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By 10. August 2015 Read More →

DAX: 12.400 bleiben auf der Agenda

Obwohl die Berichtssaison auf beiden Seiten des Atlantiks aufgrund der bekannten Probleme nicht gerade berauschend verläuft – zusätzlich natürlich noch das altbekannte Thema „Zinsangst“ die Stimmung drückt, schlagen sich die Bullen besser als erwartet. Dies erstaunt insbesondere angesichts der Schwäche des „wahren Marktes“ .

Liebe Anlegerinnen und Anleger,

Nach der schwachen Tendenz der Vorwoche straft der DAX seit einigen Handelstagen seine Kritiker und überwindet kurzfristig wichtige Widerstände. Ob dadurch ein übergeordnet neuer Trend entsteht, wir weiterhin seitwärts tendieren oder aktuell nur einen schwachen positiven Impuls als Reaktion auf die vorhergehende Schwäche erleben, steht auf einem ganz anderen Blatt. Auf jeden Fall aber dürfen wir feststellen, dass sich die deutschen Indizes relativ betrachtet stärker entwickeln als die amerikanischen.

Kein Wunder, zeigt doch die aktuelle US- Berichtssaison, dass der starke Dollar gewaltige Löcher in die Bilanzen der großen Exporteure gerissen hat. Positive Überraschungen waren bei den „Big-Caps“ im S & P 500 daher selten und eher bei den führenden Technologietiteln der Nasdaq zu beobachten. Insofern ist es nur logisch, dass der S & P 500 Index seit Monaten seitwärts läuft, während die NASDAQ 100 nach oben ausgebrochen ist. Fairerweise muss man aber bedenken, dass Dow Jones und S & P 500 sehr stark von den extrem schwachen Aktien aus den Sektoren Öl, Energie, Bergbau und Minen nach unten gezogen werden, worunter auch der wichtige Transportsektor leidet.

Interessant ist auch zu beobachten, dass in den USA die Stimmung der Investoren sehr negativ ist, obwohl die Indizes in der Umgebung ihrer Hochs notieren. Die Nervosität der Anleger spiegelt sich auch in der Reaktion auf die veröffentlichten Quartalszahlen wider. Teils werden sehr gute Ergebnisse mit starken Gewinnmitnahmen quittiert – auch wenn der Ausblick einigermaßen dem Konsens der Erwartungen entspricht. Oder sehr heftig werden Entwicklungen von den Anlegern quittiert, die eigentlich nicht besonders neu sind – wie gestern etwa bei den Medienaktien wie Disney, die sich gegen den Wettbewerb aus dem Internet zur Wehr setzen müssen.

Nasdaq 100 mit starkem Kaufsignal

Typisch für die Unsicherheit und Trendlosigkeit an den Märkten war auch der gestrige Handelstag. Im Kerzenchart (also nicht hier im folgenden P & F Chart) erkennt man deutlich die fehlende Nachfrage, bzw. den Angebotsüberhang, im späten Handel. Dadurch bildete sich eine negative Kerzenformation, die an einen Abendstern erinnert.

Ganz anders stellt sich die Situation im folgenden gelassenen P & F Chart dar. Ohne Zweifel ist der jahrelange Aufwärtstrend bei den Wachstumsmärkten nach wie vor intakt. Dies zeigt Ihnen die aufsteigende Trendgerade, die aktuell bei etwa 3.000 Punkten verläuft. Die relativ große Entfernung des heutigen Kurses zu dieser Geraden ist ein Zeichen für die Trendstärke und ein Beleg für die derzeitige Überlegenheit der Bullen.

Auf den Nachfragedruck der Käufer deutet auch der kürzliche Kursausbruch nach oben über den Widerstand bei etwa 4.450 Punkten. Trotz oder gerade wegen der hohen Unsicherheit und des Pessimismus klettern die Kurse weiter an der berühmten Mauer der Angst nach oben. Da bei 4.450 Punkten ein sehr starkes vierfaches Kaufsignal ausgelöst wurde, sehe ich eine gute Chance für die Bullen, auch nach einem etwaigen Test der neuen Unterstützung weiter die Oberhand zu behalten.

Der innere Markt bleibt eher schwach

Wegen der schwierigen technischen Situation an der weltweiten US –Leitbörse zeige ich Ihnen hier die die wichtige Nasdaq, die den anderen Indizes häufig voraus läuft, aus der Perspektive des inneren Marktes.

Abgebildet sehen Sie die Relation der Wachstumswerte, die auf einem definierten Kaufsignal der P & F Technik notieren. Wie Sie sich vielleicht erinnern, liegt dieser Philosophie die Überlegung zu Grunde, dass Märkte zwischen überkauften und überverkauften Zonen hin und her pendeln. Seit dem vergangenen Herbst 2014 und noch stärker sei diesem März verschlechterte sich der innere Markt der Nasdaq. Immer mehr Aktien verloren ihre wichtigste Unterstützung und wechselten auf ein Verkaufssignal – der Markt drohte also von innen her aufzuweichen. Handelten im März noch etwa 76 % der Indexmitglieder auf einem Kaufsignal, waren es vor einigen Tagen nur noch 54 %.

Obwohl der bekannte äußere Index der Wachstumswerte kürzlich nach oben ausgebrochen ist, wurde diese Bewegung nur von relativ wenigen Titeln mitgetragen. Die Marktbreite hat sich also bis vor wenigen Tagen kontinuierlich verschlechtert, bis sie bei etwa 54 % einen vorläufigen Boden gefunden hat. Seit diesem Mittwoch befindet sich der Index wieder in einer positiven X- Spalte, was bedeutet, dass die Anzahl der Kaufsignale systematisch zunimmt. Derzeit fließt also wieder Kapital in die Wachstumswerte. Interessant dabei ist, dass der Indikator auf dem Niveau der Februar-Unterstützung (Ziffer 2) gedreht hat, wo übrigens auch die derzeitige positive Unterstützungsgerade verläuft. Leider hat der Indikator vorher aber noch längst nicht den überverkauften Bereich berührt, der bei 30 % beginnt und wo wir wirklich gute Kaufgelegenheiten antreffen. Auf dem heutigen Niveau bei etwa 60 % ist der Markt weder Fisch noch Fleisch und Kursbewegungen sind in beide Richtungen etwa gleich wahrscheinlich. Um in der Sprache des Sports zu sprechen haben die Bullen aktuell zwar einen Satz gewonnen, aber noch längst nicht das gesamte Match. Weiterer Rückenwind für die Seite der Nachfrage würde sich bei 68 % ergeben. Hier würde die aktuelle X- Spalte über die vorhergehende steigen und ein neues Kaufsignal auslösen.

Fazit: die interne Marktstruktur verbessert sich langsam, wer von Ihnen aber eine größere Wahrscheinlichkeit bzw. mehr Sicherheit auf seiner Seite bevorzugt, sollte eine Verbesserung der Marktbreite abwarten.

DAX hält sich überraschend gut

in Anbetracht des nicht gerade überzeugenden inneren Marktes bezogen auf die US- Börsen halten sich die europäischen Indizes und vor allem der DAX sehr respektabel. Zugegebenermaßen hat der hektische Handel der vergangenen Sommermonate auch seine Spuren im ansonsten gelassenen P & F Chart hinterlassen. Die häufigen Richtungswechsel und den erbitterten Kampf von Bullen und Bären erkennen Sie an den Vielzahl der Spaltenwechsel von negativen 0- und positiven X-Achsen.

Trotzdem erkennen Sie gut, dass der alte und primäre Aufwärtstrend gebrochen wurde, sich aktuell die Bullen zurück ins Spiel gekämpft und eine neue Unterstützungsgerade gebildet haben. Mit einer sehr dynamischen X-Achse wurde die bisherige Widerstandsgerade von unten durchstoßen, was das gesamte „Set-Up“ zu Gunsten des Bullenlagers verändert hat. Zwar wurde die sehr positive X-Achse fast gänzlich von einer negativen O- Spalte gekontert, die Verkäufer konnten aber kein neues Verkaufssignal auslösen. Daher sind aktuell die Investoren weiter im Vorteil. Sehr gut erkennen Sie die nächsten Widerstände bei 11.750 und 11.800 Punkten, die es nun zu knacken gilt. Oberhalb davon würde die Wahrscheinlichkeit stark steigen, dass wir in den kommenden Wochen ein neues DAX-Hoch oberhalb von 12.400 Punkten erleben würden.

Wie gesagt, noch ist diese Schlacht längst nicht geschlagen, aber derzeit befinden wir Anleger uns leicht im Vorteil.

Falls Sie sich für die Philosophie der P & F Charts und des inneren Marktes interessieren, beachten Sie bitte auch mein gratis E-Book und meinen gratis-Börsenbrief auf libra-invest.de.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit ihren Investitionen.

Mit sommerlichen Grüßen aus dem Rheinland,

ihr Klaus Buhl

Posted in: Gastbeiträge

About the Author:

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal www.libra-invest.de. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”

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