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DAX-Chartanalyse: Damoklesschwert Topformation

Die Volatilität an den Märkten ist mit Wucht zurück. Der DAX fällt am Mittwoch binnen 30 Minuten um 200 Punkte und durchschlägt dabei – wie zu Beginn der Woche bei Gold – wichtige Unterstützungen. Nur eine schnelle Erholung könnte den Abschluss einer Umkehrformation noch verhindern. Die Chartanalyse für den 18. April 2013.  

 

Die DAX-Bullen mussten gestern einen erneuten schweren Schlag einstecken. Innerhalb von Minuten ging es um rund 200 Punkte abwärts. Handfeste Gründe: Fehlanzeige. Es dürfte wohl ein Mix aus mehreren Faktoren gewesen sein: schlechte Nachrichten aus dem Nahen Osten (Israel wurde von Raketen getroffen), der Bruch einiger charttechnisch wichtiger Marken, Verkaufsdruck durch automatische Handelssysteme und die ohnehin sehr nervöse Lage, nachdem es in den vergangenen Tagen bereits auf den Rohstoffmärkten zu einem Ausverkauf (ohne einen konkreten Auslöser) kam. Fazit: An den Aktienmärkten dominiert aktuell klar der Risk-Off-Modus. Als guter Gradmesser hat sich in der Vergangenheit die Positionierung der Investoren in den amerikanischen Small-Caps erwiesen. Entwicklen sich die risikoreicheren Nebenwerte (Russell 2000) im Vergleich zu den Schwergewichten (Russell 1000) schlechter, verdichten sich die Hinweise auf turbulentere Zeiten an den Aktienmärkten. Aktuell sehen wir an der Wall Street genau diese Entwicklung. Dazu kommt noch der saisonale Zyklus. In den vergangenen Jahren kam es jeweils im April zu einer Umkehrbewegung an den Aktienmärkten. Unter dem Strich passt somit alles zusammen.

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Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

 

Jetzt wird es wirklich kritisch für die Bullen. Mit dem kräftigen Rücksetzer zur Wochenmitte rauschte der DAX unter die Barriere um 7560 Punkte. Das Tages- und damit auch neue Jahrestief lag exakt am Schnittpunkt aus der seit Mitte März
bestehenden, steilen Abwärtstrendlinie und der mittelfristig richtungsweisenden horizontalen Unterstützungszone zwischen 7440 bis 7480 Punkten. Mit dem erneuten Rücksetzer hat sich der DAX in eine recht  bedrohliche Lage manövriert, denn formal wurde mit dem gestrigen Kursrutsch unter die Nackenlinie einer potenziellen Schulter-Kopf-Schulter-Formation bei rund 7600 Punkten auch eine große Top-Umkehrformation abgeschlossen. Theoretisches Kursziel: knapp 7100 Zähler.
Natürlich muss es nicht dazu kommen, zumal die Umsatzentwicklung an den Extrempunkten nicht ganz stimmt. Kurzfristig bietet die erwähnte untere Abwärtstrendlinie eine gute Orientierung. Im Tagesverlauf fällt diese bis an die Unterkante der
Unterstützungszone und deutet somit eher nicht auf eine dynamische Fortsetzung der Abwärtsbewegung. Hält die Markt nicht, kommt es erstmals seit Ende Juli 2012 zu einem erneuten Test der 200-Tage-Linie. Wenige Punkte tiefer verläuft
auch ein noch nicht bestätigter, seit September 2011 bestehender Aufwärtstrend.

Eine technische Gegenbewegung für den heutigen Tag wäre nicht überraschend, für einen Richtungsumschwung wird es aber nicht reichen. Erst wenn der DAX über 7900 Punkte steigt und somit das letzte Zwischenhoch und den Abwärtstrend überwindet, erscheinen Kurse von 8000 wieder realistischer. Bis dahin bleiben die Erholungen nur kurzfristige Atempausen im übergeordneten Abwärtstrend.

Tägliche Chartanalysen lesen Sie von mir auch auf  gekkomarkets.com.

 

 
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Kennzahlen:

DAX-Pivot-Punkte für den 18. April:

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

 

 

 



 

 

 

Unterstützungsmarke unter Druck

Bisher korrigierte der DAX ausgehend vom Jahreshoch maximal um sieben Prozent. Skeptisch stimmt vor allem die seit dem Rekordhoch bestehende Serie von fallenden Bewegungshochpunkten und zugleich tieferen Korrekturniveaus. Anders formuliert: Erholungen werden immer früher abverkauft, während der Index allmählich nach unten durchgereicht wird.

Unter dem Strich besteht aber kein Grund zur Panik, denn der Index baut lediglich seinen überhitzten Zustand ab. Als gutes Barometer dient der Abstand zur 200-Tage-Linie. Im ersten Quartal waren historisch hohe Werte von bis zu zwölf Prozent fast die Regel. Dass es zu einer Korrektur kommt ist eher positiv zu sehen, denn nur so werden die kurzfristig engagierten Anleger aus dem Markt gespült und gleichzeitig zuverlässige Unterstützungen ausgebaut.

Richtung Norden sollte der DAX mindestens über den kurzfristigen Abwärtstrend und das letzte Bewegungshoch (7885) steigen, um ernsthafte Avancen in Richtung 8000 anzumelden. Darüber käme erst wieder das Jahrshoch und später das Rekordhoch in Schlagdistanz. Eine solche Gegenbewegung zeichnet sich derzeit aber nicht ab, sodass vorerst die Abwärtsrisiken üerwiegen. Nachdem zur Wochenmitte die im Februar noch sehr zuverlässige Zone um 7560 Punkten dynamisch durchbrochen wurde, stellt das Dezember-Ausbruchsniveau um 7450 Punkte den nächsten Auffangbereich dar.  Allerdings hat die Barriere ihre Qualität als Nachfragegebiet bisher noch nicht unter Beweis gestellt.

Für eine Fortsetzung der Korrektur sprechen weiterhin auch die Indikatoren. Trendfolgende Indikatoren wie der MACD bildeten in den vergangenen Wochen negative Divergenzen aus, die nun ihre Wirkung entfalten. Zudem verläuft seit Ende der vergangenen Woche die MACD-Linie unter der Signallinie – ein deutlicher Hinweis auf eine nachlassende Trenddynamik.

 

 
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DAX bleibt im ersten Halbjahr in der Range gefangen

Ende vergangenen Jahres lieferte der DAX mit der Rückeroberung der 7500/7550er-Marke das letzte wichtige Kaufsignal. Vor allem im Feburar wurde die Kursregion mehrfach von oben angelaufen und bestätigt, was grundsätzlich für eine nachhaltige Bewegung spricht. Als nächste Hürde lauert das Rekordhoch bei 8151 Punkten. Unmittelbar bevorstehende charttechnische Hürden lassen sich nicht erkennen.

Der erste Anlauf des Marktes an das Top Mitte März scheiterte bereits deutlich unter dem Top und bestätigt zunächst die an dieser Stelle seit Jahresbeginn aufgestellte Vermutung, dass der DAX zumindest in der ersten Jahreshälfte ein ähnliches Kursverhalten zeigen wird wie im Frühjahr / Sommer 2007. Bereist damals hielt sich der Index über Monate in der Spanne zwischen 7500 / 8200 Zähler auf. Übertragen auf die aktuelle Situation wäre somit übergeordnet zunächst in der ersten Jahreshälfte nicht mit einer klaren Trendbewegung zu rechnen. Produkte, die über den Zeitwert zulegen, sind daher zu favorisieren. Erst wenn der DAX per Wochenschlusskurs die Ober- oder Untergrenze deutlich hinter sich lässt, entsteht wieder ein deutlicheres Bild über die weitere Entwicklung.

Etwas Rückenwind kommt von Seiten der Indikatoren. Nach der Winter-Rally wurde der deutlich überhitzte Marktzustand über die Zeitebene abgebaut. Der DSS Bresser verläuft ausgehend vom überverkauften Niveau wieder ansteigend.

 

 
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DAX über 10.000 möglich, wenn…

Der Monatschart weckt viel Kursfantasie, denn sehr langfristig betrachtet besteht durchaus die Chance auf Auflösung eines sehr großen aufsteigenden Dreiecks. Fünfstellige DAX-Kurse sind somit auch charttechnischer Sicht durchaus in Reichweite. Zwingende Voraussetzung dafür ist aber, dass der DAX auch neue Rekordstände markiert.

Ob dies bereits während der laufenden Aufwärtsbewegung erfolgt oder erst nach einem Rücksetzer (bis maximal an die noch nicht bestätigte untere Trendlinie bei knapp 5000 Punkten), lässt sich aktuell nicht vorhersagen. Immerhin spielt die zeitliche Komponente den Bullen in die Karten. Seit dem Jahr 2000 verkürzen sich die Hausse- und Baissephasen. So dauerte die erste Abschwungphase beginnend Anfang 2000 rund drei Jahre. Der scharfe Rücksetzer ab Anfang 2008 stoppte rund 15 Monate später, in 2011 kapitulierten die Bären nach 5 Monaten. Ähnlich verhält es sich auch mit den Aufwärtsbewegungen.

Auch von Seiten der Indikatoren ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Der trendfolgende MACD notiert aktuell noch deutlich unter den Extremwerten in 1998, 2000 und 2007, ab denen jeweils die Baissephasen einsetzten.

 

 
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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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