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DAX-Chartanalyse: Das Eis ist nach wie vor dünn

Der DAX befindet sich nach zwei volatilen Tagen wieder in der bereits bekannten Trading-Range. Einen Rücksetzer unter 9500 sollten die Käufer heute vermeiden. Die DAX-Chartanalyse für den 4. März 2014.

Stundenanalyse:

Eigentlich war der Einbruch vom Montag ein Elfmeter für die Bären. Doch statt den Ball sicher zu versenken, stürmten die Käufer erneut aufs Parkett und hievten den DAX zurück bis zum Ausgangsniveau. Politische Börsen haben kurze Beine, heißt es unter Börsianern. Und sie sind sehr schwierig zu handeln. Wer Newstrading betreibt, dürfte an den vergangenen beiden Tagen viel Freude gehabt haben. Anhänger der Charttechnik bleiben hingegen eher ratlos zurück und müssen feststellen, dass der Rücksetzer aus der Handelsspanne am Montag nur ein Fehlausbruch war.

Bei den Einzelwerten wurden genau jene Papiere gekauft, die zu Wochenbeginn noch aus den Depots verbannt wurden. Einmal raus und wieder rein, die Broker dürften sich freuen. Auch das Handelsvolumen fiel mit 3,8 Mrd. Euro auf Xetra entsprechend hoch aus. Im Stundenchart bildete sich mal wieder eine „V-„förmige Bewegung aus, wie so oft bereits in der Vergangenheit. Jeder Rücksetzer wird von Anlegern dankbar genutzt, die bisher noch nicht oder zu wenig im Markt engagiert sind. Solange sich daran nichts ändern, bleiben größere und anhaltende Korrekturbewegungen eher unwahrscheinlich.

Vorbörslich geht es eine Etage tiefer, der DAX steht bei 9545. Auch eine Korrektur bis an die 21-Tage-Linie bei 9525 ist noch unbedenklich. Fällt der DAX unter die kurzfristige Signallinie, trübt sich das Bild wieder ein. Weitere Verluste bis 9480 wären einzuplanen, darunter würde es dann deutlich bearisher. Spätestens unter dem Wochentief um 9350 dreht die kurzfristige Börsenampel auf Rot.

Etwas wahrscheinlicher ist aber eine Stabilisierung oberhalb von 9500 und ein Angriff bis in die Region um 9700. Auf dem erhöhten Niveau kam es im von Mitte bis Ende Februar mehrfach zu gescheiterten Ausbrüchen auf der Oberseite. Nach wie vor scheinen viele Anleger, die Mitte Januar eingestiegen sind, ihre Positionen zu veräußern. Erst wenn das Angebot aufgenommen ist, wäre der Weg bis zum Rekordhoch bei knapp 9800 frei. Auffallend ist nach wie vor die Relative Schwäche gegenüber den US-Indizes. Der S&P stieg auch gestern wieder auf ein neues Rekordhoch (Chart-Galerie).

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Tagesanalyse:

Doppeltes Verkaufssignal

Während der richtungsweisende US-Leitindex S&P 500 im Februar ein neues Rekordhoch erreichte, blieb den DAX-Bullen dieser Erfolg bisher noch versagt. Zwar zeigte auch der heimische Markt eine sehr dynamische Erholung auf den Abverkauf im Januar und kletterte im Vormonat um rund 4,2 Prozent. In den vergangenen zwei Wochen spielte sich der Handel aber immer knapp unter dem Mitte Januar erreichten Hoch ab. Aus Anlegersicht durchaus nachvollziehbar. Denn bei einem Einstandspreis von neuen Positionen oberhalb von 9600 dürfte so mancher Börsianer unruhige Nächte haben. Wer erst auf dem erhöhten Niveau einsteigt, erkauft sich ein schlechtes Chance-Risiko-Verhältnis. Die Position schwankt täglich zwischen Gewinn und Verlust, was die Nerven zusätzlich belastet. Etwas entspannter können hingegen Anleger den Markt verfolgen, die zwischen 9100 bis 9500 eingestiegen sind. Von daher überrascht es kaum, dass es in diesem Bereich zu einer schnellen Erholung kam und oberhalb von 9600 ein offener Schlagabtausch zwischen Bullen und Bären beobachtet werden kann.

Mit dem erneuten Rücksetzer zu Monatsbeginn haben die Bullen einen weiteren Dämpfer erhalten. Nach wie vor ist aber davon auszugehen, dass genügend Anleger an der Seitenlinie stehen und die günstigeren Kurse zum Einstieg nutzen. Bleiben neue Hiobsmeldungen aus der Ukraine aus, dürfte der Markt schnell wieder am Ausgangsniveau stehen.

Grundsätzliche ist die Tendenz nach wie vor aufwärts gerichtet, alle wesentlichen Trendlinien und Gleitenden Durchschnitte weisen nach Norden. Erst wenn der DAX unter die Kombination aus Jahrestief und Aufwärtstrendlinie bei rund 9080 zurückfallen sollte, dreht die Börsenampel auf Rot und eine Neueinschätzung der mittelfristigen Perspektiven wäre erforderlich. Kursbewegungen in der Range 9080 bis 9800 sind als nahezu neutral einzuordnen, oberhalb von 9800 haben klar die Bullen das Zepter in der Hand.

Zur Vorsicht mahnt die Tatsache, dass der DAX im zweiten Anlauf nicht mehr das im Januar markierte Rekordhoch erreichte und bisher einen tieferen Hochpunkt ausbildete. Auch das Umsatzvolumen fällt seit zwei Wochen eher unterdurchschnittlich aus. Es drängt sich ein wenig der Verdacht auf, dass die jüngste Erholung überwiegend von spekulativen Anlegern getragen wurde, die sich auch schnell wieder aus dem Markt verabschieden, wenn die erhofften Kursgewinne nicht eintreten.

Auch die Indikatoren deuten in eine ähnliche Richtung. Der MACD steht wie auch der DSS Bressert auf Verkaufen.

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Wochenanalyse:

DAX bleibt im Kanal gefangen

Seit dem letzten ernst zu nehmenden Crash im Sommer 2011 läuft der DAX in einer von nur kurzen Konsolidierungen gekennzeichneten Aufwärtsbewegung. Maßgeblich auf der Unterseite ist eine seit Herbst 2011 bestehende Aufwärtstrendlinie, die im Jahr 2013 mehrfach angelaufen und bestätigt wurde (hellgrüne untere Linie). Verstärkt wird die aktuell bei 9100 verlaufende Gerade von der viel beachteten 200-Tage-Linie, die klar steigend im Bereich um 88820 notiert. Für den Deutschen Aktienmarkt bleiben die Aussichten auf der mittel- bis langfristigen Zeitebene  bullisch, solange sich der Markt über dem langfristigen Durchschnitt behaupten kann. Ausgehend vom aktuellen Niveau könnte der DAX somit deutlich korrigieren, ohne das eine Neueinschätzung der übergeordneten langfristigen Perspektiven erforderlich wäre.

Aber auch Richtung Norden scheinen die Grenzen für die kommenden Wochen abgesteckt. Als Spielverderber für die Bullen erwies sich zuletzt eine seit Frühjahr 2012 bestehende Trendlinie (dunkelgrüne Linie), an der es seitdem mehrfach zu Gewinnmitnahmen kam. Erst wenn die bei gut 10.000 verlaufende Gerade überwunden ist, eröffnet sich für den DAX weiterer Spielraum.

Eher Gegenwind kommt derzeit von den Indikatoren. Seit Ende Januar sendet der trendfolgende MACD ein Verkaufssignal und liefert ein Argument für eher schwache Notierungen in den kommenden Wochen. Der Indikator steht zudem derzeit auf einem ähnlich erhöhten Niveau wie im Jahr 2000 und 2007, als der Markt ebenfalls ein Top ausbildete. Zumindest ein Anstieg über die dunkelgrüne Aufwärtstrendlinie und somit eine Beschleunigung der Bewegung ist derzeit eher nicht zu favorisieren.

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Monatsanalyse:

Zwei Szenarien für die Zukunft

Im abgebildeten Monatschart seit 1960 wird vor allem die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000 deutlich. Nach dem Ausbruch aus einer rund 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung im Jahr 1983 zeigte der DAX bis zur Jahrtausendwende eine ausgeprägte Rally-Bewegung. Mit dem Platzen der Spekulationsblase wurde diese Aufwärtsbewegung in den vergangenen 13 Jahren konsolidiert. In dieser Zeit bildete der Deutsche Aktienindex deutlich steigende Bewegungstiefpunkte aus, was auf einen allmählich steigenden Kaufdruck deutet. Der Sprung über die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007 bei 8200 war somit nur eine Frage der Zeit. Der DAX löste ein sehr bullish aufsteigendes Dreieck nach oben hin auf, aus dem theoretisch Notierungen deutlich jenseits der 10.000er-Marke abgeleitet werden können.

Nach dem nun erfolgten Ausbruch sind zwei grundsätzliche Szenarien denkbar. Aufgrund der Bedeutung der Zone um 8200 wäre eine Rückkehrbewegung und somit ein Retest des Ausbruchsniveau nicht überraschend. Ein möglicher Wendepunkt könnte an der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 liegen. Ausgehend von einem kurzen Test der fünfstelligen Kursmarke wäre mit einer Korrektur bis in den Bereich von 8200 / 8500 zu rechnen, von dem aus dann eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erfolgen würde. Zugleich eröffnet sich Anlegern, die den Einstieg bisher verpassten, auf langfristige Sicht noch einmal eine gute Einstiegsgelegenheit.

In einem zweiten Szenario bleibt ein Test der Zone um 8200 von oben aus. Stattdessen läuft der Markt nach einer recht wahrscheinlichen Konsolidierung bei rund 10.000 weiter aufwärts. Neue Widerstände müssten sich erst noch herausbilden. Unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Rücksetzer unter das Ausbruchsniveau von 8200.

Auf Basis der Indikatoren wäre noch ein wenig Luft nach oben vorhanden. Beachten Sie vor allem den trendfolgenden MACD, der in den vergangenen 13 Jahren eigentlich recht zuverlässig die Wendepunkte beim DAX antizipierte. Noch hat der Signalgeber nicht die Niveaus aus dem Jahr 2000 und 2007 erreicht (rote Linie).

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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