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DAX-Chartanalyse: Gefangen in der Flagge – noch

Trotz der Auftaktgewinne am Montag bleibt der DAX in einer abwärts gerichteten Bewegung gefangen. An der übergeordneten Einschätzung ändert sich aber nichts.  Die DAX-Chartanalyse für den 30. Juli 2013.  

 

Nach einer recht freundlichen Eröffnung gab der deutsche Leitindex zum Wochenauftakt wieder einen Großteil seiner Gewinne ab und schloss um 0,17 Prozent höher bei 8259 Punkten. Deutlichere Kursbewegungen sind auch heute nicht zu erwarten, denn die Woche bietet sowohl mit Blick auf die laufende Berichtssaison in Deutschland, wichtige Konjunkturdaten und Zinsentscheidungen der Notenbanken zahlreiche Höhepunkte. Investoren werden sich daher vorerst nur mit kleinen Positionen in den Markt trauen.

Seit Ausbildung des letzten Bewegungshochs der laufenden Erholung bei 8400 Punkten ist der DAX in eine Konsolidierung übergegangen. Aus charttechnischer Sicht eine vollkommen normale und gesunde Entwicklung, denn nach Kursgewinnen von rund 600 Punkten ist der DAX deutlich überhitzt. Die Hoch- und Tiefpunkte dieser Korrekturbewegung lassen sich durch zwei parallele Linien verbinden und ergeben eine kleine abwärts gerichtete Flagge – ein typisches Konsolidierungsmuster. Die obere Begrenzung verläuft heute bei rund 8270 Punkten und könnte bereits zum Auftakt überwunden werden. Vorbörslich taxieren Broker den DAX bei 8310 Zählern. Gelingt der Ausbruch, liegen die nächsten Ziele unverändert bei 8360 und 8410 Punkten.

Auf der Unterseite stellt die 55-Tage-Linie bei knapp 8200 Zählern eine schwache Bastion dar. Wesentlich robuster ist die Kombination aus horizontaler Unterstützung, 21-Tage-Linie und 38,2 Prozent Fibonacci-Niveau bei 8130/8150 Punkten. Erst wenn der DAX auch auf diesem Niveau keinen Halt finden sollte, dreht der kurzfristige Trend von aufwärts auf seitwärts. Weitere Abgaben bis in den Bereich um 8000/8030 Zählern wären einzuplanen.

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Kennzahlen:

 

DAX-Pivot-Punkte für den 30. Juli:

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Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

DAXMarken

 

 

 

Positive Bilanz mit Schönheitsfehler

Grundsätzlich ist die technische Verfassung des DAX auf Tagesbasis recht erfreulich. Diese Einschätzung ändert sich auch nicht durch die leichte Korrektur in der Vorwoche. Denn im Juni verbuchten die Käufer mit der Rückeroberung über die 21-, 55- und 100-Tage-Linie, den Abwärtstrend sowie den Sprung in das obere Rechteck einige Punktsiege.

Das Ziel lässt sich aus der Oberkante des aktuellen Rechtecks bei rund 8515 Punkten ableiten und entspricht somit dem Rekordhoch. Sollte der DAX allerdings bereits vorher zur Schwäche neigen, wäre dies durchaus kritisch zu sehen und als Hinweis für mangelndes Kaufinteresse zu werten. Vergangene Woche drehte der Index rund 115 Punkte unter der Rechteckoberkante wieder nach unten.

Als sehr gute Signalgeber erwiesen sich zuletzt Indikatoren wie der DSS Bressert oder der Abstand des Leitindex zu seiner 21-Tage-Linie. Während der Stochastik-Oszillator seit gut zwei Wochen im oberen Extrembereich verläuft, kletterte der Abstand zum kurzfristigen gleitenden Durchschnitt auf rund 4,6 Prozent – ein Niveau, von dem aus in den vergangenen Monaten bereits mehrfach eine Korrektur erfolgte. Auf „Kaufen“ steht hingegen noch der trendfolgende MACD. Seit Jahresbeginn lieferte der Indikator sehr treffsichere Ergebnisse. Die MACD-Linie verliert aktuell ein wenig an Schwungkraft, während die Signallinie noch deutlich zulegt. Achten Sie in den kommenden Tagen auf die weitere Entwicklung.

 

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Kurserholung wie im Frühjahr?

Im längerfristigen und damit übergeordneten Wochenkursverlauf liefert weiterhin ein seit Mitte 2011 bestehender Aufwärtskanal wichtige Orientierungspunkte auf der Ober- und Unterseite. Auf Höhe der südlichen Begrenzung der Range verläuft seit einigen Monaten auch die 200-Tage-Linie und wirkt verstärkend.

Zuletzt wurde die untere Begrenzung Ende Juni / Anfang Juli angelaufen und ähnlich wie im April bestätigt. Wie bereits vermutet, kann die Kurserholung im Frühjahr als Blaupause für die aktuelle Projektion genutzt werden. Nach dem Test kommt es zu einer dynamischen Erholung, die bisher aber noch nicht bis zum vorherigen Bewegungshoch reichte. Erst wenn diese Marke überwunden wird, dürfte der Markt erneut die Mitte des Kanals bei derzeit rund 8800 Zählern anlaufen.

Zur Vorsicht mahnt die Tatsache, dass der DAX bereits seit über einem Jahr nicht mehr die obere Begrenzung des Kurkorridors erreichte und sich zuletzt sogar der Druck auf die Unterseite erhöhte. Diese Entwicklung muss nun weiter genau beobachtet werden und könnte ein erstes Signal für ein Ende der seit Mitte 2011 laufenden Rally sein. Noch besteht aber kein Handlungszwang, zumal der DAX nach unten hin gut abgesichert ist. Die Unterkante des Aufwärtskanals verläuft auf Höhe der 200-Tage-Linie bei rund 7820 Punkten. Erst wenn der Markt diese wichtige Bastion sowie die horizontale Zone um 7450 per Wochenschluss unterschreitet, trübt sich die übergeordnete charttechnische Lage ein. Aktuell bleibt die Prognose für den mittel- bis langfristigen Horizont somit noch positiv. Platz nach oben ist ohnehin reichlich vorhanden, denn erst bei knapp 10.000 Punkten verläuft die Oberkante des erwähnten Trendkanals. Zuvor dürfte der DAX aber an runden Kursmarken zu einer Korrektur neigen.

 

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10.000 oder 5300 Punkte?

Im Monatschart hat die bisherige Korrektur ausgehend vom Rekordhoch bei 8558 Punkten noch keinen größeren Schaden angerichtet. Bleiben weitere Rücksetzer aus, sollte der DAX die seit 2000 und somit rund 13 Jahren anhaltende große Seitwärtsbewegung endlich nach oben hin auflösen und den „Deckel lüften“. Im Jahr 2007 scheiterte der Markt fast das gesamt Jahr hindurch an einem nachhaltigen Anstieg über das 2000er-Hoch, in 2011 zogen sich die Käufer bereits deutlich tiefer bei rund 7400 Punkten wieder zurück. Noch ist es aber zu früh, von einem nachhaltigen Ausbruch zu sprechen. Ein Monatsschluss unter der 8000er-Marke und damit auch unter den 2007er-Hochs würde berechtigte Zweifel aufkommen lassen.

Mittel- bis langfristig weist der Weg für den DAX aber aufwärts. Seit 2003 lässt sich eine Serie von steigenden Korrekturtiefs ausmachen. Zusammenfassend kann die Entwicklung der vergangenen 13 Jahre auch als großes aufsteigendes Dreieck gewertet werden. Der Sprung in dreistellige Kursregionen an der 10.000er-Marke wäre nur eine Zwischenstation hin zu deutlich höheren Niveaus jenseits der 15.000. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Auch in dieser sehr langfristigen Betrachtung weisen die Indikatoren bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

Dennoch kann ein erneuter Test der langjährigen Aufwärtstrendlinie nicht ausgeschlossen werden. Aktuell verläuft der kritische Bereich um 5300 Punkten.

 

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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