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DAX-Chartanalyse: Indexschwergewichte wie BASF und Bayer müssen gekauft werden

Nach wie vor zeigen die Anleger viel Respekt vor dem bisherigen Rekordhoch. Eine Richtungsentscheidung rückt langsam näher. Die DAX-Chartanalyse für den 26. Februar 2014. 

Stundenanalyse:

Der DAX liefert knapp unter dem bisherigen Allzeithoch nach wie vor keine überzeugende Vorstellung ab. Gestern hatten die Bullen eine gute Gelegenheit für einen nachhaltigen Ausbruch aus der seit Tagen anhaltenden Seitwärtsbewegung. Anschlusskäufe blieben aber aus, stattdessen setzten leichte Gewinnmitnahmen ein. Erst kurz vor der Schlussglocke spurtete der DAX noch einmal bis an die 9710er-Marke, ein neues Bewegungshoch blieb den Bullen aber versagt.

Auch unter der Oberfläche sieht es nicht besser aus. 16 Indexwerte verzeichneten Kursgewinne, unter den richtungsweisenden Indexschwergewichten waren aber nur die Papiere von Siemens gefragt. SAP und Allianz tendierten unverändert, BASF und Bayer wurden verkauft. Gut lief es nur für Aktien, die aufgrund ihrer vergleichsweise kleinen Marktkapitalisierung ohnehin nur einen eher schwachen Einfluss auf die Preisbildung des DAX haben. VW zeigten nach dem Ausverkauf eine technische Erholung, auch das Handelsvolumen lag mit 300 Mio. Euro auf Xetra noch deutlich über dem 3-Monatsdurchschnitt von 170 Mio. Euro. Insgesamt handeln derzeit 80 Prozent der DAX-Aktien über ihrem 21-Tage-Durchschnitt, ein recht hoher Wert. Vergangene Woche lag die Quote zeitweise bei 90 Prozent, dass Fundament beginnt ein wenig zu bröckeln. Attraktive Einstiegschancen liegen somit nicht vor. Erst wenn nur noch 10 bis 20 Prozent der Blue Chips über dem kurzfristigen Signalgeber notieren, ist das Chance-Risiko-Verhältnis deutlich interessanter.

Übergeordnet ist der Trend beim DAX unverändert aufwärts gerichtet. Dieser positive Effekt aus der übergeordneten Zeitebene spricht grundsätzlich für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung seit Anfang Februar. Allerdings müssen die Käufer nun auch langsam liefern, ansonsten könnte die Stimmung sehr schnell kippen. Denn nach wie vor eroberte der Aktienmarkt noch nicht das Hoch von Mitte Januar zurück, der Chart zeigt einen tieferen Hochpunkt. Auch die relative Schwäche gegenüber den US-Indizes – der S&P 500 steht am Rekordhoch – spricht nicht für die DAX-Bullen.

Der DAX sollte nun zügig über 9710 klettern und das erhöhte Niveau auch bis zum Handelsschluss verteidigen. Leichte Widerstände sind bis 9750 zu erkennen, spätestens darüber dürfte ein Spurt bis an das Rekordhoch bei 9800 erfolgen. Innerhalb der Zone 9600 bis 9700 haben die Bullen leichte Vorteile. Fällt der DAX hingegen unter 9600, wendet sich  das Blatt und ein erneuter Anlauf bis in die Region um 9500 wäre zu erwarten.

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Tagesanalyse:

Rally auf dünnem Fundament

Wie bereits im vergangenen Jahr zeigt der Markt auch in den ersten Wochen des Börsenjahres 2014 ein ähnliches Kursverhalten: Korrekturen werden sehr zügig wieder aufgeholt Chartanalysen Online Trend Indikator). Die zügigen Kurserholungen sind ein deutlicher Hinweis auf eine weiterhin große Nachfrage von Anlegern, die noch nicht oder zu gering im Markt investiert sind. Jeder Kursrücksetzer wird als Chance genutzt, auf den fahrenden Börsen-Express aufzuspringen. Vor allem auch zu Jahresbeginn gilt es, nicht schon frühzeitig in einen Performance-Rückstand zu geraten. Solange dieser kurstreibende Faktor Gültigkeit hat, sind länger andauernde Korrekturen eher unwahrscheinlich.

Allerdings reichte die noch laufende zweite Erholung bisher nicht aus, den DAX auch über das erste Hoch von Mitte Januar zu hieven. Im Chart bleibt ein tieferer Hochpunkt, der ein kleines bearishes Signal darstellt. Auch das Umsatzvolumen fällt seit zwei Wochen eher unterdurchschnittlich aus. Es drängt sich ein wenig der Verdacht auf, dass die jüngste Erholung überwiegend von spekulativen Anlegern getragen wurde, die sich auch schnell wieder aus dem Markt verabschieden, wenn die erhofften Kursgewinne nicht eintreten.

Für ein klares Einstiegssignal müsste der DAX mindestens über das bisherige Rekordhoch bei knapp 9800 steigen. Bis an die Kombination aus 21- und 55-Tage-Linie um 9400 ist das Bild eher bullish zu interpretieren, darunter haben die Bären leichte Vorteile. Kritisch wird es aber erst, wenn Kurse unter 9000 aufgerufen werden. Hier verläuft eine wichtige horizontale Unterstützung sowie die Untergrenze des maßgeblichen Aufwärtskanals.

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Wochenanalyse:

Kanalgrenzen geben Potential vor

Seit dem letzten ernst zu nehmenden Crash im Sommer 2011 läuft der DAX in einer von nur kurzen Konsolidierungen gekennzeichneten Aufwärtsbewegung. Maßgeblich auf der Unterseite ist eine seit Herbst 2011 bestehende Aufwärtstrendlinie, die im Jahr 2013 mehrfach angelaufen und bestätigt wurde (hellgrüne untere Linie). Verstärkt wird die aktuell bei 9050 verlaufende Gerade von der viel beachteten 200-Tage-Linie, die klar steigend im Bereich um 8785 notiert. Für den Deutschen Aktienmarkt bleiben die Aussichten auf der mittel- bis langfristigen Zeitebene  bullisch, solange sich der Markt über dem langfristigen Durchschnitt behaupten kann. Ausgehend vom aktuellen Niveau könnte der Deutsche Aktienmarkt somit deutlich korrigieren, ohne das eine Neueinschätzung der übergeordneten langfristigen Perspektiven erforderlich wäre.

Aber auch Richtung Norden scheinen die Grenzen für die kommenden Wochen abgesteckt. Als Spielverderber für die Bullen erwies sich zuletzt eine seit Frühjahr 2012 bestehende Trendlinie (dunkelgrüne Linie), an der es seitdem mehrfach zu Gewinnmitnahmen kam. Erst wenn die bei gut 10.000 verlaufende Gerade überwunden ist, eröffnet sich für den DAX weiterer Spielraum.

Eher Gegenwind kommt derzeit von den Indikatoren. Vor allem das Verkaufssignal im MACD spricht eigentlich gegen einen positiven Verlauf in den kommenden Monaten. Der Indikator steht zudem derzeit auf einem ähnlich erhöhten Niveau wie im Jahr 2000 und 2007, als der Markt ebenfalls ein Top ausbildete.

 

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Monatsanalyse:

Zwei Szenarien für die Zukunft

Im abgebildeten Monatschart seit 1960 wird vor allem die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000 deutlich. Nach dem Ausbruch aus einer rund 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung im Jahr 1983 zeigte der DAX bis zur Jahrtausendwende eine ausgeprägte Rally-Bewegung. Mit dem Platzen der Spekulationsblase wurde diese Aufwärtsbewegung in den vergangenen 13 Jahren konsolidiert. In dieser Zeit bildete der Deutsche Aktienindex deutlich steigende Bewegungstiefpunkte aus, was auf einen allmählich steigenden Kaufdruck deutet. Der Sprung über die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007 bei 8200 war somit nur eine Frage der Zeit.

Nach dem nun erfolgten Ausbruch sind zwei grundsätzliche Szenarien denkbar. Aufgrund der Bedeutung der Zone um 8200 wäre eine Rückkehrbewegung und somit ein Retest nicht überraschend. Ein möglicher Wendepunkt könnte an der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 liegen. Ausgehend von einem kurzen Test der fünfstelligen Kursmarke wäre mit einer Korrektur bis in den Bereich von 8200 / 8500 zu rechnen, von dem aus dann eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erfolgen würde. Zugleich eröffnet sich Anlegern, die den Einstieg bisher verpassten, auf langfristige Sicht noch einmal eine gute Einstiegsgelegenheit.

In einem zweiten Szenario bleibt ein Test der Zone um 8200 von oben aus. Stattdessen läuft der Markt nach einer recht wahrscheinlichen Konsolidierung bei rund 10.000 weiter aufwärts. Neue Widerstände müssten sich erst noch herausbilden. Unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Rücksetzer unter das Ausbruchsniveau von 8200.

Auf Basis der Indikatoren wäre noch ein wenig Luft nach oben vorhanden. Beachten Sie vor allem den trendfolgenden MACD, der in den vergangenen 13 Jahren eigentlich recht zuverlässig die Wendepunkte beim DAX antizipierte. Noch hat der Signalgeber nicht die Niveaus aus dem Jahr 2000 und 2007 erreicht (rote Linie).

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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