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By 22. Oktober 2013 Read More →

DAX-Chartanalyse: Crash-Szenarien sind nicht angebracht

Im DAX dominiert weiterhin die Nachfrageseite, zu Wochenbeginn erreichte der Index ein frisches Rekordhoch.  Der weitere Anstieg dürfte nun schwerer fallen. Die DAX-Chartanalyse für den 21. Oktober 2013.

 

Langsam aber stetig arbeitet sich der DAX Richtung Norden. Auch zu Wochenbeginn hielt die Kauflaune an, vor allem Investoren aus den USA und London nutzen nach wie vor jeden Rücksetzer, um in den Markt einzusteigen. Die neue Bestmarke liegt bei 8876, bis zum Handelsschluss blieb ein Aufschlag von zwei Punkten auf 8867. Das Handelsvolumen erreichte 2,7 Mrd. Euro auf Xetra. Insgesamt ein recht ruhiger Auftakt, denn kaum ein Anleger möchte vor den heutigen US-Arbeitsmarktdaten mit neuen Positionen falsch liegen.

Ganz allmählich mehren sich wieder die warnenden Schlagzeilen, dass der DAX heiß gelaufen ist und eine Korrektur bevorsteht. Doch für Panik besteht kein Grund, zumindest auf Basis einfacher aber sehr treffsicherer Indikatoren wie dem Abstand zur 21-Tage-Linie. Abgesehen von der Übertreibung im Mai begann in den vergangenen zwölf Monaten im Leitindex immer dann eine  Konsolidierung, wenn die Differenz zum Monatsmittelkurs auf 3,8 bis 4,1 Prozent angewachsen war. Aktuell liegt der Wert bei 2,1 Prozent, es ist somit noch Luft nach oben (siehe untere rote Linie im Tageschart).

Aber selbst wenn schon früher eine Korrektur einsetzen sollte, was durchaus möglich ist, muss es nicht zwingend zu einem crashähnlichen Abverkauf kommen. Konsolidierungen können grundsätzlich über die Zeit- oder Preisebene erfolgen, wobei die Übergange fließend sind. Bei der ersten Variante wird die überkaufte Situation durch eine Seitwärtsbewegung abgebaut, ein passendes Beispiel dafür lieferte der DAX im August. Die Korrektur über die Preisebene erfolgt für gewöhnlich deutlich dynamischer und ist kurzfristiger, der Abverkauf im Juni fällt in diese Kategorie.

Rund eine Stunde vor Handelsbeginn wird der DAX bei 8855 taxiert und damit geringfügig tiefer. Bis zur Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten um 14:30 Uhr ist eher mit einer engen Seitwärtsbewegung zu rechnen. Besonders die nun wieder verstärkt in den Vordergrund rückende, flachere Aufwärtstrendlinie bei aktuell rund 8910 wird wenn überhaupt erst am frühen Nachmittag einer Prüfung unterzogen. Scheitert der Ausbruch erneut, gewinnt die Trendlinie weiter an Relevanz und könnte den Markt mittelfristig nach oben hin deckeln. Schafft der DAX den Ausbruch, liefert eine steilere Gerade um 8985 ein weiteres Orientierungskursziel.

Auf der Südseite haben sich keine neuen Haltemarken ausgebildet. Die nächste, wenn auch schwache Bastion der Käufer liegt um  8760 / 8770. Darunter liegt eine zur Monatsmitte ausgebildete Aufwärtslücke, die bei deutlicheren Gewinnmitnahmen zügig geschlossen werden dürfte. Kursziel wäre dann 8720.

 

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Kennzahlen:

 

DAX-Pivot-Punkte für den 22. Oktober:

DAXPivot

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

DAXMarken

 

 

9100 sind möglich

Der DAX behauptete sich in den vergangenen Tagen über dem ehemaligen, Mitte September erreichten Rekordniveau und lässt derzeit keine Zweifel aufkommen, dass die mittelfristige Tendenz weiter nach oben gerichtet sein wird.

Übergeordnet hat sich somit nichts am bisherigen Szenario geändert. Auf Basis der Anfang Oktober nach oben aufgelösten Flagge lässt sich ein theoretisches Kursziel von rund 9160 ableiten. Flaggen zählen zu den Fortsetzungsformationen, die für gewöhnlich in der Mitte einer dynamischen Trendbewegung auftreten. Ähnlich wie bei einem Wimpel können mit Hilfe dieser Kursmuster sehr gut Kursziele bestimmt werden. Dazu misst man zunächst den Abstand der vorangegangenen Bewegung bis zur Unterkante der Flagge. Diese vertikale Differenz wird schließlich an den Ausbruchspunkt der Flagge gesetzt und in Trendrichtung projiziert.  Statistiken zufolge liegt die Fehlerquote von Flaggen in einem übergeordneten Aufwärtstrend bei nur 13 Prozent, ein sehr niedriger Wert. Allerdings enttäuscht die Zielerreichungsquote von 63 Prozent.

Ernsthafte Widerstände, zumindest auf horizontaler Ebene, gibt es noch nicht. Lediglich zwei Aufwärtstrendlinien, die im Bereich 8900 / 9000 verlaufen, könnten den DAX ausbremsen. Überwindet der Aktienmarkt die Marken und zeigt somit wie bereits im Mai eine Trendbeschleunigung, dürfte zügig das Kursziel von 9160 erreicht werden.

Nach unten ist der DAX nach wie vor gut abgesichert. Die untere Begrenzung des aktuellen Rechtecks, in dem sich der DAX befindet, wurde beim Retest Anfang Oktober exakt bestätigt. Erst wenn der Index unter 8440 zurückfallen sollte, liegt ein Fehlausbruch vor. Weitere gute Unterstützungen vor allem um 8100 (Aufwärtstrendlinie und 200-Tage-Durchschnitt) begrenzen das Risiko.

 

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Gut abgesichert aufwärts

Auf Wochenbasis zeigt der DAX bereits seit Monaten eine Rally mit einer Serie von steigenden Tiefpunkten und Bewegungshochpunkten. Als sehr zuverlässige Unterstützung gilt die Kombination aus 200-Tage-Linie und einer unteren Aufwärtstrendlinie, die in diesem Jahr bereits dreimal vergeblich von den Bären attackiert wurde und rückblickend ein sehr gutes Einstiegsniveau darstellte.

Rein charttechnisch ist der Blick klar noch oben gerichtet. Zuletzt bestätigte der Deutsche Aktienmarkt auch auf Wochenbasis das jüngst erzielte neue Verlaufshoch. Unmittelbare Widerstände lassen sich im Wochenchart nicht mehr ausmachen. Die Mittellinie (entspricht der oberen Aufwärtstrendlinie im Tageschart) des seit Herbst 2011 bestehenden Trendkanals kann als Orientierungsziel verwendet werden und verläuft nach dem letzten Test im Mai aktuell bei rund 9500. Ob der DAX die Mittellinie noch erreichen wird, ist aber sehr fraglich. Wie im Tageschart beschrieben ist bereits im Bereich der 9000/9100er-Marke mit einer erhöhten Konsolidierungsgefahr zu rechnen.

Etwas nachdenklich stimmt die leicht nachlassende Trenddynamik. Seit Anfang August befindet sich der DSS Bressert auf dem Rückzug und rutschte kürzlich sogar in die neutrale Zone. Für gewöhnlich ist dies ein deutliches Signal für eine Konsolidierung. Allerdings liefert der Chart bisher noch keine Bestätigung.

 

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Der Ausbruch wird erfolgen, die Frage ist nur wann

Seit rund 13 Jahren scheitert der DAX an der 8000er-Marke. Während der derzeit noch laufenden dritten Aufwärtswelle markierte der Deutsche Leitindex zwar neue Bewegungshochs mit Kursen von bis zu 8557 Punkten. Im sehr langfristigen Kursverlauf kann aber noch nicht von einem nachhaltigen Ausbruch auf der Oberseite gesprochen werden, da der Index inzwischen nur noch knapp über der runden Schwelle notiert.

Aus rein charttechnischer Sicht ist dies nicht überraschend, denn an der 8000er-Marke steht viel auf dem Spiel. Ähnlich wie im amerikanischen Leitindex S&P 500 ist bei anhaltender Kaufbereitschaft mit einer längerfristigen und sehr nachhaltigen Aufwärtsbewegung zu rechnen, die den DAX deutlich in dreistellige Kursregionen oberhalb von 10.000 Punkten führen sollte. Eine solche Entwicklung werden die Bären aber nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen.

Dennoch  ist die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch auf der Oberseite zumindest auf längerfristige Sicht klar zu favorisieren. Zwar kann es durchaus noch einmal zu einen erneuten Test der unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 5360 Punkten kommen. Die steigenden Bewegungshochpunkte seit 2003 stimmen aber positiv. Kursrückschläge wurden immer früher zum Einstieg genutzt und verstärken den Druck auf der Oberseite eines möglichen aufsteigenden Dreiecks.

Die Indikatoren weisen in der sehr langfristigen Betrachtung bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

 

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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