55-Tage-Linie dürfte eine stützende Wirkung ausgehen. Mindestens ebenso wahrscheinlich ist auch eine Seitwärtsbewegung um 9500 / 9550. Bleiben hingegen die Käufer am Ball, liegt um 9620 noch eine kleine Hürde, noch schwächer dürfte der Bereich um 9670 sein. Darüber lockt das Rekordhoch bei knapp 9800.

DAXST1

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

 

Tagesanalyse:

Test verlief erfolgreich

Die erste kleinere Korrektur des Börsenjahres 2014 führte im kurz- bis mittelfristigen Chart noch nicht zu einem Bruch wichtiger Unterstützungen. Bereits oberhalb der als relevant einzuordnenden horizontalen Zone um 8950 / 9000 erfolgte in der Vorwoche eine technische Erholung (siehe dazu auch der Chartanalysen Online Trend Indikator).

Die vorgelagerten Käufe sind klar bullisch zu werten und deuten auf einen bestehenden Kaufdruck. Ein wirkliches klares Signal, dass der DAX wieder den übergeordnet intakten Aufwärtstrend aufnimmt, steht aber noch aus. Erst wenn wieder Kurse von 9550 / 9600 aufgerufen werden, übernehmen die Bullen das Zepter. Hier liegt die Grenze des nächst höheren Rechtecks (weiße Fläche). Bereits zum Jahreswechsel scheiterte der DAX bei einem ersten Aufwärtsimpuls an der Marke. Bis dahin liegt höchstens eine neutrale Ausgangslage innerhalb des übergeordneten Aufwärtstrends vor.

Kritisch wird es für den DAX hingegen erst, wenn die bisherigen Jahrestiefs unterboten werden und es zu einem Ausbruch unter den eingezeichneten unteren Aufwärtstrend bei derzeit knapp 9000 kommt. Zumindest die aktuell leicht überverkauften Indikatoren deutet eher auf das Lager der Bullen.

DAXT

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

 

 

Wochenanalyse:

Ober- und Unterziele sind abgesteckt

Seit dem letzten ernst zu nehmenden Crash im Sommer 2011 läuft der DAX in einer von nur kurzen Konsolidierungen gekennzeichneten Aufwärtsbewegung. Maßgeblich auf der Unterseite ist eine seit Herbst 2011 bestehende Aufwärtstrendlinie, die im Jahr 2013 mehrfach angelaufen und bestätigt wurde. Verstärkt wird die aktuell bei knapp 8990 verlaufende Gerade von der viel beachteten 200-Tage-Linie, die klar steigend im Bereich um 8720 notiert. Für den Deutschen Aktienmarkt bleiben die Aussichten auf der mittel- bis langfristigen Zeitebene  bullisch, solange der Markt über dem langfristigen Durchschnitt notiert. Ausgehend vom aktuellen Niveau könnte der DAX somit deutlich korrigieren, ohne das eine Neueinschätzung der übergeordneten langfristigen Perspektiven erforderlich wäre.

Aber auch Richtung Norden scheinen die Grenzen für die kommenden Wochen abgesteckt. Als Spielverderber für die Bullen erwies sich zuletzt eine seit Frühjahr 2012 bestehende Trendlinie, an der es seitdem mehrfach zu Gewinnmitnahmen kam. Erst wenn die Gerade überwunden ist, eröffnet sich für den DAX weiterer Spielraum. Mittelfristig ist aber ein Anstieg über 10.000 denkbar, denn die erwähnte obere Begrenzungslinie steigt bereits im März in fünfstellige Regionen.

Keine eindeutigen Signale kommen hingegen von den Indikatoren. Vor allem das Verkaufssignal im MACD spricht eigentlich gegen einen positiven Verlauf in den kommenden Monaten. Der Indikator steht zudem derzeit auf einem ähnlich erhöhten Niveau wie im Jahr 2000 und 2007, als der Markt ebenfalls ein Top ausbildete.

DAXW

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

 

 

Monatsanalyse:

Zwei Szenarien für die Zukunft

Im abgebildeten Monatschart seit 1960 wird vor allem die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000 deutlich. Nach dem Ausbruch aus einer rund 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung im Jahr 1983 zeigte der DAX bis zur Jahrtausendwende eine ausgeprägte Rally-Bewegung. Mit dem Platzen der Spekulationsblase wurde diese Aufwärtsbewegung in den vergangenen 13 Jahren konsolidiert. In dieser Zeit bildete der Deutsche Aktienindex deutlich steigende Bewegungstiefpunkte aus, was auf einen allmählich steigenden Kaufdruck deutet. Der Sprung über die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007 bei 8200 war somit nur eine Frage der Zeit.

Nach dem nun erfolgten Ausbruch sind zwei grundsätzliche Szenarien denkbar. Aufgrund der Bedeutung der Zone um 8200 wäre eine Rückkehrbewegung und somit ein Retest nicht überraschend. Ein möglicher Wendepunkt könnte an der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 liegen. Ausgehend von einem kurzen Test der fünfstelligen Kursmarke wäre mit einer Korrektur bis in den Bereich von 8200 / 8500 zu rechnen, von dem aus dann eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erfolgen würde. Zugleich eröffnet sich Anlegern, die den Einstieg bisher verpassten, auf langfristige Sicht noch einmal eine gute Einstiegsgelegenheit.

In einem zweiten Szenario bleibt ein Test der Zone um 8200 von oben aus. Stattdessen läuft der Markt nach einer recht wahrscheinlichen Konsolidierung bei rund 10.000 weiter aufwärts. Neue Widerstände müssten sich erst noch herausbilden. Unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Rücksetzer unter das Ausbruchsniveau von 8200.

Auf Basis der Indikatoren wäre noch ein wenig Luft nach oben vorhanden. Beachten Sie vor allem den trendfolgenden MACD, der in den vergangenen 13 Jahren eigentlich recht zuverlässig die Wendepunkte beim DAX antizipierte. Noch hat der Signalgeber nicht die Niveaus aus dem Jahr 2000 und 2007 erreicht (rote Linie).

DAXM

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

 

 

 

Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

Comments are closed.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch die weitere Nutzung der Seite www.chartanalysen-online.de stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.