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DAX-Chartanalyse: Erste Unterstützung auf dem Prüfstand

Der DAX bewegt sich in dieser Woche nur unter der Lupe. Mit der geringen Schwankungsbreite sinkt auch das Handelsvolumen. Die Ruhe vor dem Sturm? Mehr in der DAX-Chartanalyse für den 21. November 2013.

Der DAX bleibt weiter auf der Suche der Orientierung. Exemplarisch für die derzeitige Unsicherheit steht der gestrige Handelstag. Nach einer schwachen ersten Handelshälfte verpuffte auch ein erneuter Test der oberen Aufwärtstrendlinie, der sofort zum Verkauf genutzt wurde. Zur Schlussglocke notierte der Index 0,1 Prozent höher bei 9202, nachbörslich kamen die Märkte mit Veröffentlichung des Fed-Protokolls etwas unter Druck. Rund eine Stunde vor Handelsbeginn liegen die Indikationen bei 9148. Auffallend ist weiterhin das rückläufige Handelsvolumen. Seit dem kleinen Verfall am vergangenen Freitag sinken die Umsätze. Am Donnerstag erreichte das Volumen nur noch 2,29 Mrd. Euro, der Drei-Monatsdurchschnitt liegt bei 2,8 Mrd. Euro.

Bereits zu Handelsbeginn könnte eine Weichenstellung für die weitere Tagestendenz fallen, denn der DAX wird nur knapp über der schwachen Unterstützung um 9140 erwartet. Kurse oberhalb dieser Marke sind derzeit klar bullisch einzuschätzen und eröffnen dem DAX jederzeit die Chance auf einen erneuten Test der dunkelgrün eingezeichneten oberen Aufwärtstrendlinie.

Bleibt eine Stabilisierung um 9140 auf, liegt die nächste Unterstützung an der nördlichen Begrenzung einer unechten Aufwärtslücke bei 9100, darunter wäre mit zügigen Abgaben bis an die Kombination aus 21-Tage-Linie und horizontaler Nachfragezone um 9050 zu rechnen. Beachten Sie auch das geringe Handelsvolumen zwischen 9050 bis 9250. Das Umsatzgebirge am rechten Rand im Stundenchart nimmt erst im Bereich 8980 bis 9050 deutlich zu. Entsprechend ist oberhalb von 9050 durchaus mit dynamischeren Bewegungen zu rechnen, wenn der Markt von neuen Impulsen tangiert wird. Kursrücksetzer unter 9050 sind für den heutigen Tag eher unwahrscheinlich, denn die durchschnittliche Handelsspanne der vergangenen fünf Tage liegt bei 77 Punkten. Grundsätzlich trübt sich die kurzfristige Lage im Leitindex erst ein, wenn auch die 8950er-Marke fallen sollte.

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Kennzahlen:

 

DAX-Pivot-Punkte für den 21. November:

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Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

DAXMarken

 

 

Rechteck auf dem Prüfstand

Rund 650 Punkte ist der DAX ausgehend vom letzten Bewegungstief gestiegen, ohne das es bisher zu einer ausgeprägten Konsolidierung kam. Ob die Seitwärtsbewegung der vergangenen Tage bereits ausreicht, um weiteres Aufwärtspotenzial zu generieren, muss sich erst noch zeigen. Grundsätzlich bleibt der Markt überhitzt, der weitere Anstieg dürfte nun nicht mehr ganz so dynamisch verlaufen.

Auf Basis der Anfang Oktober nach oben aufgelösten Flagge ließ sich in den vergangenen Wochen ein theoretisches Kursziel von rund 9160 ableiten, das der DAX mit dem Intraday-Ausbruch am 7. November abgearbeitet hat. Die Käufer haben nun ihre Pflicht erfüllt, eine Konsolidierung erscheint überfällig, zumal der DAX auch an eine obere Aufwärtstrendlinie gelaufen ist, die aus den Hochpunkten von März 2012 und Mai 2013 abgeleitet werden kann und zuletzt bei 9200 exakt bestätigt wurde. In der neuen Woche steigt sie bis auf rund 9280 an.

Zusätzliche Würze erfährt das aktuelle Kursniveau durch die Tatsache, dass der DAX an der Schwelle zum nächst höheren Rechteck notiert. Für gewöhnlich sind diese Zone recht umkämpft, schließlich steht viel auf dem Spiel. Sollte der Markt weiter anziehen, würde sich nämlich weiteres Aufwärtspotenzial bis 9680 eröffnen – der oberen Begrenzung des Rechtecks. Aber auch  ein Rücksetzer bis mindestens an die  Mitte des aktuell noch gültigen „weißen“ Rechtecks bei 8800 ist als etwas gleich wahrscheinlich einzuschätzen und entspricht einem Retest des September-Hochs.

 

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Gut abgesichert aufwärts

Auf Wochenbasis zeigt der DAX bereits seit Monaten eine Rally mit einer Serie von steigenden Tiefpunkten und Bewegungshochpunkten. Als sehr zuverlässige Unterstützung gilt die Kombination aus 200-Tage-Linie und einer unteren Aufwärtstrendlinie, die in diesem Jahr bereits dreimal vergeblich von den Bären attackiert wurde und rückblickend ein sehr gutes Einstiegsniveau darstellte.

Rein charttechnisch ist der Blick klar noch oben gerichtet. Zuletzt bestätigte der Deutsche Aktienmarkt auch auf Wochenbasis das jüngst erzielte neue Verlaufshoch. Unmittelbare Widerstände lassen sich im Wochenchart nicht mehr ausmachen. Die Mittellinie (entspricht der oberen Aufwärtstrendlinie im Tageschart) des seit Herbst 2011 bestehenden Trendkanals kann als Orientierungsziel verwendet werden und verläuft nach dem letzten Test im Mai aktuell bei rund 9600. Ob der DAX die Mittellinie noch erreichen wird, ist aber sehr fraglich.

 

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Ausbruch erfolgt?

Der Monatschart zeigt deutlich die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000. Ähnlich wie im amerikanischen Leitindex S&P 500 ist bei anhaltender Kaufbereitschaft mit einer längerfristigen und sehr nachhaltigen Aufwärtsbewegung zu rechnen, die den DAX deutlich in dreistellige Kursregionen oberhalb von 10.000 Punkten führen sollte. Eine solche Entwicklung werden die Bären aber nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen. Ein Pullback ausgehend von 9000 / 9500 an die 8000er-Region ist auf jeden Fall einzuplanen und eröffnet noch einmal eine gute Nachkaufchance.

Die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch auf der Oberseite ist zumindest auf längerfristige Sicht klar zu favorisieren. Zwar kann es durchaus noch einmal zu einen erneuten Test der unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 5360 Punkten kommen. Die steigenden Bewegungshochpunkte seit 2003 stimmen aber positiv. Kursrückschläge wurden immer früher zum Einstieg genutzt und verstärken den Druck auf der Oberseite eines möglichen aufsteigenden Dreiecks.

Die Indikatoren weisen in der sehr langfristigen Betrachtung bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

 

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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