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By 12. September 2014 Read More →

DAX – Aufwärtstrendlinie auf dem Prüfstand

Nach den deutlichen Gewinnen im August legte der DAX in den vergangenen Tagen eine Pause ein. Auch in den USA treten die wichtigsten Indizes auf der Stelle. Für die Bullen ist das bisherige Marktverhalten nahezu perfekt, wir sehen nur eine Konsolidierung über die Zeitebene.   

Vor einer Woche hatte ich im DAX-Ausblick zunächst zwei Charts vorgestellt, die eher selten im Blickpunkt stehen. Fünf Handelstage später sieht die Lage wie folgt aus:

Quelle: indexindicators.com

Wie erwartet blieben weitere Kursgewinne an der Wall Street aus, der S&P pendelt um die 2000er-Schwelle, während sich der Dow über der 17.000 hält und der Nasdaq 100 gut die Schwelle von 4000 Punkten behauptet. Unter der Oberfläche sehen wir bei den Standardwerten bisher nur ganz normale Gewinnmitnahmen. So ist die Anzahl der Aktien, die über ihrer 20-Tage-Linie notieren, ausgehend vom Extremniveau um 85 Prozent auf derzeit 55 Prozent gefallen. Diese Bewegung dürfte noch einige Tage anhalten, bis wieder eine Quote von zehn bis 20 Prozent erreicht ist (unterer Wendepunkt).

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Keine neuen Signale sendet hingegen der zweite Chart. S&P sowie DAX entwickelten sich in den vergangenen Tagen ungefähr gleich, eine Outperformance der deutschen Werte war im Gegensatz zur Vorwoche nicht zu beobachten. Auch dies ist nicht überraschend, denn in der Zwischenzeit gab es kaum neue Fakten. Auch von den Devisenmärkten kamen keine Impulse, dass Währungspaar EUR/USD steht seit einigen Tagen unverändert bei 1,29 USD. Erst in den kommenden Wochen und Monaten wird sich zeigen, ob die Unternehmen von der jüngsten Abwertungswelle profitiert haben.

DAX: Stunden- und Tagesanalyse

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Auch der DAX ist seit gut einer Woche in eine  Konsolidierungsphase übergegangen. Neue charttechnische Signale wurden nicht generiert, der Index behauptet bisher das erhöhte Niveau. Dies ist durchaus als ein Zeichen der Stärke zu interpretieren. Größere Gewinnmitnahmen sind bisher nicht zu beobachten, kaum ein Anleger, der bereits investiert ist, will derzeit verkaufen und rechnet offenbar mit weiter steigenden Kursen. Zugleich zeigt der Markt aber auch Respekt vor der nahen 10.000er-Schwelle. Recht wahrscheinlich wartet nach wie vor viel Kapital an der Seitenlinie. Die bisher noch nicht oder zu gering engagierten Investoren warten auf einen Rücksetzer, um günstiger einsteigen zu können. Im Ergebnis bleibt sowohl die Angebots- als auch die Nachfrageseite eher schwach und der Markt zeigt kaum größere Bewegungen. Erst wenn das Gleichgewicht kippt, ist wieder mit einem frischen Impuls zu rechnen. Die Chartanalyse liefert uns gute Hinweise, ab welchem Kursniveau die Spannung wieder steigt.

Zuletzt scheiterte der DAX knapp unter der 9800 an der südlichen Kante des ehemaligen Aufwärtskanals. An der runden Marke liegt somit der nächste Widerstand. Sollte diese Hürde überwunden werden und der deutsche Aktienmarkt ein höheres Hoch ausbilden, würde dies den noch intakten Aufwärtsimpuls bestätigen. Weitere Ziele auf der Oberseite liegen dann bei 9875 und 10.000.

Zwischen 9580 bis 9630 waren zuletzt verstärkt Käufe zu beobachten. Neben einer breiten Unterstützungszone verläuft hier auch eine seit dem 8. August bestehende Aufwärtstrendlinie. Solange die Gerade nicht verletzt wird, haben die Bullen im kurzfristigen Zeithorizont einen Vorteil. Viel Luft auf der Unterseite hat der DAX somit nicht, Kursverluste sollten heute vermieden werden. Fallen die Kurse weiter zurück, liegen schwache Haltemarken bei 9500 und um 9420.

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Wochenanalyse:

Sommer 2012 als Blaupause

Auch im langfristigen Wochenchart sind nun deutliche Bremsspuren der jüngsten Korrektur zu erkennen. Ähnlich wie auf Tagesbasis gab auch hier der Aufwärtskanal die grundsätzliche Richtung vor. Erstmals seit Sommer 2012 rutsche der DAX wieder deutlich unter die 200-Tage-Linie. Allerdings eroberte der Markt vor zwei Jahren den langfristigen Gleitenden Durchschnitt rechnet schnell wieder zurück – aktuell sehen wir eine ähnliche Reaktion. Bleibt das Muster bestehen, sollte der DAX zumindest noch das Rekordniveau um 10.000 erreichen.

Bereits seit mehreren Wochen warnte ich an dieser Stelle vor der negativen Divergenz im MACD. Während der DAX in den vergangenen Monaten höhere Hochs ausbildete, wurden diese nicht mehr durch den trendfolgenden Indikator bestätigt (rote Linie beim MACD). Mit dem Kursrutsch wurden die bearischen Signale bestätigt, noch liefert der MACD aber kein Kaufsignal.

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Monatsanalyse:

Zwei Szenarien für die Zukunft

Im abgebildeten Monatschart seit 1960 wird vor allem die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000 deutlich. Nach dem Ausbruch aus einer rund 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung im Jahr 1983 zeigte der DAX bis zur Jahrtausendwende eine ausgeprägte Rally-Bewegung. Mit dem Platzen der Spekulationsblase wurde diese Aufwärtsbewegung in den vergangenen 13 Jahren konsolidiert. In dieser Zeit bildete der Deutsche Aktienindex deutlich steigende Bewegungstiefpunkte aus, was auf einen allmählich steigenden Kaufdruck deutet. Der Sprung über die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007 bei 8200 war somit nur eine Frage der Zeit. Der DAX löste ein sehr bullish aufsteigendes Dreieck nach oben hin auf, aus dem theoretisch Notierungen deutlich jenseits der 10.000er-Marke abgeleitet werden können.

Nach dem nun erfolgten Ausbruch sind zwei grundsätzliche Szenarien denkbar. Aufgrund der Bedeutung der Zone um 8200 wäre eine Rückkehrbewegung und somit ein Retest des Ausbruchsniveau nicht überraschend. Ein möglicher Wendepunkt könnte an der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 liegen. Ausgehend von einem kurzen Test der fünfstelligen Kursmarke wäre mit einer Korrektur bis in den Bereich von 8200 / 8500 zu rechnen, von dem aus dann eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erfolgen würde. Zugleich eröffnet sich Anlegern, die den Einstieg bisher verpassten, auf langfristige Sicht noch einmal eine gute Einstiegsgelegenheit.

In einem zweiten Szenario bleibt ein Test der Zone um 8200 von oben aus. Stattdessen läuft der Markt nach einer recht wahrscheinlichen Konsolidierung bei rund 10.000 weiter aufwärts. Neue Widerstände müssten sich erst noch herausbilden. Unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Rücksetzer unter das Ausbruchsniveau von 8200. Eine ähnliche Situation liegt auch im amerikanischen Leitindex S&P 500 vor.

Das Hauptaugenmerk gilt aber dem MACD. Der trendfolgende Indikator hat sich in den vergangenen 20 Jahren bereits mehrfach als guter Taktgeber für den langfristigen Verlauf erwiesen. Besonders an den Bewegungshochpunkten in 2000 und 2007 warnte der Signalgeber jeweils frühzeitig vor einer neuen Baisse. Die aktuelle Ausgangslage weist dabei viele Parallelen mit der Situation von vor 14 und sieben Jahren auf. Der MACD steht auf einem ähnlichen Niveau (knapp unter der roten Linie), zudem lieferte der Indikator erstmals seit August 2011 wieder ein Verkaufssignal.  

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Posted in: Deutschland, Indizes

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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