By 20. Februar 2014 Read More →

DAX-Chartanalyse: Doppel-Top ist noch kein Thema

Auch am Mittwoch blieb eine Entscheidung aus, aber heute dürften die Würfel fallen. Die Bären scheinen einen ersten Sieg zu erringen, und haben noch weitere Trümpfe im Ärmel. Die DAX-Chartanalyse für den 20. Februar 2014.

Stundenanalyse:

Erst eine zähe Seitwärtsbewegung und dann kommen auch noch Fehlsignale hinzu, der DAX dürfte Tradern derzeit die letzten Nerven rauben. Zur Wochenmitte kam es am Mittag zu einem Fehlausbruch aus der engen Range 9620 / 9680 auf der Unterseite. Bei 9600 griffen die Käufer wieder zu und zogen den Markt bis auf 9693, zum Handelsschluss blieb ein Gewinn von 0,27 Punkten. Seit vier langen Tagen dümpelt der Deutsche Aktienmarkt inzwischen auf der Stelle. Lassen Sie sich aber von der Lethargie nicht anstecken, im Gegenteil. Jetzt heißt es sehr wachsam bleiben. Denn erfahrungsgemäß werden so enge Schiebezonen wir in den vergangenen Tagen mit einem deutlichen Impuls aufgelöst, nicht selten sogar mit einer Kurslücke. Auch eine neue Trendbewegung wäre nicht überraschend.

Sollte sich der Markt für die Oberseite entscheiden, ist abgesehen von dem Anstieg im Umsatzgebirge um 9725 der Weg bis zum Rekordhoch bei knapp 9800 frei. Allerdings dürfte der Spurt zum Gipfel nur gelingen, wenn auch die Wall Street mitzieht. Bisher fällt die Rückendeckung aber eher dürftig aus, der S&P gab am Mittwoch einen Teil der jüngsten Gewinne wieder ab (s. Chart).

Vorbörslich werden daher auch tiefere Kurse aufgerufen, zumal frische Konjunkturdaten aus China (Einkaufsmanagerindex nun deutlich unter der Expansionsschwelle von 50 Punkten; Unsicherheit im Schattenbankensystem) für Zurückhaltung sorgen. Treffen die Indikationen zu, eröffnet der DAX mit einer Abwärtslücke im Bereich des 23 Prozent Niveaus der Aufwärtsbewegung um 9550. Und hier wird es dann spannend, wie der Markt reagieren wird. Sollte der Index keine Erholung bis an die Hochs der vergangenen Tage zeigen, bildet der DAX ein gegenüber der Januar-Rally tieferes Hoch aus, was einen bearishen Charakter hat. Noch wäre es viel zu früh, von einem Doppel-Top zu sprechen – dafür müsste der Index unter das Zwischentief von 9080 fallen. Aber was noch nicht ist kann durchaus noch werden. Denn auch das Umsatzvolumen stimmt nachdenklich. Im Tageschart sind die Volumen unter dem Kursverlauf dargestellt. Während das Hoch im Januar unter anziehenden Umsätzen ausgebildet wurde, fällt das Volumen seit wenigen Tagen deutlich geringer aus. Die gesamte Aufwärtsbewegung seit Februar steht sogar auf einem eher dünnen Fundament. Offenbar sind nur wenige, kurzfristig agierende Anleger eingestiegen, die auch schnell wieder ihre Positionen verkaufen, wenn der erhoffte Höhenflug ausbleibt.

Sollte der DAX auch bei 9550 keinen Halt finden, sind weitere Abgaben bis 9480 einzuplanen. Aber auch ein Rücksetzer bis an die 21-Tage-Linie um 9400 wäre noch im Rahmen, erst darunter wechselt die Börsenampel wieder auf Orange.

Heute findet wieder ein Webinar statt – wir beleuchten DAX, China und einige aussichtsreiche Aktien. Anmeldung kostenlos unter diesem Link.

 

DAXST1

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Tagesanalyse:

Ein „V“ zum Auftakt

Die erste kleinere Korrektur des Börsenjahres 2014 führte im kurz- bis mittelfristigen Chart noch nicht zu einem Bruch wichtiger Unterstützungen. Bereits oberhalb der als relevant einzuordnenden horizontalen Zone um 8950 / 9000 erfolgte in der Vorwoche eine technische Erholung (siehe dazu auch der Chartanalysen Online Trend Indikator).

Unter dem Strich sahen wir in den ersten 7 Wochen des Jahres eine V-förmige Bewegung. Der Abverkauf Ende Januar wurde von einer ähnlich dynamischen Erholungsbewegung im Februar gekontert. In der Vorwoche gelang zugleich die Rückeroberung über den Schwellenwert bei 9550 – hier verläuft die Grenze zum nächst höheren Rechteck. Sollte der DAX dieses Niveau verteidigen, ist kurz- bis mittelfristig ein neues Rekordhoch nur eine Frage der Zeit. Der übergeordnete Trend ist klar aufwärts gerichtet, diese positive Marktstimmung entfaltet seine Kraft nun auch auf den Tageschart.

Hingegen kann der Bereich zwischen 8950 / 9100 bis 9550 als eine neutrale Zone eingeordnet werden. Kritisch wird es für den DAX erst, wenn das bisherige Jahrestief unterboten wird und es zu einem Ausbruch unter den eingezeichneten unteren Aufwärtstrend bei derzeit knapp 9000 kommt. Dieses Szenario ist derzeit aber unwahrscheinlich. Positive Signale kommen auch von den Indikatoren. Der MACD schwenkte erst kürzlich auf „Kaufen“, der DSS Bressert sendet ebenfalls Einstiegssignale.

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Wochenanalyse:

Potential scheint vorgegeben

Seit dem letzten ernst zu nehmenden Crash im Sommer 2011 läuft der DAX in einer von nur kurzen Konsolidierungen gekennzeichneten Aufwärtsbewegung. Maßgeblich auf der Unterseite ist eine seit Herbst 2011 bestehende Aufwärtstrendlinie, die im Jahr 2013 mehrfach angelaufen und bestätigt wurde. Verstärkt wird die aktuell bei knapp 9000 verlaufende Gerade von der viel beachteten 200-Tage-Linie, die klar steigend im Bereich um 8750 notiert. Für den Deutschen Aktienmarkt bleiben die Aussichten auf der mittel- bis langfristigen Zeitebene  bullisch, solange sich der Markt über dem langfristigen Durchschnitt behaupten kann. Ausgehend vom aktuellen Niveau könnte der Deutsche Aktienmarkt somit deutlich korrigieren, ohne das eine Neueinschätzung der übergeordneten langfristigen Perspektiven erforderlich wäre.

Aber auch Richtung Norden scheinen die Grenzen für die kommenden Wochen abgesteckt. Als Spielverderber für die Bullen erwies sich zuletzt eine seit Frühjahr 2012 bestehende Trendlinie, an der es seitdem mehrfach zu Gewinnmitnahmen kam. Erst wenn die bei knapp 10.000 verlaufende Gerade überwunden ist, eröffnet sich für den DAX weiterer Spielraum.

Keine eindeutigen Signale kommen hingegen von den Indikatoren. Vor allem das Verkaufssignal im MACD spricht eigentlich gegen einen positiven Verlauf in den kommenden Monaten. Der Indikator steht zudem derzeit auf einem ähnlich erhöhten Niveau wie im Jahr 2000 und 2007, als der Markt ebenfalls ein Top ausbildete. Hingegen kühlte sich mit der jüngsten Korrektur die überhitzte Lage im DSS Bressert ab, ein neuer Aufwärtsimpuls sollte folgen.

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Monatsanalyse:

Zwei Szenarien für die Zukunft

Im abgebildeten Monatschart seit 1960 wird vor allem die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000 deutlich. Nach dem Ausbruch aus einer rund 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung im Jahr 1983 zeigte der DAX bis zur Jahrtausendwende eine ausgeprägte Rally-Bewegung. Mit dem Platzen der Spekulationsblase wurde diese Aufwärtsbewegung in den vergangenen 13 Jahren konsolidiert. In dieser Zeit bildete der Deutsche Aktienindex deutlich steigende Bewegungstiefpunkte aus, was auf einen allmählich steigenden Kaufdruck deutet. Der Sprung über die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007 bei 8200 war somit nur eine Frage der Zeit.

Nach dem nun erfolgten Ausbruch sind zwei grundsätzliche Szenarien denkbar. Aufgrund der Bedeutung der Zone um 8200 wäre eine Rückkehrbewegung und somit ein Retest nicht überraschend. Ein möglicher Wendepunkt könnte an der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 liegen. Ausgehend von einem kurzen Test der fünfstelligen Kursmarke wäre mit einer Korrektur bis in den Bereich von 8200 / 8500 zu rechnen, von dem aus dann eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erfolgen würde. Zugleich eröffnet sich Anlegern, die den Einstieg bisher verpassten, auf langfristige Sicht noch einmal eine gute Einstiegsgelegenheit.

In einem zweiten Szenario bleibt ein Test der Zone um 8200 von oben aus. Stattdessen läuft der Markt nach einer recht wahrscheinlichen Konsolidierung bei rund 10.000 weiter aufwärts. Neue Widerstände müssten sich erst noch herausbilden. Unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Rücksetzer unter das Ausbruchsniveau von 8200.

Auf Basis der Indikatoren wäre noch ein wenig Luft nach oben vorhanden. Beachten Sie vor allem den trendfolgenden MACD, der in den vergangenen 13 Jahren eigentlich recht zuverlässig die Wendepunkte beim DAX antizipierte. Noch hat der Signalgeber nicht die Niveaus aus dem Jahr 2000 und 2007 erreicht (rote Linie).

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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