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DAX-Chartanalyse: Angstbarometer sendet Signal

Die Gewinnmitnahmen an den Aktienmärkten dürften sich in den kommenden Tagen deutlich verschärfen. Auch wenn die Charts noch einen guten Eindruck vermitteln, mehren sich die Warnhinweise. Der DAX-Chart-Check für den 31. Januar 2013  – mit Real-Time Chart und Wirtschaftskalender.

 

Die Zinsentscheidung der US-Notenbank verlief wie erwartet ohne (negative) Überraschung. Der Leitzins bleibt bei 0 – 0,25%, die monatlichen Anleihekäufe im Volumen von 85 Mrd. Dollar werden nicht angepasst und es gab auch keine Hinweise auf einen künftig weniger expansiven geldpolitischen Kurs. Mit Veröffentlichung des Statements drehten die wichtigsten US-Indizes aber dennoch in die Verlustzone und schlossen nahe den Tagestiefs. Mit einem Verlust von 0,4% sahen wir gestern im S&P 500 den deutlichsten Rückgang im laufenden Jahr – es sind schon verrückte Zeiten an den Börsen. Auch bei den in Europa eher wenig beachteten kleineren Indizes zeigen sich nun deutliche Erschöpfungserscheinungen. Der Dow Jones Transportindex zeigt als vorlaufender Indikator des Dow Jones eröffnete gestern am Hoch und schloss fast am Tagestief – eine sehr bearische Kerze. Auch aus den Nebenwerten wurde gestern deutlich Kapital abgezogen, wie der Russell 2000 zeigt.

Im Gegenzug zeigt die Volatilitätsentwicklung deutlich aufwärts. In den USA bildete der VIX-Index Mitte Januar bei rund 12,3 Punkten einen Boden aus und ist seitdem deutlich auf derzeit 14,3 Punkte angezogen. Nachdenklich stimmt aber, dass auch an den Aktienmärkten die Kurse in den vergangenen Tagen weiter zulegten. Normalerweise gehen fallende Kurse mit einem steigenden VIX-Index einher, sodass hier bald mit einer entsprechenden Anpassung zu rechnen ist. Angesichts der sehr fortgeschrittenen Rally bei den Dividendenwerten, der stark optimistischen Stimmung (Sentiment der nordamerikanischen Fondsmanager NAAIM-Index auf extrem hohen Niveau, kräftige Zuflüsse in Aktienfonds) und des immer noch sehr tiefen Vola-Niveaus drängt sich eine Konsolidierung an den Aktienmärkten auf. Schaut man sich den Chart des VIX etwas genauer an, fällt zudem die große Abwärtslücke von Anfang Januar zwischen 16 bis 18 Punkten auf. Erfahrungsgemäß neigt das Angstbarometer dazu, alle Gaps irgendwann zu schließen. Die Zeit könnte nun gekommen sein…

Zum heutigen Marktausblick: Auch in Deutschland nimmt die Berichtssaison deutlich an Fahrt auf. Vor Börseneröffnung schockte die Deutsche Bank bereits mit einem unerwartet hohen Milliardenverlust, und auch bei Infineon sieht es nicht berauschend aus. In den USA überraschte hingegen Facebook . Trotz der Bilanzen darf auch die Konjunkturseite nicht vernachlässigt werden. Aus Amerika kommen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, zudem werden die privaten Konsumausgaben und der Einkaufsmanagerindex Chicago erwartet. Ganz klar im Vordergrund bleibt aber der morgige Arbeitsmarktbericht. Entsprechend mau dürfte der Handel verlaufen.

 


Zur Verfügung gestellt von: Forexpros dem Aktien Portal

Charttechnisch lieferte der DAX am Mittwoch trotz der engen Handelsspanne einige brauchbare Hinweise. Das Jahreshoch wurde gleich zu Handelsbeginn vergeblich angelaufen und deutlich verfehlt, danach ging es nur noch abwärts. Dabei fiel der Index auch unter das bisherige Wochentief, wobei der Rücksetzer unter die nächste Unterstützung bei 7790 Punkten bis zum Handelsschluss noch aufgekauft wurde. Somit konnte der DAX recht knapp den Abschluss einer Toppbildung verhindern. Die heutige Indikation von 7795 Punkten zur Eröffnung lässt aber befürchten, dass die erste Bastion der Bullen bald fallen wird und der DAX wieder in die bekannte Januar-Trading-Range zurückfällt.

Kursziel im Fall einer Korrektur ist zunächst der Bereich 7720 Zähler. Neben der 28-Tage-Linie lässt sich auf diesem Niveau auch eine deutliche Zunahme des Handelsvolumens ausmachen. Die untere Begrenzung der alten Range bei 7680 Punkte dürfte hingegen heute nicht auf den Prüfstand rücken.

Nach oben bleiben die bekannten Hürden: Klettert der DAX über das Jahreshoch bei 7872 Zählern, liefert die Projektion aus der Schiebezone bei 7945 Punkten das maximale Potenzial.

 

 

Ab sofort können Sie hier auch einen Realtime-Chart des DAX sehen. Zusammen mit den Handelsmarken und Terminen beste Voraussetzungen für einen guten Handelstag.

 

Kennzahlen:

DAX-Pivot-Punkte für den 31. Januar:

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

 

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Abstand zur 200-Tage-Linie erreicht kritisches Niveau

Auf Tagesbasis gibt es am Kursverlauf des DAX kaum Kritik zu üben. Mit dem Ausbruch über die robuste horizontale Hürde um 7450 Punkte Anfang Dezember legte das Aktienbarometer die Basis für die derzeit immer noch anhaltende Rally. Die Konsolidierung seit Jahresbeginn ist ebenfalls positiv zu werten, denn der überhitzte Zustand wurde lediglich über die Zeitachse abgebaut und nicht wie befürchtet über fallende Kurse. Als gute Nachkaufgelegenheit erwies sich zuletzt auch immer die stark steigende 28-Tage-Linie. Knapp darunter bietet zudem die 7600er-Marke Halt.

Die mittelfristigen Aussichten für den DAX bleiben gut, solange der Index über dem Ausbruchsniveau 7400 bis 7500 Punkte notiert. Da auf diesem Niveau auch die 55-Tage-Linie verläuft, ist der Unterstützungsbereich als sehr zuverlässig einzuschätzen. Entsprechend negativ wäre eine Unterschreitung auf Tages- und vor allem Wochenschlussbasis zu werten. Unterhalb von 7000 Punkten wechselt die Börsenampel auf Rot.

Beachtenswert ist aktuell der recht weite Abstand zur trägen 200-Tage-Linie. Seit Mitte November kletterte der DAX um rund 900 Punkte und liegt aktuell rund 15 Prozent (unterer Chart) über dem viel beachteten langfristigen Durchschnitt. In den vergangenen Jahren kam es ab einer Differenz von 15 Prozent häufig zu einer deutlichen Korrektur – die Luft nach oben wird nun sehr dünn.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Freie Bahn für den DAX

 

Mit Blick auf den längerfristigen Chartverlauf auf Wochenbasis geht es für den DAX vor allem um das nachhaltige Überwinden des 2011er-Jahreshochs um 7600 Zähler. Inzwischen hat sich der Index deutlich von dieser Marke nach oben hin abgesetzt, so dass wohl von einer nachhaltigen Bewegung gesprochen werden kann. Bis an das im Sommer 2007 markierte Rekordhoch bei rund 8151 Zählern findet sich nun kein nennenswerter Widerstand mehr. Ob allerdings auch über dieser psychologisch wichtigen Marke noch genügend Anschlusskäufe für weiter steigende Notierungen erfolgen, erscheint eher fraglich. Mindestens genauso wahrscheinlich ist auch eine Seitwärtsbewegung, wobei das Kursmuster ab der zweiten Jahreshälfte aus 2007 als Blaupause genutzt werden kann. Nach einem Fehlausbruch oder Pullback um 8150 Zähler wäre eine Rückkehrbewegung bis 7500 Punkten zu erwarten, ehe der DAX unter Schwankungen den nach wie vor übergeordneten Aufwärtstrend fortsetzt und nach oben hin ausbricht.

 

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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DAX arbeitet an dem großen Ausbruch

Der Monatschart zeigt deutlich, welches Potenzial an den Aktienmärkten aus charttechnischer Sicht schlummert. Mit der Auflösung des symmetrischen Dreiecks liegt ein rechnerisches Kursziel in Reichweite, welches den Abschluss des im Monatskursverlauf eingezeichneten übergeordneten aufsteigenden Dreiecks zur Folge hätte. Fünfstellige DAX-Kurse sind somit auch charttechnischer Sicht durchaus möglich. Zwingende Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der DAX auch neue Rekordstände markiert.

Ob dies bereits während der laufenden Aufwärtsbewegung erfolgt oder erst nach einem Rücksetzer, lässt sich aktuell nicht vorhersagen. Immerhin spielt die zeitliche Komponente den Bullen in die Karten. Seit dem Jahr 2000 verkürzen sich die Hausse- und Baissephasen. So dauerte die erste Abschwungphase beginnend Anfang 2000 rund drei Jahre. Der scharfe Rücksetzer ab Anfang 2008 stoppte rund 15 Monate später, in 2011 kapitulierten die Bären nach 5 Monaten. Ähnlich verhält es sich auch mit den Aufwärtsbewegungen.

Auch von Seiten der Indikatoren ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Der trendfolgende MACD notiert aktuell noch deutlich unter den Extremwerten in 1998, 2000 und 2007, ab denen jeweils die Baissephasen einsetzten.

 

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Posted in: Indizes

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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