By 21. Februar 2013 Read More →

Daimler, VW und BMW im Chart-Check

Ein Globalisierungsgewinner par excellence ist die deutsche Autoindustrie. Dank der frühen Erschließung auf neuen Abwärtsmärkten werden Absatzrekorde angepeilt. Doch Charttechnisch sieht die Lage nicht so rosig aus. Im Gegenteil, die Aktien könnten vor einem deutlichen Rückschlag stehen.  

 

Während etliche Hersteller aus Europa und den USA vom Absatzrückgang in Europa stark gebeutelt werden, machen die heimischen Produzenten das durch die Stärke in den USA und China mehr als wett. Entsprechend peilen die deutschen Produzenten neue Absatzrekorde an. Mit einem Börsenwert von 78,9 Mrd. Euro rangiert VW weit vor den Konkurrenten Daimler (47,3 Mrd. Euro) und BMW (45,4 Mrd. Euro). Mit einem 2014er-KGV von 7,4 ist die im DAX vertretene VW-Vorzugsaktie trotz der guten Gewinnperspektiven deutlich günstiger bewertet als die Stämme von BMW (KGV: 9,1) und die Papiere von Daimler (KGV: 8,1). Da überrascht es wenig, dass sich auch die VW-Aktie (schwarz) in den vergangenen Jahren deutlich besser entwickelte als BMW (blau) und vor allem Daimler (rot).

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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VW ist auf der Überholspur – noch

Voller Zuversicht ist derzeit vor allem Volkswagen unterwegs. Im vergangenen Jahr kletterte der Absatz bei den Wolfsburgern um gut elf Prozent auf 9,07 Mio. Einheiten, obwohl es auf dem europäischen Kernmarkt nicht so gut lief (6,5 Prozent weniger verkaufte Autos). VW-Chef Martin Winterkorn hat aber dennoch guten Grund, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken. Einige Trümpfe spielt der Konzern derzeit aus. Neben der Effizienzsteigerung durch den „modularen Querbaukasten“ – also den Einbau gleicher Teile in vielen verschiedenen Modellen, erweist sich der neue 7er-Golf als Volltreffer. Bis zur Veröffentlichung der Bilanz für 2012 müssen sich die Aktionäre aber noch etwas gedulden. Winterkorn wird die Zahlen und einen Ausblick erst am 14. März präsentieren.

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Wer bereits jetzt schon investiert ist, sollte den Aktienkurs aber genau im Auge behalten. Der lang ersehnte Ausbruch im Winter vergangenen Jahres über den hartnäckigen horizontalen Widerstand bei 150 Euro stellte ein klares Kaufsignal dar. Innerhalb eines engen Trendkanals markierte die Aktie zuletzt wöchentlich neue Rekordhochs. Jetzt wird es aber kritisch. Auf dem deutlich überkauften Niveau droht der Wert nun aus der Range zu kippen. Zugleich steht der trendfolgende MACD unmittelbar vor einem mittelfristigen Verkaufssignal. Kursziel bei einer nun recht wahrscheinlichen Korrektur wäre erneut der Bereich um 150 Euro, mit der Chance auf einen trendbestätigenden Retest. Da hier auch die 200-Tage-Linie sowie der Aufwärtstrend verlaufen, sollten Schnäppchenjäger das Niveau gut im Auge behalten.

 

BMW fehlt der Schwung

Ähnlich wie VW bildete auch BMW in den vergangenen Wochen ein neues Allzeithoch aus, allerdings kann man charttechnisch nicht von einem nachhaltigen und signifikanten Sprung über die 2011 / 12er-Tops sprechen. Ein klares Zeichen von (relativer) Schwäche, und es ist zu befürchten, dass die Münchener weiter den Rückwärtsgang einlegen. Vor allem die Indikatoren bereiten Sorgen. DSS Bressert und MACD geneierten generierten auf Wochenbasis ein frisches Verkaufssignal. Mit etwas Glück fällt der Rückschlag aber eher gering aus, denn im Bereich zwischen 61,60 bis 65 Euro finden sich einige gute Unterstützungen. Geht es noch eine Etage tiefer, erscheint der 49/50er-Bereich als sehr gute Nachkaufgelegenheit. Denn fundamental läuft es bei den Bayern gut. Die Münchner setzen im vergangenen Jahr 1,54 Mio. Fahrzeuge ihrer Kernmarke ab und lagen damit klar vor den Oberklasse-Konkurrenten Audi (1,46 Mio.) und Daimler (1,32 Mio.). Insgesamt setzte die Münchner mit ihren Marken BMW, Mini und Rolls-Royce 1,85 Mio. Autos ab, was einem Plus von 11 Prozent entspricht. „Wir gehen mit Rückenwind in das Jahr 2013, in dem wir trotz der schwierigen Rahmenbedingungen in vielen Märkten einen weiteren Absatzzuwachs und damit eine neue Bestmarke bei den Auslieferungen anstreben“, gab sich BMW-Vertriebschef Ian Robertson zuletzt zuversichtlich. Der Konzern legt am 19. März die Jahresergebnisse vor.

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Daimler hinkt hinterher

Von Rekordhochs können die Aktionäre bei Daimler hingegen nur träumen. Die Fehler der Vergangenheit (Chrysler, schwache Modellpalette, China-Engagement) nagen weiterhin am Kurs. Für die Zukunft haben die Schwaben noch einige Hausaufgaben zu erledigen. Der Konzern hat 2012 zwar 2,2 Mio. Pkw, Lkw, Busse und Transporter verkauft und damit einen Spitzenwert erreicht. Der Gewinn aus dem laufenden Geschäft ging jedoch um zehn Prozent auf 8,1 Mrd. Euro zurück. Wegen hoher Ausgaben für neue Pkw-Modelle soll er im laufenden Jahr lediglich stagnieren. „Wir investieren in hohem Maße in unsere Zukunft, was den Gewinn belastet“, sagte Vorstandschef Dieter Zetsche bei der Präsentation der 2012er-Zahlen. Daimler leidet nicht zuletzt unter der Schwäche des China-Geschäfts. Wegen der schwachen Gewinnentwicklung sehen die Analysten Zetsche‘s optimistische mittelfristigen Prognosen zunehmend skeptisch. Um Anleger bei Laune zu halten bleibt die 2012er-Dividende mit 2,20 Euro je Aktie stabil.

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Im Wochenkursverlauf zeigt sich deutlich, dass die seit Mitte November laufende Erholungsbewegung zuletzt an Dynamik verloren hat. Der zum Jahreswechsel erfolgte Sprung über den langfristigen Abwärtstrend sowie die kürzlich erfolgte Bestätigung sind zwar positiv zu werten. Ähnlich wie bei BMW und den VW Vz. sollten Long-Investments aber zurückgestellt werden, bis neue Verlaufs- oder Rekordhochs ausgebildet werden.

 

Mit Material von Feingold Research.

Posted in: Aktien

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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