DAX-Chartanalyse: Hammer könnte Wende einleiten

Den ersten Angriff der Verkäufer haben die DAX-Bullen abgewehrt. Noch ist aber nicht entschieden, ob es sich aktuell nur um eine kurze Konsolidierung oder eine größere Korrektur handelt. Die DAX-Chartanalyse für den 9. April 2014. 

Stundenanalyse:

Die gestrige Schlussbilanz von minus 0,2 Prozent täuscht ein wenig über den zwischenzeitlichen Kursverlauf hinweg. Zeitweise mussten die DAX-Bullen um den kurzfristigen Aufwärtstrend bangen. Nach einer behaupteten Eröffnung sackte der Markt gegen Mittag bis an die richtungsweisende Zone um 9370 bis 9400 ab. Die massive Unterstützungszone lockte aber genügend Schnäppchenjäger an, die anschließend eine Erholung einleiteten.

Im Tageschart bildete sich ein Hammer aus. Diese Ein-Kerzen-Formation ist besonders dann als bullisch einzuordnen, wenn sich der Markt in einer Korrektur während eines intakten Aufwärtstrends befindet. Sollte der heutige Schlusskurs über dem gestrigen Niveau liegen, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Umkehr auf rund 90 Prozent. Der heutige Tagestendenz ist somit richtungsweisend für den kurzfristigen Zeitraum.

Bisher korrigierte der DAX rund 38 Prozent der vorherigen Aufwärtsbewegung, was kein Grund zur Sorge ist. Auf Basis der Fibonacci-Technik wäre der Impuls sogar erst beendet, wenn das 61er-Niveau bei 9210 unterschritten wird. Die am Dienstag erfolgte Stabilisierung im Bereich um 9400 ist somit vorerst bullisch zu interpretieren. Wichtig ist allerdings, dass der DAX nicht weiter zurückfällt. Sollten Kurse von 9350 und weniger aufgerufen werden, dreht die kurzfristige Einschätzung auf Neutral.

Zumindest die vorbörslichen Indikationen deuten auf einen ruhigen Handelsauftakt, Broker sehen den DAX etwas tiefer bei 9485. Sollte eine Erholung einsetzen, liegt eine erste potentielle Hürde um 9550. Die ehemalige Unterstützung könnte sich nun als Widerstand herausstellen. Knapp darüber bei 9600 beginnt eine Abwärtslücke, die am Montag gerissen wurde. Steigen die Kurse weiter, rückt erneut die zähe Widerstandszone bis 9720 in den Fokus. Bereits im Februar und zuletzt Anfang April ging des DAX-Bullen hier die Luft aus. Kaufenswert erscheint der Markt erst oberhalb von 9720 sowie 9800.

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Tagesanalyse:

Keine klare Ausgangslage

Nach den deutlichen Verlusten in der ersten März-Hälfte steht der DAX erneut im Bereich um 9600 / 9700. Hier wird sich nun entscheiden, wie nachhaltig der jüngste Aufwärtsimpuls wirklich ist. Bereits im Februar scheiterten die Käufer rund zwei Wochen lang an der Hürde um 9700. Auch jetzt dürften es die Bullen schwer haben, im ersten Versuch die Barriere zu nehmen. Anleger, die Mitte Februar eingestiegen sind und beim Rücksetzer bis unter 9000 investiert blieben, nutzen die Erholung zum Ausstieg auf Einstandskurs. Auf der anderen Seite dürften mutige Trader nach Kursgewinnen von rund acht Prozent in gut zwei Wochen Gewinne realisieren oder die Positionen eng absichern. Beides zusammen spricht eher gegen eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung und somit neue Rekordhochs. Neue, klare Kaufsignale liefert der DAX somit erst bei einem Anstieg über 9800. Auch von den Indikatoren erfährt der Index derzeit keinen Rückenwind mehr. Der MACD steht noch auf Kaufen, hingegen hat der sensiblere DSS Bressert bereits die obere Extremzone erreicht und signalisiert eine Überhitzung.

Eine erste erwähnenswerte Unterstützung liegt wie bereits in der Stundenanalyse erwähnt im Bereich um 9370. Die Unterseite des maßgeblichen Aufwärtskanals verläuft aktuell bei 9160 und somit bereist deutlich oberhalb der wichtigen, horizontalen Unterstützungszone um 8950 / 9000. Hier verlaufen zudem die 200-Tage-Linie und das 38 Prozent-Niveau der Aufwärtsbewegung seit Sommer 2013. Erst wenn dieser Bereich unterschritten wird, dreht die mittelfristige Trend auf abwärts.

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Wochenanalyse:

DAX prallt von Kanalgrenze erneut ab

Seit dem letzten ernst zu nehmenden Crash im Sommer 2011 läuft der DAX in einer von nur kurzen Konsolidierungen gekennzeichneten Aufwärtsbewegung. Maßgeblich auf der Unterseite ist eine seit Herbst 2011 bestehende Haussegerade, die im Jahr 2013 mehrfach angelaufen und bestätigt wurde (hellgrüne untere Linie; s. auch Tageschart). Auch der jüngste Anlauf Mitte März verlief erfolgreich. Zusammen mit der bei rund 8920 verlaufenden  viel beachteten 200-Tage-Linie stellt der Bereich um 9000 eine massive Bastion der Käufer dar. Solange der DAX dieses Niveau behauptet, bleiben die Aussichten auf der mittel- bis langfristigen Zeitebene  bullisch.

Auf der Oberseite ist nach der jüngsten Konsolidierungsbewegung zunächst etwas Platz vorhanden. In den vergangenen Wochen kletterte die obere, dunkelgrün eingezeichnete Aufwärtstrendlinie weiter Richtung Norden und lässt dem Markt Luft bis ungefähr 10.250. Die runde 10.000er-Schwelle könnte also vom DAX genommen werden, ohne das die Trendlinie überwunden werden muss. Gegenüber der Ausgangssituation zu Jahresbeginn eine deutliche Erleichterung für die Käufer.

Eher Gegenwind kommt derzeit von den Indikatoren. Seit Ende Januar sendet der trendfolgende MACD ein Verkaufssignal und liefert ein Argument für eher schwache Notierungen in den kommenden Wochen. Der Indikator steht zudem derzeit auf einem ähnlich erhöhten Niveau wie im Jahr 2000 und 2007, als der Markt ebenfalls ein Top ausbildete.

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Monatsanalyse:

Zwei Szenarien für die Zukunft

Im abgebildeten Monatschart seit 1960 wird vor allem die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000 deutlich. Nach dem Ausbruch aus einer rund 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung im Jahr 1983 zeigte der DAX bis zur Jahrtausendwende eine ausgeprägte Rally-Bewegung. Mit dem Platzen der Spekulationsblase wurde diese Aufwärtsbewegung in den vergangenen 13 Jahren konsolidiert. In dieser Zeit bildete der Deutsche Aktienindex deutlich steigende Bewegungstiefpunkte aus, was auf einen allmählich steigenden Kaufdruck deutet. Der Sprung über die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007 bei 8200 war somit nur eine Frage der Zeit. Der DAX löste ein sehr bullish aufsteigendes Dreieck nach oben hin auf, aus dem theoretisch Notierungen deutlich jenseits der 10.000er-Marke abgeleitet werden können.

Nach dem nun erfolgten Ausbruch sind zwei grundsätzliche Szenarien denkbar. Aufgrund der Bedeutung der Zone um 8200 wäre eine Rückkehrbewegung und somit ein Retest des Ausbruchsniveau nicht überraschend. Ein möglicher Wendepunkt könnte an der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 liegen. Ausgehend von einem kurzen Test der fünfstelligen Kursmarke wäre mit einer Korrektur bis in den Bereich von 8200 / 8500 zu rechnen, von dem aus dann eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erfolgen würde. Zugleich eröffnet sich Anlegern, die den Einstieg bisher verpassten, auf langfristige Sicht noch einmal eine gute Einstiegsgelegenheit.

In einem zweiten Szenario bleibt ein Test der Zone um 8200 von oben aus. Stattdessen läuft der Markt nach einer recht wahrscheinlichen Konsolidierung bei rund 10.000 weiter aufwärts. Neue Widerstände müssten sich erst noch herausbilden. Unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Rücksetzer unter das Ausbruchsniveau von 8200.

Auf Basis der Indikatoren wäre noch ein wenig Luft nach oben vorhanden. Beachten Sie vor allem den trendfolgenden MACD, der in den vergangenen 13 Jahren eigentlich recht zuverlässig die Wendepunkte beim DAX antizipierte. Allmählich erreicht der Signalgeber die Niveaus aus dem Jahr 2000 und 2007 (rote Linie).

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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