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DAX-Chartanalyse: Bullen vor dem Triumph

Neues Jahreshoch, erneuter Anstieg beim Handelsvolumen – die Rally im DAX läuft weiterhin auf Hochtouren. Ein frisches Rekordhoch scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Interessant wird es aber erst rund 50 Punkte weiter nördlich. Die DAX-Chartanalyse für den 6. Mai 2013.  

 

Stellen Sie schon mal den Champagner kühl. Statt neuer Jahreshochs nimmt der DAX in dieser Woche gleich die bisherige Rekordmarke bei 8151,57 Punkten aufs Korn. Der kräftige Kurssprung vom vergangenen Freitag steht dabei stellvertretend für die jüngste Rally. Schwache Widerstände wie z.B. das bisherige Jahreshoch hinterließen selbst im Stundenchart keine Spuren. Auch die Entwicklung bei den Umsätzen stimmt: Am Freitag wechselten Papiere im Volumen von 4,4 Mrd. Euro auf Xetra den Besitzer, zugleich der höchste Wert seit Mitte April. Erstaunlich ist auch, dass der Markt die Kursverluste seit Mitte März in weniger als der Hälfte der Zeit wieder mehr als kompensierte. Normalerweise verlaufen Abwärtsbewegungen deutlich dynamischer als Kurserholungen – ein weiterer Beweis für Dominanz der Nachfrageseite.

Steigt der DAX auf ein neues Rekordhoch, steht über alle Zeitperioden die charttechnische Ampel auf Grün. Jetzt haben die Bären nur noch einen kleinen Trumpf in der Hand: die seit September 2012 bestehende obere Aufwärtstrendlinie bei aktuell 8200 Zählern. In diesem Jahr prallte der DAX bereits drei Mal von der Trendlinie wieder nach unten ab. Mitte März kam es sogar zu einem Fehlausbruch. Auch wenn die Euphorie groß ist und die Medien in den kommenden Tagen ein mögliches neues Rekordhoch bejubeln werden (Bildzeitungsindikator), bleiben Sie wachsam und setzen nicht zu voreilig auf eine Fortsetzung der Rally. Denn erst wenn der DAX die erwähnte Aufwärtstrendlinie auch per Wochenschluss deutlich hinter sich lässt, ist der Weg frei.

Sollten Gewinnmitnahmen einsetzen, was nach einer Rally von 670 Punkten zunehmend wahrscheinlicher wird, liegen erste Unterstützungen bei 7900/7920, 7860 und 7800 Zählern.

 
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Kennzahlen:

DAX-Pivot-Punkte für den 6. Mai:

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

 

 

 



 

Aufwärtstrendlinie als letzte Hürde

Die seit dem 23. April laufende Rally vermittelt auch im Tageschart einen gesunden Eindruck. Deutlich zu erkennen sind lange weiße Kerzen nahezu ohne eine obere oder untere Lunte. Anders formuliert: An den zurückliegenden Tagen startete der DAX bereits kurz nach Handelsbeginn meist direkt aufwärts und notierte zum am Abend meist in der Nähe des Tageshochs. Auch das Umsatzvolumen legte zuletzt spürbar zu und liegt auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau.

Wie bereits in der Stundenanalyse erwähnt könnte weitere Aufwärtsavancen nur noch an der seit September vergangenen Jahres bestehenden oberen Trendlinie scheitern. Ob der DAX nach knapp 700 Punkten Kursgewinn noch über genügend Schwungkraft verfügt, im ersten Anlauf die Hürde zu nehmen, kann derzeit nicht gesagt werden. Die Indikatoren weisen einen leicht überhitzten Zustand auf, was allerdings noch nicht beunruhigen sollte. Ähnlich wie im Winter kann der Markt über mehrere Wochen überkauft sein und dennoch weiter steigen. Spekulieren Sie also nicht zu früh auf eine Korrektur. Erst wenn sich chart- und markttechnische Kaufsignal bestätigen, könnte die Stimmung (kurzzeitig) kippen.

 
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2007 doch keine Blaupause?

Nicht nur auf kurzfristiger Zeitebene wird es nun spannend, auch auf dem übergeordneten Wochenchart steht nun viel auf dem Spiel. Bisher ähnelte das Kursverhalten des DAX recht stark den Bewegungen aus 2007. Vor rund sechs Jahren lief der DAX zunächst bis an die 8000er-Marke, scheiterte aber und fiel kurzzeitig sogar unter die 7500 zurück. In den Folgemonaten pendelte das Aktienbarometer zwischen 7400 bis 8200 Zähler, ehe Anfang 2008 der Crash einsetzte.

Übertragen auf das Jahr 2013 wäre somit in den kommenden Monaten mit steigenden Kursen zu rechnen, wobei der DAX nicht nachhaltig über die 8200er-Schwelle ausbrechen würde. Im Spätsommer ist mit kurzen Gewinnmitnahmen zu rechnen, ehe eine kleine Jahresendrally zu erwarten wäre.

Nachdem vor wenigen Wochen noch die Untergrenze dieser Range einer ernsthaften Prüfung unterzogen wurde, richtet sich der Fokus nun auf die nördliche Begrenzung. Zumindest von Seiten der Indikatoren wäre eine Fortsetzung der Rally und damit ein Ausbruch auf der Oberseite leicht zu favorisieren. Der DSS Bressert drehte erst kürzlich von der überverkauften in die neutrale Zone und könnte schon bald das jüngste Hoch überwinden und damit zugleich die höheren Bewegungshochs im DAX bestätigen.

 

 
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DAX über 10.000 möglich, wenn…

Der Monatschart weckt viel Kursfantasie, denn sehr langfristig betrachtet besteht durchaus die Chance auf Auflösung eines sehr großen aufsteigenden Dreiecks. Fünfstellige DAX-Kurse sind somit auch charttechnischer Sicht durchaus in Reichweite. Zwingende Voraussetzung dafür ist aber, dass der DAX auch neue Rekordstände nachhaltig erreicht und auch auf Monatsbasis verteidigt.

Ob dies bereits während der laufenden Aufwärtsbewegung erfolgt oder erst nach einem Rücksetzer (bis maximal an die noch nicht bestätigte untere Trendlinie bei knapp 5000 Punkten), lässt sich aktuell nicht vorhersagen. Immerhin spielt die zeitliche Komponente den Bullen in die Karten. Seit dem Jahr 2000 verkürzen sich die Hausse- und Baissephasen. So dauerte die erste Abschwungphase beginnend Anfang 2000 rund drei Jahre. Der scharfe Rücksetzer ab Anfang 2008 stoppte rund 15 Monate später, in 2011 kapitulierten die Bären nach 5 Monaten. Ähnlich verhält es sich auch mit den Aufwärtsbewegungen.

Auch von Seiten der Indikatoren ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Der trendfolgende MACD notiert aktuell noch deutlich unter den Extremwerten in 1998, 2000 und 2007, ab denen jeweils die Baissephasen einsetzten.

 

 
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Posted in: Indizes

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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