By 28. März 2014 Read More →

Commerzbank Top, Deutsche Bank Flop

Rund 84 Prozent der DAX-Aktien notieren wieder über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Verglichen mit den Extremniveaus von vor ein paar Wochen lässt die aktuelle Quote durchaus noch Luft nach oben. Aber so richtig überzeugend ist die DAX-Entwicklung seit dem Ausbruch noch nicht.

Stundenanalyse:

An der grundlegenden Ausgangslage hat sich auch am Donnerstag nichts geändert. Während auf der anderen Seite des Atlantiks der  richtungsweisende S&P 500  bedrohlich knapp über der unteren Begrenzung seiner engen Range steht, lieferte der DAX erneut keine wirklich überzeugende Vorstellung ab. Bereits in den ersten Handelsstunden wurde das Ausbruchsniveau um 9375 / 9400 von oben angelaufen und bestätigt. Dies ist natürlich bullisch und sichert zunächst das Risiko auf der Unterseite ab.

Allerdings kam es im Anschluss wie bereits zur Wochenmitte nicht zu weiteren Käufen. Der DAX dümpelte eher lustlos seitwärts, statt frische Bewegungshochs auszubilden. Gerade nach dem Sprung über den zuvor mehrfach vergeblich attackierten Widerstandsbereich erwarte ich etwas mehr Kauflaune und zumindest einen zügigen Anstieg über das 76,4 Prozent Fibonacci-Niveau bei rund 9515. In der Technischen Analyse spielt diese Marke zwar eher eine untergeordnete Rolle. Dennoch kann erst darüber definitiv das Ende der Korrektur ausgerufen werden. Wer also auf Nummer sicher gehen möchte, wartet mit einem Einstieg oder einer Positionsaufstockung Kurse nördlich von 9515 ab.

Schauen wir kurz vor dem Wochenende noch auf die innere Marktstruktur, um einen Überblick von der Tendenz unter der Oberfläche zu erhalten. Im langfristigen Zeitraum gibt die 200-Tage-Linie die Richtung vor. Derzeit notiert der DAX rund 6,5 Prozent über dem Durchschnitt. Die prozentuale Differenz liegt ziemlich in der Mitte der zuletzt maßgeblichen Range von null bis 13 Prozent. Auch die meisten DAX-Werte behaupten sich über ihrer 200-Tage-Linie. Von den 30 Blue Chips schauen lediglich fünf Werte von unten auf die Signallinie. Die Quote liegt somit bei rund 84 Prozent. Im Januar und Februar notierten zeitweise alle Werte über der Signallinie und ließen kaum noch Luft nach oben. Nach der jüngsten Korrektur ist zumindest auf Basis dieses Indikators noch etwas Potential vorhanden. Die größte negative Differenz weist die Deutsche Bank auf mit minus 7,7 Prozent, gefolgt von Adidas, Henkel, Linde und Beiersdorf. Am anderen Ende der Liste stehen Lufthansa (plus 18,7 Prozent), Continental (plus 23,6 Prozent) und Commerzbank (plus 29 Prozent).

Zumindest zum Auftakt wird der DAX die erhofften bullischen Impulse noch nicht liefern. Broker taxieren den Index rund eine Stunde vor Handelsbeginn bei 9460. Angesichts der insgesamt durchwachsenen Vorgaben von den Weltbörsen wenig überraschend. Gelingt im Tagesverlauf der Anstieg über 9515, liegt das nächste Ziel bei 9600. Weitere Kursgewinne darüber hinaus dürften wenn überhaupt erst in der kommenden Woche zu bewundern sein. Besonders ab 9650 könnte der Anstieg etwas zäher verlaufen. Bereits im Februar nahm die Aufwärtsdynamik deutlich ab. Zudem zeigt das Preis-Volumen-Gebirge hier einen deutlichen Anstieg.

Auf der Südseite bleibt weiter die Unterstützung um 9375 / 9400 im Fokus. Taucht der DAX unter 9350, könnten sich die Käufer der vergangenen beiden Tage schnell wieder zurückziehen und so den Abwärtsdruck verstärken. Zugleich mangelt es an guten Unterstützungen. Um 9300 liegt ein schwacher Halt, auch die Zonen um 9180 und 9155 erwecken keinen soliden Eindruck. Ziel wäre eher der Bereich um 9100.

DAXST1

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Tagesanalyse:

Trend ist noch eindeutig

Nach den deutlichen Verlusten in der ersten März-Hälfte kam es wie bereits mehrfach in den vergangenen Monaten zu einer V-förmigen Erholung. Investoren, die bisher noch nicht oder zu gering im Markt vertreten sind, nutzen nach wie vor die günstigen Kurse zum Einstieg oder Positionsaufbau. Solange dieses Muster Gültigkeit hat, sind größere Korrekturen eher unwahrscheinlich.

Die horizontale Unterstützung, der langfristige Aufwärtstrend und das 38 Prozent-Niveau der Aufwärtsbewegung seit dem letzten erwähnenswerten Rücksetzer im Sommer vergangenen Jahres sichern den Markt auf der Unterseite bei rund 8950 / 9000 ab. Behauptet sich der DAX über dem bisherigen Jahrestief, bleiben die mittelfristigen Aussichten bullisch. Sollten die Kurse tiefer zurückfallen, stellt die 200-Tage-Linie bei rund 8850 die letzte Haltemarke dar. Scheitert auch hier eine Stabilisierung, drohen größere Verluste bis 8400 und 8220 (abgeleitet aus der Höhe einer möglichen Umkehrformation).

Auf der Oberseite stellt die nördliche Kante des grau markierten Rechtecks bei 9600 die nächste Zielmarke dar. Dieses Niveau sollte der DAX nun zügig anlaufen, um im Anschluss auch das Februar-Hoch zu überwinden. Je höher die Dynamik ausfällt, desto besser stehen die Chancen auf ein neues Rekordhoch. Nimmt der Aufwärtsimpuls hingegen ab, verdichten sich die Signale auf eine mögliche Top-Bildung. Entsprechende Verkaufssignale auf charttechnischer Basis wären dann nur noch eine Frage der Zeit.

Aus Sicht der Indikatoren sind die Chancen auf eine Erholung wieder gestiegen. Zuletzt lieferten der MACD und DSS Bressert frühzeitig Hinweise auf eine Korrektur. Der überkaufte Zustand wurde nun komplett abgebaut, die Signale stehen auf Erholung.

DAXT

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Wochenanalyse:

DAX bestätigt Kanalgrenze

Seit dem letzten ernst zu nehmenden Crash im Sommer 2011 läuft der DAX in einer von nur kurzen Konsolidierungen gekennzeichneten Aufwärtsbewegung. Maßgeblich auf der Unterseite ist eine seit Herbst 2011 bestehende Haussegerade, die im Jahr 2013 mehrfach angelaufen und bestätigt wurde (hellgrüne untere Linie; s. auch Tageschart). Auch der jüngste Anlauf Mitte März verlief erfolgreich. Zusammen mit der bei rund 8850 verlaufenden  viel beachteten 200-Tage-Linie stellt der Bereich um 9000 eine massive Bastion der Käufer dar. Solange der DAX dieses Niveau behauptet, bleiben die Aussichten auf der mittel- bis langfristigen Zeitebene  bullisch.

Auf der Oberseite ist nach der jüngsten Konsolidierungsbewegung zunächst etwas Platz vorhanden. In den vergangenen Wochen kletterte die obere, dunkelgrün eingezeichnete Aufwärtstrendlinie weiter Richtung Norden und lässt dem Markt Luft bis ungefähr 10.200. Die runde 10.000er-Schwelle könnte also vom DAX genommen werden, ohne das die Trendlinie überwunden werden muss. Gegenüber der Ausgangssituation zu Jahresbeginn eine deutliche Erleichterung für die Käufer.

Eher Gegenwind kommt derzeit von den Indikatoren. Seit Ende Januar sendet der trendfolgende MACD ein Verkaufssignal und liefert ein Argument für eher schwache Notierungen in den kommenden Wochen. Der Indikator steht zudem derzeit auf einem ähnlich erhöhten Niveau wie im Jahr 2000 und 2007, als der Markt ebenfalls ein Top ausbildete.

DAXW

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Monatsanalyse:

Zwei Szenarien für die Zukunft

Im abgebildeten Monatschart seit 1960 wird vor allem die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000 deutlich. Nach dem Ausbruch aus einer rund 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung im Jahr 1983 zeigte der DAX bis zur Jahrtausendwende eine ausgeprägte Rally-Bewegung. Mit dem Platzen der Spekulationsblase wurde diese Aufwärtsbewegung in den vergangenen 13 Jahren konsolidiert. In dieser Zeit bildete der Deutsche Aktienindex deutlich steigende Bewegungstiefpunkte aus, was auf einen allmählich steigenden Kaufdruck deutet. Der Sprung über die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007 bei 8200 war somit nur eine Frage der Zeit. Der DAX löste ein sehr bullish aufsteigendes Dreieck nach oben hin auf, aus dem theoretisch Notierungen deutlich jenseits der 10.000er-Marke abgeleitet werden können.

Nach dem nun erfolgten Ausbruch sind zwei grundsätzliche Szenarien denkbar. Aufgrund der Bedeutung der Zone um 8200 wäre eine Rückkehrbewegung und somit ein Retest des Ausbruchsniveau nicht überraschend. Ein möglicher Wendepunkt könnte an der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 liegen. Ausgehend von einem kurzen Test der fünfstelligen Kursmarke wäre mit einer Korrektur bis in den Bereich von 8200 / 8500 zu rechnen, von dem aus dann eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erfolgen würde. Zugleich eröffnet sich Anlegern, die den Einstieg bisher verpassten, auf langfristige Sicht noch einmal eine gute Einstiegsgelegenheit.

In einem zweiten Szenario bleibt ein Test der Zone um 8200 von oben aus. Stattdessen läuft der Markt nach einer recht wahrscheinlichen Konsolidierung bei rund 10.000 weiter aufwärts. Neue Widerstände müssten sich erst noch herausbilden. Unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Rücksetzer unter das Ausbruchsniveau von 8200.

Auf Basis der Indikatoren wäre noch ein wenig Luft nach oben vorhanden. Beachten Sie vor allem den trendfolgenden MACD, der in den vergangenen 13 Jahren eigentlich recht zuverlässig die Wendepunkte beim DAX antizipierte. Noch hat der Signalgeber nicht die Niveaus aus dem Jahr 2000 und 2007 erreicht (rote Linie).

DAXM

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Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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