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DAX-Chartanalyse: Deutlicher Rückschlag in Sicht

Die Käufer verspielten gestern ihre Chance, mit einem Kaufsignal die charttechnischen Aussichten zu verbessern. Heute startet der Konter der Bären. Offenbar mit mehr Aussicht auf Erfolg. Die DAX-Chartanalyse für den 20. Juni 2013. 

 

 

Der gestrige Handelstag war mal wieder ein gutes Beispiel dafür, dass man kurz vor sehr wichtigen Terminen wie Fed-Zinsentscheidungen den Markt lieber von der Seitenlinie aus verfolgen sollte. Fehlsignal auf der Ober- als auch Unterseite dürften so manchen Trader viel Nerven und wohl auch etwas Geld gekostet haben. Während der schwachen Eröffnung rauschte der DAX zunächst unter das Vortagestief und lieferte eigentlich ein Verkaufssignal ab. Die Bären freuten sich aber zu früh, denn wenig später erfolgte sogar der Ausbruch aus dem Abwärtskanal. Wie gestern beschrieben erwies sich aber die fallende 21-Tage-Linie als zu große Hürde. Die Kurse prallten vom gleitenden Durchschnitt ab und der DAX schloss wieder innerhalb der Range. Schaut man sich den Stundenchart etwas genau an, gibt es dennoch eine wertvolle Erkenntnis, die ich hier immer wieder erwähne: Warten Sie im sehr kurzen Zeitfenster mindestens den Stundenschlusskurs ab. Wer diese Regel befolgte, dürfte zur Wochenmitte nur unter den heißen Temperaturen gelitten haben.

Mit Blick auf die kommenden Tage bleibt der Blick unverändert abwärts gerichtet. Das gestrige Tageshoch lag deutlich unter dem Bewegungshoch vom 10. Juni. Wir sehen somit weiterhin eine Serie fallender Hochpunkte, was erfahrungsgemäß eine intakte Korrektur anzeigt. Negativ zu werten ist auch der gescheiterte Versuch, die 21-Tage-Linie zu überwinden. Skeptisch stimmen zudem die Indikatoren, vor allem der trendfolgende und zuletzt sehr zuverlässige MACD steht auf Tagesbasis immer noch auf Verkaufen. Das aktuelle Rückschlagspotenzial ist nicht zu unterschätzen, denn der DAX beendete den gestrigen Tag an der Oberkante des Abwärtskanals. Folglich ist kurzfristig mit einer Rückkehrbewegung an die untere Begrenzung bei derzeit 7880 Punkten zu rechnen. Bereits zu Handelsbeginn dürfte sich das Bild mit einer deutlichen Abwärtslücke spürbar eintrüben – die Indikationen sehen den DAX bei 8070 Punkten und damit auf Höhe der zuletzt kaum beachteten 55-Tage-Linie. Die nächste Unterstützung findet sich erst wieder am Monatstief bei rund 7970 Punkten. Erholungen treffen bei 8120 und um 8160 auf Widerstand.

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Kennzahlen:

 

DAX-Pivot-Punkte für den 20. Juni:

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Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

 

 

wichtige Chartmarken:

DAXMarken

 

 

 



 

Gefangen im Rechteck

Im mittelfristigen Tageschart wird die hohe Bedeutung des aktuellen Rechtecks sichtbar. Anfang Mai kletterte der DAX dynamisch in die grau hinterlegte Zone und spurtete bis an die obere Begrenzung bei 8515 Punkten. Allerdings scheiterte hier der Ausbruch, die logische Folge ist eine Rückkehrbewegung an die Unterkante. In den vergangenen Wochen hielt sich der DAX gut an diese Vorgaben und lief kürzlich die Zone um knapp 8000 Punkte an. Schnäppchenjäger verhinderten den Rücksetzer in das tiefer gelegene Rechteck und sorgten so für eine Stabilisierung.

Aktuell bietet sich erneut die Chance, in die oberen Regionen vorzustoßen. Ein erster Hinweis auf einen erneuten Test der Rekordstände wäre ein Anstieg über die Mittellinie bei rund 8260 Zählern (23,6 Prozent Fibonacci-Marke der April-Mai-Rally). Bleibt dem DAX der Anstieg verwehrt, steigt der Druck auf die Unterseite.

Die Indikatoren liefern nach wie vor ein gemischtes Bild. Der zuletzt sehr zuverlässige MACD steht nach wie vor auf „Verkaufen“. Immerhin hat der trendfolgende Oszillator seinen überhitzten Zustand verlassen und prüft nun die Nulllinie. Manche Analysten sehen einen Rücksetzer in negatives Terrain als Signal für eine anhaltende Schwächephase. Der geglättete Stochastik (DSS Bressert) bestätigte hingegen zuletzt nicht mehr die neuen Bewegungstiefs im DAX und deutet mit positiven Divergenzen eher auf eine Erholung.

 

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Aufwärtskanal lässt viel Platz

Die erste Jahreshälfte kann sich durchaus sehen lassen. Bereits seit Mitte 2011 läuft das Aktienbarometer in einem rund 1500 Punkte breiten Aufwärtskanal. Zuletzt wurde die Untergrenze dieser Range während der Korrektur Mitte April angelaufen und bestätigt. Seitdem erholte sich der Markt, kletterte über die bisherigen Rekordhochs aus 2000 und 2007 und steht nun ungefähr in der Mitte der Range.

Charttechnisch relevante und bereits bestätigte Widerstände sind nun Mangelware. Mit dem Spurt auf frische Hochs lieferte der DAX das beste Kaufsignal ab, welches die Technische Analyse zu bieten hat. Die kürzlich erfolgte Rückkehrbewegung ist vor allem an viel beachteten Marken wie der Region um die alten Rekordniveaus vollkommen normal und trendbestätigend zu werten – solange es nicht zu einem signifikanten Rücksetzer und damit Fehlausbruch kommt.

Nach oben hin ist der Weg nun frei bis mindestens an die obere Begrenzung des Trendkanals bei rund 9800 Punkten. Zuvor dürften aber einige runde Kursmarken für Gewinnmitnahmen sorgen. Nach unten hin hat der DAX ebenfalls viel Platz. Im optimalen Szenario fällt der Markt nicht mehr unter 8000 Punkte per Wochenschluss. Sollte es dennoch zu weiteren Kursverlusten kommen, liegen zwischen 7400 bis 7600 zahlreiche robuste Unterstützungen wie zum Beispiel die Unterkante des erwähnten Trendkanals oder auch die viel beachtete 200-Tage-Linie.

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DAX – 10.000 Punkte wären nur eine Zwischenstation

Der Monatschart vermittelt eigentlich am deutlichsten, wie wichtig die Kursentwicklung derzeit aber auch in den kommenden Wochen ist. Aktuell sieht es so aus, als ob der DAX die seit 2000 und somit seit rund 13 Jahren anhaltende große Seitwärtsbewegung endlich nach oben hin auflösen kann und somit den „Deckel lüftet“. Im Jahr 2007 scheiterte der Markt fast das gesamt Jahr hindurch an einem nachhaltigen Anstieg über das 2000er-Hoch, in 2011 zogen sich die Käufer bereits deutlich tiefer bei rund 7400 Punkten wieder zurück.

Vollkommen überraschend kommt die jüngste Entwicklung aber nicht, denn seit 2003 lässt sich eine Serie von steigenden Korrekturtiefs ausmachen. Zusammenfassend kann die Entwicklung seit der Jahrtausendwende somit auch als großes aufsteigendes Dreieck gewertet werden. Der Sprung in dreistellige Kursregionen an der 10.000er-Marke wäre nur eine Zwischenstation hin zu deutlich höheren Niveaus jenseits der 15.000. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Auch in dieser sehr langfristigen Betrachtung weisen die Indikatoren bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

Fast man alles zusammen, könnte ein mögliches Szenario wie folgt aussehen. Der DAX schafft den nachhaltigen Ausbruch und läuft – unter Korrekturen – bis an die 10.000. Hier kommt es zu einer Pullbackbewegung, die sich oft beobachten lässt, wenn der Markt lange an charttechnisch wichtigen Marken scheiterte und diese schließlich überwindet. Übertragen auf den DAX wäre mit einer Rückkehrbewegung bis 8200 / 8500 zu rechen. Hier würde sich für Nachzügler noch einmal eine günstige Gelegenheit ergeben, eher der Börsenexpress nachhaltig in fünfstellige Regionen aufbricht.

 

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Posted in: Chart-Show, Indizes

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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