DAX-Chartanalyse: Bastion unter Druck

Abwechslung sieht anders aus – auch gestern markierten Dow Jones, S&P 500 und der DAX Höchststände im Tagesverlauf und auf Schlussniveau. Warum wir auch am heutigen Feiertag in Deutschland handeln, wissen wohl nur die Verantwortlichen bei der Deutschen Börse. Spannend könnte der Tag dennoch werden. Die DAX-Chartanalyse für den 9. Mai 2013.  

 

Das Rekordhoch haben die Bullen bereits in der Tasche und legten zur Wochenmitte noch einmal kräftig nach. Eine respektable Leistung, wenn man bedenkt, dass der DAX seit Ende April bereits um elf Prozent ohne auch nur die geringste Konsolidierung gestiegen ist. Die wirkliche Nagelprobe und damit die Eroberung der an dieser Stelle bereits mehrfach erwähnten oberen Aufwärtstrendlinien steht aber noch aus.

Gestern knackte der DAX bereits die untere Grenze. Jetzt muss sich zeigen, wie nachhaltig die Bewegung wirklich ist. Entweder setzen  Gewinnmitnahmen ein oder der Markt überwindet auch die letzte Bastion der Bären. Am heutigen Feiertag steigt die kritische Grenze bis auf knapp 8300 Zähler. Aufgrund des zu erwartenden schwachen Handelsvolumens ist die Aussagekraft der heutigen Bewegung aber nur gering, gleiches gilt auch für den morgigen Tag. Gönnt sich der DAX eine längst überfällige Verschnaufpause, liegt ein möglicher Haltepunkt bei 8180 und darunter bei 8100 Zählern. Kursverluste darüber hinaus sind heute nicht zu erwarten.

Gestern war ich zu Gast bei „Börsenplatz 5“ vom Deutschen Anlegerfernsehen – wer den Beitrag noch einmal sehen möchte: LINK 

 

 

 
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Kennzahlen:

DAX-Pivot-Punkte für den 9. Mai:

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

 

 

 



 

Aufwärtstrendlinien als letzte Hürde

Die seit dem 23. April laufende Rally vermittelt auch im Tageschart einen gesunden Eindruck. Deutlich zu erkennen sind lange weiße Kerzen nahezu ohne eine obere oder untere Lunte. Anders formuliert: An den zurückliegenden Tagen startete der DAX bereits kurz nach Handelsbeginn meist direkt aufwärts und notierte zum am Abend meist in der Nähe des Tageshochs.

Wie bereits in der Stundenanalyse erwähnt könnten weitere Aufwärtsavancen nur noch an zwei oberen Trendlinien scheitern. Ob der DAX nach mehr als 700 Punkten Kursgewinn noch über genügend Schwungkraft verfügt, im ersten Anlauf die Hürde zu nehmen, kann derzeit nicht gesagt werden. Die Indikatoren weisen einen überhitzten Zustand auf, was allerdings noch nicht beunruhigen sollte. Ähnlich wie im Winter kann der Markt über mehrere Wochen überkauft sein und dennoch weiter steigen. Spekulieren Sie also nicht zu früh auf eine Korrektur. Erst wenn sich chart- und markttechnische Kaufsignal bestätigen, könnte die Stimmung (kurzzeitig) kippen.

 

 
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2007 doch keine Blaupause?

Nicht nur auf kurzfristiger Zeitebene wird es nun spannend, auch auf dem übergeordneten Wochenchart steht nun viel auf dem Spiel. Bisher ähnelte das Kursverhalten des DAX recht stark den Bewegungen aus 2007. Vor rund sechs Jahren lief der DAX zunächst bis an die 8000er-Marke, scheiterte aber und fiel kurzzeitig sogar unter die 7500 zurück. In den Folgemonaten pendelte das Aktienbarometer zwischen 7400 bis 8200 Zähler, ehe Anfang 2008 der Crash einsetzte.

Übertragen auf das Jahr 2013 wäre somit in den kommenden Monaten mit steigenden Kursen zu rechnen, wobei der DAX nicht nachhaltig über die 8200er-Schwelle ausbrechen würde. Im Spätsommer ist mit kurzen Gewinnmitnahmen zu rechnen, ehe eine kleine Jahresendrally zu erwarten wäre.

Nachdem vor wenigen Wochen noch die Untergrenze dieser Range einer ernsthaften Prüfung unterzogen wurde, richtet sich der Fokus nun auf die nördliche Begrenzung. Zumindest von Seiten der Indikatoren wäre eine Fortsetzung der Rally und damit ein Ausbruch auf der Oberseite leicht zu favorisieren. Der DSS Bressert drehte erst kürzlich von der überverkauften in die neutrale Zone und könnte schon bald das jüngste Hoch überwinden und damit zugleich die höheren Bewegungshochs im DAX bestätigen.

 

 
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DAX über 10.000 möglich, wenn…

Der Monatschart weckt viel Kursfantasie, denn sehr langfristig betrachtet besteht durchaus die Chance auf Auflösung eines sehr großen aufsteigenden Dreiecks. Fünfstellige DAX-Kurse sind somit auch charttechnischer Sicht durchaus in Reichweite. Zwingende Voraussetzung dafür ist aber, dass der DAX auch neue Rekordstände nachhaltig erreicht und auch auf Monatsbasis verteidigt.

Ob dies bereits während der laufenden Aufwärtsbewegung erfolgt oder erst nach einem Rücksetzer (bis maximal an die noch nicht bestätigte untere Trendlinie bei knapp 5000 Punkten), lässt sich aktuell nicht vorhersagen. Immerhin spielt die zeitliche Komponente den Bullen in die Karten. Seit dem Jahr 2000 verkürzen sich die Hausse- und Baissephasen. So dauerte die erste Abschwungphase beginnend Anfang 2000 rund drei Jahre. Der scharfe Rücksetzer ab Anfang 2008 stoppte rund 15 Monate später, in 2011 kapitulierten die Bären nach 5 Monaten. Ähnlich verhält es sich auch mit den Aufwärtsbewegungen.

Auch von Seiten der Indikatoren ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Der trendfolgende MACD notiert aktuell noch deutlich unter den Extremwerten in 1998, 2000 und 2007, ab denen jeweils die Baissephasen einsetzten.

 

 
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Posted in: Chart-Show, Indizes

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

1 Comment on "DAX-Chartanalyse: Bastion unter Druck"

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  1. Yilmaz sagt:

    Ich besuche ihre Seite zum ersten mal nachdem Sie beim DAF waren.

    Auf jeden Fall werde ich jetzt zu den regelmäßigen Besuchern gehören. Sehr schöner ausführlicher Beitrag den ich so woanders noch nicht gefunden habe. Weiter so!

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