By 23. April 2013 Read More →

DAX-Chartanalyse: Apple bietet mehr Nervenkitzel als der DAX

Durchwachsene Vorgaben von den Weltbörsen lassen auch beim DAX keine großen Sprünge erwarten. Immerhin: Die Abwärtsdynamik verliert ebenfalls deutlich an Schwung. Welche Marken sind zu beachten – die DAX-Chartanalyse für den 23. April 2013.  

 

Heute steht mit den Zahlen von Apple ein Höhepunkt der laufenden US-Berichtssaison auf der Agenda. Apple ist jüngst auf 390 Dollar durchgereicht worden, es fehlen somit nur noch 40 Dollar bis zur Kurshalbierung gegenüber dem Rekordhoch bei 700 Dollar.

Die Zulieferer berichteten kürzlich von massiven Absatzproblemen, die Bilanz für das erste Quartal dürfte daher schon fast abgehackt sein. Das Zahlenmaterial soll heute um 22.15 Uhr veröffentlicht werden. Im Konsens wird ein Ergebnis je Aktie von 10,07 Dollar erwartet, die Flüsterschätzungen liegen bei 10,56 Dollar. Spannender wird der Ausblick. Hat Apple etwas im Köcher, können die Amerikaner dem Markt verkaufen, dass sich die Lage bessert? Denn man darf nicht vergessen, das KGV ist eigentlich so attraktiv wie nie zuvor. Es liegt nur noch bei 8.

Zuvor richtet sich der Blick auf Europa, genauer gesagt einige Stimmungsindikatoren. Die Erwartungen an die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes sollten angesichts der andauernden Schuldenkrise und der strukturellen Probleme nicht zu hoch gesteckt werden. Auf der anderen Seit zeigen die Kapitalmärkte, dass die Staatschuldenmisere inzwischen deutlich weniger an den Nerven der Investoren nagt. Denn die Refinanzierungsbedingungen für die klammen südeuropäischen Staaten haben sich zum Teil deutlich verbessert. 10jährige spanische Papiere rentieren aktuell bei 4,49 Prozent, im Juli vergangenen Jahres wurden noch mehr als sieben Prozent gefordert. Auch Italien muss inzwischen deutlich weniger Zinsen zahlen. Derzeit werfen 10jährige Bonds gut vier Prozent ab nach 6,6 Prozent im Sommer 2012.


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

 

Nach der jüngsten Verkaufswelle versucht der DAX seit zwei Tagen, im Bereich der mittelfristig wichtigen horizontalen Unterstützungszone zwischen 7440 bis 7480 Punkten einen tragfähigen Boden auszubilden. Zu Wochenbeginn zeigte der Markt ein ähnliches Verlaufsmuster wie am  Freitag: Nach einer positiven Eröffnung drehte die Stimmung bereits knapp unter dem nächsten Widerstand bei rund 7560 Zählern und die kurzfristigen Positionen wurden geschlossen. Weder Bullen noch Bären scheinen derzeit genügend Kraft für einen neuen Bewegungsimpuls zu besitzen. Entsprechend dürftig fällt auch das Handelsvolumen aus – auf Xetra wurden gestern rund 2,8 Mrd. Euro gehandelt.

Nach unten hin scheint der DAX derzeit gut abgesichert. Die Kombination aus horizontaler Unterstützung (7440 bis 7480),  kurzfristigen Abwärtstrend (bei rund 7390) und 200-Tage-Linie (7382) sowie die auf Tagesbasis überverkaufte Situation lässt kurzfristig eine Stabilisierung oder sogar temporäre Erholung erwarten.

Solange die Käufer den Index aber nicht über 7560 Punkte handeln können, bleibt der DAX auch für Intraday-Spekulationen wenig reizvoll. Im Fall eines Ausbruchs eröffnet sich hingegen weiteres Aufwärtspotenzial bis 7650, 7700 und maximal 7770 Zähler.

 
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Kennzahlen:

DAX-Pivot-Punkte für den 23. April:

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

 

 

 



 

Korrekturziele werden ausgelotet

 

Der DAX bleibt weiter in einer seit dem Jahreshoch bestehenden Korrekturbewegung gefangen und baut somit seinen Abstand zur 200-Tage-Linie ab. Nachdem sich der Index im ersten Quartal zeitweise auf historisch hohe Werte von bis zu zwölf Prozent vom gleitenden Durchschnitt entfernte, dürfte es in den kommenden Tagen erstmals seit Juli 2012 wieder zu einem Test der Signallinie kommen.

Richtung Norden sollte der DAX mindestens über den kurzfristigen Abwärtstrend und das letzte Bewegungshoch (7885) steigen, um ernsthafte Avancen in Richtung 8000 anzumelden. Darüber käme erst wieder das Jahrshoch und später das Rekordhoch in Schlagdistanz. Eine solche Gegenbewegung zeichnet sich derzeit aber nicht ab, sodass vorerst die Abwärtsrisiken überwiegen. Nach dem dynamischen Rücksetzer in der Vorwoche unter die im Februar noch sehr zuverlässige Zone um 7560 Punkte, stellt nun das Dezember-Ausbruchsniveau zwischen 7440 bis 7480 Punkte den nächsten Auffangbereich dar.

Für eine Fortsetzung der Korrektur sprechen weiterhin auch die Indikatoren. Trendfolgende Signalgeber wie der MACD bildeten in den vergangenen Wochen negative Divergenzen aus, die nun ihre Wirkung entfalten. Zudem verläuft seit Ende der vergangenen Woche die MACD-Linie unter der Signallinie – ein deutlicher Hinweis auf eine nachlassende Trenddynamik.

 

 
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DAX bleibt im ersten Halbjahr in der Range gefangen

Ende vergangenen Jahres lieferte der DAX mit der Rückeroberung der 7500/7550er-Marke das letzte wichtige Kaufsignal. Vor allem im Feburar wurde die Kursregion mehrfach von oben angelaufen und bestätigt, was grundsätzlich für eine nachhaltige Bewegung spricht. Als nächste Hürde lauert das Rekordhoch bei 8151 Punkten. Unmittelbar bevorstehende charttechnische Hürden lassen sich nicht erkennen.

Der erste Anlauf des Marktes an das Top Mitte März scheiterte inzwischen deutlich unter dem Top und bestätigt zunächst die an dieser Stelle seit Jahresbeginn aufgestellte Vermutung, dass der DAX zumindest in der ersten Jahreshälfte ein ähnliches Kursverhalten zeigen wird wie im Frühjahr / Sommer 2007. Bereist damals hielt sich der Index über Monate in der Spanne zwischen 7500 / 8200 Zähler auf. Übertragen auf die aktuelle Situation wäre somit übergeordnet zunächst in der ersten Jahreshälfte nicht mit einer klaren Trendbewegung zu rechnen. Produkte, die über den Zeitwert zulegen, sind daher zu favorisieren. Erst wenn der DAX per Wochenschlusskurs die Ober- oder Untergrenze deutlich hinter sich lässt, entsteht wieder ein deutlicheres Bild über die weitere Entwicklung.

Etwas Rückenwind kommt von Seiten der Indikatoren. Nach der Winter-Rally wurde der deutlich überhitzte Marktzustand über die Zeitebene abgebaut. Der DSS Bresser verläuft ausgehend vom überverkauften Niveau wieder ansteigend.

 

 
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DAX über 10.000 möglich, wenn…

Der Monatschart weckt viel Kursfantasie, denn sehr langfristig betrachtet besteht durchaus die Chance auf Auflösung eines sehr großen aufsteigenden Dreiecks. Fünfstellige DAX-Kurse sind somit auch charttechnischer Sicht durchaus in Reichweite. Zwingende Voraussetzung dafür ist aber, dass der DAX auch neue Rekordstände markiert.

Ob dies bereits während der laufenden Aufwärtsbewegung erfolgt oder erst nach einem Rücksetzer (bis maximal an die noch nicht bestätigte untere Trendlinie bei knapp 5000 Punkten), lässt sich aktuell nicht vorhersagen. Immerhin spielt die zeitliche Komponente den Bullen in die Karten. Seit dem Jahr 2000 verkürzen sich die Hausse- und Baissephasen. So dauerte die erste Abschwungphase beginnend Anfang 2000 rund drei Jahre. Der scharfe Rücksetzer ab Anfang 2008 stoppte rund 15 Monate später, in 2011 kapitulierten die Bären nach 5 Monaten. Ähnlich verhält es sich auch mit den Aufwärtsbewegungen.

Auch von Seiten der Indikatoren ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Der trendfolgende MACD notiert aktuell noch deutlich unter den Extremwerten in 1998, 2000 und 2007, ab denen jeweils die Baissephasen einsetzten.

 

 
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About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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