banner ad
banner ad

Commerzbank, Allianz, BASF, Bayer, DAX – Ausverkauf als Chance

Der gestrige Rücksetzer fiel zwar kräftig aus, für Panik besteht aber kein Grund. Ganz im Gegenteil, dass Chance-Risiko-Verhältnis hat sich deutlich verbessert. Die DAX-Chartanalyse für den 4. März 2014.

Stundenanalyse:

Exakt 333 Punkte sackte der DAX zu Wochenbeginn ab, mit einem Tagesverlust von 3,44 Prozent zeigte der Markt einen der schwächsten Tage seit Jahren. Wieder einmal wurde eine sehr enge Handelsspanne von mehreren Tagen mit einem dynamischen Impuls aufgelöst, ich hatte an dieser Stelle mehrfach darauf hingewiesen. Gerade wenn Miss Börse sehr langweilig erscheint und die Volatilität deutlich zurückgeht, heißt es ganz genau aufpassen. Ein mindestens ebenso zuverlässiger Signalgeber ist auch der VDAX New. Das Angstbarometer spiegelt die Erwartungen der Investoren für die künftige Schwankungsbreite des DAX wider und schnellte am Montag um 29 Prozent in die Höhe. Ausgehend von einem niedrigen Niveau von 16 Punkten, für Put-Optionsscheine eine perfekte Ausgangslage. Aktuell liegt die Vola bei rund 21 Punkten, nahezu exakt das Niveau von vor vier Wochen, als die Krise in den Schwellenländern die Börsen durchschüttelte. Gut möglich, dass nun erneut eine Rückkehrbewegung folgen wird.

Bumerang für den DAX

Im europäischen Vergleich kam der DAX übrigens überdurchschnittlich stark unter die Räder. So gab der FTSE 100 in London nur um 1,5 Prozent nach, der SMI in Zürich um 2,3 Prozent. Ein Grund dürfte das hohe Engagement von ausländischen Investoren im DAX sein. Ist die Stimmung an den Märkten gut, profitiert der heimische Leitindex von Kapitalströmen aus Übersee. Zeichnet sich eine Krise ab, werden die Positionen schnell wieder aufgelöst, entsprechend deutlich fallen die Kursverluste beim DAX aus. Darauf deuten auch die relativ kräftigen Verluste bei den Indexschwergewichten. Gerade Titel wie Bayer, BASF, Allianz und SAP stehen hoch oben in der Gunst angelsächsischer Anleger, auch diese Titel gingen gestern unter und belasteten aufgrund ihrer Marktkapitalisierung zusätzlich den DAX. BASF, Allianz und Siemens wiesen auch das höchste Handelsvolumen auf. Vor allem BASF wechselte mit 400 Mio. Euro auf Xetra rege den Besitzer, der 6-Monatsdurchschnitt liegt nur bei 193 Mio. Euro.

Seit Jahresbeginn notieren derzeit noch 12 Aktien in der Gewinnzone, wobei es sich mit Ausnahme von BASF und Daimler nur um Werte handelt, die eine geringe Indexgewichtung aufweisen. Lufthansa stehen mit 17 Prozent an erster Stelle, gefolgt von Lanxess und RWE. Mit VW und Adidas weisen zwei Papiere Verluste von mehr als 10 Prozent auf. Wichtiger ist derzeit aber der Blick auf die Anzahl der Aktien, die noch über ihrem 21-Tage-Durchschnitt notieren. Aktuell behaupten sich Daimler, RWE, Linde, Merck, HeidelbergCement, Lanxess, Continental und Infineon über dem kurzfristigen Signalgeber. Die Quote liegt somit bei 26 Prozent. Allmählich nähern wir uns wieder einem Niveau an, von dem aus in der Vergangenheit sehr häufig eine Erholung einsetzte (s. Chart unter dem DAX).

daxabstand

Vorbörslich stehen die Zeichen bereits auf Entspannung, Broker taxieren den DAX bei 9455. Es wäre nicht überraschend, wenn es in den kommenden Tagen zu einer sehr zügigen Erholung kommen sollte. Auch wenn die Bewertungen inzwischen recht hoch sind, der Fremdkapitaleinsatz in den USA bedenkliche Dimensionen erreicht und die Konjunktur- und Unternehmensdaten durchwachsen ausfallen, stehen doch nach wie vor viele Investoren an der Seitenlinie und warten nur darauf, günstig einzusteigen. Dies war in den vergangenen Monaten der Fall und dürfte auch jetzt wieder zu beobachten sein.

Aus charttechnischer Sicht könnte der DAX somit bereits zu Handelsbeginn die ehemalige Untergrenze der aufgelösten Handelsspanen erneut anlaufen. Ob der Bereich einen Rollentausch hin zu einem Widerstand vollzogen hat, ist derzeit noch offen, erscheint aber durchaus wahrscheinlich. Zweifellos wäre eine zügige Rückeroberung der nach wie vor steigenden 21-Tage-Linie bei derzeit rund 9510 durchaus als sehr positiv einzuordnen und würde schnell wieder Fantasie in Richtung Rekordhoch aufkommen lassen. Doch dafür müssen die mutigen Käufer nun auch ordentlich zugreifen und den Markt hochkaufen. Beendet der DAX oberhalb von 9500 den Tag, ist der kurze Rücksetzer nur ein Fehlausbruch gewesen. Solange der DAX unter der runden Schwelle bleibt, sind die Aussichten auf kurzfristiger Basis leicht negativ. Fällt der DAX hingegen unter das gestrige Tief, dürfte ähnlich wie vor vier Wochen die 100-Tage-Linie bei 9320 angelaufen werden.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

Tagesanalyse:

Doppeltes Verkaufssignal

Während der richtungsweisende US-Leitindex S&P 500 im Februar ein neues Rekordhoch erreichte, blieb den DAX-Bullen dieser Erfolg bisher noch versagt. Zwar zeigte auch der heimische Markt eine sehr dynamische Erholung auf den Abverkauf im Januar und kletterte im Vormonat um rund 4,2 Prozent. In den vergangenen zwei Wochen spielte sich der Handel aber immer knapp unter dem Mitte Januar erreichten Hoch ab. Aus Anlegersicht durchaus nachvollziehbar. Denn bei einem Einstandspreis von neuen Positionen oberhalb von 9600 dürfte so mancher Börsianer unruhige Nächte haben. Wer erst auf dem erhöhten Niveau einsteigt, erkauft sich ein schlechtes Chance-Risiko-Verhältnis. Die Position schwankt täglich zwischen Gewinn und Verlust, was die Nerven zusätzlich belastet. Etwas entspannter können hingegen Anleger den Markt verfolgen, die zwischen 9100 bis 9500 eingestiegen sind. Von daher überrascht es kaum, dass es in diesem Bereich zu einer schnellen Erholung kam und oberhalb von 9600 ein offener Schlagabtausch zwischen Bullen und Bären beobachtet werden kann.

Mit dem erneuten Rücksetzer zu Monatsbeginn haben die Bullen einen weiteren Dämpfer erhalten. Nach wie vor ist aber davon auszugehen, dass genügend Anleger an der Seitenlinie stehen und die günstigeren Kurse zum Einstieg nutzen. Bleiben neue Hiobsmeldungen aus der Ukraine aus, dürfte der Markt schnell wieder am Ausgangsniveau stehen.

Grundsätzliche ist die Tendenz nach wie vor aufwärts gerichtet, alle wesentlichen Trendlinien und Gleitenden Durchschnitte weisen nach Norden. Erst wenn der DAX unter die Kombination aus Jahrestief und Aufwärtstrendlinie bei rund 9080 zurückfallen sollte, dreht die Börsenampel auf Rot und eine Neueinschätzung der mittelfristigen Perspektiven wäre erforderlich. Kursbewegungen in der Range 9080 bis 9800 sind als nahezu neutral einzuordnen, oberhalb von 9800 haben klar die Bullen das Zepter in der Hand.

Zur Vorsicht mahnt die Tatsache, dass der DAX im zweiten Anlauf nicht mehr das im Januar markierte Rekordhoch erreichte und bisher einen tieferen Hochpunkt ausbildete. Auch das Umsatzvolumen fällt seit zwei Wochen eher unterdurchschnittlich aus. Es drängt sich ein wenig der Verdacht auf, dass die jüngste Erholung überwiegend von spekulativen Anlegern getragen wurde, die sich auch schnell wieder aus dem Markt verabschieden, wenn die erhofften Kursgewinne nicht eintreten.

Auch die Indikatoren deuten in eine ähnliche Richtung. Der MACD steht wie auch der DSS Bressert auf Verkaufen.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

Wochenanalyse:

DAX bleibt im Kanal gefangen

Seit dem letzten ernst zu nehmenden Crash im Sommer 2011 läuft der DAX in einer von nur kurzen Konsolidierungen gekennzeichneten Aufwärtsbewegung. Maßgeblich auf der Unterseite ist eine seit Herbst 2011 bestehende Aufwärtstrendlinie, die im Jahr 2013 mehrfach angelaufen und bestätigt wurde (hellgrüne untere Linie). Verstärkt wird die aktuell bei 9100 verlaufende Gerade von der viel beachteten 200-Tage-Linie, die klar steigend im Bereich um 88820 notiert. Für den Deutschen Aktienmarkt bleiben die Aussichten auf der mittel- bis langfristigen Zeitebene  bullisch, solange sich der Markt über dem langfristigen Durchschnitt behaupten kann. Ausgehend vom aktuellen Niveau könnte der DAX somit deutlich korrigieren, ohne das eine Neueinschätzung der übergeordneten langfristigen Perspektiven erforderlich wäre.

Aber auch Richtung Norden scheinen die Grenzen für die kommenden Wochen abgesteckt. Als Spielverderber für die Bullen erwies sich zuletzt eine seit Frühjahr 2012 bestehende Trendlinie (dunkelgrüne Linie), an der es seitdem mehrfach zu Gewinnmitnahmen kam. Erst wenn die bei gut 10.000 verlaufende Gerade überwunden ist, eröffnet sich für den DAX weiterer Spielraum.

Eher Gegenwind kommt derzeit von den Indikatoren. Seit Ende Januar sendet der trendfolgende MACD ein Verkaufssignal und liefert ein Argument für eher schwache Notierungen in den kommenden Wochen. Der Indikator steht zudem derzeit auf einem ähnlich erhöhten Niveau wie im Jahr 2000 und 2007, als der Markt ebenfalls ein Top ausbildete. Zumindest ein Anstieg über die dunkelgrüne Aufwärtstrendlinie und somit eine Beschleunigung der Bewegung ist derzeit eher nicht zu favorisieren.

DAXW

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

 

Monatsanalyse:

Zwei Szenarien für die Zukunft

Im abgebildeten Monatschart seit 1960 wird vor allem die Bedeutung des Kursbereichs um 8000 / 9000 deutlich. Nach dem Ausbruch aus einer rund 20 Jahre andauernden Seitwärtsbewegung im Jahr 1983 zeigte der DAX bis zur Jahrtausendwende eine ausgeprägte Rally-Bewegung. Mit dem Platzen der Spekulationsblase wurde diese Aufwärtsbewegung in den vergangenen 13 Jahren konsolidiert. In dieser Zeit bildete der Deutsche Aktienindex deutlich steigende Bewegungstiefpunkte aus, was auf einen allmählich steigenden Kaufdruck deutet. Der Sprung über die Hochpunkte aus dem Jahr 2000 und 2007 bei 8200 war somit nur eine Frage der Zeit. Der DAX löste ein sehr bullish aufsteigendes Dreieck nach oben hin auf, aus dem theoretisch Notierungen deutlich jenseits der 10.000er-Marke abgeleitet werden können.

Nach dem nun erfolgten Ausbruch sind zwei grundsätzliche Szenarien denkbar. Aufgrund der Bedeutung der Zone um 8200 wäre eine Rückkehrbewegung und somit ein Retest des Ausbruchsniveau nicht überraschend. Ein möglicher Wendepunkt könnte an der psychologisch wichtigen Schwelle von 10.000 liegen. Ausgehend von einem kurzen Test der fünfstelligen Kursmarke wäre mit einer Korrektur bis in den Bereich von 8200 / 8500 zu rechnen, von dem aus dann eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erfolgen würde. Zugleich eröffnet sich Anlegern, die den Einstieg bisher verpassten, auf langfristige Sicht noch einmal eine gute Einstiegsgelegenheit.

In einem zweiten Szenario bleibt ein Test der Zone um 8200 von oben aus. Stattdessen läuft der Markt nach einer recht wahrscheinlichen Konsolidierung bei rund 10.000 weiter aufwärts. Neue Widerstände müssten sich erst noch herausbilden. Unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Rücksetzer unter das Ausbruchsniveau von 8200.

Auf Basis der Indikatoren wäre noch ein wenig Luft nach oben vorhanden. Beachten Sie vor allem den trendfolgenden MACD, der in den vergangenen 13 Jahren eigentlich recht zuverlässig die Wendepunkte beim DAX antizipierte. Noch hat der Signalgeber nicht die Niveaus aus dem Jahr 2000 und 2007 erreicht (rote Linie).

DAXM

Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

 

Posted in: Deutschland

About the Author:

Franz-Georg Wenner ist regelmäßiger Gast beim Deutschen Anlegerfernsehen und gern gesehener Vortragsredner. Er hält regelmäßig Webinare und referierte unter anderem beim Verein Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Bei BÖRSE ONLINE war er sechs Jahre Online-Koordinator und Redakteur mit den Schwerpunkten Nebenwerte Deutschland, Zertifikate und Technische Analyse. Zusätzlich betreute er für die Commerzbank den Zertifikate-Newsletter ideas daily. Bereits seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL der Uni Düsseldorf beschäftigte sich mit der Intermarket-Analyse.

Comments are closed.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch die weitere Nutzung der Seite www.chartanalysen-online.de stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.