DAX-Chartanalyse: Aufwärtstrend auf Messers Schneide

Vor dem Wochenende wird es spannend. Während in den USA die wichtigsten Konjunkturdaten im Monatsverlauf veröffentlicht werden, steht der DAX vor einer mittelfristigen Weichenstellung. Die DAX-Chartanalyse für den 5. April.

 

Rekord-Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone, Zypern-Krise und Italien ohne Regierung – für die EZB offenbar noch kein Grund, an der Politik der ruhigen Hand etwas zu ändern. Seit inzwischen acht Monaten bleibt der Leitzins somit bei 0,75%. Insgesamt war aber eine gewisse Verschiebung in der Notenbankrhetorik zu erkennen. EZB-Chef Mario Draghi betonte, man werde die Entwicklungen in den kommenden Wochen sehr genau beobachten, was in der Vergangenheit immer ein Indiz für mögliche Zinsschritte war.

Die Vorgaben von den Weltbörsen fallen recht konstruktiv aus. In Tokio knackte der Nikkei kurzzeitig die 13.000er-Marke und markierte damit den höchsten Stand seit fünf Jahren. Der Dow Jones legte um 0,4% auf 14.606 Punkte zu und bleibt in Schlagdistanz zum Rekordhoch bei 14.684 Zähler. Anhänger der Dow Theorie sind aber dennoch besorgt. Denn der Dow Jones Transportsektor bestätigte zuletzt nicht mehr die neuen Hochpunkte im Dow Jones und fällt aktuell sogar mit deutlichen Schwächesignalen auf.

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Im Mittelpunkt steht heute natürlich der offizielle US-Arbeitsmarktbericht. In den vergangenen Monaten zeigte der Trend bei den neugeschaffenen Stellen in den USA nach oben und lag im Februar bei 236.000. Ein andauernder Stellenaufbau jenseits von 200.000 könnte einige Mitglieder der US-Notenbank als substanzielle Verbesserung der Arbeitsmarktsituation werten und die expansive Geldpolitik künftig weniger befürworten. Mittelfristig dürfte dies aber noch kein Thema sein, da der Staat kräftige Ausgabenkürzungen durchführen muss. Aus dem öffentlichen Sektor droht somit eher Gegenwind in den kommenden Monaten. Für März liegen die Konsensschätzungen bei 174.000 neu geschaffenen Stellen und einer Arbeitslosenquote von unverändert 7,7%.

Quelle: markt-daten.de

Quelle: markt-daten.de

 

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

Noch ist Hopfen und Malz nicht verloren. Dennoch bleibt  festzuhalten, dass die Aktienmarktbären in den vergangenen zwei Tagen einige wichtige Punktsiege verbuchten. Nach dem fulminanten Auftakt am Dienstag legte der DAX zur Wochemitte bereits wieder den Rückwärtsgang ein und bildete mit 7950 Punkten gegenüber dem letzten Bewegungshoch von Ende Februar ein tieferes Top aus. Gestern wiederholte sich das Muster mit einem weiteren tieferen Hochpunkt, ehe am frühen Nachmittag deutliche Gewinnmitnahmen einsetzen. Mit Konsequenzen für die Charttechnik.

Wähend sich die Unterstützung um 7860 Zähler wie erwartet kaum bewährte, sackte der DAX bis zum Handelsschluss sogar unter die bisher sehr zuverlässige mittelfristige Aufwärtstrendlinie. Noch handelt es sich nicht um einen signifikanten Durchbruch. Um mittelfristig negative Signale im übergeordneten Wochenchart zu vermeiden, sollte der DAX den heutigen Tag mindestens über 7870, besser 7900 Punkte beenden. Für eine Trendwende auf intraday-Basis müsste der Index sogar über 7950 Zähler steigen.

In diesem Umfeld rücken daher die nächsten Unterstützungen in den Vordergrund. Aus dem bisherigen Verlaufsmuster seit dem Jahreshoch mit fallenden Hoch- und Tiefpunkten deutet sich eher eine Korrekturfortsetzung an. Die Hoffnungen der Käufer ruhen aktuell auf der Zone zwischen 7750 bis 7800 Punkte. Ende Februar sorgte in diesem Bereich die Kombination aus 61,8 Prozent Fibonacci-Retracement und 55-Tage-Linie für einen Nachfrageimpuls. Je nachdem, welche Überraschungen der US-Arbeitsmarktbericht bereithält, könnte der DAX aber auch tiefer fallen und damit die seit Mitte März bestehende Serie fallender Tiefpunkte fortsetzen. Setzt sich das bearische Szenario durch, wäre in der nächsten Woche durchaus mit einem Anlauf bis 7660 oder sogar 7550 Punkte zu rechnen.

 

 
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Kennzahlen:

DAX-Pivot-Punkte für den 5. April:

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

 

 

 



 

 

 

Keilformation deutet auf Konsolidierung

Das Kursverhalten nach Ostern könnte durchaus richtungsweisend für die kommenden Wochen werden. Nachdem der DAX Mitte März einen Fehlausbruch über die obere Aufwärtstrendlinie zeigte, steht nun die untere Begrenzung einer möglichen Keilformation auf dem Prüfstand. Verstärkt wird der Bereich aktuell von der steigenden 55-Tage-Linie.

Bleibt ein spürbare technische Gegenbewegung in den kommenen Tagen aus, dürfte der Markt mittelfristig nur seitwärts laufen. Richtung Süden gilt es die wichtige Leitplanke an der im Februar bereits mehrfach bewährten Unterstützung um 7560 Punkten im Blick zu behalten. Sollte der DAX ein neues Jahrestief ausbilden, findet sich um 7435 bis 7480 Zählern eine weitere veritable Unterstützungszone. Allerdings hat der Bereich seine Qualität als Nachfragegebiet bisher noch nicht unter Beweis gestellt.

Gegen die Ausbildung eines neuen Jahreshochs bzw. Rekordhochs spricht auch die jüngste Entwicklung beim MACD. Während der DAX in diesem Jahr bereits eine Serie steigender Bewegungshochs markierte, bestätigte der trendfolgende Indikator zuletzt nicht mehr die Gipfeljagd des Aktienindex und bildete negative Divergenzen aus. Zudem verläuft seit Ende der vergangenen Woche die MACD-Linie unter der Signallinie – ein deutlicher Hinweis auf eine nachlassende Trenddynamik.

Richtung Norden stehen dem DAX bis zur Rückeroberung des Jahreshochs einige Hürden im Weg. Erwähnenswert ist vor allem die Zone knapp unter 7900 Punkten. Sollte der Markt diese Hürde zurückerobern, ist ab 8020 Zählern erneut mit einer stärkeren Verkaufsbereitschaft zu rechnen.

 

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DAX bleibt im ersten Halbjahr in der Range gefangen

Im übergeordneten Wochenchart lieferte der DAX Ende 2012 mit der Rückeroberung des horizontalen Widerstandes bei 7500 Punkten das letzte Kaufsignal. Charttechnische Hürden lassen sich nun bis zum Rekordhoch bei 8151 Punkten nicht mehr ausmachen. Die zentrale Frage lautet natürlich: Kommt es bereits im ersten Anlauf zum Ausbruch und damit dem besten Einstiegssignal, das die Charttechnik zu bieten hat oder prallen die Kurse nach unten ab? Eine mögliche Antwort liefert vielleicht das Kursverhalten im Frühjahr / Sommer 2007. Bereist damals war der DAX über Monate in der Spanne zwischen 7500 / 8200 Zähler gefangen. Für den mittelfristigen Zeithorizont kann daher das Kursmuster als Blaupause genutzt werden und deutet für die kommenden Monate auf ein Patt zwischen Bulle und Bär. Erst wenn der DAX per Wochenschlusskurs die Ober- oder Untergrenze deutlich hinter sich lässt, entsteht wieder ein klareres Bild über die weitere Entwicklung.

Etwas Rückenwind kommt von Seiten der Indikatoren. Nach der Winter-Rally wurde der deutlich überhitzte Marktzustand über die Zeitebene abgebaut. Der DSS Bresser verläuft ausgehend vom überverkauften Niveau wieder ansteigend.

 

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DAX über 10.000 möglich, wenn…

So ganz allmählich robbt sich der DAX an die historischen Höchststände heran. Damit verbunden ist auch die Chance auf Auflösung eines sehr großen aufsteigenden Dreiecks. Fünfstellige DAX-Kurse sind somit auch charttechnischer Sicht durchaus in Reichweite. Zwingende Voraussetzung dafür ist aber, dass der DAX auch neue Rekordstände markiert.

Ob dies bereits während der laufenden Aufwärtsbewegung erfolgt oder erst nach einem Rücksetzer (bis maximal an die noch nicht bestätigte untere Trendlinie bei knapp 5000 Punkten), lässt sich aktuell nicht vorhersagen. Immerhin spielt die zeitliche Komponente den Bullen in die Karten. Seit dem Jahr 2000 verkürzen sich die Hausse- und Baissephasen. So dauerte die erste Abschwungphase beginnend Anfang 2000 rund drei Jahre. Der scharfe Rücksetzer ab Anfang 2008 stoppte rund 15 Monate später, in 2011 kapitulierten die Bären nach 5 Monaten. Ähnlich verhält es sich auch mit den Aufwärtsbewegungen.

Auch von Seiten der Indikatoren ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Der trendfolgende MACD notiert aktuell noch deutlich unter den Extremwerten in 1998, 2000 und 2007, ab denen jeweils die Baissephasen einsetzten.

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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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