DAX-Chartanalyse: 8000 rückt erneut näher

Der deutsche Aktienmarkt bleibt im Konsolidierungsmodus. Eine Trendumkehr ist derzeit nicht zu erkennen. Die DAX-Chartanalyse für den 17. Juni 2013. 

 

 

Terminlich bedingt muss ich die Chartanalyse für den Wochenauftakt leider ein wenig kürzer fassen. Am vergangenen Freitag zeigte der DAX zunächst eine Erholung, die aber bereits deutlich unter den ersten erwähnenswerten Widerstanden zwischen 8220 bis 8250 Punkten auslief. Auch die Rückkehrbewegung an die Oberkante des aktuellen Abwärtskanals verfehlte der Leitindex deutlich, was als Schwächezeichen gewertet werden muss. Unter dem Strich bleibt somit wieder einmal ein tieferes Bewegungshoch. Diese Serie hält seit dem Rekordhoch an und kennzeichnet eine intakte Konsolidierung.

Schwache Vorgaben lassen den DAX am Montag bei rund 8100 Punkten erwarten. Dieses Kursniveau ist durch eine Umsatzhäufung gekennzeichnet, entsprechend bietet sich den Käufern hier die Chance für eine Stabilisierung und Erholung im weiteren Tagesverlauf. Allerdings bleibt das Aufwärtspotenzial mit Blick auf die nächsten Hürden bei 8180, 8220 bis 8250 Zähler sehr begrenzt. Fällt der DAX unter 8100 Punkte zurück, könnte die Kombination aus März-Hoch und 55-Tage-Linie bei 8050 Zählern Nachfrage anregen. Kurzfristig überwiegen aber die Abwärtsrisiken mit Kursziel bis an die Unterkante des Kanals bei rund 7925 Punkten. Verstärkung erfährt die Zone unter der 8000er-Marke durch die noch steigende 100-Tage-Linie und eine Zunahme der Markttiefe.

 

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Der Kampf ist noch nicht entschieden

Auf der mittelfristigen Ebene liefert die Markttechnik aktuell leider keine klaren Signale. Der etwas trägere aber in Trendphasen zu favorisierende MACD steht seit dem zweiten Anlauf an das Rekordhoch Mitte Mai auf Verkaufen. In den vergangenen Monaten lieferte der Oszillator jeweils gute Hinweise und sollte auch weiterhin genau verfolgt werden. Hoffnungsvoller gestaltet sich derzeit wieder der Blick auf den sensibleren DSS Bressert. Aktuell im deutlich überverkauften Bereich liegend, wäre eine Erholung eigentlich überfällig.

Das grau hinterlegte Rechteck scheint weiterhin eine große Relevanz zu haben. Nachdem der Ausbruch auf der Oberseite auf Höhe des Rekordhochs bei 8550 Punkten scheiterte, testete der Markt die untere Extremzone der Range bei 8000 Punkten. Bleibt ein Rücksetzer per Tagesschluss unter 8000 Punkte aus, liegt der nächste Zielbereich an der Oberkante des Rechtecks. Erst wenn der DAX diesen Widerstand nimmt, springt die Börsenampel eindeutig wieder auf Grün. Bis dahin ist vorerst nur mit einer Fortsetzung der Konsolidierung über die Zeitachse zu rechnen. Nach unten hin gilt es für die Bullen die auch psychologisch wichtige Marke von 8000 Zählern zu verteidigen.

 

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9750 oder 7600? 

In den vergangenen Wochen arbeitete der DAX einige wichtige Marken ab, die sich in der Zwischenzeit bereits als gute Unterstützung erwiesen. Nachdem Ende 2012 der Sprung über die Region um 7400 erfolgte, kam es im April zum Retest und damit Bestätigung von oben. Die jüngste dynamische Rally führte den DAX schließlich über die letzte Hürde im Bereich der Rekordhochs aus 2000 und 2007 um 8110 / 8150 Punkten. Auch dieses Level prüfte der DAX inzwischen von oben. Im übergeordneten Wochenchart sind somit keine Schwächesignal zu erkennen. Charttechnisch relevante Widerstände sind ebenfalls Mangelware. Seit der zweiten Jahreshälfte 2011 befindet sich der Deutsche Aktienmarkt in einem breiten Aufwärtskanal, der aktuell Luft auf der Oberseite bis rund 9750 Punkte lässt. Zuletzt wurde die nördliche Begrenzung im März 2012 angelaufen, die Relevanz ist nach bisher aber nur zwei Testes noch recht gering.

Nach unten hin hat der DAX ebenfalls viel Platz, denn mit 8400 Zählern handeln wir aktuell ungefähr in der Mitte der Range. Im optimalen Szenario fällt der Markt nicht mehr unter 8000 Punkte per Wochenschluss. Sollte es dennoch zu weiteren Kursverlusten kommen, liegen zwischen 7400 bis 7600 zahlreiche robuste Unterstützungen wie zum Beispiel die Unterkante des erwähnten Trendkanals.

 

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DAX – 10.000 Punkte wären nur eine Zwischenstation

Der Monatschart vermittelt eigentlich am deutlichsten, wie wichtig die Kursentwicklung derzeit aber auch in den kommenden Wochen ist. Aktuell sieht es so aus, als ob der DAX die seit 2000 und somit seit rund 13 Jahren anhaltende große Seitwärtsbewegung endlich nach oben hin auflösen kann und somit den „Deckel lüftet“. Im Jahr 2007 scheiterte der Markt fast das gesamt Jahr hindurch an einem nachhaltigen Anstieg über das 2000er-Hoch, in 2011 zogen sich die Käufer bereits deutlich tiefer bei rund 7400 Punkten wieder zurück.

Vollkommen überraschend kommt die jüngste Entwicklung aber nicht, denn seit 2003 lässt sich eine Serie von steigenden Korrekturtiefs ausmachen. Zusammenfassend kann die Entwicklung seit der Jahrtausendwende somit auch als großes aufsteigendes Dreieck gewertet werden. Der Sprung in dreistellige Kursregionen an der 10.000er-Marke wäre nur eine Zwischenstation hin zu deutlich höheren Niveaus jenseits der 15.000. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Auch in dieser sehr langfristigen Betrachtung weisen die Indikatoren bereits teilweise einen überhitzten Zustand auf. Allerdings können die Signalgeber durchaus über mehrere Monate, sogar Jahre, im oberen Extrembereich laufen, ehe ein Verkaufssignal aktiv wird. Beste Beispiele liefern die Jahre 2004/2005 und 2010 (DSS Bressert). Etwas entspannter ist derzeit noch die Lage im trendfolgenden MACD. Aktuell liegt die MACD-Linie noch deutlich unter den oberen Wendepunkten der vergangenen Jahre (grüner Kasten).

Fast man alles zusammen, könnte ein mögliches Szenario wie folgt aussehen. Der DAX schafft den nachhaltigen Ausbruch und läuft – unter Korrekturen – bis an die 10.000. Hier kommt es zu einer Pullbackbewegung, die sich oft beobachten lässt, wenn der Markt lange an charttechnisch wichtigen Marken scheiterte und diese schließlich überwindet. Übertragen auf den DAX wäre mit einer Rückkehrbewegung bis 8200 / 8500 zu rechen. Hier würde sich für Nachzügler noch einmal eine günstige Gelegenheit ergeben, eher der Börsenexpress nachhaltig in fünfstellige Regionen aufbricht.

 

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Posted in: Chart-Show, Indizes

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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