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DAX-Chartanalyse: Gibt die Commerzbank oder die Deutsche Bank die Richtung vor?

Der DAX hat endlich die enge Handelsspanne der vergangenen Tage verlassen. Doch eine Weichenstellung steht noch aus. Unter der Oberfläche ist ein Indikator bereits auf einen Extremwert gestiegen. Die DAX-Chartanalyse für den 21. Februar 2014.

Stundenanalyse:

So mancher Trader hatte wohl schon die Hoffnung ausgegeben, ob der DAX sich noch einmal von der Stelle bewegt. Aber wie ich hier in den vergangenen Tagen bereits mehrfach beschrieben habe, war es nur eine Frage der Zeit, bis es zum Ausbruch aus der engen Range kommt. Mit einer deutlichen Abwärtslücke beendeten die Bären am Donnerstag das Spiel, aber die Freude währte nur kurz. Bereits knapp über der ersten relevanten Unterstützung um 9480 / 9500 nutzten einige mutige Anleger den Rücksetzer und kauften den DAX besonders in der zweiten Handelshälfte hoch. Bis zur Schlussglocke blieb ein vergleichsweise geringer Abschlag von 0,43 Prozent auf 9618. Das Handelsvolumen zog deutlich auf 3,47 Mrd. Euro auf Xetra an und erreichte das höchste Niveau seit dem 7. Februar. Auf den ersten Blick ein wenig überraschend, aber die Käufe machen durchaus Sinn.

Denn der gestrige Tag spiegelte mal wieder klar die seit Monaten herrschende Stimmung wider. Seit gut einem Jahr wird jeder Kursrücksetzer von Anlegern, die noch nicht oder zu gering investiert sind, zum Einstieg genutzt. In den Charts zeigt sich das Marktverhalten über sog. V-förmige Kursbilder. Auf einen scharfen Abverkauf folgt eine ebenso dynamische Erholung. Dies kann entweder über mehrere Tage / Wochen andauern wie im Dezember oder auch im intraday-Bereich – s. gestern.  Der Vorteil für die mutigen Einsteiger liegt vor allem auf der psychologischen Seite. Bei Positionen, deren Einstandskurs um 9550 liegt, kann man in Ruhe abwarten, wie sich der DAX im Erfolgsfall an der nächsten Barriere um 9650 / 9700 verhalten wird. Sollte der Ausbruch bis zum Rekordhoch nicht gelingen, werden die spekulativen Positionen schnell wieder aufgelöst, ohne dass ein Verlust droht. Ganz anders die Ausgangslage, wenn der Einstieg erst bei 9650 erfolgt. Denn hier liegt der Einstandskurs deutlich höher, entsprechend schnell kann die Position auch im Verlust liegen und stellt so ungleich höhere Anforderungen an die Psyche. Von daher wäre es nicht überraschend, wenn die gestrige Erholung allmählich  wieder ausläuft, weil um 9650 einfach kein Akteure mehr kaufen möchte. Erst wenn der Sprung über 9700 gelingt, dürfte neues Kapital in den Markt strömen. Dies gilt erst recht für Kurse oberhalb von 9800.

Noch eine weitere Besonderheit gilt es aktuell zu beachten. Im ersten Chart ist neben dem DAX der Prozentsatz der Aktien im Leitindex abgebildet, die über ihrer 200- und 21-Tage-Linie notieren. Derzeit notieren alle Blue Chips über ihrem langfristigen Signalgeber – einen solchen Extremwert haben wir seit mehreren Jahren nicht mehr gesehen. Während bei Adidas und SAP die Differenz mit weniger als ein Prozent relativ gering ausfällt, haben sich die Überflieger der vergangenen Monate bereits deutlich vom langfristigen Durchschnitt nach oben abgesetzt. Aktien der Commerzbank weisen aktuell mit 36 Prozent die größte Differenz auf, es folgen Continental und Fresenius. Als kurzfristig guter Timing-Indikator hat sich die Anzahl der Aktien über dem 21-Tage-Durchschnitt erwiesen. Gute Einstiegssignale liegen vor, wenn nur noch 10 bis 20 Prozent der Indexwerte über ihrer Signallinie notieren. Zuletzt war dies Anfang Februar der Fall. Aktuell liegt die Quote bei 85 Prozent und somit auf einem erhöhten Niveau. In den vergangenen Monaten setzte vielfach erst ab einer Quote von 90 bis 95 Prozent eine Korrekturphase ein. RWE und Lanxess führen die Liste mit einem Abstand von rund 7 Prozent an. Hingegen notieren Adidas, Beiersdorf, Henkel und die Deutsche Bank unter dem gleitenden Durchschnitt.

daxaktienabstand

Abschließend noch kurz zum DAX. Die vorbörslichen Indikationen liegen bei 9655, der Markt nähert sich somit wieder der alten Begrenzung der Range bei 9700 an. Kursgewinne über der runden Schwelle sind klar bullisch und deuten auf einen zügigen Anstieg bis an das Rekordhoch bei knapp 9800. Zwischen 9600 bis 9700 sind die Aussichten leicht positiv, im Bereich 9500 bis 9600 tendenzielle negativ. Fällt der DAX unter 9480, drohen Verluste bis an die 21-Tage-Linie bei 9425.

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Tagesanalyse:

Ein „V“ zum Auftakt

Die erste kleinere Korrektur des Börsenjahres 2014 führte im kurz- bis mittelfristigen Chart noch nicht zu einem Bruch wichtiger Unterstützungen. Bereits oberhalb der als relevant einzuordnenden horizontalen Zone um 8950 / 9000 erfolgte in der Vorwoche eine technische Erholung (siehe dazu auch der Chartanalysen Online Trend Indikator).

Unter dem Strich sahen wir in den ersten 7 Wochen des Jahres eine V-förmige Bewegung. Der Abverkauf Ende Januar wurde von einer ähnlich dynamischen Erholungsbewegung im Februar gekontert. In der Vorwoche gelang zugleich die Rückeroberung über den Schwellenwert bei 9550 – hier verläuft die Grenze zum nächst höheren Rechteck. Sollte der DAX dieses Niveau verteidigen, ist kurz- bis mittelfristig ein neues Rekordhoch nur eine Frage der Zeit. Der übergeordnete Trend ist klar aufwärts gerichtet, diese positive Marktstimmung entfaltet seine Kraft nun auch auf den Tageschart.

Hingegen kann der Bereich zwischen 8950 / 9100 bis 9550 als eine neutrale Zone eingeordnet werden. Kritisch wird es für den DAX erst, wenn das bisherige Jahrestief unterboten wird und es zu einem Ausbruch unter den eingezeichneten unteren Aufwärtstrend bei derzeit knapp 9000 kommt. Dieses Szenario ist derzeit aber unwahrscheinlich. Positive Signale kommen auch von den Indikatoren. Der MACD schwenkte erst kürzlich auf „Kaufen“, der DSS Bressert sendet ebenfalls Einstiegssignale.

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Wochenanalyse:

Potential scheint vorgegeben

Seit dem letzten ernst zu nehmenden Crash im Sommer 2011 läuft der DAX in einer von nur kurzen Konsolidierungen gekennzeichneten Aufwärtsbewegung. Maßgeblich auf der Unterseite ist eine seit Herbst 2011 bestehende Aufwärtstrendlinie, die im Jahr 2013 mehrfach angelaufen und bestätigt wurde. Verstärkt wird die aktuell bei knapp 9000 verlaufende Gerade von der viel beachteten 200-Tage-Linie, die klar steigend im Bereich um 8750 notiert. Für den Deutschen Aktienmarkt bleiben die Aussichten auf der mittel- bis langfristigen Zeitebene  bullisch, solange sich der Markt über dem langfristigen Durchschnitt behaupten kann. Ausgehend vom aktuellen Niveau könnte der Deutsche Aktienmarkt somit deutlich korrigieren, ohne das eine Neueinschätzung der übergeordneten langfristigen Perspektiven erforderlich wäre.

Aber auch Richtung Norden scheinen die Grenzen für die kommenden Wochen abgesteckt. Als Spielverderber für die Bullen erwies sich zuletzt eine seit Frühjahr 2012 bestehende Trendlinie, an der es seitdem mehrfach zu Gewinnmitnahmen kam. Erst wenn die bei knapp 10.000 verlaufende Gerade überwunden ist, eröffnet sich für den DAX weiterer Spielraum.

Keine eindeutigen Signale kommen hingegen von den Indikatoren. Vor allem das Verkaufssignal im MACD spricht eigentlich gegen einen positiven Verlauf in den kommenden Monaten. Der Indikator steht zudem derzeit auf einem ähnlich erhöhten Niveau wie im Jahr 2000 und 2007, als der Markt ebenfalls ein Top ausbildete. Hingegen kühlte sich mit der jüngsten Korrektur die überhitzte Lage im DSS Bressert ab, ein neuer Aufwärtsimpuls sollte folgen.

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Monatsanalyse:

Zwei Szenarien für die Zukunft

Im abgebildeten Monatschart seit 1960 wird vor allem die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000 deutlich. Nach dem Ausbruch aus einer rund 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung im Jahr 1983 zeigte der DAX bis zur Jahrtausendwende eine ausgeprägte Rally-Bewegung. Mit dem Platzen der Spekulationsblase wurde diese Aufwärtsbewegung in den vergangenen 13 Jahren konsolidiert. In dieser Zeit bildete der Deutsche Aktienindex deutlich steigende Bewegungstiefpunkte aus, was auf einen allmählich steigenden Kaufdruck deutet. Der Sprung über die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007 bei 8200 war somit nur eine Frage der Zeit.

Nach dem nun erfolgten Ausbruch sind zwei grundsätzliche Szenarien denkbar. Aufgrund der Bedeutung der Zone um 8200 wäre eine Rückkehrbewegung und somit ein Retest nicht überraschend. Ein möglicher Wendepunkt könnte an der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 liegen. Ausgehend von einem kurzen Test der fünfstelligen Kursmarke wäre mit einer Korrektur bis in den Bereich von 8200 / 8500 zu rechnen, von dem aus dann eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erfolgen würde. Zugleich eröffnet sich Anlegern, die den Einstieg bisher verpassten, auf langfristige Sicht noch einmal eine gute Einstiegsgelegenheit.

In einem zweiten Szenario bleibt ein Test der Zone um 8200 von oben aus. Stattdessen läuft der Markt nach einer recht wahrscheinlichen Konsolidierung bei rund 10.000 weiter aufwärts. Neue Widerstände müssten sich erst noch herausbilden. Unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Rücksetzer unter das Ausbruchsniveau von 8200.

Auf Basis der Indikatoren wäre noch ein wenig Luft nach oben vorhanden. Beachten Sie vor allem den trendfolgenden MACD, der in den vergangenen 13 Jahren eigentlich recht zuverlässig die Wendepunkte beim DAX antizipierte. Noch hat der Signalgeber nicht die Niveaus aus dem Jahr 2000 und 2007 erreicht (rote Linie).

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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