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DAX-Chartanalyse: Februar lässt Kursverluste erwarten

Nach den kräftigen Gewinnen der vergangenen Wochen steigt die Nachfrage nach einer günstigen Absicherung. Aus gutem Grund, denn die Saisonalität deutet klar auf fallende Kurse. Kurzfristig rückt aber ein ganz anderes Ereignis in den Fokus. Der DAX-Chart-Check für den 1. Februar 2013 – mit Real-Time Chart und Wirtschaftskalender.

 

Der Anfang wäre gemeistert – mit Bravour. Während der heimische DAX im Januar um gut zwei Prozent vorrückte, lief es an der Wall Street noch deutlich besser. Nach einem eher schwachen Zuwachs von 0,6 Prozent im Dezember kletterte der Dow Jones um beeindruckende 5,8 Prozent im abgelaufenen Monat. Dies war zugleich der kräftigste Anstieg in einem Januar seit 1994. Im Februar müssen sich die Anleger aber wohl mit kleineren Brötchen zufriedengeben. Statistisch betrachtet weisen die bevorstehenden Wochen die schwächste Performance aus nach September und Mai. Wühlt man wie Robert Rethfeld von Wellenreiter-Invest noch etwas tiefer in der Kurshistorie und betrachtet nur die US-Nachwahljahre, sieht es sogar recht düster aus. Seit 1930 endete der Dow Jones 10mal im Minus, nur 6mal wurden Gewinne erzielt. Entsprechend negativ verläuft auch das Verlaufsmuster für den Februar. Nach einer Seitwärtsbewegung in den ersten zehn Tagen erhöht sich bis zum Monatsende deutlich der Verkaufsdruck . Unter dem Strich passt die Prognose angesichts der zahlreichen Anzeichen für eine Konsolidierung (s. DAX-Chartanalysen der vergangenen Tage) gut in das Gesamtbild.

 

 

Kurzfristig steht mit dem heutigen US-Arbeitsmarktbericht (14:30 Uhr) aber noch ein richtiger Höhepunkt auf der Agenda. Da die Geldpolitik und damit auch die massiven Interventionen der US-Notenbank sich sehr stark an der Entwicklung der Beschäftigung orientieren, könnten heute die Weichen für die kommenden Tage gestellt werden. Die Vorgaben fallen leicht positiv aus: Am Mittwoch überzeugte der ADP-Report Beschäftigung den zweiten Monat in Folge mit einem deutlichen Anstieg. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe haben sich nach dem kräftigen Zuwachs ausgelöst durch Hurrikan Sandy inzwischen wieder bei rund 360.000 eingependelt. Volkswirte rechnen für Januar mit einem Stellenwachstum von 160.000 nach 155.000 im Dezember. Die Arbeitslosenquote wird unverändert bei 7,8% erwartet. Anders formuliert: Bis das von der Fed ausgegebene Ziel einer Arbeitslosenquote von 6,5% mit einem Stellenwachstum von lediglich rund 150.000 pro Monat erreicht wird, dürfte noch viel Zeit vergehen. Wesentlich früher könnte das Inflationsziel gerissen werden. Bleibt die entscheidende Frage, wie der Markt auf die Daten reagieren wird. Werden weniger Stellen geschaffen, würde dies für noch mehr Sicherheit sorgen, dass die Fed auch weiter stark interveniert. Verbunden damit wären aber auch Sorgen vor einer nach wie vor schwachen Wirtschaft sowie enttäuschenden Unternehmensbilanzen.

Aufmerksam sollten Anleger auch den ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe verfolgen, der für 16 Uhr erwartet wird. Die spannende Frage lautet, ob sich der viel beachtete Indikator über der Expansionsschwelle von 50 Punkten halten kann. Einige  regionale Fed-Umfragen aus den vergangenen Tagen lassen eher schlechte Nachrichten erwarten. Da überrascht es kaum, dass angesichts der nach wie vor sehr geringen Vola Puts bei den Investoren zur Absicherung sehr gefragt sind. Am Mittwoch kletterte das Put / Call-Verhältnis auf den S&P 500 auf einen Wert von 2,4. Für jeden Call wurden somit fast zweieinhalb Puts geordert. Keine schlechte Idee…

 

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

Zum DAX: Eigentlich war der gestrige Handel recht unspektakulär, wenn nicht die deutliche Zunahme beim Handelsvolumen auf 3,6 Mrd. Euro zu verzeichnen wäre. Steigendes Volumen bei fallenden Märkten – kein gutes Zeichen. Die Anschlusskäufe blieben am Donnerstag wie erwartet aus und der DAX dümpelte im Tagesverlauf um die obere Begrenzung des Januar-Rechtecks bei 7790 Punkten. Der Ausbruch auf der Oberseite verliert somit deutlich an Relevanz, was angesichts der schwachen Volumenentwicklung beim Ausbruch auch nicht überrascht. Das zögerliche Verhalten der Bullen trübt zunehmend auch die Entwicklung der Indikatoren. Der DSS Bressert erreichte auf Tagesbasis nicht mehr die obere Extremzone und dreht bereits im neutralen Bereich wieder gen Süden. Vom trendfolgenden MACD könnte heute ein Verkaufssignal ausgehen, wenn der DAX mit Verlusten den Tag beendet. Notierungen von 8000 Punkten und mehr rücken somit allmählich aus dem Blickwinkel.

Fazit: So lange die Verluste nicht deutlich an Dynamik gewinnen, bleibt der DAX vorerst im Rahmen des übergeordneten Aufwärtstrends in einem Korrekturmodus. Mit verstärkter Nachfrage ist im Tagesverlauf um 7720 Punkte zu rechnen. Neben dem hohen Umsatzvolumen verläuft hier auch die steigende 28-Tage-Linie, die sich im Januar öfters bewährte. Geht es noch eine Etage tiefer, bieten zwei horizontale Unterstützungen bei 7680 Punkten und 7636 Zählern Halt. Nach oben hin stellt das rund 100 Punkte entfernte Jahreshoch bei 7870 Punkten den nächsten Widerstand dar.

 

Ab sofort können Sie hier auch einen Realtime-Chart des DAX sehen. Zusammen mit den Handelsmarken und Terminen beste Voraussetzungen für einen guten Handelstag.

 

Kennzahlen:

DAX-Pivot-Punkte für den 1. Februar:

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

 

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Abstand zur 200-Tage-Linie erreicht kritisches Niveau

Auf Tagesbasis gibt es am Kursverlauf des DAX kaum Kritik zu üben. Mit dem Ausbruch über die robuste horizontale Hürde um 7450 Punkte Anfang Dezember legte das Aktienbarometer die Basis für die derzeit immer noch anhaltende Rally. Die Konsolidierung seit Jahresbeginn ist ebenfalls positiv zu werten, denn der überhitzte Zustand wurde lediglich über die Zeitachse abgebaut und nicht wie befürchtet über fallende Kurse. Als gute Nachkaufgelegenheit erwies sich zuletzt auch immer die stark steigende 28-Tage-Linie. Knapp darunter bietet zudem die 7600er-Marke Halt.

Die mittelfristigen Aussichten für den DAX bleiben gut, solange der Index über dem Ausbruchsniveau 7400 bis 7500 Punkte notiert. Da auf diesem Niveau auch die 55-Tage-Linie verläuft, ist der Unterstützungsbereich als sehr zuverlässig einzuschätzen. Entsprechend negativ wäre eine Unterschreitung auf Tages- und vor allem Wochenschlussbasis zu werten. Unterhalb von 7000 Punkten wechselt die Börsenampel auf Rot.

Beachtenswert ist aktuell der recht weite Abstand zur trägen 200-Tage-Linie. Seit Mitte November kletterte der DAX um rund 900 Punkte und liegt aktuell rund 15 Prozent (unterer Chart) über dem viel beachteten langfristigen Durchschnitt. In den vergangenen Jahren kam es ab einer Differenz von 15 Prozent häufig zu einer deutlichen Korrektur – die Luft nach oben wird nun sehr dünn.

 

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Freie Bahn für den DAX

 

Mit Blick auf den längerfristigen Chartverlauf auf Wochenbasis geht es für den DAX vor allem um das nachhaltige Überwinden des 2011er-Jahreshochs um 7600 Zähler. Inzwischen hat sich der Index deutlich von dieser Marke nach oben hin abgesetzt, so dass wohl von einer nachhaltigen Bewegung gesprochen werden kann. Bis an das im Sommer 2007 markierte Rekordhoch bei rund 8151 Zählern findet sich nun kein nennenswerter Widerstand mehr. Ob allerdings auch über dieser psychologisch wichtigen Marke noch genügend Anschlusskäufe für weiter steigende Notierungen erfolgen, erscheint eher fraglich. Mindestens genauso wahrscheinlich ist auch eine Seitwärtsbewegung, wobei das Kursmuster ab der zweiten Jahreshälfte aus 2007 als Blaupause genutzt werden kann. Nach einem Fehlausbruch oder Pullback um 8150 Zähler wäre eine Rückkehrbewegung bis 7500 Punkten zu erwarten, ehe der DAX unter Schwankungen den nach wie vor übergeordneten Aufwärtstrend fortsetzt und nach oben hin ausbricht.

 

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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DAX arbeitet an dem großen Ausbruch

Der Monatschart zeigt deutlich, welches Potenzial an den Aktienmärkten aus charttechnischer Sicht schlummert. Mit der Auflösung des symmetrischen Dreiecks liegt ein rechnerisches Kursziel in Reichweite, welches den Abschluss des im Monatskursverlauf eingezeichneten übergeordneten aufsteigenden Dreiecks zur Folge hätte. Fünfstellige DAX-Kurse sind somit auch charttechnischer Sicht durchaus möglich. Zwingende Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der DAX auch neue Rekordstände markiert.

Ob dies bereits während der laufenden Aufwärtsbewegung erfolgt oder erst nach einem Rücksetzer, lässt sich aktuell nicht vorhersagen. Immerhin spielt die zeitliche Komponente den Bullen in die Karten. Seit dem Jahr 2000 verkürzen sich die Hausse- und Baissephasen. So dauerte die erste Abschwungphase beginnend Anfang 2000 rund drei Jahre. Der scharfe Rücksetzer ab Anfang 2008 stoppte rund 15 Monate später, in 2011 kapitulierten die Bären nach 5 Monaten. Ähnlich verhält es sich auch mit den Aufwärtsbewegungen.

Auch von Seiten der Indikatoren ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Der trendfolgende MACD notiert aktuell noch deutlich unter den Extremwerten in 1998, 2000 und 2007, ab denen jeweils die Baissephasen einsetzten.

 

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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