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DAX-Chartanalyse: Bullen müssen heute nachlegen

Eigentlich hat der DAX sein Potenzial auf der Oberseite schon längst ausgereizt. Doch es finden sich immer noch genügend Käufer, die einsteigen wollen. Wie lange noch? Die DAX-Chartanalyse für den 12. November 2013.

Rally oder Rücksetzer – diese Frage bewegt die DAX-Investoren bereits seit Wochen. Und auch nach dem gestrigen Handelstag gibt es noch keine Antwort. Nahezu stündlich markierte der Index am Montag neue Tageshochs und kletterte letztlich um 0,33 Prozent auf 9107. Erstmals beendete der DAX einen Handelstag über der 9100-Marke. Zugleich holte der Markt einen Großteil der Handelsspanne vom vergangenen Donnerstag wieder auf. Exakt am 61,8 Prozent Fibonacci-Niveau endete gestern die Aufholjagd. Eine kritische Marke, von der aus Bewegungen in beide Richtungen gleich wahrscheinlich sind, zumal der DAX aktuell auch zwischen zwei Rechtecken pendelt – s. Tagesanalyse.

Zusätzliche Brisanz erfährt die aktuelle Ausgangslage durch die Tatsache, dass der DAX gestern über der oberen Aufwärtstrendlinie den Handel beendete, nachdem es in den vergangenen Wochen bereits intraday mehrfach zu Trendbrüchen kam. Somit scheint die Gerade für den Markt keine Bedeutung mehr zu haben, eine weitere Orientierungshilfe fällt somit weg. Morgen werde ich die Trendlinie nicht mehr berücksichtigen.

Behalten die Käufer heute die Oberhand, liegen mögliche Ziele bei 9150 und am Rekordhoch um 9200. Grundsätzlich bleiben die Aussichten nördlich von 9060 / 9070 bullisch, neue Rekorde nur eine Frage der Zeit. Zwischen 8940 / 8960 bis 9060 / 9070 liegt eine eher neutrale Zone vor, die auch intraday nur sehr schwer zu handeln ist. Kurse unterhalb von 8950 könnten hingegen der Auftakt sein für eine größere Korrekturbewegung. Wobei dies natürlich nur für den kurzfristigen Zeitrahmen gilt. Mittel- und langfristig bleibt die Börsenampel auch weiterhin auf Grün.

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Kennzahlen:

 

DAX-Pivot-Punkte für den 12. November:

DAXPivot

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

DAXMarken

 

 

Rechteck auf dem Prüfstand

Rund 550 Punkte ist der DAX ausgehend vom letzten Bewegungstief gestiegen, ohne das es bisher zu einer ausgeprägten Konsolidierung kam. Ob die Seitwärtsbewegung der vergangenen Tage bereits ausreicht, um weiteres Aufwärtspotenzial zu generieren, muss sich erst noch zeigen. Grundsätzlich bleibt der Markt überhitzt, der weitere Anstieg dürfte nun nicht mehr ganz so dynamisch verlaufen.

Auf Basis der Anfang Oktober nach oben aufgelösten Flagge ließ sich in den vergangenen Wochen ein theoretisches Kursziel von rund 9160 ableiten, das der DAX mit dem Intraday-Ausbruch am 7. November abgearbeitet hat. Die Käufer haben nun ihre Pflicht erfüllt, eine Konsolidierung erscheint überfällig. Zusätzliche Würze erfährt das aktuelle Kursniveau durch die Tatsache, dass der DAX exakt an der Schwelle zum nächst höheren Rechteck notiert. Für gewöhnlich sind diese Zone recht umkämpft, schließlich steht viel auf dem Spiel. Sollte der Markt weiter anziehen, würde sich nämlich weiteres Aufwärtspotenzial bis 9680 eröffnen – der oberen Begrenzung des Rechtecks. Aber auch  ein Rücksetzer bis mindestens an die  Mitte des aktuell noch gültigen „weißen“ Rechtecks bei 8800 ist als etwas gleich wahrscheinlich einzuschätzen.

 

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Gut abgesichert aufwärts

Auf Wochenbasis zeigt der DAX bereits seit Monaten eine Rally mit einer Serie von steigenden Tiefpunkten und Bewegungshochpunkten. Als sehr zuverlässige Unterstützung gilt die Kombination aus 200-Tage-Linie und einer unteren Aufwärtstrendlinie, die in diesem Jahr bereits dreimal vergeblich von den Bären attackiert wurde und rückblickend ein sehr gutes Einstiegsniveau darstellte.

Rein charttechnisch ist der Blick klar noch oben gerichtet. Zuletzt bestätigte der Deutsche Aktienmarkt auch auf Wochenbasis das jüngst erzielte neue Verlaufshoch. Unmittelbare Widerstände lassen sich im Wochenchart nicht mehr ausmachen. Die Mittellinie (entspricht der oberen Aufwärtstrendlinie im Tageschart) des seit Herbst 2011 bestehenden Trendkanals kann als Orientierungsziel verwendet werden und verläuft nach dem letzten Test im Mai aktuell bei rund 9600. Ob der DAX die Mittellinie noch erreichen wird, ist aber sehr fraglich.

 

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Ausbruch erfolgt?

Der Monatschart zeigt deutlich die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000. Ähnlich wie im amerikanischen Leitindex S&P 500 ist bei anhaltender Kaufbereitschaft mit einer längerfristigen und sehr nachhaltigen Aufwärtsbewegung zu rechnen, die den DAX deutlich in dreistellige Kursregionen oberhalb von 10.000 Punkten führen sollte. Eine solche Entwicklung werden die Bären aber nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen. Ein Pullback ausgehend von 9000 / 9500 an die 8000er-Region ist auf jeden Fall einzuplanen und eröffnet noch einmal eine gute Nachkaufchance.

Die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch auf der Oberseite ist zumindest auf längerfristige Sicht klar zu favorisieren. Zwar kann es durchaus noch einmal zu einen erneuten Test der unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 5360 Punkten kommen. Die steigenden Bewegungshochpunkte seit 2003 stimmen aber positiv. Kursrückschläge wurden immer früher zum Einstieg genutzt und verstärken den Druck auf der Oberseite eines möglichen aufsteigenden Dreiecks.

Die Indikatoren weisen in der sehr langfristigen Betrachtung bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

 

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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