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By 3. November 2015 Read More →

Commerzbank – war das der Startschuss zur Rally?

Bisher verlief die heimische Berichtssaison eher durchwachsen, vor allem einige Technologieaktien enttäuschten. Die Commerzbank überraschte am Montag viele Pessimisten auf dem falschen Fuß, die Restrukturierung läuft besser als erwartet. Der große Befreiungsschlag blieb bisher aber aus.

 

 

Es geht aufwärts beim zweitgrößten deutschen Geldhaus. Nach neun Monaten stehen unter dem Strich 853 Mio. Euro, ob es für einen Milliardengewinn in diesem Jahr noch reichen wird, ist hingegen fraglich. Dennoch scheint der Turnaround zu laufen. So musste die Bank für faule Kredite im Quartal nur noch 146 Mio. Euro zurückstellen, rund 200 Mio. Euro weniger als ein Jahr zuvor. Der für die Dividendenfähigkeit wichtige Cashflow zieht ebenfalls an, nach neun Monaten stehen 9,2 Mrd. Euro in den Büchern. Für das Geschäftsjahr 2015 könnten somit 20 Cent je Aktie an die Anleger fließen, es wäre die erste Ausschüttung seit 2007. Auch die wichtige Kernkapitalquote entwickelt sich erfreulich und liegt bei 10,8 Prozent.

Vom Markt gab es am Montag viel Beifall für die Bilanz, Commerzbank-Aktien setzten sich mit 6,6 Prozent an die Spitze im DAX. Auf den ersten Blick ein sehr kräftiger Zuwachs, der bei dem Finanzwert allerdings nicht so ungewöhnlich ist. Am 8. September waren die Papiere sogar um 6,8 Prozent nach oben geschossen, Gewinne von fünf Prozent an einem Tag gab es bereits mehrfach in diesem Jahr.

Viele Hürden

Ob die Aktie sich allerdings auch wieder zum Börsenliebling entwickeln wird, steht auf einem anderen Blatt. Seit Jahresbeginn bleibt bisher ein Minus von zwei Prozent, Rang 25 in der DAX-Performance-Hitliste. An der technischen Ausgangslage hat sich hingegen kaum etwas verändert. Bereits seit Ende 2013 kommt der Wert kaum noch vom Fleck und pendelt grob in einer Spanne zwischen 9 und 14,50 Euro, wobei beide Extremwerte bisher nur einmal angelaufen wurden. Innerhalb dieser Zone haben sich relevantere Wendepunkte ausgebildet, die Anleger nun beachten sollten. Positiv ist die Rückeroberung der bisherigen Widerstandsregion um 10,25 / 10,35 Euro. Solange die Aktie per Tagesschluss über der Marke notiert, bleibt die erste Zielregion auf der Oberseite bei 12,15 / 12,35 Euro im Spiel. Ausgehend vom aktuellen Niveau liegt das Potenzial somit bei rund 13 Prozent. Allerdings dürfte die nächste Verkaufszone kaum in den kommenden Tagen in Reichweite rücken. Während die seit Monaten nur noch seitwärts verlaufende 200-Tage-Linie bei derzeit 11,40 Euro keine Relevanz hat, sollten Anleger auf die Differenz der Aktie zum Monatsmittelwert achten.

Die Commerzbank, aber auch viele andere Einzelwerte und natürlich der DAX stehen heute im Chart-Webinar ab 19 Uhr im Blickpunkt. Anmelden können Sie sich gerne hier.

Unter dem Chart sind die Werte für die vergangenen Monate dargestellt. Häufig legte die Aktie ab einem Abstand von rund acht Prozent eine Atempause ein. Aktuell verläuft die 21-Tage-Linie bei 10 Euro, bereits bei 10,80 Euro wird somit kurzfristig die Luft dünn. Gestern waren hier schon Gewinnmitnahmen zu beobachten. Kommt es ähnlich wie im September 2014 zu einer Übertreibung, sind sogar 13 Prozent Differenz möglich. Aber selbst dann wäre bei 11,30 Euro vorerst Schluss. Sehr wahrscheinlich wird die Aktie daher eher langsam nach oben steigen. In den kommenden Tagen und Wochen dürfte der Monatsmittelwert weiter anziehen, wodurch sich das Potenzial auf der Oberseite kontinuierlich erhöht. Aber selbst wenn in wenigen Monaten der Bereich um 12,35 Euro durchstoßen wird, lauern mit den Verkaufszonen bei 12,80 / 13 Euro und dem Jahreshoch um 13,50 Euro weitere Herausforderungen.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

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Direktinvestments in die Aktie sind eine Möglichkeit, allerdings nur für erfahrende Anleger. Wer die limitierten Perspektiven verstärkt nutzen möchte, sollte auf Knock outs setzen, um auch von kleineren Bewegungen überdurchschnittlich zu profitieren. Für Optimisten ist die DX9K1Q  mit einem Hebel von 4,3 interessant. Steigt die Aktie bis in den Bereich um 12,15 / 12,35 Euro, legt der Schein um rund 50 Prozent auf ungefähr 3,90 Euro zu.

 

 

 

 

 

Posted in: Aktien, Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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