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DAX-Chartanalyse: Abwärtsdynamik nimmt zu

Derzeit besteht kein Grund zu erhöhter Nervosität, der DAX steht solide über wichtigen Unterstützungen. Dennoch sollte die Kursentwicklung nun genau verfolgt werden. Die DAX-Chartanalyse für den 9. Oktober 2013.

 

Das gestrige Handelsvolumen von 2,3 Mrd. Euro auf Xetra sagt eigentlich schon alles: wir sahen erneut einen recht ereignislosen Tag, bei dem sich der DAX in einer engen Spanne bewegte. Erst gegen Handelsschluss und im nachbörslichen Handel kam der deutsche Leitindex verstärkt unter Druck, weil die US-Indizes Richtung Süden kippten. Die Indikationen der Banken taxierten den Preis gegen 22 Uhr bei 8519.

Ganz so deutlich dürfte die Eröffnungslücke aber nicht ausfallen, eine Stunde vor Handelsbeginn steht der DAX bei rund 8545, gut zehn Punkte unter dem gestrigen Tagesschluss. Kurzfristig bleibt der Markt in einer seit gut drei Wochen bestehenden Abwärtsrange gefangen, wobei in den vergangenen Tagen eine im Vergleich zu Ende September verstärkte Abwärtsdynamik diagnostiziert werden kann. Bisher fällt die Korrektur aber noch sehr harmlos aus und der DAX handelt lediglich 200 Punkte unter dem Rekordhoch. Angesichts des sehr unsicheren Umfelds eine beachtliche Leistung.

Zumindest die geringe Markttiefe zwischen 8500 bis 8550 lässt vermuten, dass der Index nur sehr kurz in dieser Zone verharren wird. Im bearischen Fall kommt es zügig zu einem erneuten Test des bisherigen Monatstiefs und damit der Unterstützung um 8510. Bleibt eine Stabilisierung aus, sind weitere Abgaben bis in den Bereich 8440 / 8460 sehr wahrscheinlich. Spätestens hier und somit über der richtungsweisenden 55-Tage-Linie und dem 50 Prozent Fibonacci-Niveau der September-Aufwärtsbewegung sollte der DAX aber zu einer Gegenbewegung ansetzen, um größeren Schaden zu vermeiden.

Bleibt der Rücksetzer aus, stellt die steigende 21-Tage-Linie bei 8610 eine erste Hürde dar. Rund 20 Punkte höher verläuft die Begrenzung des kurzfristigen Abwärtskanals, wobei dessen Relevanz derzeit noch sehr gering ist. Wesentlich wichtiger bleibt nach wie vor die Barriere bei 8700. Erst wenn der DAX dieses Level überspringt, deutet das Pendel wieder klar auf das Bullenlager.

 

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Kennzahlen:

 

DAX-Pivot-Punkte für den 9. Oktober:

DAXPivot

 

Für einige Anleger sind Pivot Punkte vielleicht noch Neuland. Kurz zur Erklärung: Die Pivot Punkte dienen der Kurszielbestimmung und haben ihren Ursprung in den Futures-, Termin- und Forexmärkten. Grundannahme ist, dass die Kursbewegungen des vorherigen Handelstages Einfluss auf den neuen Börsentag haben. Berechnungsgrundlage sind daher Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs vom Vortag. Als Ergebnis erhält man drei Widerstandsmarken (Resist R 1-3) sowie drei Unterstützungsniveaus (Support S 1-3).

 

wichtige Chartmarken:

DAXMarken

 

 

Platz bis mindestens 8000

Seit rund zwei Wochen sehen wir ein Patt zwischen Käufern und Verkäufern. Die tägliche Schwankungsbreite hat deutlich nachgelassen, meistens handelt der DAX zwischen 8600 und 8700. Trotz der Rally von rund 600 Punkten Anfang September blieben die Gewinnmitnahmen bisher sehr moderat im Rahmen einer Konsolidierung über die Zeitebene. Anleger, die bereits investiert sind, sehen offenbar keinen Grund, den Markt zu verlassen oder Buchgewinne zu realisieren, weil weitere Kurszuwächse erwartet werden. Auf der anderen Seite stehen viele Investoren noch an der Seitenlinie, und warten auf Kursrücksetzer, um einzusteigen oder Positionen aufzustocken. Der DAX scheint somit recht gut nach unten hin abgesichert.

Die entscheidende Frage lautet natürlich, ob der DAX die übergeordnete Aufwärtsbewegung fortsetzen wird oder nach unten kippt. Hier müssen wir abwarten und den Markt entscheiden lassen.  Kurse oberhalb von 8700 wären klar bullisch zu werten, neue Rekordniveaus nur eine Frage der Zeit. Die runde Schwelle scheint aber, wie mehrfach hier beschrieben, eine hartnäckige Bastion der Verkäufer zu sein. Im Bereich 8510 bis 8700 ist die Situation als ausgeglichen / neutral einzuschätzen. Notierungen südlicher dieser Range mahnen hingegen zur Vorsicht, denn der DAX würde dann wieder in das untere Rechteck wechseln.

Aktuell scheint das Risiko dank zahlreicher Unterstützungen aber eher begrenzt. Neben den auf Stundenbasis identifizierten Nachfragebereiche sollten mittelfristig ausgerichtete Anleger vor allem das Areal zwischen 8000 und 8200 im Auge behalten. Erst bei einem Rücksetzer bis in diese Kursregionen wird es spannender, denn hier verlaufen der langfristige Aufwärtstrend, die Untergrenze eines Rechtecks sowie vor allem die 200-Tage-Linie (auf linearer und exponentieller Basis). Sollte der DAX unter 7900 zurückfallen, trübt sich das Kursbild ein. Bis dahin dominiert die intakte Aufwärtsbewegung, wobei eine innere Aufwärtstrendlinie im Bereich 8850 Punkten eine erste Barriere darstellt.

Die Indikatoren deuten kurzfristig auf eine Fortsetzung der Konsolidierung. Während der etwas trägere und trendfolgende MACD in die nördlichen Regionen vorgedrungen ist und nach den jüngsten Abgaben auf „Verkaufen“ drehte, lieferte der DSS Bressert bereits kürzlich ein Ausstiegssignal. Der Abstand des DAX zur 21-Tage-Linie hat sich ebenfalls wieder beruhigt.

 

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Aufwärtstrend mit Schönheitsfehler

Auch der dritte Anlauf in diesem Jahr an die seit Herbst 2011 bestehende Aufwärtstrendlinie verlief für die Verkäufer ohne Erfolg. Ein Durchbruch auf der Unterseite wäre sehr negativ gewesen und hätte weiteren Korrekturpotenzial bis mindestens an die wichtige horizontale Unterstützung bei 7400 (April-Tief) geführt.

Rein charttechnisch ist der Blick klar noch oben gerichtet. Zuletzt bestätigte der Deutsche Aktienmarkt auch auf Wochenbasis das jüngst erzielte neue Verlaufshoch. Unmittelbare Widerstände lassen sich im Wochenchart nicht mehr ausmachen. Die Mittellinie (entspricht der oberen Aufwärtstrendlinie im Tageschart) des seit Herbst 2011 bestehenden Trendkanals kann als Orientierungsziel verwendet werden und verläuft nach dem letzten Test im Mai aktuell bei rund 9400 Punkten. Ob der DAX die Mittellinie noch erreichen wird, ist aber sehr fraglich. Wie im Tageschart beschrieben ist bereits im Bereich der 9000er-Marke mit einer erhöhten Konsolidierungsgefahr zu rechnen.

Etwas nachdenklich stimmt die leicht nachlassende Trenddynamik. Sie erkennen dies auch am DSS Bressert, der ein frisches Verkaufssignal auslöste und somit auch auf Wochenbasis eine bevorstehende Konsolidierung erwarten lässt.

 

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Der Ausbruch wird erfolgen, die Frage ist nur wann

Seit rund 13 Jahren scheitert der DAX an der 8000er-Marke. Während der derzeit noch laufenden dritten Aufwärtswelle markierte der Deutsche Leitindex zwar neue Bewegungshochs mit Kursen von bis zu 8557 Punkten. Im sehr langfristigen Kursverlauf kann aber noch nicht von einem nachhaltigen Ausbruch auf der Oberseite gesprochen werden, da der Index inzwischen nur noch knapp über der runden Schwelle notiert.

Aus rein charttechnischer Sicht ist dies nicht überraschend, denn an der 8000er-Marke steht viel auf dem Spiel. Ähnlich wie im amerikanischen Leitindex S&P 500 ist bei anhaltender Kaufbereitschaft mit einer längerfristigen und sehr nachhaltigen Aufwärtsbewegung zu rechnen, die den DAX deutlich in dreistellige Kursregionen oberhalb von 10.000 Punkten führen sollte. Eine solche Entwicklung werden die Bären aber nicht ohne Gegenwehr geschehen lassen.

Dennoch  ist die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch auf der Oberseite zumindest auf längerfristige Sicht klar zu favorisieren. Zwar kann es durchaus noch einmal zu einen erneuten Test der unteren Aufwärtstrendlinie bei derzeit rund 5360 Punkten kommen. Die steigenden Bewegungshochpunkte seit 2003 stimmen aber positiv. Kursrückschläge wurden immer früher zum Einstieg genutzt und verstärken den Druck auf der Oberseite eines möglichen aufsteigenden Dreiecks.

Die Indikatoren weisen in der sehr langfristigen Betrachtung bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

 

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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