DAX-Chartanalyse: Jogi punktet gegen den DAX

Nach den Gewinnen in den vergangenen beiden Tagen hat sich der Deutsche Aktienmarkt erneut eine gute Ausgangslage erarbeitet. Mehr aber auch nicht. Klare Marken auf der Ober- und Unterseite bieten Orientierung.        

Stundenanalyse:

Die gestrige EZB-Zinsentscheidung mit anschließender Pressekonferenz brachte leider kaum wesentliche Neuigkeiten und führte auch an den Aktienmärkten nur zu einer unwesentlichen Kursreaktion. Während beim Kampf um die WM-Plätze in der Truppe von Jogi Löw am Donnerstag eine erste Vorentscheidung gefallen ist, traut sich der DAX somit nach wie vor nicht aus der Deckung. Und so bleibt kurz vor dem Wochenende die ernüchternde Erkenntnis, dass die zähe Seitwärtsbewegung uns wohl auch in der kommenden Woche erhalten bleiben wird. Da zugleich die Agenda mit wichtigen Wirtschaftsterminen nur sehr dünn gefüllt ist, ist es derzeit fraglich, von welcher Seite der nötige Impuls kommen könnten. Als wesentlicher Unsicherheitsfaktor bleibt natürlich die Lage in der Ukraine. Am Sonntag soll nach wie vor das Referendum über eine Abspaltung durchgeführt werden, entsprechend vorsichtig dürften sich die Akteure heute verhalten.

Dazu passt auch die technische Ausgangslage. Am Donnerstag kletterte der DAX um 0,9 Prozent und steht mit 9607 an einer ersten Widerstandszone, die aus den Umkehrpunkten der vergangenen Wochen abgeleitet werden kann. Nach wie vor gilt aber die Serie fallender Hochpunkte. Seit Anfang Mai liegt jedes neue Top unter dem vorherigen. Ein negatives Signal, das den Bären Mut machen wird. Zudem wird der DAX rund eine Stunde vor Handelsbeginn tiefer gesehen, Broker taxieren den Markt bei 9570.

Der Ausblick für den heutigen Tag fällt daher knapp aus. Jede Kursbewegung zwischen 9400 bis 9650 ist neutral und willkürlich. Bei einem Rücksetzer bis auf 9400 können mutige Trader auf eine erneute Erholung setzen. Dabei sollte aber zwingend eine enge Absicherung erfolgen, die Marke von 9350 bietet sich an. Fällt der DAX tiefer, drohen Verluste bis an die Kanalunterkante bei 9270. Richtung Norden lauert der erste Widerstand um 9650, darüber liegen die massiven Barrieren um 9700 / 9720. Erst wenn der DAX auch oberhalb von 9720 oder besser noch 9800 gekauft wird, dürfte ein kräftiger Impuls einsetzen.

DAXST1

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Tagesanalyse:

Ausbruch oder erneuter Rückfall?

Die volatile Seitwärtsbewegung des DAX seit November vergangenen Jahres geht allmählich in ihre entscheidende Phase. Im Tageschart der vergangenen Monate spitzt sich die Situation für den Deutschen Aktienindex zu. Während die Käufer seit Februar am Kursbereich um 9700 / 9720 bereits mehrfach scheiterten, hielt bisher die untere Begrenzung des Aufwärtskanals jedem Angriff der Verkäufer Stand.

In den kommenden Wochen wird aber eine der beiden Marken brechen. Denn die südliche Extremzone der Range steigt immer weiter an und verläuft Ende Mai bereits im Bereich um 9500. Entweder kommt es zum Trendbruch und der DAX liefert ein Schwächesignal, oder der Deckel auf der Oberseite wird gelüftet.

Im negativen Fall dürften sich zügig weitere kurzfristig ausgerichtete Anleger aus dem Markt verabschieden und den Abwärtsdruck verschärfen. Eine schnelle Korrektur bis mindestens an die mittelfristig richtungsweisende Unterstützung mit der 200-Tage-Linie um 8950 / 9000 wäre zu erwarten.

Erfolgt hingegen der Sprung über die 9700, stellt das Rekordhoch nur eine psychologische Hürde dar. Fünfstellige Kurse dürften nur eine Frage der Zeit sein.

Welches Szenario wahrscheinlicher ist, lässt sich derzeit noch nicht seriös beantworten. Das nach wie vor bestehende Verkaufssignal im MACD auf Wochenbasis deutet aber eher auf die bearische Alternative.

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Wochenanalyse:

8150 oder 10.300

Im langfristigen Wochenchart zeigt sich ebenfalls bereits deutlich die seit rund fünf Monaten anhaltende Konsolidierungsbewegung. Nachdem der DAX zu Jahresbeginn eine seit Anfang 2012 bestehende obere Aufwärtstrendlinie (dunkelgrün) vergeblich anlief, kam es zuletzt aufgrund der Seitwärtsbewegung zu mehreren Test der südlichen Begrenzung (hellgrün). Bisher nutzten Schnäppchenjäger die Rücksetzer zum Einstieg und bestätigten somit den übergeordneten Aufwärtsimpuls. Je geringer allerdings die anschließenden Erholungen ausfallen und je öfter der DAX die untere Aufwärtstrendlinie testet, desto höher die Wahrscheinlichkeit für einen Trendbruch. Zu einem bestimmten Zeitpunkt werden nicht mehr genügend Käufer an der Seitenlinie stehen und für eine Stabilisierung sorgen. Zugleich geben die bereits investierten Anleger irgendwann auf und veräußern wieder ihre Positionen, wenn sich das bullische Szenario nicht einstellt.

Sollte es zu einem Trendbruch kommen, stellt die 200-Tage-Linie zusammen mit der horizontalen Unterstützung um 9000 eine letzte wichtige Bastion dar. Erst wenn diese Zone nachhaltig unterschritten wird, trüben sich die Aussichten deutlich ein. Die Kursbewegungen des DAX in den vergangenen fünf Monaten oberhalb von 9000 wären dann als eine Top-Formation einzustufen, deren Höhe auf ein Korrekturpotential bis rund 8150 deuten würde (s. rote Markierungen). Exakt auf diesem Niveau liegen auch die Umkehrbewegungen aus 2000 und 2007 (s. auch Monatsanalyse).

Noch ist aber das entscheidende Verkaufssignal nicht gegeben. Bis dahin bleibt eine Fortsetzung des Hausseimpulses wahrscheinlicher. Für ein klares mittelfristiges Kaufsignal sollte der DAX aber mindestens über das Rekordhoch von 9800 ansteigen. Im positiven Fall lässt die dunkelgrüne Trendlinie Platz bis rund 10.300.

DAXW

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Monatsanalyse:

Zwei Szenarien für die Zukunft

Im abgebildeten Monatschart seit 1960 wird vor allem die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000 deutlich. Nach dem Ausbruch aus einer rund 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung im Jahr 1983 zeigte der DAX bis zur Jahrtausendwende eine ausgeprägte Rally-Bewegung. Mit dem Platzen der Spekulationsblase wurde diese Aufwärtsbewegung in den vergangenen 13 Jahren konsolidiert. In dieser Zeit bildete der Deutsche Aktienindex deutlich steigende Bewegungstiefpunkte aus, was auf einen allmählich steigenden Kaufdruck deutet. Der Sprung über die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007 bei 8200 war somit nur eine Frage der Zeit. Der DAX löste ein sehr bullish aufsteigendes Dreieck nach oben hin auf, aus dem theoretisch Notierungen deutlich jenseits der 10.000er-Marke abgeleitet werden können.

Nach dem nun erfolgten Ausbruch sind zwei grundsätzliche Szenarien denkbar. Aufgrund der Bedeutung der Zone um 8200 wäre eine Rückkehrbewegung und somit ein Retest des Ausbruchsniveau nicht überraschend. Ein möglicher Wendepunkt könnte an der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 liegen. Ausgehend von einem kurzen Test der fünfstelligen Kursmarke wäre mit einer Korrektur bis in den Bereich von 8200 / 8500 zu rechnen, von dem aus dann eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erfolgen würde. Zugleich eröffnet sich Anlegern, die den Einstieg bisher verpassten, auf langfristige Sicht noch einmal eine gute Einstiegsgelegenheit.

In einem zweiten Szenario bleibt ein Test der Zone um 8200 von oben aus. Stattdessen läuft der Markt nach einer recht wahrscheinlichen Konsolidierung bei rund 10.000 weiter aufwärts. Neue Widerstände müssten sich erst noch herausbilden. Unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Rücksetzer unter das Ausbruchsniveau von 8200.

Auf Basis der Indikatoren wäre noch ein wenig Luft nach oben vorhanden. Beachten Sie vor allem den trendfolgenden MACD, der in den vergangenen 13 Jahren eigentlich recht zuverlässig die Wendepunkte beim DAX antizipierte. Allmählich erreicht der Signalgeber die Niveaus aus dem Jahr 2000 und 2007 (rote Linie).

DAXM

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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