By 23. April 2014 Read More →

DAX-Chartanalyse: Das entscheidende Signal steht noch aus

Die DAX-Bullen sammelten über die Ostertage offenbar viel Kraft und legten gleich zu Wochenbeginn einen perfekten Start hin. Doch die Erfahrungen der vergangenen Monate lassen noch keine Euphorie aufkommen.   

Stundenanalyse:

Der DAX bleibt in diesem Jahr weiterhin nur schwer zu fassen. Vor rund einer Woche drohte bei Kursen von unter 9200 noch ein größeres Verkaufssignal, wenige Tage später steht der Markt gut 400 Punkte höher. Bis zum Rekordhoch fehlen nur noch knapp 200 Zähler oder rund zwei Prozent. Theoretisch könnte der DAX bereits heute mit einem frischen Allzeithoch glänzen und den Bären einen heftigen Tiefschlag verpassen.

Auf den ersten Blick sind die Aussichten somit sonnig, keine Frage. Nicht ganz so strahlend fällt aber der Blick in den Rückspiegel aus, der zur Beurteilung der aktuellen Ausgangslage immer wieder herangezogen werden sollte. Fakt ist, dass der DAX seit gut fünf Monaten in einer Seitwärtsspanne zwischen rund 9000 bis 9800 pendelt. Kursgewinne wie am Dienstag sind dabei keine Seltenheit gewesen. Allerdings bekam der DAX immer wieder ab rund 9600 Schwierigkeiten. Oberhalb dieser Marke nahmen die Gewinnmitnahmen deutlich zu, während Anschlusskäufe bisher nicht zu beobachten waren.

Unter dem Strich eine klassische Tradingrange, die nach den Ausführungen in diversen charttechnischen Lehrbüchern einfach zu handeln sein sollten. In der Praxis sieht die Sache aber ganz anders aus. Bleiben Sie lieber gelassen und schauen sich die weitere Entwicklung von der Seitenlinie aus an. Noch ist nichts passiert, die Bewegungen sind nach wie vor ziemlich willkürlich und verleiten dazu, Fehler zu machen.

Sollte der DAX heute oberhalb von 9600 in den Handel starten, wäre weiter Platz bis in den Bereich um 9700. Hier wird es dann wieder deutlich schwieriger, das Kursverhalten von Mitte Februar und Anfang April gilt als mahnendes Beispiel. Auch wenn der Index über das Monatshoch von 9721 steigen sollte, könnte es sich nur um einen Fehlausbruch handeln. Wünschenswert wäre mindestens ein Tagesschluss oberhalb von 9800.

Setzen hingegen Gewinnmitnahmen ein, könnten den frischen Käufer schnell eine unliebsame Überraschung erleben. Aufgrund des sehr dynamischen Anstiegs wurden kaum zuverlässige Unterstützungen ausgebildet. Erst im Bereich  um 9400 / 9450 ist wieder mit stärkeren Käufen zu rechnen.

DAXST1

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Tagesanalyse:

Test erneut bestanden

Die volatile Seitwärtsbewegung des DAX seit November vergangenen Jahres geht allmählich in ihre entscheidende Phase. Nachdem die Kurse zu Jahresbeginn noch die Oberkante des maßgeblichen Aufwärtskanals anliefen, steht seit einigen Wochen verstärkt die Südseite unter Druck. Während der Korrektur im März wurde die Gerade intraday bereits durchbrochen. Inzwischen ist die Unterkante weiter angestiegen und verläuft aktuell im Bereich um 9250. Die Marke ist wie alle charttechnischen Signalgeber nicht punktgenau zu beachten, sondern eher als eine Art Zone einzuordnen.

Im Rahmen einer kleineren Korrektur bis Mitte April wurde die untere Kanalgrenze erneut bestätigt. Damit steigt zugleich die Bedeutung der Geraden an und gibt zusätzliche Sicherheit auf der Südseite. Dank der dynamischen Erholung um Ostern steht nun wieder die Oberseite im Bereich des Rekordhochs unter Druck. Hier ist die Ausgangslage ähnlich wie in der Wochenanalyse: Erst mit einem neuem Allzeithoch wäre der Weg frei bis in fünfstellige Kursregionen. Das frische Einstiegssignal im leicht überverkauften DSS Bressert stützt dieses Szenario.

Sollte hingegen erneut eine Schwächephase einsetzen, stellt die erwähnte untere Kanalgrenze die erste wichtige Unterstützung dar. Kursverluste darüber hinaus würden das bullische Gesamtbild zwar eintrüben, wären aber noch akzeptabel. Erst wenn der DAX auch unter die mehrfach bestätigte horizontale Unterstützungszone um 9000 sowie die 200-Tage-Linie fallen würde, müsste die bullische Grundhaltung hinterfragt werden.

DAXT

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Wochenanalyse:

8150 oder 10.300

Im langfristigen Wochenchart zeigt sich ebenfalls bereits deutlich die seit rund fünf Monaten anhaltende Konsolidierungsbewegung. Nachdem der DAX zu Jahresbeginn eine seit Anfang 2012 bestehende obere Aufwärtstrendlinie (dunkelgrün) vergeblich anlief, kam es zuletzt aufgrund der Seitwärtsbewegung zu mehreren Test der südlichen Begrenzung (hellgrün). Bisher nutzten Schnäppchenjäger die Rücksetzer zum Einstieg und bestätigten somit den übergeordneten Aufwärtsimpuls. Je geringer allerdings die anschließenden Erholungen ausfallen und je öfter der DAX die untere Aufwärtstrendlinie testet, desto höher die Wahrscheinlichkeit für einen Trendbruch. Zu einem bestimmten Zeitpunkt werden nicht mehr genügend Käufer an der Seitenlinie stehen und für eine Stabilisierung sorgen. Zugleich geben die bereits investierten Anleger irgendwann auf und veräußern wieder ihre Positionen, wenn sich das bullische Szenario nicht einstellt.

Sollte es zu einem Trendbruch kommen, stellt die 200-Tage-Linie zusammen mit der horizontalen Unterstützung um 9000 eine letzte wichtige Bastion dar. Erst wenn diese Zone nachhaltig unterschritten wird, trüben sich die Aussichten deutlich ein. Die Kursbewegungen des DAX in den vergangenen fünf Monaten oberhalb von 9000 wären dann als eine Top-Formation einzustufen, deren Höhe auf ein Korrekturpotential bis rund 8150 deuten würde. Exakt auf diesem Niveau liegen auch die Umkehrbewegungen aus 2000 und 2007 (s. auch Monatsanalyse).

Noch ist aber das entscheidende Verkaufssignal nicht gegeben. Bis dahin bleibt eine Fortsetzung des Hausseimpulses wahrscheinlicher. Für ein klares mittelfristiges Kaufsignal sollte der DAX aber mindestens über das Rekordhoch von 9800 ansteigen. Im positiven Fall lässt die dunkelgrüne Trendlinie Platz bis rund 10.300.

DAXW

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Monatsanalyse:

Zwei Szenarien für die Zukunft

Im abgebildeten Monatschart seit 1960 wird vor allem die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000 deutlich. Nach dem Ausbruch aus einer rund 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung im Jahr 1983 zeigte der DAX bis zur Jahrtausendwende eine ausgeprägte Rally-Bewegung. Mit dem Platzen der Spekulationsblase wurde diese Aufwärtsbewegung in den vergangenen 13 Jahren konsolidiert. In dieser Zeit bildete der Deutsche Aktienindex deutlich steigende Bewegungstiefpunkte aus, was auf einen allmählich steigenden Kaufdruck deutet. Der Sprung über die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007 bei 8200 war somit nur eine Frage der Zeit. Der DAX löste ein sehr bullish aufsteigendes Dreieck nach oben hin auf, aus dem theoretisch Notierungen deutlich jenseits der 10.000er-Marke abgeleitet werden können.

Nach dem nun erfolgten Ausbruch sind zwei grundsätzliche Szenarien denkbar. Aufgrund der Bedeutung der Zone um 8200 wäre eine Rückkehrbewegung und somit ein Retest des Ausbruchsniveau nicht überraschend. Ein möglicher Wendepunkt könnte an der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 liegen. Ausgehend von einem kurzen Test der fünfstelligen Kursmarke wäre mit einer Korrektur bis in den Bereich von 8200 / 8500 zu rechnen, von dem aus dann eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erfolgen würde. Zugleich eröffnet sich Anlegern, die den Einstieg bisher verpassten, auf langfristige Sicht noch einmal eine gute Einstiegsgelegenheit.

In einem zweiten Szenario bleibt ein Test der Zone um 8200 von oben aus. Stattdessen läuft der Markt nach einer recht wahrscheinlichen Konsolidierung bei rund 10.000 weiter aufwärts. Neue Widerstände müssten sich erst noch herausbilden. Unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Rücksetzer unter das Ausbruchsniveau von 8200.

Auf Basis der Indikatoren wäre noch ein wenig Luft nach oben vorhanden. Beachten Sie vor allem den trendfolgenden MACD, der in den vergangenen 13 Jahren eigentlich recht zuverlässig die Wendepunkte beim DAX antizipierte. Allmählich erreicht der Signalgeber die Niveaus aus dem Jahr 2000 und 2007 (rote Linie).

DAXM

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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