By 16. Dezember 2014 Read More →

Commerzbank, Allianz, Telekom & Co. – Absturz ist positiv

Den Kampf um die 10.000er-Marke hat der DAX zumindest in diesem Jahr wohl verloren. Ob es noch für einen Jahresgewinn reichen wird, muss nach den vergangenen Tagen ebenfalls bezweifelt werden. Wobei die Korrektur auch durchaus Vorteile hat.    

Eine solche Berg- und Talfahrt wie in den vergangenen Wochen haben Anleger wirklich selten gesehen – besonders zum Jahresschluss. Der VDAX New als Angstbarometer in Frankfurt notiert mit 26 Punkten auf einem ähnlich hohen Niveau wie Mitte Oktober, als zeitweise Panik auf dem Parkett herrschte. Auch die anderen Handelsplätzen in Europa standen massiv unter Druck. Der Euro Stoxx 50 gab um 2,8 Prozent nach, ähnliche Verluste verzeichnete auch der CAC 40. Auch in den USA dominierten Minuszeichen, nach dem kürzlich erreichten 90 Prozent Abwärtstag zeigen die Märkte dort aber wieder eine Outperformance. Aktuell steht der S&P 500 erstmals seit Ende Oktober wieder unter der 2000er-Marke. Aus technischer Sicht wird es nun interessant, ob wie bereits mehrfach in den vergangenen Monaten die 100-Tage-Linie erneut genügend Käufer anlockt und eine Gegenbewegung einsetzt (s. Chart-Übersicht).

Genügend Themen für das letzte Chart-Webinar in diesem Jahr sind somit vorhanden. Heute soll zudem genügend Zeit für Ihre Fragen bleiben – seien Sie also dabei. Kostenlose Anmeldung wie immer hier.

DAX: Stunden- und Tagesanalyse

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

Im kurzfristigen Chartbild sind nun einige unerfreuliche Entwicklungen zu erkennen. Der DAX handelt wieder unter seiner 21- und 200-Tage-Linie. Besonders der Rücksetzer unter den langfristigen Durchschnitt sollte aber noch nicht überbewertet werden. Wie bereits mehrfach erwähnt ist die Signallinie niemals punktgenau zu beachten. Ähnlich wie zuletzt im Sommer können die Kurse auch um den Mittelwert schwanken. Zudem verläuft der Durchschnitt ohnehin seitwärts und hat daher nur eine geringe Bedeutung.

Positiv ist zweifellos, dass die überkaufte Lage nun endgültig abgebaut wurde. Ende November handelte der DAX zeitweise um rund 5,7 Prozent über seiner 21-Tage-Linie. Inzwischen liegt eine negative Differenz von 4,5 Prozent vor. In der Vergangenheit drehte der Markt häufig ab einem Niveau von minus 5,4 Prozent.

Anleger sollten daher das Börsenjahr 2014 nicht voreilig abschließen, es könnte durchaus sein, dass die kommenden Tage noch einige Gelegenheiten bieten. Eine Stabilisierung ium Bereich 9190 bis 9380 ist durchaus zu erwarten und könnte sich als Sprungbrett für einen erneuten Anstieg erweisen. Allerdings ist mit erhöhter Volatilität zu rechnen (Fed-Sitzung und Wahl in Griechenland am Mittwoch; großer Verfall am Freitag), entsprechend ungünstig sind die Chance-Risiko-Verhältnisse.

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Wochenanalyse:

Ampel bleibt auf Orange

Mitte Oktober lieferte der Markt mit dem Bruch unter die zuvor ausgebildete Schiebezone zwischen 9000 bis 10.000 noch ein klassisches Verkaufssignal. Rückblickend betrachtet war dies aber nur eine Bärenfalle, die vorherige Korrektur wurde ebenso dynamisch wieder zurückgekauft. Zuletzt eroberte der DAX auch das Mitte September erreichte Zwischenhoch und kletterte auf ein Rekordhoch. Ähnlich wie zuvor auf der Unterseite kam es nun auch auf der Oberseite zu einem Fehlausbruch. Weder Käufer noch Verkäufer scheinen derzeit über genügend Kraft für einen nachhaltigen Impuls zu verfügen. Auch von den Indikatoren kommen keine eindeutigen Vorgaben. Der DSS Bressert ist nach der Rally von Mitte Oktober deutlich überhitzt und steht vor einem Verkaufssignal, der MACD pendelt um seine Nulllinie. Fazit: Mittelfristig ausgerichtete Anleger sollten sich den DAX nur von der Seitenlinie aus anschauen und auf klarere Signale warten.

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Monatsanalyse:

Die Würfel sind offenbar gefallen

Im langfristigen Monatschart standen zwei Szenarien bisher im Blickpunkt: Entweder eine kurze Konsolidierung bei 10.000 mit anschließend weiter steigenden Kursen oder ein klassischer Retest der 2000 / 2007er-Hochs. Gerade die bearische Variante erschien zuletzt deutlich wahrscheinlicher, und so kam es nun auch. Der MACD leistete erneut sehr gute Dienste und warnte frühzeitig vor einer Korrektur. Ich hatte zuletzt mehrfach auf die erhöhten Risiken hingewiesen.

Für Anleger, die den Ausbruch Mitte 2013 verpassten, eröffnete sich somit auf den ersten Blick noch einmal eine gute Gelegenheit zum Einstieg. Allerdings hat sich die Lage im MACD noch längst nicht abgekühlt, wir handeln unverändert auf einem erhöhten Niveau, dass Verkaufssignal ist intakt. Bis in den Bereich um 7750 / 8000 bleibt das Szenario einer Retest-Bewegung möglich. Darunter wird es dann deutlich bearischer, Kursverluste bis an die gestrichelte Aufwärtstrendlinie (Hilfslinie) bei rund 6000 wären denkbar. Noch aber besteht Grund zur Hoffnung, dass wir diese Kursregionen nicht sehen werden.   

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Posted in: Deutschland, Indizes

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

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