DAX-Chartanalyse: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Zu Wochenbeginn scheiterte der DAX nur denkbar knapp an einem frischen Rekordhoch. Heute könnte der nächste Versuch mehr Erfolg haben. Eine anschließende Korrektur wird aber zunehmend wahrscheinlich. Die DAX-Chartanalyse für den 7. Mai 2013.  

 

Das war knapp. Nach einer Rally von rund 700 Punkten verfehlte der DAX am Montag nur um knapp drei Zähler sein bisheriges Rekordhoch bei 8151 Punkten. Während auf Schlusskursbasis bereits vergangenen Freitag die Bullen Erfolg hatten, bleibt somit ein frisches Hoch auf Intradaybasis weiterhin Wunschdenken. Aber mit nach wie vor guten Chancen auf Erfüllung.

Denn mit dem Spurt über das bisherige Jahreshoch sind die charttechnischen Signale sowohl im kurzfristigen Stunden- bis hin zum langfristigen Wochenchart aufwärts gerichtet. Im Mittelpunkt steht sicher das Rekordhoch, mindestens genau so spannend ist aber auch die Frage, ob sich der DAX auch nachhaltig auf dem erhöhten Niveau behaupten kann. Als möglicher Signalgeber liefert eine obere Aufwärtstrendlinie gute Dienste, die heute bei rund 8205 Punkten verläuft und im Idealfall auf Tages-, besser noch Wochenbasis, überwunden werden sollte. Zugleich gilt es aber auch die Gefahr von verstärkten Gewinnmitnahmen nicht zu unterschätzen. Zwar lassen sich derzeit im überkauften Index noch keine Schwächesignale ausmachen. Ein Rücksetzer bis mindestens in den Bereich 7950 / 8000 Zähler ist aber jederzeit möglich und wäre sogar wünschenswert, um den Trend zu festigen.

 

 
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Kennzahlen:

DAX-Pivot-Punkte für den 7. Mai:

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

 

 

 



 

Aufwärtstrendlinie als letzte Hürde

Die seit dem 23. April laufende Rally vermittelt auch im Tageschart einen gesunden Eindruck. Deutlich zu erkennen sind lange weiße Kerzen nahezu ohne eine obere oder untere Lunte. Anders formuliert: An den zurückliegenden Tagen startete der DAX bereits kurz nach Handelsbeginn meist direkt aufwärts und notierte zum am Abend meist in der Nähe des Tageshochs. Auch das Umsatzvolumen legte zuletzt spürbar zu und liegt auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau.

Wie bereits in der Stundenanalyse erwähnt könnte weitere Aufwärtsavancen nur noch an der seit September vergangenen Jahres bestehenden oberen Trendlinie scheitern. Ob der DAX nach knapp 700 Punkten Kursgewinn noch über genügend Schwungkraft verfügt, im ersten Anlauf die Hürde zu nehmen, kann derzeit nicht gesagt werden. Die Indikatoren weisen einen leicht überhitzten Zustand auf, was allerdings noch nicht beunruhigen sollte. Ähnlich wie im Winter kann der Markt über mehrere Wochen überkauft sein und dennoch weiter steigen. Spekulieren Sie also nicht zu früh auf eine Korrektur. Erst wenn sich chart- und markttechnische Kaufsignal bestätigen, könnte die Stimmung (kurzzeitig) kippen.

 

 
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2007 doch keine Blaupause?

Nicht nur auf kurzfristiger Zeitebene wird es nun spannend, auch auf dem übergeordneten Wochenchart steht nun viel auf dem Spiel. Bisher ähnelte das Kursverhalten des DAX recht stark den Bewegungen aus 2007. Vor rund sechs Jahren lief der DAX zunächst bis an die 8000er-Marke, scheiterte aber und fiel kurzzeitig sogar unter die 7500 zurück. In den Folgemonaten pendelte das Aktienbarometer zwischen 7400 bis 8200 Zähler, ehe Anfang 2008 der Crash einsetzte.

Übertragen auf das Jahr 2013 wäre somit in den kommenden Monaten mit steigenden Kursen zu rechnen, wobei der DAX nicht nachhaltig über die 8200er-Schwelle ausbrechen würde. Im Spätsommer ist mit kurzen Gewinnmitnahmen zu rechnen, ehe eine kleine Jahresendrally zu erwarten wäre.

Nachdem vor wenigen Wochen noch die Untergrenze dieser Range einer ernsthaften Prüfung unterzogen wurde, richtet sich der Fokus nun auf die nördliche Begrenzung. Zumindest von Seiten der Indikatoren wäre eine Fortsetzung der Rally und damit ein Ausbruch auf der Oberseite leicht zu favorisieren. Der DSS Bressert drehte erst kürzlich von der überverkauften in die neutrale Zone und könnte schon bald das jüngste Hoch überwinden und damit zugleich die höheren Bewegungshochs im DAX bestätigen.

 

 
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DAX über 10.000 möglich, wenn…

Der Monatschart weckt viel Kursfantasie, denn sehr langfristig betrachtet besteht durchaus die Chance auf Auflösung eines sehr großen aufsteigenden Dreiecks. Fünfstellige DAX-Kurse sind somit auch charttechnischer Sicht durchaus in Reichweite. Zwingende Voraussetzung dafür ist aber, dass der DAX auch neue Rekordstände nachhaltig erreicht und auch auf Monatsbasis verteidigt.

Ob dies bereits während der laufenden Aufwärtsbewegung erfolgt oder erst nach einem Rücksetzer (bis maximal an die noch nicht bestätigte untere Trendlinie bei knapp 5000 Punkten), lässt sich aktuell nicht vorhersagen. Immerhin spielt die zeitliche Komponente den Bullen in die Karten. Seit dem Jahr 2000 verkürzen sich die Hausse- und Baissephasen. So dauerte die erste Abschwungphase beginnend Anfang 2000 rund drei Jahre. Der scharfe Rücksetzer ab Anfang 2008 stoppte rund 15 Monate später, in 2011 kapitulierten die Bären nach 5 Monaten. Ähnlich verhält es sich auch mit den Aufwärtsbewegungen.

Auch von Seiten der Indikatoren ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Der trendfolgende MACD notiert aktuell noch deutlich unter den Extremwerten in 1998, 2000 und 2007, ab denen jeweils die Baissephasen einsetzten.

 

 
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Posted in: Chart-Show, Indizes

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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