DAX-Chartanalyse: Fehlausbruch oder Rally?

Gestern hatte ich noch vor dem Bildzeitungsindikator gewarnt – und prompt gab es eine Online-Umfrage. Doch das Ergebnis sollte uns nicht beunruhigen. Mehr Sorgen bereitet der Kurssprung vom Mittwoch. Die DAX-Chartanalyse für den 7. März.

 

Die Notenbanken sorgen an den Märkten wieder verstärkt für Impulse. Den Auftakt machte gestern die Fed mit ihrem Beige Book. Demnach wächst die Wirtschaft weiterhin moderat, aber große Fortschritte wurden seit dem vergangenen Monat nicht erzielt. Interessant ist, dass die Meinungen bei der Fed immer noch weit auseinander gehen. So äußerte sich gestern Charles Plosser, Fed-Verantwortlicher aus Philadelphia, skeptisch zum Erfolg der expansiven US-Geldpolitik. Allerdings ist er im Entscheidungsgremium der US-Notenbankpolitik nicht stimmberechtigt.

In Europa lauschen die Strategen zur Mittagszeit den Wort von EZB-Chef Mario Draghi. Nach dem politischen Patt in Italien keimten zuletzt wieder verstärkt Spekulationen vor einer weiteren Zinssenkung auf. Nach Einschätzung der Helaba reicht aber die Tatsache, dass die Projektion für das Wachstum der Eurozone nach unten revidiert werden dürfte, nicht aus, einen Zinsschritt zu rechtfertigen.

Gestern hatte ich im Zusammenhang mit dem Rekordhoch im Dow Jones auf eine zunehmendes Interesse der Öffentlichkeit hingewiesen und gehofft, dass die Bild-Zeitung den DAX noch eine Weile in Ruhe lässt. Erfahrungsgemäß stehen die Aktienmärkte oft vor einer größeren Korrektur, wenn sich die Medien wieder verstärkt mit den Börsen beschäftigen – Stichwort Taxifahrerindikator. Auf bild.de war gestern eine erste Umfrage zu finden (LINK), mit der Frage, ob Anleger auf dem aktuellen Niveau noch Aktien kaufen. Das Ergebnis: 70% antworteten mit Nein. Zumindest unter den Privatanlegern, die bei bild.de vorbeischauen, lässt sich noch kein übertriebener Bösen-Optimismus ausmachen. Sehr schön. Weniger erfreulich stimmt hingegen die Tatsache, dass Hedge Fonds so stark wie seit dem Jahr 2006 nicht mehr investiert sind.

Neben dem Zinsentscheid sind vor dem morgigen Arbeitsmarktbericht noch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe aus den USA von Bedeutung. Hier wird mit einem leichten Anstieg auf rund 354.000 Anträgen gerechnet.

 

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

Sehen wir im DAX aktuell den lang ersehnten Ausbruch aus der nervigen, seit Mitte Dezember vergangenen Jahres bestehenden Schiebezone? Noch muss man hinter der jüngsten Entwicklung ein Fragezeichen setzen. Die gute Nachricht: Mit dem Sprung über das bisherige Jahreshoch bei 7872 Zählern setzten die Käufer ein deutliches Zeichen. Auf der Agenda steht nun die runde 8000er-Marke, die eigentlich nur eine psychologische Bedeutung hat und aus charttechnischer Sicht eher zu vernachlässigen ist. Mit Blick auf den Kursverlauf lässt sich der nächste Widerstand erst wieder am Rekordhoch bei 8151 Punkten ausmachen. Aus der Höhe des Rechtecks wäre sogar Platz bis knapp 8200 Punkte.

Wer allerdings auf einen direkten Durchmarsch spekuliert, traut den DAX-Bullen vielleicht zu viel zu. In der Spitze stieg der DAX gestern exakt bis an die mehrfach erwähnte obere Aufwärtstrendlinie, die sich aus den steigenden Bewegungshochs seit Februar ableiten lässt. Und hier wird es nun interessant. Denn bisher kam es nach jedem Anlauf zu einer herben Korrektur bis an die bereits mehrfach geprüfte Unterstützungszone um 7560 Punkten. Auch die gestrige Tageskerze in Form eines Shooting Stars stimmt eher skeptisch, vor allem wegen der hohen Bedeutung der ersten Kerze nach einem Ausbruch. Wenig berauschend bleibt zudem die Umsatzentwicklung. In der Regel wird gefordert, dass steigende Kurse / Ausbruchsbewegungen auch von einer deutlichen Zunahme beim Handelsvolumen begleitet werden. Dies war gestern mit 3,2 Mrd. Euro auf Xetra nicht der Fall.

Verteidigt der DAX aber bis zum Wochenschluss das erhöhte Niveau oberhalb von 7870 Zählern, hellt sich die Lage deutlich auf. Die Obergrenze der alten Tradingrange vollzieht nun einen Rollentausch vom Widerstand hin zu einer Unterstützung und begrenzt somit auch die Abwärtsrisiken. Kurzfristig muss auf jeden Fall ein Pull-back bis 7870 Punkte eingeplant werden. Sollte der DAX dennoch unter das Ausbruchsniveau zurückfallen, lassen sich im Stundenchart bei 7800, 7720 und 7660 Punkten einige Haltezonen ausmachen.

 

 
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Kennzahlen:

DAX-Pivot-Punkte für den 7. März:

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

 

 

 



 

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Die Chance für die Bullen

Für ein klares Kaufsignal müssen die DAX-Bullen jetzt am Ball bleiben. Als Schlüsselmarke gilt das bisherige Jahreshoch bei rund 7872 Punkten. Erst wenn der DAX dieses Niveau überbietet (per Tagesschluss deutlich über 7900 Zähler), ist ein Test der runden und psychologisch wichtigen 8000 sehr wahrscheinlich. Charttechnisch wäre sogar der Weg bis zum Allzeithoch bei 8151 Punkten frei.

Richtung Süden stellt sich die Frage, ob die nördliche Begrenzung der gerade aufgelösten Schiebezone einen Rollentausch hin zu einer Unterstützung vollzogen hat. Bisher wurde der Bereich noch nicht von oben getestet und muss seine Qualität als Nachfragezone erst noch unter Beweis stellen. Sollte der DAX aber erneut in die Range zurückfallen (ähnlich wie Ende Januar!), findet sich neben der bereits oft bewährten horizontalen Unterstützungszone um 7560 Punkte vorgelagert auch noch eine  mögliche, primäre Aufwärtstrendlinie, die ihren Ursprung im Juni 2012 hat. Allerdings ist die Zuverlässigkeit noch recht ungewiss, da erst zwei Auflagepunkte vorliegen. In den vergangenen Tagen wurde die Gerade vor allem intraday mehrfach verletzt und scheint somit nur eine untergeordnete Bedeutung zu haben.

Im derzeit eher unwahrscheinlichen Fall einer Abwärtsbewegung unter 7400 Punkte, stellt die nach wie vor steigende 200-Tage-Linie bei rund 7100 Punkten die nächste Orientierungsmarke dar. Die bei vielen Investoren stark beachtete Glättungslinie notiert aktuell noch rund acht Prozent unter dem DAX-Niveau. Im Januar war die Differenz zeitweise auf mehr als 13 Prozent angewachsen und damit auf ein kritisches Niveau. Die Seitwärtsbewgung im DAX sorgte somit für eine gewisse Marktberuhigung.

 
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Bis ins Frühjahr keine klare Trendbewegung

Auf den ersten Blick vermittelt der Wochenchart eigentlich ein positives Bild, denn bis an das im Sommer 2007 erreichte Allzeithoch bei rund 8151 Zählern finden sich keine nennenswerten Widerstände. Ob allerdings die psychologisch wichtige Marke überhaupt noch erreicht wird, erscheint eher fraglich. Nachdem der DAX Ende 2012 über die letzte Hürde bei 7500 Punkten nach oben hin ausbrach, stoppte die Aufwärtsbewegung bereits deutlich unter 8000 Zählern. Aktuell läuft eine Rückkehrbewegung, die bei einem erfolgreichen Test der 7500 trendbestätigend und damit positiv zu werten wäre.

Solange der DAX nicht die Range 7500 / 8100 Zähler signifikant verletzt, kann das Kursmuster ab der zweiten Jahreshälfte aus 2007 als Blaupause genutzt werden. Demnach wäre in den kommenden Wochen mit einer Fluktuation innerhalb der Spanne zu rechnen. Ganz allmählich kommt zumindest von Seiten der Indikatoren wieder etwas Rückenwind. Nach der Winter-Rally wurde der deutlich überhitzte Marktzustand über die Zeitebene abgebaut. Der DSS Bresser notiert im leicht überverkauften Terrain und deutet nach den jüngsten Kurszuwächsen ein Kaufsignal an.

 
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Fünfstellige DAX-Kurse sind möglich, wenn…

Der Monatschart zeigt deutlich, welches Potenzial an den Aktienmärkten aus charttechnischer Sicht schlummert. Mit der Auflösung des symmetrischen Dreiecks liegt ein rechnerisches Kursziel in Reichweite, welches den Abschluss des im Monatskursverlauf eingezeichneten übergeordneten aufsteigenden Dreiecks zur Folge hätte. Fünfstellige DAX-Kurse sind somit auch charttechnischer Sicht durchaus möglich. Zwingende Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der DAX auch neue Rekordstände markiert.

Ob dies bereits während der laufenden Aufwärtsbewegung erfolgt oder erst nach einem Rücksetzer, lässt sich aktuell nicht vorhersagen. Immerhin spielt die zeitliche Komponente den Bullen in die Karten. Seit dem Jahr 2000 verkürzen sich die Hausse- und Baissephasen. So dauerte die erste Abschwungphase beginnend Anfang 2000 rund drei Jahre. Der scharfe Rücksetzer ab Anfang 2008 stoppte rund 15 Monate später, in 2011 kapitulierten die Bären nach 5 Monaten. Ähnlich verhält es sich auch mit den Aufwärtsbewegungen.

Auch von Seiten der Indikatoren ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Der trendfolgende MACD notiert aktuell noch deutlich unter den Extremwerten in 1998, 2000 und 2007, ab denen jeweils die Baissephasen einsetzten.

 

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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