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DAX-Chartanalyse: Die Messlatte liegt bei 9225

Mit einer beeindruckenden Erholung meldeten sich am Montag die Käufer zurück. Ein erster Erfolg, doch klare Verhältnisse liegen im kurzfristigen Bereich noch nicht vor. Die DAX-Chartanalyse für den 17. Dezember 2013.

Stundenanalyse:

Der DAX ist doch immer wieder für eine Überraschung gut. Bereits am Vormittag knackte der Markt die Widerstandszone um 9070, im Anschluss setzte eine kleine Trendbeschleunigung ein, die den Index bis auf 9187 führte. Auch bis zum Handelsschluss wurden die Gewinne verteidigt, der Markt ging 1,74 Prozent höher bei 9163 aus dem Handel. Positiv stimmt zudem, dass nahezu alle Werte an der Erholungsbewegung beteiligt waren. Lediglich FMC und Infineon gaben leicht nach. Entscheidend war aber vor allem, dass die Indexschwergewichte deutliche Kapitalzuflüsse verzeichneten. Aktien wie Allianz, BASF, SAP und Siemens büßten während der Konsolidierung auffallend stark an Relativer Stärke ein. Eine nachhaltige Erholung kann es beim DAX aber nur geben, wenn gerade diese Werte verstärkt gekauft werden. Zumindest gestern überzeugte das Bild, Allianz, Siemens und BASF zählten zu den stärksten Aktien. Das Handelsvolumen sprang mit 3,3 Mrd. Euro auf das höchste Niveau seit dem 4. Dezember und stützt die Vermutung, dass bei knapp 9000 ein Boden ausgebildet wurde. Für diese Annahme spricht auch die Tatsache, dass wichtige Fibonacci-Marken der gesamten Abwärtsbewegung nahezu exakt mit horizontalen Widerständen zusammenfallen.

Die Rallybewegung vom Montag war somit überzeugend, aber erst jetzt wird sich zeigen, ob der Impuls auch für ein Kaufsignal im kurzfristigen Zeithorizont reicht. Mit 9163 steht der DAX ungefähr in der Mitte der Range, die vor knapp zwei Wochen erstmals ausgebildet wurde. Die Unterseite um 9070 hat nach dem gestrigen Durchbruch stark an Bedeutung verloren, was wiederum negativ für das Chance-Risiko-Profil ist, da ein sinnvoller Stoppkurs erst unterhalb von 8940 platziert werden kann. Im Idealfall sollte der DAX aber nicht mehr unter 9070 zurückfallen, um die nun wieder leicht verbesserten Perspektiven nicht zu gefährden.

Vorbörslich lassen die Indikationen eine Eröffnung um 9140 erwarten. Solange der DAX aber nicht die wichtige Hürde um 9225 meistert, ist vorerst nur eine Seitwärtsbewegung zu erwarten. Mit Blick auf die morgige Fed-Entscheidung halte ich dies weiterhin für das wahrscheinlichste Szenario.

Überraschend wäre hingegen ein erneuter Angriff der Käufer, die den Index auch über die Barriere um 9210 / 9225 hieven würde. Hier hätte der DAX nicht nur 50 Prozent der Abwärtsbewegung wieder aufgeholt ( 50 Prozent Retracement), sondern auch die 21-Tage-Linie sowie den horizontalen Widerstand um 9225 überwunden. Einzeln betrachtet stellen die Widerstände keine große Hürde dar, erst das Zusammentreffen auf einem Kursniveau lässt die Bedeutung deutlich steigen. Spätestens oberhalb der 61,8 Prozent-Marke und damit dem Widerstand um 9250 wäre die Korrektur als beendet anzusehen.

DAXST1

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Tagesanalyse:

Bodenbildung möglich

Die entscheidende Frage lautet, ob die ungeduldigen Schnäppchenjäger wie in der Vergangenheit den etwas deutlicheren Rücksetzer seit Anfang Dezember als günstige Einstiegsgelegenheit bewerten oder vorerst von  neuen Engagements Abstand nehmen. Die bis in den Januar hinein saisonal günstige Phase spricht für das Lager der Bullen. Erstes Ziel auf der Oberseite bleibt das Rekordhoch, darüber lässt das Rechteck Platz bis rund 9680.

Derzeit haben aber eher die Verkäufer das Heft in der Hand, auch wenn wichtige charttechnische Unterstützungen bisher noch nicht verletzt wurden. Auf dem aktuellen Niveau um rund 9000 sind die Chancen für eine Stabilisierung aber recht gut, denn auf diesem Niveau verlaufen einige viel beachtete Haltemarken. Neben der eher unzuverlässigen 55-Tage-Linie ruhen die Hoffnungen der Käufer vor allem auf der horizontalen Unterstützung um 8940 / 8960 sowie dem 23,6 Prozent Fibonacci-Niveau der übergeordneten Aufwärtsbewegung. Dieser Prozentsatz stellt häufig ein Mindestkorrekturniveau dar, von dem aus wieder der ursprüngliche Trend aufgenommen wird. Wegen der Häufung der verschiedenen Signale knapp unterhalb von 9000 Punkten dürften spätestens auf diesem Niveau wieder verstärkt Neueinsteiger, die bisher die Rally verpasst haben, einsteigen und für eine (temporäre) Gegenbewegung sorgen. Sollte der DAX hingegen auch hier keinen Halt finden, wäre dies ein um so bearischeres Zeichen und würde auf einen kurz- bis mittelfristigen Trendwechsel deuten. Das nächste Zielgebiet wäre die Region um das September-Hoch / 38,2 Prozent Fibonacci-Niveau um 8710.

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Wochenanalyse:

In luftiger Höhe

Nach einer Gewinnserie in den vergangenen beiden Monaten gönnten sich die Käufer Anfang Dezember eine Verschnaufpause auf hohem Niveau. Ob die überfällige Konsolidierung nur der Auftakt ist zu einer mehrwöchigen Korrektur mit möglicher Trendumkehr oder der nach wie vor intakte Aufwärtstrend zügig erneut aufgenommen wird, muss sich erst noch zeigen. Charttechnisch relevante Widerstände sind nicht mehr vorhanden.

Orientierung bietet ein seit 2011 bestehender Aufwärtskanal, wobei derzeit vor allem dessen Mittellinie bei rund 9750 ein mögliches Zielgebiet auf der Nordseite darstellt. Zuletzt wurde die Linie vom Markt im Mai vergeblich attackiert. Allerdings bleibt auch festzustellen, dass sich der Index inzwischen recht weit von der unteren Kanalgrenze sowie der 200-Tage-Linie entfernt hat. Entsprechend groß ist auch das Korrekturpotential. Die genannten Unterstützungen verlaufen im Bereich um 8390 bis 8570.

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 Monatsanalyse:

Fünfstellige Regionen durchaus möglich

Der Monatschart zeigt deutlich die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000. Ähnlich wie im amerikanischen Leitindex S&P 500 ist bei anhaltender Kaufbereitschaft mit einer längerfristigen und sehr nachhaltigen Aufwärtsbewegung zu rechnen, die den DAX deutlich in dreistellige Kursregionen oberhalb von 10.000 Punkten führen sollte. Eine solche Entwicklung werden die Bären aber nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen. Ein Pullback ausgehend von 9000 / 9500 an die 8000er-Region ist auf jeden Fall einzuplanen und eröffnet noch einmal eine gute Nachkaufchance.

Die Wahrscheinlichkeit für einen nachhaltigen Ausbruch auf der Oberseite ist zumindest auf längerfristige Sicht klar zu favorisieren. Zwar kann es durchaus noch einmal zu einen erneuten Test der unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 5360 Punkten kommen. Die steigenden Bewegungshochpunkte seit 2003 stimmen aber positiv. Kursrückschläge wurden immer früher zum Einstieg genutzt und verstärken den Druck auf der Oberseite eines möglichen aufsteigenden Dreiecks.

Die Indikatoren weisen in der sehr langfristigen Betrachtung bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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