DAX-Chartanalyse: Jetzt müssen die Käufer aktiv bleiben, sonst…

In der vergangenen Woche dominierten neben der Krise in der Ukraine mit der Fed-Entscheidung und den US-Arbeitsmarktdaten zwei wichtige Termine den Handel. Ab heute dürften wieder verstärkt charttechnische Marken die Richtung vorgeben.     

Stundenanalyse:

Der April spiegelte recht gut auch das bisherige Börsenjahr 2014 wider. Mit einem minimalen Aufschlag von rund einem halben Prozent tendierte der DAX unter dem Strich nur seitwärts. Eine klare Bewegung ist im kurz- bis mittelfristigen Zeithorizont noch nicht zu erkennen, es gibt zahlreiche Gründe für weiter steigende aber auch für fallende Kurse. Zumindest die Vorwochenbilanz mit einem Gewinn von 1,6 Prozent spielt ein wenig den Bullen in die Karten. Eine Entscheidung steht aber nach wie vor aus.

Wie lange die Lethargie seit dem Jahreswechsel noch anhalten wird, kann derzeit nicht bestimmt werden. Fest steht nur, dass wir in den kommenden Wochen zumindest einige Vorentscheidungen sehen werden, sollte der Markt nicht auf der Ober- oder Unterseite der Trading-Range 8950 bis 9720 ausbrechen. Wie in der Tagesanalyse beschrieben steigt die untere Begrenzung des Aufwärtskanals weiter an und verläuft bald im Bereich um rund 9500. Auf der Oberseite begrenzt die horizontale Hürde um 9700. Die „erlaubte“ Spanne für den DAX wird somit stetig geringer, ein Ausbruch ist nur eine Frage der Zeit.

Unter der Lupe betrachtet zeigt der Stundenchart die nächsten Unterstützungen bei rund 9530 / 9540. Zum Auftakt bleibt die Marke im Blickpunkt, Broker taxieren den Index bei 9545. Sollte das Niveau behauptet werden, liegt die nächste Hürde unverändert bei 9650. Wirklich entscheidend ist aber erst das Kursverhalten bei 9700 / 9720. Erst wenn die Käufer auch noch darüber dominant bleiben, wäre ein frisches Einstiegssignal vorhanden.

Fällt der DAX hingegen zurück, liegt um 9500 (21-Tage-Linie) ein weiterer Auffangbereich, ehe mit einem Test der als wichtiger einzuschätzenden Zone um 9370 / 9400 zu rechnen wäre. Kurse unter 9350 und somit ein neues Schwächesignal halte ich für den heutigen Tag eher für unwahrscheinlich.

DAXST1

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Tagesanalyse:

Ausbruch oder erneuter Rückfall?

Die volatile Seitwärtsbewegung des DAX seit November vergangenen Jahres geht allmählich in ihre entscheidende Phase. Im Tageschart der vergangenen Monate spitzt sich die Situation für den Deutschen Aktienindex zu. Während die Käufer seit Februar am Kursbereich um 9700 / 9720 bereits mehrfach scheiterten, hielt bisher die untere Begrenzung des Aufwärtskanals jedem Angriff der Verkäufer Stand.

In den kommenden Wochen wird aber eine der beiden Marken brechen. Denn die südliche Extremzone der Range steigt immer weiter an und verläuft Ende Mai bereits im Bereich um 9500. Entweder kommt es zum Trendbruch und der DAX liefert ein Schwächesignal, oder der Deckel auf der Oberseite wird gelüftet.

Im negativen Fall dürften sich zügig weitere kurzfristig ausgerichtete Anleger aus dem Markt verabschieden und den Abwärtsdruck verschärfen. Eine schnelle Korrektur bis mindestens an die mittelfristig richtungsweisende Unterstützung mit der 200-Tage-Linie um 8950 / 9000 wäre zu erwarten.

Erfolgt hingegen der Sprung über die 9700, stellt das Rekordhoch nur eine psychologische Hürde dar. Fünfstellige Kurse dürften nur eine Frage der Zeit sein.

Welches Szenario wahrscheinlicher ist, lässt sich derzeit noch nicht seriös beantworten. Das nach wie vor bestehende Verkaufssignal im MACD auf Wochenbasis deutet aber eher auf die bearische Alternative.

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Wochenanalyse:

8150 oder 10.300

Im langfristigen Wochenchart zeigt sich ebenfalls bereits deutlich die seit rund fünf Monaten anhaltende Konsolidierungsbewegung. Nachdem der DAX zu Jahresbeginn eine seit Anfang 2012 bestehende obere Aufwärtstrendlinie (dunkelgrün) vergeblich anlief, kam es zuletzt aufgrund der Seitwärtsbewegung zu mehreren Test der südlichen Begrenzung (hellgrün). Bisher nutzten Schnäppchenjäger die Rücksetzer zum Einstieg und bestätigten somit den übergeordneten Aufwärtsimpuls. Je geringer allerdings die anschließenden Erholungen ausfallen und je öfter der DAX die untere Aufwärtstrendlinie testet, desto höher die Wahrscheinlichkeit für einen Trendbruch. Zu einem bestimmten Zeitpunkt werden nicht mehr genügend Käufer an der Seitenlinie stehen und für eine Stabilisierung sorgen. Zugleich geben die bereits investierten Anleger irgendwann auf und veräußern wieder ihre Positionen, wenn sich das bullische Szenario nicht einstellt.

Sollte es zu einem Trendbruch kommen, stellt die 200-Tage-Linie zusammen mit der horizontalen Unterstützung um 9000 eine letzte wichtige Bastion dar. Erst wenn diese Zone nachhaltig unterschritten wird, trüben sich die Aussichten deutlich ein. Die Kursbewegungen des DAX in den vergangenen fünf Monaten oberhalb von 9000 wären dann als eine Top-Formation einzustufen, deren Höhe auf ein Korrekturpotential bis rund 8150 deuten würde (s. rote Markierungen). Exakt auf diesem Niveau liegen auch die Umkehrbewegungen aus 2000 und 2007 (s. auch Monatsanalyse).

Noch ist aber das entscheidende Verkaufssignal nicht gegeben. Bis dahin bleibt eine Fortsetzung des Hausseimpulses wahrscheinlicher. Für ein klares mittelfristiges Kaufsignal sollte der DAX aber mindestens über das Rekordhoch von 9800 ansteigen. Im positiven Fall lässt die dunkelgrüne Trendlinie Platz bis rund 10.300.

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Monatsanalyse:

Zwei Szenarien für die Zukunft

Im abgebildeten Monatschart seit 1960 wird vor allem die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000 deutlich. Nach dem Ausbruch aus einer rund 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung im Jahr 1983 zeigte der DAX bis zur Jahrtausendwende eine ausgeprägte Rally-Bewegung. Mit dem Platzen der Spekulationsblase wurde diese Aufwärtsbewegung in den vergangenen 13 Jahren konsolidiert. In dieser Zeit bildete der Deutsche Aktienindex deutlich steigende Bewegungstiefpunkte aus, was auf einen allmählich steigenden Kaufdruck deutet. Der Sprung über die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007 bei 8200 war somit nur eine Frage der Zeit. Der DAX löste ein sehr bullish aufsteigendes Dreieck nach oben hin auf, aus dem theoretisch Notierungen deutlich jenseits der 10.000er-Marke abgeleitet werden können.

Nach dem nun erfolgten Ausbruch sind zwei grundsätzliche Szenarien denkbar. Aufgrund der Bedeutung der Zone um 8200 wäre eine Rückkehrbewegung und somit ein Retest des Ausbruchsniveau nicht überraschend. Ein möglicher Wendepunkt könnte an der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 liegen. Ausgehend von einem kurzen Test der fünfstelligen Kursmarke wäre mit einer Korrektur bis in den Bereich von 8200 / 8500 zu rechnen, von dem aus dann eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erfolgen würde. Zugleich eröffnet sich Anlegern, die den Einstieg bisher verpassten, auf langfristige Sicht noch einmal eine gute Einstiegsgelegenheit.

In einem zweiten Szenario bleibt ein Test der Zone um 8200 von oben aus. Stattdessen läuft der Markt nach einer recht wahrscheinlichen Konsolidierung bei rund 10.000 weiter aufwärts. Neue Widerstände müssten sich erst noch herausbilden. Unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Rücksetzer unter das Ausbruchsniveau von 8200.

Auf Basis der Indikatoren wäre noch ein wenig Luft nach oben vorhanden. Beachten Sie vor allem den trendfolgenden MACD, der in den vergangenen 13 Jahren eigentlich recht zuverlässig die Wendepunkte beim DAX antizipierte. Allmählich erreicht der Signalgeber die Niveaus aus dem Jahr 2000 und 2007 (rote Linie).

DAXM

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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